Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
02mydafsoup-01

[...]

„Die Presse“: Pater Sporschill, fragen Sie sich nicht angesichts der Flut an Missbrauchsvorwürfen gegen Priester der katholischen Kirche, in welcher Gesellschaft Sie sich befinden?


Georg Sporschill:
Meine Pfarrei ist die Straße, da bin ich mit Missbrauch und Prostitution konfrontiert. Das ist bei Straßenkinder das tägliche Brot.

Aber doch nicht durch Priester.


Sporschill:
Das ist der grenzenlose Skandal: Dass in der Institution, deren Gründungsurkunde sagt, das Kind ist in die Mitte zu stellen, Derartiges passiert. Das rüttelt an den Grundfesten der Kirche.

Auch an den Grundfesten Ihres Glaubens?

Sporschill: Nein. Es kommt jetzt eine größere Ehrlichkeit: Schluss mit frommen Sprüchen, Schluss mit Betulichkeit, Schluss mit Vortäuschung von Machtstrukturen, die keine mehr sind. Wir müssen die Orte in der Welt entdecken, wo das Heil passiert, und nicht glauben, wir produzieren es. Das ist die Lehre Jesu. Sehr viel wird jetzt zurückgestutzt auf die Realität, die es vorher auch schon gab. Dass das über die schrecklichen Fälle passieren musste . . .

Welche Realität meinen Sie?


Sporschill: Die Schwäche in der Erziehung, die Mutlosigkeit, die Fantasielosigkeit, Neues anzufangen die Ängstlichkeit, über etwas zu sprechen. Diese Feigheit, über Probleme zu reden, die fällt uns auf den Kopf. ...

[...]
— vollständiges Interview mit Pater Sporschill, SJ: „Schluss mit den frommen Sprüchen“ 20100319 (DiePresse.com)

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl