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March 01 2013

Eine allzu lange unterschätzte Gefahr

Olaf Sundermeyer erzählt in seinem Buch „Rechter Terror in Deutschland“ eine erschreckend lange „Geschichte der Gewalt“.

zu Olaf Sundermeyer: Rechter Terror in Deutschland. Täter, Opfer und der hilflose Staat.
Verlag C. H. Beck, München, 2012.


Rezension von H.-Georg Lützenkirchen (28.02.2013)

Der Skandal des Umgangs mit rechter Gewalt in Deutschland liegt darin, dass diese Gewalt lange Zeit überhaupt nicht angemessen wahrgenommen wurde. Gerne wurde sie kleingeredet, es war dann von wahlweise bedauernswerten oder erschreckenden Einzelfällen die Rede, oft wurde ein rechtsextremer Hintergrund nicht wahrgenommen und die Tat ging als ‚normale‘ Gewalttat in die Statistik ein. Eine verfehlte Extremismustheorie, die rechte und linke Gewalt gerne gleichsetzte, verhinderte zudem den Blick auf die spezifischen Bedingungen rechter Gewalt in Deutschland. Nicht auf dem rechten Auge blind war der Staat, er war schlicht nicht informiert.

Entsprechend groß war der Schock, als 2011 die rechte Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) eher zufällig aufgedeckt wurde. Über zehn Jahre war das Trio Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie das sie unterstützende rechtsextreme Netzwerk unerkannt geblieben. In dieser Zeit verübten sie mehrere Gewalttaten, zwischen 2000 und 2006 ermordeten sie in verschiedenen Städten neun Menschen, allesamt Menschen mit Migrationshintergrund. 2007 erschossen sie in Heilbronn eine Polizistin.

Warum? Olaf Sundermeyer leitet sein Buch „Rechter Terror in Deutschland“ mit der Antwort eines ehemaligen NPD-Funktionärs ein: „Die haben ja das umgesetzt, von dem die meisten anderen in der Szene nur träumen, weil sie selbst zu feige sind, es ihnen gleichzutun. Aber grundsätzlich sehnen viele eine Endlösung für Ausländer herbei.“ Denn Rechtsextremisten fühlen sich in einer „permanenten Notwehrsituation“. In ihrer Logik sind ‚Ausländer‘ Beweis für eine bedrohende Überfremdung; Linke und andere „Gutmenschen“ leisten dieser Überfremdung Vorschub und bedrohen damit zudem die „weiße Rasse“. Überall Bedrohung, gegen die man sich mit Taten statt Worten wehren muss. „Und Taten“, so schreibt Sundermeyer, „sind Gewalttaten“. Sie gehören zum Rechtsextremismus – den Sundermeyer als eine Ideologie beschreibt, „die von der Ungleichwertigkeit der Menschen ausgeht und Gewalt als Mittel der Politik sieht“. Diese Ideologie, so stellt Sundermeyer klar, speist ebenso die rechtsextremen Terrortaten wie „beispielsweise die Politik der NPD“. Die Ziele sind die gleichen, nur dass die NPD sie zuweilen mit „strategischer Rücksicht auf die Anerkennung, die sie für Wahlen benötigt“, zurückhaltender formuliert. Dankenswert klare und richtige Aussagen, die der Autor hier trifft.

Sundermeyers „Geschichte der Gewalt“ beginnt in den 1980er-Jahren. Als markantes Datum steht das „Oktoberfestattentat“ in München, bei dem am 26.September 1980 13 Menschen ums Leben kamen – unter ihnen auch der mutmaßliche Attentäter. Bis heute ist der Hintergrund dieses Anschlages nicht vollständig aufgeklärt. Spuren führen aber zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Deren ehemaliger „Chef“ Karl Heinz Hoffmann ist nach wie vor in der rechten Szene aktiv. Sundermeyer berichtet von einem bizarren Besuch bei Hoffmann, der ihm die „wahren Hintergründe“ des Attentats in München zu erläutern versucht. In Hoffmanns Wehrsportgruppe waren jedenfalls viele, die mit Gewalttaten auffielen. Der Autor nennt sie alle. [...]

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February 26 2013

February 15 2013

Leserbrief von S. J.

Liebe NachDenkSeiten, lieber Herr Müller,

ich arbeite ich in einem kleinen unabhängigen Reisebuchladen. Heute ist in der FAZ ein Artikel veröffentlicht worden, von dem ich denke, dass er auch für die NachDenkSeiten-Leser interessant sein könnte.

Der Artikel war heute schon in jeder Buchhandlung Heidelbergs das Tagesthema und ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie auf Ihrer Homepage darauf hinweisen könnten.

Herr Reuss hat vielen Buchhändlern und auch Kunden aus der Seele gesprochen. Die Universitätsbibliothek, wie auch die Stadtbibliothek verlinken die Bilder, die sie ihren Kunden als “Mehrwert” zur Verfügung stellen auf Amazon, von denen sie die Daten beziehen, und bekommen ein Entgelt. Der genaue Betrag wird nicht genannt.

Einige Kommentare zu dem FAZ-Artikel lassen mein Buchhändlerherz bluten. Es ist so schade, zu glauben, dass Amazon einen besseren Service und eine bessere Beratung durch Kundenrezensionen biete.
Viele Rezensionen sind gefälscht. Wenn ich mir manchmal durchlese, welche Reiseführer und vor allen Dingen Karten empfohlen werden, bange ich um manche Leute, die diese Produkte kaufen und damit irgendwo in den Alpen herum hüpfen.
Vieles ist pures Marketing, Geldmacherei und Ahnungslosigkeit. Ein Beispiel …

Zum Service: Auf wessen Kosten? Heute Abend um 22.45 Uhr kommt wieder ein Bericht im Fernsehen, der die Arbeitsbedingungen unter die Lupe nimmt. Geschweige denn die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller, die schlicht unter aller Sau sind. Ich habe täglich mit ihnen zu tun und weiß, wovon ich rede.

Vielleicht haben Sie als ehemaliger OB-Kandidat von Heidelberg mitbekommen, dass sich die Stadt als “Unesco – City of Literature” bewerben will. Als einer der Hauptgründe wird die größte Buchhandelsdichte pro Einwohner in Deutschland genannt. Wenn die Bibliotheken nun Ihre Studenten gezielt zu Amazon führen, wird diese hochgelobte Dichte abnehmen. Man erinnere sich, dass Heidelberg auch mal die größte Dichte an Kinos hatte.

Es schmerzt, wenn Leute mit enormer Vehemenz den Buchhändler als überholtes Relikt verteufeln und die Verlage mit ihrem E-Book-Wahn auf ein B2C-Geschäft hoffen (E-Books haben gerade mal 2% Marktanteil, Hörbücher 15%). Diese Stimmungsmache, die gegen den stationären Buchhandel und auch gegen die Ladenpreisbindung läuft, ist fatal. Die Fronten in der Diskussion sind so verhärtet, dass man sich gar nicht mehr traut, seine Position als Buchhändler zu erläutern. Und wenn, dann werden sie eh abgeschmettert.
Ich sage nur eins, Amazon hätte mit seinen Algorithmen niemals diese Buchauswahl zu Sarrazins Buch zustande gebracht. Amazon ist der Buchhandel egal. Die Marge ist eh zu gering und erst kürzlich erschien das Ranking der einzelnen Marktanteile der Warensegmente: Auf der Überholspur Kleider und Unterhaltungselektronik. Hier ist die Gewinnspanne wesentlich höher.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diesem Thema etwas Platz auf Ihren Nachdenkseiten, die mir so lieb und teuer sind, widmen würden.

Herzliche Grüße
S. J.

February 11 2013

J. C. R. Licklider: Libraries of the Future (1965) (at Monoskop) - via worldedness.tumblr | offene Ablage: nothing to hide 2013-02-11

In this book J. C. R. Licklider discussed how information could be stored and retrieved electronically. Although he had not read Vannevar Bush’s “As We May Think,” he realized that Bush’s ideas had been diffused through the computing community enough to have provided a base for his own ideas. His theoretical information network, which he called a “procognitive system” sounds remarkably similar to Tim Berners-Lee’s World Wide Web: “the concept of a ‘desk’ may have changed from passive to active: a desk may be primarily a display-and-control station in a telecommunication-telecomputation system-and its most vital part may be the cable (‘umbilical cord’) that connects it, via a wall socket, into the procognitive utility net”. This system could be used to connect the user to “everyday business, industrial, government, and professional information, and perhaps, also to news, entertainment, and education.” (source)

Based on a study sponsored by the Council on Library Resources, Inc., and conducted by Bolt, Beranek, and Newman, Inc., between November 1961 and November 1963.

Publisher MIT Press, 1965
ISBN 026212016X, 9780262120166
219 pages


via Archive.org (where it is not available anymore)

google books

Download

 

 

 



February 10 2013

February 08 2013

O. Dubouclez, Descartes et la voie de l'analyse
Olivier Dubouclez, Descartes et la voie de l'analyse Paris : PUF, coll. "Épiméthée", 2013. 400 p. EAN 9782130606345. Prix 34EUR Présentation de l'éditeur : On a pris l’habitude de voir en l’analyse un instrument logique de décomposition et de clarification des concepts, confirmant du même coup l’évaluation critique qu’en a donnée Kant: l’analyse est un procédé stérile qui ne contribue en rien à l’expansion et au renouvellement des connaissances. Soulignant la cohérence de ses emplois historiques, le présent ouvrage cherche au contraire à rétablir l’analyse en sa fonction inventive: de l’Antiquité au XVIIe siècle, la méthode analytique constitue, en effet, une solution aux insuffisances de la déduction logique s’appuyant sur la construction et le déchiffrement des figures, elle offre une voie à la fois détournée et probante pour la résolution des problèmes. Descartes est l’héritier de cette tradition, mais il est aussi, à maints égards, l’artisan de la conception moderne de l’analyse dont il a fait la voie privilégiée de la connaissance de soi dans les Méditations métaphysiques . Accomplissement heuristique de «l’ordre des raisons» mais aussi aventure temporelle inscrite dans la durée féconde de la méditation, l’analyse se révèle alors l’instrument d’une raison radicalement inventive.
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August 24 2012

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The Human Use of Human Beings by Norbert Wiener (1st ed.1950, 2nd ed. 1954) [books.google]

via

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// oAnth

cf. WP (EN) - The Human Use of Human Beings is a book by Norbert Wiener. It was first published in 1950 and revised in 1954.

Wiener was the founding thinker of cybernetics theory and an influential advocate of automation. Human Use argues for the benefits of automation to society. It analyzes the meaning of productive communication and discusses ways for humans and machines to cooperate, with the potential to amplify human power and release people from the repetitive drudgery of manual labor, in favor of more creative pursuits in knowledge work and the arts. He explores how such changes might harm society through dehumanization or subordination of our species, and offers suggestions on how to avoid such risks.

[...]



August 10 2012

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May 07 2012

Der Tod geht durch die Bücher



Aus Ein moderner Totentanz von Joseph Sattler (Nachdruck von 1895)

(Gefunden bei pureblog)

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April 20 2012

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Zagreb (Croatia) - The Subversive Forum : the Future of Europe - Le Courrier des Balkans

Kino Europa & ZKM Theatre
Publié dans la presse : 5 mai 2012
Mise en ligne : samedi 19 mai 2012

Under the umbrella of Subversive Forum a number of events will take place in May 2012 in the Croatian capital, including an international conference dedicated to the main theme The Future of Europe, numerous debates The Crisis of Europe (May 14 – 15), The Struggle for the Commons (May 16) and Towards the Balkan Social Forum (May 17 – 18), the Subversive book fair and, during the introductory week (May 5 – 12), the 5th Subversive Film Festival.


DEBATES :

With more than 100 participants from Greece, Portugal, Spain, France, Belgium, Germany, Serbia, BiH, Macedonia, Albania, Slovenia, Hungary, Romania, Bulgaria, Montenegro, Austria, Italy, UK, India, Senegal, Hungary etc.

The Crisis of Europe
May 14 – 15, ZKM Theatre, 10h – 18h
The Struggle for the Commons
May 16, ZKM Theatre, 10h – 18h
The Balkan Forum
May 17 – 18, ZKM Theatre, 10h – 18h


It is no news that the European Union is facing its biggest crisis since it was created. It is at the same time an economic, financial, social and ideological crisis of this project. Across the continent, instead of solidarity we are witnessing a resurgence of national selfishness, the rise of extreme right, intolerance, and racism. The Mediterranean countries who have been hit the hardest by the crisis show us also a possible response to it : the appearance of strong social movements demanding social justice, a different economic model, and direct democracy. Almost everywhere we see the youth on the streets, in Greece, Spain, Portugal, Italy, Romania, but also in the future EU member Croatia.

Through a critical examination of Europe’s current crisis, the Subversive Forum will try to outline realistic possibilities for its transformation and the creation of another political, social and economic project across the Old Continent. The keynote speakers include Stéphane Hessel, Michael Hardt, Tariq Ali, Gayatri Spivak, Slavoj Žižek, Saskia Sassen, Christian Marazzi, Samir Amin, Bernard Cassen, Ignatio Ramonet, Eric Touissant, Costas Douzinas, Renata Salecl, and more than 100 participants from 20 different European, African and Asian countries. For one week in May, Zagreb, the town placed almost exactly on the EU’s shifting border, will become both a center of the world’s critical thought and a laboratory of possible political, social and economic alternatives.

Toutes les informations sur le site : http://www.subversiveforum.com 

The Subversive Forum is endorsed by the World Social Forum.

February 12 2012

La nature humaine selon David Hume par Gilles Deleuze (Audio)

Enregistrement radiophonique de Gilles Deleuze datant de 1956, trois ans après Empirisme et subjectivité, « Essai sur la nature humaine selon Hume » (P.U.F., 1953)



See it on Scoop.it, via Philosophie en France


[...]

L'intérêt de l'interprétation deleuzienne de Hume est d'avoir situé, avant l'ouvrage remarquable de Didier Deleule (Hume et la naissance du libéralisme économique, Aubier, 1979), le centre de la philosophie humienne dans la pratique. «Le souci constant de Hume ne concerne pas le point de vue de la connaissance». Le plus important pour lui n'est pas la théorie de l'association des idées ni la théorie de la causalité auxquelles depuis Kant la tradition tend a réduire son apport, mais «le domaine d'une pratique de l'homme dans la société». Hume fut en particulier l'un des fondateurs de l'économie politique, rappelle Deleuze avant que Deleule ne démontre magistralement qu'il fut aussi le critique de la physiocratie quesnaysienne. Ainsi lit-on dans Empirisme et subjectivité (p. 138) que «l'association des idées ne définit pas un sujet connaissant, mais au contraire un ensemble de moyens possibles pour un sujet pratique dont toutes les fins réelles sont d'ordre passionnel, moral, politique, économique.» Mais Deleuze combat encore l'idée que Hume aurait été le chantre de l'intérêt égoïste bien compris. L'homme n'est pas naturellement égoïste, mais partial. Ce n'est pas la même pensée. Le problème de la société, selon Deleuze que sur ce point Deleule salue dans son livre, n'est pas de limiter les égoïsmes, mais d'«intégrer les sympathies», de faire en sorte «que la sympathie dépasse sa contradiction, sa partialité naturelle» (op. cit., p. 27, et cf. D. Deleule, op. cit., p. 200, note 84). Par là s'éclaire la critique du contrat social dans sa forme lockienne, sinon déjà dans sa version rousseauiste, développée dans Of the original contract (1752, trad. in Discours politiques, bilingue, T.E.R, 1993).

Ce sont ces thèmes directeurs de la lecture deleuzienne de Hume que l'on retrouvera dans la communication radiodiffusée de 1956, introduction vivante à Empirisme et subjectivité.

Audio:

  • Length: 15:23 minutes (14.08 Mo)
  • Format: MP3 Stereo 44kHz 128Kbps (CBR)

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February 11 2012

Marshall McLuhan: The World is a Global Village

The emergence of new media and social media -- it has all looked fairly revolutionary, the beginning of something entirely new.

// oAnth -- original URL  openculture.com

(Living in a Tribal Society within the Global Village)

[...]

But, when you step back and consider it, these innovations mark perhaps just an acceleration of a trend that began long ago — one that Marshall McLuhan, the famed communication theorist, first outlined in the 1960s. The vintage clip above gives you a feel for this, and McLuhan himself appears at around the 2:45 minute mark. As you watch this video, you start to realize how prescient McLuhan was, and how social media is almost the logical fulfillment of the trend he saw emerging.

[...]


February 01 2012

02mydafsoup-01

[...]

Kurz darauf öffnete Amazon seinen Shop in Spanien, wo ich auch relativ schnell ein paar spanischsprachige Werke fand, die mich interessierten und die es bei Amazon.US nicht zu kaufen gab. Wenn man mit einem in den USA registrierten Kindle in einem der anderen nationalen Amazon-Läden etwas kaufen will, dann bekommt man als erstes eine Dialogbox serviert, die einen darüber aufklärt, dass man zum Kauf irgendwelcher eBooks dort seinen Kindle zu eben diesem Laden umregistrieren muss. Wenn man dem zustimmt, sieht man eine zweite Informationsbox, die einen darüber informiert, dass man damit sämtliche vorhandene Subskriptionen beendet - und zwar einschließlich des Rechts, auf zurückliegende Ausgaben zuzugreifen. Das fand ich einen geradezu haarsträubenden Eingriff in meine informationelle Freiheit - und das habe ich natürlich abgelehnt.

<!--googleoff: index--> <!-- RSPEAK_STOP --> <!-- RSPEAK_START --> <!--googleon: index-->

Probe aufs Exempel

Daraufhin schrieb ich dann an den Amazon-US-Kundendienst, um zu erfahren, was sie sich denn wohl dabei gedacht haben, mich mit ihrem Ladenkonzept von einem Großteil der verfügbaren Bücher abzuschneiden - und zwar egal, bei welchem Laden ich mein Gerät registriere. Die Antwort war höflich, aber leider keine Hilfe. Daraufhin erläuterte ich in einer Rückantwort noch einmal etwas eindringlicher, dass eine solche Beschneidung meines Zugangs zu weltweit vorhandenen Informationsquellen für mich überhaupt nicht akzeptabel ist. Schließlich setzt sich im worst case dieses Geschäftsgebaren durch und am Ende wird es unmöglich sein, irgendwelche Bücher zu kaufen, die außerhalb der eigenen Landesgrenzen auf den Markt kommen - die Horrorvorstellung einer intellektuell parzellierten Welt, in der es womöglich ein ernstes Vergehen sein wird, Bücher zu schmuggeln. Ansätze dafür sind ja vorhanden und werden stetig ausgebaut.

Da ich gesehen habe, dass es absolut nichts bringt, die Entscheidung hinauszuzögern, habe ich also die Probe aufs Exempel gemacht und im spanischen Amazon-Laden die Kindle-Version eines Buchs über die Gründung von Kooperativen gekauft - was nur möglich war, indem ich meinen Kindle in Spanien registrierte. Daraufhin entzog Amazon mir - und den Herausgebern - meine Subskriptionen des 2600 Magazins und des gerade frischen Analog SF&F. In Spanien gibt es beide einfach nicht, und somit für mich keine Möglichkeit, sie neu zu bestellen. Das mehrmalige Wechseln ist ebenfalls versperrt:

[...]

Adieu, Kindle | Telepolis 2012-02-01 

January 29 2012

02mydafsoup-01

[...]

Was aber versteht man unter einer goldenen Mitte? Nun, die goldene Mitte impliziert zwar einen Kompromiss, aber es handelt sich deswegen keineswegs um ein Mittelmaß.

Vielmehr symbolisiert die goldene Mitte als besondere Form das Beste; ein Optimum, welches sich durch Vielseitigkeit auszeichnet und gerade dadurch eine Komplexitätssteigerung erreicht. Dieses althergebrachte Paradigma der goldenen Mitte ist der Dreh- und Angelpunkt der Aristotelischen Philosophie. Hinter dem Paradigma der Aristotelischen Mitte verbirgt sich schließlich - und das ist eine wichtige Erkenntnis meiner Untersuchung - ein syllogistisch organisierter Entwicklungsgedanke, in dem jeder Prozess -  und dazu zählt natürlich auch der Erkenntnisprozess - als Prozess der Mitte erscheint.


Der rote Faden ist dann insofern aufzufinden, als man auf die zur Mitte hin gerichteten Strukturen achtet, welche das gesamte Werk dialektisch organisieren. Aristoteles geht ja von einem Kontinuum aus, welches durch eine Dreigliedrigkeit des Ganzen gekennzeichnet ist, und zwar dergestalt, dass die jeweils gegenüberliegenden Pole stets durch eine Mitte im Sinne eines tertium comparationis verbunden sind.

Um den Aufbau der Aristotelischen Philosophie erfassen zu können, müssen wir uns natürlich zunächst die Frage stellen: Was hat Aristoteles mit seiner wissenschaftlichen Vorgehensweise eigentlich untersucht? Die Antwort darauf ist im Grunde genommen recht einfach: Das Hauptthema der Aristotelischen Philosophie ist ohne Zweifel die Bewegung. Allerdings müssen wir uns an dieser Stelle vergegenwärtigen, dass mit dem griechischen Begriff Bewegung nicht nur eine einfache Ortsbewegung gemeint ist, sondern Bewegung in einem umfassenden Sinne.

Genauer gesagt, es geht um die systematische Analyse ganz unterschiedlicher Bewegungsformen, um Prozesse respektive Entwicklungen. Meiner Meinung nach hat diesen Sachverhalt besonders gut der klassische Philologe Martin Hose erfasst, der das Aristotelische System als eine Bewegungsphysik auf allen Ebenen des Seins umschreibt.

Es handelt sich also um ein gigantisches interdisziplinäres Forschungsprojekt. Daraus ergibt sich bereits folgender wichtige Zusammenhang: Aristoteles beschäftigt sich mit dem gesamten Sein im Sinne einer Unendlichkeit, welche er als ein Kontinuum mit medialen Strukturen erfasst. Es wäre daher schon ein schwieriges Vorhaben, die Gedanken des Aristoteles erklären zu wollen, ohne dabei die darin angelegten medialen Strukturen zu berücksichtigen.

[...]

Aristoteles entschlüsselt - Joseph Mehringer | Rezension - Telepolis 2012-01-28
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January 27 2012

To Know, but Not Understand: David Weinberger on Science and Big Data at Farnam Street

"An edited excerpt from David Weinberger’s new book, Too Big to Know, explains how the massive amounts of data necessary to deal with complex phenomena exceed any single brain’s ability to grasp, yet networked science rolls on."

 

// oAnth - original URL -- farnamstreetblog.com 2012-01-15 

cf. also with book review -- ethanzuckerman.com 2012-01-26



January 26 2012

Jugendbuch: Ein Türöffner in die Welt der Philosophie


Ein Philosophiebuch, das uns philosophieren macht! Der französische Autor Oscar Brenifier wagt in seinem neuen Buch erfrischende Gedankensprünge.

 

// oAnth - original URL  | Zeit.de 2012-01-25


See it on Scoop.it, via manually by oAnth - from my scoop.it contacts

September 15 2011

What Vaclav Havel Didn't Bargain For: Central Europe's Loss Of Interest In Ideas - The Economy, Stupid | thesmartset.com - 2011-09-13 |

"The artistic and literary scene that flourished paradoxically under censorship and repression has died off. ... The people of Central Europe traded in ideas for groceries and for not being beaten to death by the police.
 

Source: www.artsjournal.com, via ArtsJournal: Daily Arts News


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quotation by oAnth:



[...]


Twenty years after the Velvet Revolution, Havel gave a public speech in which he assessed the current state of the free Czech Republic. “On the one hand everything is getting better — a new generation of mobile phones is being released every week,” he said. “But in order to make use of them, you need to follow new instructions. So you end up reading instruction manuals instead of books and in your free time you watch TV where handsome tanned guys scream from advertisements about how happy they are to have new swimming trunks... The new consumer society is accomplished by a growing number of people who do not create anything of value.”

The artistic and literary scene that flourished paradoxically under censorship and repression has died off. The public intellectual is, for the most part, no longer invited to the most important parties. Anna Porter writes, “Now that everyone can publish what they want, what is the role of the intellectuals?” and she can’t find an answer. It’s no longer the police state that’s attacking the intelligentsia — it’s disinterest and boredom. It’s distraction. It’s a trade off. And it’s one that we should be able to acknowledge and be allowed to mourn. When the historian Timothy Garton Ash visited Poland in the 1980s, he admitted to an envy for the environment there. “Here is a place where people care, passionately, about ideas.” The people of Central Europe traded in ideas for groceries and for not being beaten to death by the police. No one could possibly blame them, but at the same time, Havel and the other leaders had no sense of the true cost of democracy.

[...]

As F. S. Michaels writes in Monoculture: How One Story Is Changing Everything, “When you’re inside a master story at a particular time in history, you tend to accept its definition of reality. You unconsciously believe and act on certain things, and disbelieve and fail to act on other things... Over time, the monoculture evolves into a nearly invisible foundation that structures and shapes our lives, giving us our sense of how the world works.”

[...]


Michaels’s book has its faults. Her summations of how the world once work — meant to both show how much we’ve devoted to this economic story today and remind us that things can be different — are tinged with the hue that colors Ostalgie: the backward-looking amnesia that infects those Central Europeans who have decided things were so much better under communism, or, if you’re in the right country, under the Habsburgs. “Back in the 1950s, the relationship between employees and their companies involved commitment and reciprocity; workers were committed to the job in return for wages and promotions, and the company was committed to its workers in return for their hard work and loyalty.” Well, maybe. But admittance to the wider workforce was restricted at best. Such a point is like looking back on the days of incredibly low unemployment in communist Poland... without mentioning that if anyone protested for safer working conditions, the police might just shoot him in the head. Every monoculture will have its downsides, and trading one for another will always lead to unexpected deficits. But maybe if we acknowledge that the economic story looks like it’s coming to an unhappy ending of environmental degradation, widespread poverty, and hunger as resources become scarce, we can see what we might get in return.

Leaving the economic monoculture, particularly now that it’s a worldwide system, is not going to be any less of a dramatic act than Havel’s Velvet Revolution. Michaels makes a strong case that this story is stripping us of our environment, our creativity, and our personal happiness. We are, for the most part, bogged down in the daily struggle for survival, too worried about losing our fragile position within a corporation to envision an entirely different way of being. It’s going to take another Havel, someone who can see the world for what it is and find a better story to tell.

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oAnth:

 

The problem with thatkind of books is quite obviously, that they describe rather well the status quo, but don't give sufficient answers by lack of an adequate analysis of the socio-economic impact into the cultural and academic sphere, which is causing the observed depletion.

 


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September 06 2011

Philosophia Scientiæ - Travaux d'histoire et de philosophie des sciences

Philosophia Scientiæ est une revue scientifique à comité de lecture qui publie des travaux en épistémologie, en histoire et en philosophie des sciences. Elle accueille notamment des études traitant des mathématiques, de la physique et de la logique, mais elle est ouverte aux travaux portant sur les autres disciplines scientifiques.

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// oAnth

préface est librement disponible

http://philosophiascientiae.revues.org/354



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September 01 2011

The Poetics of Iranian Cinema: Aesthetics, Modernity and Film After the Revolution

In the wake of the 1979 Iranian Revolution, Iranian society and culture underwent massive changes.


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August 18 2011

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