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August 24 2010

Am 26. September 2010 jährt sich zum dreißigsten Mal der Bombenanschlag auf das Oktoberfest

Funktion von Rechtem Terror und des Rechtsradikalismus

Auf dem Hintergrund des rechtsradikalen Terrors in den 70-er und 80-er Jahren erschien aus aktuellem Anlass im Juli 2010 ein 3-teiliger Artikel mit dem Buchautor Tobia von Heymann zum Oktoberfestattentat bei Telepolis.

26.07.2010 - Teil 1: Das Oktoberfestattentat war kein Werk eines Einzeltäters
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33015/1.html

27.07.2010 - Teil 2: Das Wissen Köhlers wird für den Bau der Bombe nicht gereicht haben
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33016/1.html

31.07.2010 - Teil 3: Es wird noch viel Aufklärungsarbeit nötig sein
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33017/1.html

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Die hier beschriebenen Umstände des Attentats und die Frage zur Wahrscheinlichkeit eines Einzeltäters wurden 1980 von Anbeginn an in diversen Artikeln angesprochen, jedoch konsequent von offizieller Seite mit medialer und juristischer Unterstützung, wie im Artikel beschrieben, aus dem kollektiven Bewusstsein verdrängt. Ausführlicheres lässt sich dem neu erschienenen Buch und diversen Internetseiten zum Oktoberfestattentat entnehmen (entsprechende Verlinkungen finden sich im Artikel).

Was die unterstellte Involvierung der Nato Geheimorganisation “Gladio” anbelangt, so wird auch das Bologna-Attentat vom 02.August 1980
http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_von_Bologna_1980
mit dieser Organisation in Verbindung gebracht.

Man findet zur 30-jährigen Wiederkehr des Bologna-Attentats hierzu einige Informationen im Netz, auch zur Gedenkveranstaltung in Bologna am 02.August 2010.

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Eine persönliche Bemerkung: ich wohnte zu dem Zeitpunkt ca. 1,5 km Luftlinie von dem Attentatsort am nördlichen Oktoberfesteingang entfernt, war zuhause und hörte die Detonation, ohne mir weitere Gedanken über die Hintergründe zu machen, bis mich allerdings, dessen erinne ich mich sehr wohl, spätabends meine Mutter besorgt anrief, wodurch ich, wenn ich mich im Nachhinein recht entsinne, erst von dem Attentat erfuhr.

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Zur Funktion von Rechtsradikalem Gedankengut in Militär und Polizei


Die Methode der Einschüchterung der Bevölkerung zur Aufgabe von Freiheitsrechten mittels extrem rechtslastiger Exekutive in Polizei und Militär lässt sich bis heute aktuell geradlinig nachvollziehen.

Die Ereignisse am letzten G20-Gipfel in Toronto und deren juristische und vorrangig journalistische Aufarbeitung durch das kanadisch-us-amerkanische The Real News Network mit einer Reihe von Augenzeugenberichten und Interviews mit den politisch Verantwortlichen, vergegenwärtigt unmissverständlich die Frage nach der politischen Funktion von rechtsradikalem Gedankengut vorrangig in polizeilichen und militärischen Kreisen.

Diesbezügliches Breitenbewusstsein versucht u.a. auch die Amnesty-Deutschland-Kampagne gegen rechte Polizeigewalt zu vermitteln.

http://www.gulli.com/news/amnesty-startet-kampagne-gegen-polizeigewalt-2010-07-08
http://www.amnestypolizei.de/kampagne/mission.html


Für viele mag die vom Bundesverteidigungsminister Guttenberg verkündete Defacto-Aufhebung der Wehrpflicht in Deutschland ein freudiger Anlass sein - dem gilt es allerdings hinzuzufügen, dass das Ideal des “Staatsbürgers in Uniform”, wie es für die offizielle Ausrichtung der Bundeswehr, sei es für Wehrpflichtige oder Berufsoldaten, während der 60-er bis 80-er Jahre uneingeschränkt galt, bitte, wodurch ersetzt wurde? - Deutschland müsse am Hindukusch verteidigt werden! - Und weiters, was hat man von den Verantwortlichen bisher in der Frage der staatsbürgerlichen Ausbildung in den Streitkräften vernommen? Hier klafft eine allbekannte überdimensionale Informationslücke, wohl der Erklärungsnot geschuldet, warum sich Polizei und Bundeswehr mit Vorliebe aus dem rechtslastigen Milieu rekrutieren lasse, und warum das von etlichen der politisch Verantwortlichen als ein offensichtlich nicht ungern gesehener Schönheitsfehler im System kleingeredet wird.

Muc 20100824

Clipped from www.heise.de

Das Oktoberfestattentat war kein Werk eines Einzeltäters

Reinhard Jellen 26.07.2010

Interview mit Tobias von Heymann über sein Buch “Die Oktoberfest-Bombe. – die Tat eines Einzelnen oder ein Terror-Anschlag mit politischem Hintergrund?”

Am 26. September 2010 jährt sich zum dreißigsten Mal der [local] Bombenanschlag auf das Oktoberfest. Der schlimmste Terror-Akt der deutschen Nachkriegsgeschichte forderte dreizehn Menschenleben. Über 200 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Ende September 1980 befand sich das Land in der Hochphase des Bundestagwahlkampfs und der damalige Kanzlerkandidat der CDU/CSU, Franz Josef Strauß beschuldigte sofort Linksextremisten sowie die sozialliberale Koalition, insbesondere den damaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) für die Tat unmittelbar und indirekt verantwortlich zu sein. Nachdem diese Verdächtigung binnen kürzester Zeit durch die schnelle Identifizierung des Bombenlegers Gundolf Köhler und seiner Zuordnung zum rechtsradikalen Untergrund unhaltbar geworden war, wurde rasch die These von der Einzeltäterschaft Köhlers aufgestellt. Diese hat sich trotz massiver gegenteiliger Zeugenaussagen und erheblichen Zweifels bis zum heutigen Tag als offizielle Erklärung für den Bombenanschlag gehalten.

Der Journalist Tobias von Heymann recherchierte zum Oktoberfestattentat für sein [extern] Buch mehrere Jahre in den umfangreichen Akten des über den rechtsextremen Untergrund Westdeutschlands außergewöhnlich gut informierten Geheimdienstes der DDR und sorgte letztes Jahr mit seinen Enthüllungen für eine [local] Kleine Anfrage der GRÜNEN im Bundestag. Telepolis sprach mit dem [extern] Autoren.

Herr von Heymann, das Fazit ihres [extern] Buches lautet: “Alle bekannte Indizien sprechen aus meiner Sicht heute dafür, dass Gundolf Köhler tatsächlich kein Einzeltäter ist.” – Welche Indizien meinen Sie damit?

Tobias von Heymann: Im Kern lassen sich drei Indizienketten finden, die gegen die Einzeltäter-These sprechen. Die erste betrifft zunächst die Bombe selbst. Zwar ist bekannt, welche Firma die Hülle der britischen Mörsergranate und welche Firma den Feuerlöscher herstellte, die Teile der Bombe waren. Doch wer diese unmittelbar vor dem Anschlag besaß, hat die damalige “Soko Theresienwiese” nicht herausbekommen. Ebenfalls unklar ist auch, wie der Zünder genau aussah und woher die rund 1,4 Kilo TNT als Sprengstoff stammten. Diese offenen Fragen bestreitet auch niemand, egal von welcher Seite.

Zweitens lassen sich die Kontakte von Gundolf Köhler in die Neonazi-Szene trotz einiger Lücken heute recht genau nachzeichnen. Er war keine harmlose Randfigur, sondern war laut Aussagen von Leuten, die ihn damals kannten, bereit für Aktionen. Laut Aussagen früherer Wehrsportgruppen-Mitglieder soll er im Sommer 1979 und eventuell sogar noch später an Wehrsportübungen in Baden-Württemberg teilgenommen haben – also nicht nur bei Karl-Heinz Hoffmann in Bayern. Noch ist aber nicht bekannt, wer da alles dabei war und die Übungen leitete.

“Oktoberfest-Attentat lässt sich heute nicht mehr isoliert betrachten”

Zudem hatte er erwiesenermaßen Kontakte zu seinerzeit führenden Rechtsextremisten und Neonazis, darunter auch mehrere einschlägig bekannte Namen: Er kannte sie und sie kannten ihn. Köhler war vor dem Anschlag schon längere Zeit am äußersten rechten Rand unterwegs, etwa fünf Jahre lang.

Drittens lässt sich das [extern] Oktoberfest-Attentat heute längst nicht mehr isoliert betrachten, auch wenn das als schwerster Anschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte natürlich einen besonderen Stellenwert besitzt. Letztlich fällt das [extern] Wiesn-Attentat genau in eine Phase, in der ein rechtsterroristischer Untergrund eine ganze Serie von Anschlägen und Terror-Aktionen unterschiedlicher Form und Intensität in Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten verübte. Diese Leute pflegten enge Kontakte untereinander, waren gut organisiert, verfolgten die gleichen strategischen Ziele und handelten nach ähnlichen Konzepten.

Internationales rechtes Terror-Netzwerk

Das Oktoberfest-Attentat fällt da insgesamt überhaupt nicht als exotisches Einzelverbrechen aus dem Raster heraus – im Gegenteil: Das war zumindest für Deutschland eher der Gipfel eines Prozesses der militanten Radikalisierung im Neonazi-Lager.

Kennzeichen der Neo-Nazi-Gruppen der 1970er und 80er-Jahre war eine nach außen hin zersplittert wirkende Struktur. In Wirklichkeit aber waren die Neo-Nazis stark vernetzt. Die Neo-Nazis verfolgten im Vergleich zu den Linksextremisten eine ganz andere Strategie, die auf verschiedenen Ebenen zur gleichen Zeit ablief. Auf unterster Ebene finden wir Aktivitäten wie anonyme Schmierereien, dann gab es die direkte körperliche Auseinandersetzung und ganz oben finden wir richtig durchgeplante Terror- und Brandanschläge, Anschläge mit Schusswaffen aus dem Untergrund heraus. Das Ziel dieser Angriffe war und ist immer das gleiche: Es soll ein Klima von Angst und Unsicherheit entstehen, das politische Gegner und die Zivilgesellschaft einschüchtert. Damit wollen die Neo-Nazis ein Umfeld schaffen, in dem sie sich in ihrem Sinne ausbreiten und festsetzen können. Wenn man sich bekannt gewordene rechtsextreme Anschläge dieser Phase in Belgien, Italien oder Frankreich genauer ansieht, haben hier interessanterweise Personen unterschiedlicher Nationalität über einen längeren Zeitraum zusammengewirkt. Deutsche Neo-Nazi-Gruppen haben mit Neo-Nazis aus den USA um [extern] Gerry Rex Lauck und seiner NSDAP/AO zusammengearbeitet. Wie aus den Stasi-Unterlagen sehr deutlich hervorgeht, habt z.B. die Braunschweiger Gruppe regelrecht Anschläge gegen Geld aus den USA verübt. Dies lief so ab: Die Braunschweiger Gruppe führt eine Aktion durch, fotografiert sie, schickt Fotos als Beleg in die USA und erhält dafür Geld.

“Wirken westlicher Geheimdienste im rechtsradikalen Untergrund”

Diese Gruppen haben sich regelmäßig ausgetauscht und auch z.B. in Kopenhagen oder England getroffen. Für Deutschland war die Wehrsportgruppe Hoffmann und ihr Umfeld die zentrale Organisation. Man muss das terrorisierende Netzwerk der Neonazis in den 1970er/80er Jahren daher immer mitdenken, wenn man sich mit dem [extern] Oktoberfest-Attentat befasst.

TELEPOLIS
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July 26 2010

FOERSTER, Friedrich Wilhelm, deutscher Pädagoge, Psychologe und Pazifist, 1869-1966

“…Foerster setzte sich kritisch mit der deutschen Kriegspolitik während des Ersten Weltkrieges und der Frage der Kriegsschuld auseinander. Wegen seiner politischen und ethischen Anschauungen wurde er von nationalistischen Kreisen massiv angegriffen, worauf hin er 1920 sein Lehramt niederlegte. Als sein Hauptwerk gilt das 1905 veröffentlichte Christentum und Klassenkampf….” Wikipedia 20100727

“…Friedrich Wilhelm Foerster war der Begründer der politischen Bildung Deutschlands im 20. Jahrhundert, er vertrat als erster den Gedanken freiheitlicher politischer Bildung, zu deren Konsequenz demokratische politische Bildung und Demokratisierung durch politische Bildung gehörte. Für Foerster bedeutet “Erziehung” die Anleitung zu sozialem Denken und Handeln, ” Erziehung ist das Feld konsequenter Anwendung von Sittlichkeit und Religion auf alle Lebensgebiete, Politik nicht ausgenommen.”, alle Bildung ist Lebenshilfe. …” (kirchenlexikon.de - 2010727)

Band XXVII (2007) Spalten 445-451 Autor: Bernhard Josef Stalla

FOERSTER, Friedrich Wilhelm, deutscher Pädagoge, Psychologe und Pazifist, * 2.6. 1869 in Berlin als Sohn des Direktors der Berliner Sternwarte und Universitätsprofessors für Astronomie Wilhelm Julius Foerster (1832-1921) und seiner Ehefrau Ina Foerster geb. Paschen (1835-1908); † 9.1. 1966 in Kilchberg bei Zürich. Foerster studierte Philosophie, Nationalökonomie und Physiologie an den Universitäten in Freiburg im Breisgau und Berlin. Seine 1893 verfaßte Doktorarbeit trägt den Titel “Der Entwicklungsgang der Kantischen Ethik bis zur Kritik der reinen Vernunft”. Von 1894 bis 1897 war Foerster Herausgeber für die von seinem Vater Wilhelm Julius Foerster begründete Zeitschrift “Ethische Kultur”. Im Jahre 1898 habilitiert er an der Universität Zürich mit der Schrift “Willensfreiheit und sittliche Verantwortlichkeit. Eine sozialpsychologische Untersuchung”. In den Jahren 1898 bis 1912 war Foerster als Privatdozent für Philosophie und Moralpädagogik an der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich tätig. 1913 und 1914 war er außerordentlicher Professor für Ethik und Sozialwissenschaften an der Universität Wien. Von 1914 an war er als ordentlicher Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München tätig, wo er Pädagogik und Philosophie lehrte. 1917 wurde Foerster überzeugter Pazifist. Von Kurt Eisner wurde er zum Bayerischen Minister in der Schweiz ernannt, vom Bundesrat aber nicht anerkannt. Foerster warf Deutschland Verantwortung in der Kriegsschuldfrage vor und setzte sich für einen Friedensvertrag ein; Foerster setzte sich kritisch mit der deutschen Kriegspolitik während des Ersten Weltkrieges und der Frage der Kriegsschuld auseinander. Wegen seiner politischen und ethischen Anschauungen wurde er von nationalistischen Kreisen massiv angegriffen, woraufhin er 1920 sein Lehramt niederlegte und den Lehrstuhl für Pädagogik an der Universität München gezwungenermaßen aufgab. Als sein Hauptwerk gilt das 1905 veröffentlichte “Christentum und Klassenkampf”. Im gleichen Jahr ging er zurück nach Zürich und siedelte 1926 nach Frankreich über. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland im Jahre 1933 wurden auch Foersters Werke öffentlich verbrannt. Im dritten Feuerspruch der Studierenden bei der Bücherverbrennung am 10.5. 1933 in Berlin wurde F. als “Gesinnungslump und politischer Verräter” bezeichnet. In seiner Schrift “Die tödliche Krankheit des deutschen Volkes”, die in der Schweiz und in Frankreich erschienen war, hatte er eindringlich vor dem Naziregime gewarnt. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutsche Wehrmacht im Jahre 1940 flüchtete er nach Portugal und emigrierte in die USA. Er lebte bis 1963 in New York und kehrte schließlich in die Schweiz, nach Kilchberg nahe Zürich zurück, wo er seine letzten Lebensjahre in einem Sanatorium verbrachte. In seinem Werk setzte sich Foerster mit ethischen, politischen, sozialen, religiösen und sexuellen Themen auseinander und forderte eine Reform der Erziehung auf christlicher und ethischer Grundlage an. Dabei sah er die Charakter-, und Willensbildung und die Schulung des Gewissens als oberstes Ziel der Erziehung an. 1953 erschienen seine Memoiren unter dem Titel “Erlebte Weltgeschichte. 1869-1953″. Friedrich Wilhelm Foerster war der Begründer der politischen Bildung Deutschlands im 20. Jahrhundert, er vertrat als erster den Gedanken freiheitlicher politischer Bildung, zu deren Konsequenz demokratische politische Bildung und Demokratisierung durch politische Bildung gehörte. Für Foerster bedeutet “Erziehung” die Anleitung zu sozialem Denken und Handeln, ” Erziehung ist das Feld konsequenter Anwendung von Sittlichkeit und Religion auf alle Lebensgebiete, Politik nicht ausgenommen.”, alle Bildung ist Lebenshilfe. Die Intention von Bildung besteht in der Menschwerdung des Menschen, die Charakter-, Willens- und Gesinnungsbildung, sowie politische Bildung beinhaltet. Für Friedrich Wilhelm Foerster gründen Pädagogik und Politik in Moral und Ethik auf christlicher Grundlage. Für das Leben und die Erziehung fordert er den “notwendigen ethischen Ausgleich einander entgegenstehender Rechte”, einen Ausgleich, über den jederzeit nur unser Gewissen entscheiden kann. Für Foerster besteht das Erziehungs-, Bildungs- und Lebensziel in der Nachfolge Christi, mit diesem Grundmotiv, das sich in den meisten seiner pädagogischen Werke wieder findet, weist er darauf hin, daß Christus als Erzieher und Lehrer den Menschen den Weg in der Welt weist. In seinen 30 Büchern und etwa 6000 Aufsätzen hat Foerster eine internationale Bedeutung und Wirkung erreicht. Sein Beitrag zum pädagogischen Menschenbild unseres Jahrhunderts hat der Erziehungswissenschaft fruchtbare Anregung und Förderung verliehen. Durch seine politische Einflußnahme und Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens, durch seine kompromißlose Stellungnahme zu politischen und ethischen Kernfragen, sowie durch seine stetige Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit, hat Friedrich Wilhelm Foerster in einer durch zwei Weltkriege erschütterten Epoche, eine vorbildhafte Wirksamkeit für die deutsche Pädagogik im In- und Ausland entfaltet.

Werke: Der Entwicklungstand der Kantischen Ethik bis zur “Kritik der reinen Vernunft” Berlin, 1894. Ethische Aufgaben in der sozialen Bewegung. Berlin, 1894. Die Arbeitslosigkeit und die moderne Wirtschaftsentwicklung. Berlin, 1897. Willensfreiheit und sittliche Verantwortung. Berlin, 1898. Technik und Ethik. Eine naturwissenschaftliche Studie. Leipzig, 1903. Jugendlehre, Ein Buch für Kinder, Lehrer und Geistliche. Berlin, 1904, Neuauflagen Zürich, 1922, Mainz, 1959. Lebenskunde. Ein Buch für Knaben und Mädchen. Berlin, 1905, Neuauflage Mainz, 1953. Sexualethik und Sexualpädagogik. Eine neue Begründung alter Wahrheiten. München, 1907. Neuauflage Recklinghausen, 1952. Christentum und Klassenkampf. Gesichtspunkte und Anregungen zur sozialen Arbeit und zur Verständigung der Klassen. Zürich, 1908. Schule und Charakter. Beiträge zur Pädagogik des Gehorsams und zur Reform der Schuldisziplin. Zürich, 1908, Neuauflage Hrsg. von Franz Pöggeler, Recklinghausen, 1953. Lebensführung. Berlin, 1909. Neuauflagen Zürich, Leipzig, 1922, Mainz, 1954. Schuld und Sühne. Grundfragen des Verbrecherproblems und der Jugendfürsorge. München, 1910, Neuauflage Trier, 1961. Politische Ethik und politische Pädagogik. Mit besonderer Berücksichtigung der kommenden deutschen Aufgaben. München, 1910. Autorität und Freiheit. Betrachtungen zum Kulturproblem der Kirche. München, 1910. Die Grundlagen der christlichen Pädagogik. Vortrag, gehalten auf dem Deutschen Evangelischen Schulkongreß in Kassel 1912. Berlin, 1913. Strafe und Erziehung. München, 1912. Das österreichische Problem. Vom ethischen und staatspädagogischen Standpunkt. Wien, 1914. Erziehung und Selbsterziehung. Hauptgesichtspunkte für Eltern und Lehrer, Seelsorger und Jugendpfleger. Zürich, 1917. Foerster, Seyffert und Richard Für und wider die allgemeine Volksschule. Leipzig, 1918. Christus und das menschliche Leben. München, 1918, Neuauflage Recklinghausen, 1953. Weltpolitik und Weltgewissen. München, 1919. Zur Beurteilung der deutschen Kriegsführung. Berlin u. Stuttgart, 1919. Mein Kampf gegen das nationalistische und militaristische Deutschland. Gesichtspunkte zur deutschen Selbsterkenntnis und zu Aufbau eines neuen Deutschland. Wiesbaden, 1920. Worte von Friedrich Wilhelm Foerster. Hrsg. von H. Peine. Berlin, 1921. Zentralismus oder Föderalismus. München, 1922. Angewandte politische Ethik. Anmerkungen zum Verständnis der gegenwärtigen Weltlage. Bd. 1-2 Wiesbaden, 1922-1924. Jugendseelsorge, Jugendbewegung, Jugendziel. Zürich, 1923. Religion und Charakterbildung. Psychologische Untersuchungen und pädagogische Vorschläge. Zürich, 1923; Alte und neue Erziehung. Luzern, 1935; Europa und die deutsche Frage. Luzern, 1935; Ewiges Licht und menschliche Finsternis. Luzern, 1935; Erlebte Weltgeschichte 1869-1953; Memoiren. Nürnberg, 1953; Politische Ethik. Die ethischen und religionssoziologischen Grundlagen des Verhältnisses von Mensch und Gesellschaft. Recklinghausen, 1954; Politische Erziehung. Freiburg i. Br. 1959; Deutsche Geschichte und politische Ethik. Recklinghausen, 1963; Hauptaufgaben der Erziehung. Freiburg i. Br. 1959; Die jüdische Frage. Das Mysterium Israels. Freiburg i. Br. 1959; Moderne Jugend und christliche Religion. Freiburg i. Br. 1960; Friedrich Wilhelm Foerster Schriften zur politischen Bildung. Besorgt von K.G. Fischer. Paderborn, 1964. Friedrich Wilhelm Foerster: Manifest für den Frieden: eine Auswahl aus seinen Schriften (1893-1933) Hrsg. von Bruno Hipler Paderborn, 1988; Max, Pascal (Hrsg.): Grundprobleme der Ethik. Eine Auswahl aus den Werken Friedrich Wilhelm Foersters. Hannover, Stuttgart: Ibidem-Verlag, 2006 (Herrn Univ.-Professor Dr. Dr. h. c. Franz Pöggeler zum 80. Geburtstag am 23. Dezember 2006).

Bibliographie: Werke von Friedrich Wilhelm Foerster. In: Erlebte Weltgeschichte 1869-1953. Memoiren. Nürnberg, 1953, 715-717; Bibliographie der Bücher Foersters in: Friedrich Wilhelm Foerster Schriften zur politischen Bildung. Besorgt von K.G. Fischer. Paderborn, 1964, 133-138.

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