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Newsweek-Cover vom 6.3.1967


[...]

In Europa läuft es nicht ganz so gut. Ideologische Ablehnung schlägt ihm eine entgegen, die sich an seiner, zumindest vordergründig unpolitischen Haltung festmacht. McLuhan bezieht keine Stellung im klassischen Sinne, weder zu Vietnam noch zu Nixon oder der Bürgerrechtsbewegung. 1970, auch auf Deutsch sind bereits vier Bücher erschienen, schreibt Hans-Magnus Enzensberger:

Unfähig zu jeder Theoriebildung, bringt McLuhan sein Material nicht auf den Begriff, sondern auf den generalen Nenner einer reaktionären Heilslehre [...] Ihre Verheißung ist die Erlösung der Menschheit durch die Technologie des Fernsehens [...].

An McLuhans "das Medium ist die Botschaft" heftet Enzensberger das Etikett "provozierende Idiotie"[1]

Enzensberger ist kein Einzelfall. Eine ablehnende Haltung gegenüber McLuhans Medienreflexionen hält sich hartnäckig, und mit schöner Regelmäßigkeit diskutieren Sozialpädagogen und Politiker auch heute noch die Gewalt in Videospielen oder im Fernsehen im Fernsehen.

Klaus Theweleit (Männerphantasien, Buch der Könige, Objektwahl), der als erster McLuhan produktiv einsetzte, hat die Radikalität von McLuhans Medienbegrifflichkeit und die damit verbundene Verunsicherung des intellektuellen Establishments 2009 in einem Feature des Deutschlandfunks auf den Punkt gebracht:

McLuhan hat den üblichen Intellektuellen hier einen Faustschlag versetzt, wie damals Freud mit seiner Konstruktion, dass das Ich nicht Herr im eigenen Haus ist und der Mensch vom Unbewussten gesteuert wird. McLuhan nimmt denen das Buchstabenwesen weg, […] die ganze Aura der Wahrheit und der Wahrheitsspeicherung. […] Das hat ihm das europäische Denken bis heute nicht verziehen.

[...]

zitiert aus:

Das Medium ist die Botschaft - Telepolis - heise.de 2011-07-21 - Martin Baltes 21.07.2011

Ist die Medientheorie Marshall McLuhans in Zeiten von Smartphone und Facebook noch aktuell?
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Schweinderl