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December 07 2010

SPD veranstaltet “OpenMedia”-Konferenz

Die Medienkommission der SPD veranstaltet zusammen mit der parteieigenen Zeitung Vorwärts am Freitag den 10. Dezember einen “OpenMedia”-Kongress. Los gehts um 14 Uhr. Die Speaker und Panelisten wollen über die “sozialdemokratische Medienpolitik” diskutieren. Gerade in diesen Zeiten, in denen heftig um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) und das Urheberrecht gerungen wird, könnte dies interessant werden.

Das Programm hört sich auf jeden Fall spannend an. Unter anderem wird Garrett Graff (The Washingtonian) in einer Keynote zu “Openness – Making Democracy Work” sprechen. Hier gehts zur Konferenz-Website und Anmeldung. Und wenn das Programm erfolgreich absolviert wurde, gibt es am Ende des Tages noch eine ursozialdemokratische “Abschlussparty mit Bier & Brezeln”.

September 08 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (VI): Johan Söderberg

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es morgen Abend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen (zum ausführlichen Programm). Von der Veranstaltung wird es auch einen Livestream geben.

Mash-Ups im Bewegtbild (VI): Johan Söderberg

Johan Söderberg, Regisseur, Musiker und Drehbuchautor, ist wahrscheinlich vielen durch die Folge „Bush & Blair” seiner TV-Reihe Read my lips bekannt. In den neunziger Jahren trat er mit dem Musik- und Filmkollektiv Lucky People Center in Erscheinung; zurzeit ist er Gastprofessor an der schwedischen Hochschule Dalarna, an der er den Studiengang “Audiovisual Production” konzipierte. Wie auch Elisa Kreisinger wird Johan Söderberg am Panel Arts and politics: How political is the remix and mash-up culture? teilnehmen.

Johan Söderberg: Sustainable, 2006:

Sustainable spielt mit dem inzwischen weithin zum Plastikwort herabgesunkenen Begriff und ist ein typisches Beispiel für Söderbergs rhythmisch-auditiven Editing-Stil:

[youtube.com]

Johan Söderberg, Marcus Lindqvist: Hey You, 2007

Söderbergs und Lindqvists Video für Madonnas Charity-Titel Hey You schneidet den etwas seichten Song mit starken Bildern von Umweltzerstörung zusammen – eine klassische Mashup-Technik, auch wenn es sich hier um das offizielle Video handelt. Söderberg war auch an weiteren Madonna-Produktionen beteiligt.

[youtube.com]

Josefin Roos, Ossian Sandin, u.a.: Economic Girlie Men

Ein Kurzfilm aus dem Umfeld von Söderberg, der das diskriminierende Schwarzenegger-Wort von den „Economic Girlie Men” aufgreift, mit dem der Gouverneur seine wirtschaftspolitischen Gegner belegte:

[youtube.com]

Viele weitere Filme von Söderberg auch unter soderberg.tv.

Zum Thema Mash-Ups auch bei iRights.info:

September 05 2010

Interview zum Symposium “Verbotene Filme” bei Fritz Trackback (RBB)

Gestern hat Marcus Richter für die Radio-Fritz-Sendung Trackback in einem Interview iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp zum Symposium “Verbotene Filme” befragt. Die Sendung gibt’s als MP3 zum Download (50 MB) zum Download, das Interview beginnt bei Minute 23:51.

September 03 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (V): Der politische Remix

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es am Donnerstagabend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen (zum ausführlichen Programm).

Mash-Ups im Bewegtbild (V): Der politische Remix

Die Zweckentfremdung von vorgefundem Material mit politischer Botschaft wurde zuerst in den Détournements der Situationisten praktiziert – seitdem Film- und Fernsehmaterial digital verfügbar geworden ist, kann potenziell auch jeder mit einer Videosoftware ausgerüstete Amateur eigene Remixe erstellen. Im Blog Political Remix Video sammeln Jonathan McIntosh und Elisa Kreisinger – Videokünstlerin und zu Gast beim Panel Arts and politics: How political is the remix and mash-up culture? – politische Mash-Ups und Remixe. Eine Auswahl:

Wax Audio/ Cal-TV: Imagine This, 2006

Wer im Jahr 2006 einmal im Internet war, kam kaum daran vorbei: Aus unzähligen Tonschnipseln der Reden George W. Bushs setzte der australische Künstler Wax Audio (alias Tom Compagnoni) John Lennons „Imagine” neu zusammen. Es erschien ursprünglich als reine Audioversion auf seinem Album Mediacracy (2005), erst später nahm John Callaghan (alias Cal-TV) das Audiomaterial und veröffentlichte den Video-Remix:

[video.google.com]

236.com: Synchronised presidential debating, 2008

Für dieses Video der zur Huffington Post gehörenden Website 236.com wurden drei Runden der Fernsehduelle zur US-Präsidentschaftswahl übereinander gelegt. Die Unterschiede der verschiedenen Runden erweisen sich als gering:

[youtube.com]

Energy Action Coalition: Politicians Want a Power Shift, 2009

Der NGO-Verbund Energy Action Coalition hat für seinen Aufruf zur Klimaschutz-Veranstaltung Power Shift 09 Barack Obama, Sarah Palin und andere US-Politiker sprechen lassen. Der Clip fällt unter die Fair-Use-Regelung im US-Copyright und war deshalb auch für eine öffentliche Organisation vertretbar:

[youtube.com]

Zum Thema Mash-Ups auch bei iRights.info:

August 30 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (III): Fernseh-Archäologie

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es am Freitagabend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen. Stefan Eckel von reproducts wird an der Podiumsdiskussion “Das Internet als Kunstmaschine: Bedingt eine neue Technik eine neue Ästhetik?” teilnehmen (zum ausführlichen Programm).

Mash-Ups im Bewegtbild (III): Fernseh-Archäologie

Zusammen mit Stefan Prehn – bekannt u.a. durch “Staplerfahrer Klaus” – betreibt Stefan Eckel seit 1989 medienarchäologische Forschungen unter dem Namen reproducts. Neben dem Projekt Fernsehmuseum, das sich der Sammlung, Weiterverarbeitung und Umwertung von historischem TV-Material gewidmet hat, ist reproducts mit Multimedia-Inszenierungen, Texten, Lesungen und Performances an die Öffentlichkeit getreten.

Todesboten, 1994

„Erschossen, sagen Sie?“ – „Ja, erschossen”. Die Produktion „Todesboten“ zeigt ausschließlich diejenigen Szenen aus Herbert Reineckers Krimiserie „Der Kommissar”, in denen die Todesnachricht überbracht wird. „Boten und Empfänger der vernichtenden Nachricht geraten dabei in eine Kommunikationsspirale über die Verneinung des Seins, die in einen nihilistischen Taumel mündet“, heißt es in der Erklärung.


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Aktenzeichen XY losgelöst, 1998

Der Zusammenschnitt der Live-Schaltungen zwischen den Aufnahmestudios von „Aktenzeichen XY ungelöst“ in München, Wien und Zürich demonstriert, wie die ritualisierte Dramaturgie der TV-Verbrecherjäger dem Zuschauer Sicherheit vermittelte – ob „sachdienliche Hinweise” tatsächlich vorlagen oder nicht, scheint zweitrangig:

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Der gemeinsame Nenner, 1996

Dieser Zusammenschnitt verbindet Szenen aus dem Telekolleg Mathematik von Eberhard Weiß mit Zahlenmaterial aus tagesschau, Werbung und Shows zu einem kurzen Durchflug durch die Fernsehgeschichte:

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Zum Thema bei iRights.info:

August 17 2010

GVU: “War waren’s nicht, also bitte seriös mit den Tatsachen umgehen!” Machen wir gern.

Am Freitag haben wir auf unserer Seite auf das Symposium „Verbotene Filme“ hingwiesen, das iRights.info und Deutsche Kinemathek  gemeinsam am 9. und 10. September 2010 in Berlin veranstalten werden. Stars der internationalen Mashup-Szene treffen dort auf Filmemacher, deren Filme nicht gezeigt werden dürfen, und auf solche, deren Projekte aus rechtlichen Gründen gar nicht erst verwirklicht werden konnten.

Eine interessante Mischung, zu deren Ankündigung der aktuelle Streit zwischen der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) und den Filmemachern Mario Sixtus und Alexander Lehmann passte. Filme von Sixtus und Lehmann waren vom Video-Hoster Vimeo vom Netz genommen worden. Anschließend waren Mails an die beiden verschickt worden, in denen Folgendes stand:

This is to notify you that, as a result of a third-party notification by Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen claiming that the material is infringing, we have removed or disabled access to the material that appeared at http://www.vimeo.com/[hier die jeweiligen Video-IDs].

Auf Deutsch:

Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass, aufgrund einer Mitteilung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, in der behauptet wird, das Material sei rechtsverletzend, wir Material entfernt oder unzugänglich gemacht haben, das sich hier befunden hat: http://www.vimeo.com/[hier die jeweiligen Video-IDs]

Ganz abgesehen davon, dass die Formulierung im Englischen ähnlich furchtbar wie in der Übersetzung ist, sieht das recht eindeutig aus. Ebenso wie auf der Vimeo-Seite (Screenshot via):

Takedown Notice GVU Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen Vimeo

Das Pikante daran: Weder Sixtus noch Lehmann hatten fremde Rechte verletzt; die Filme waren sogar größtenteils unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht, die es explizit erlauben, sie weiter zu verbreiten.

Heise meldete im Artikel unter der Überschrift Videoportal sperrte Filme wegen falscher GVU-Behauptungen entsprechend

Ein aktueller Fall zeigt einmal mehr, dass die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) wenig zimperlich gegen vermeintliche Rechtsbrecher vorgeht. Per Mitteilung hatte sie am gestrigen Montag den Videohoster Vimeo dazu aufgefordert, eine Reihe von Filmdateien für den Zugriff zu sperren, weil die Verbreitung angeblich Urheberrechte Dritter verletzt.

Wie zu erwarten war, ging es anschließend hin und her, auch ziemlich hoch: Der Fall schaffte es auf die Startseite von Digg. Ein Desaster für die GVU.

Aber halt: Sie war es gar nicht! Sondern die Firma OpSec Security GmbH, die im Auftrag der GVU das Netz nach Filmen durchstöbert, die – vermeintlich oder tatsächlich – das Urheberrecht verletzen. Nur nicht in diesem Fall: Beim Vorgehen gegen Sixtus und Lehmann hat die OpSec Security GmbH ohne direkten Auftrag der GVU gehandelt. Zumindest war das die Aussage, auf die sich beide Unternehmen nach etwa einem Tag Bedenkzeit gegenüber Mario Sixtus einigen konnten.

Sixtus und Alexander Lehmann, die über ihren Anwalt Udo Vetter von  OpSec und GVU eine Unterlassungserklärung gefordert hatten, bekamen sie entsprechend nur von der Firma OpSec Security GmbH. Denn, so Vetter:

In einem Prozess gegen die GVU müssten Sixtus und Lehmann beweisen, dass die GVU doch Auftraggeber war und somit für die eingestandenen Fehler der OpSec Security GmbH mit haftet. Weder Sixtus noch Lehmann haben Einblick in die (Vertrags-)Beziehungen zwischen GVU und der OpSec Security GmbH. Somit dürfte es ihnen kaum möglich sein, den Nachweis zu führen.

Der Geschäftsführer der GVU, Dr. Matthias Leonardy, hat uns nun wiederholt per Mail “zum seriösen Umgang mit den Tatsachen” aufgefordert, die darin bestehe, von unserer “verzerrenden Darstellung” abzurücken und nicht länger zu schreiben, es handle sich um ein Vorgehen der GVU gegen die Filmemacher Sixtus und Lehmann. Leonardy schreibt:

Wenn Sie sich mit dem Vorgang, den Sie in Bezug nehmen — die Löschung von Links zu online gestellten Filmbeiträgen der Autoren Sixtus und Lehmann — in der gebotenen Seriosität befasst hätten, hätten Sie zunächst festgestellt, dass  die GVU die Löschung weder selbst durchgeführt noch veranlasst hat. Auch wenn dies zunächst fälschlich medial so kolportiert wurde, ist dies zwischenzeitlich hinlänglich öffentlich richtiggestellt worden; auch Herr Sixtus selbst hat dieses aufgenommen: http://sixtus.cc/ .

Ebenso unmissverständlich ist klargestellt worden, dass es sich bei den genannten Löschungen um einen bedauerlichen Irrtum gehandelt hat, der umgehend korrigiert wurde. Sie suggerieren stattdessen, es handle sich bei der Löschung um eine Freiheitsbedrohung gegen das Machen und Veröffentlichen von Filmen. Gemeint ist offenbar die Kunst-, Meinungs-, Presse, Berufs- und allgemeine Handlungsfreiheit der Filmschaffenden. Das kann man nur so interpretieren, als würde die GVU gezielt durch Löschungen o.ä. gegen Meinungen oder Kunstformen vorgehen.

Indessen wissen Sie – oder sollten es zumindest wissen – dass die GVU keinerlei Kontrolle von Film- oder sonstigen Kreativ-Werken dahingehend vornimmt, ob der Inhalt der Werke selbst rechtskonform oder etwa (wem auch immer) “genehm” ist, sondern ausschließlich dahingehend, ob die Verbreitung Leistungsschutzrechte der GVU-Mitglieder verletzt.

Wir haben daher die Formulierung von ”Das Vorgehen der GVU gegen die Filmemacher Mario Sixtus und Alexander Lehmann” geändert zu “Das Vorgehen der OpSec Security GmbH gegen die Filmemacher Mario Sixtus und Alexander Lehmann”. Wir freuen uns natürlich, dass der GVU eine präzise Darstellung bei iRights.info am Herzen liegt, fragen uns allerdings gleichzeitig, ob Herr Leonardy bei Spiegel Online, Heise und anderen auch schon vorstellig geworden ist, wo weiterhin vom Vorgehen der GVU gegen die Filmemacher die Rede ist.

Erfreulicherweise haben sich Matthias Leonardy und Mario Sixtus bereit erklärt, den Fall bei der Abendveranstaltung des Symposiums in der Berliner Homebase Lounge zu diskutieren. Wir sind gespannt auf eine erhellende Auseinandersetzung.

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