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Lawrence Lessig wird deutlich politischer und offensiver

Bei bisher jedem der alle zwei Jahre irgendwo auf der Welt stattfindenden Treffen der Aktivisten und Unterstützer von Creative Commons hat Lawrence Lessig aufgrund seiner Rolle als maßgeblicher „Erfinder” von Creative Commons eine Keynote gehalten. Bei bisher keinem „CC Global Summit” war diese Keynote allerdings so offensiv und so auf politische Einmischung gerichtet wie dieses Jahr, am vergangenen Freitag in der Law School der Universität von Buenos Aires.

CC Summit 2013. Foto: Colores Mari, CC BY

CC Summit 2013. Foto: Colores Mari, CC BY

Nicht nur verkündete Lawrence Lessig darin, dass er eine eigene Klage gegen die missbräuchliche Sperrung eines seiner Videos angestrengt hat. Er würdigte auch umfassend die Verdienste von Aaron Swartz, den er als seinen Mentor bezeichnete – nicht etwa als seinen mentee.

Es sei Swartz gewesen, der ihn davon überzeugt habe, sich mit dem Projekt „Change Congress” gegen die Korruption im amerikanischen Gesetzgebungssystem zu wenden. Und ihm sei es zu verdanken, dass mit der Verhinderung der Gesetzesvorhaben SOPA und PIPA etwas erreicht wurde, was bis dahin für unmöglich gehalten worden war: dass ein Vorhaben gestoppt wurde, das von Hollywoods Hardlinern vorangetrieben worden war.

Lessig rief dazu auf, dies ebenso als Inspiration zu begreifen, wie die erfolgreiche Opposition gegen ACTA in Europa, und stellte sich demonstrativ hinter die Initiative „Recht auf Remix” der Digitalen Gesellschaft. Damit wich Lessig deutlich von seiner früheren Lesart ab, nach der Creative Commons eher ein „Hack”, eine Art Ausbesserung für die Mängel sei, die das Urheberrecht gegenüber den heutigen Umständen aufweise.

Das klang stets eher danach, als seien CC-Lizenzen ein willkommenes Hilfsmittel, die Organisation dahinter und die dazugehörige Community aber letztlich umso weniger ein aktiver Teilnehmer der Debatten um ein verändertes Urheberrecht. In Buenos Aires hat Lessig nun klargestellt, dass es aus seiner Sicht heute mehr aktives Eingreifen braucht, um das kreative Potenzial der Online-Welt zu schützen.

Hier meine Aufzeichnung der Keynote im Handkamera-Wackelmodus™:

Get rid of the ads (sfw)

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl