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March 01 2013

Eine allzu lange unterschätzte Gefahr

Olaf Sundermeyer erzählt in seinem Buch „Rechter Terror in Deutschland“ eine erschreckend lange „Geschichte der Gewalt“.

zu Olaf Sundermeyer: Rechter Terror in Deutschland. Täter, Opfer und der hilflose Staat.
Verlag C. H. Beck, München, 2012.


Rezension von H.-Georg Lützenkirchen (28.02.2013)

Der Skandal des Umgangs mit rechter Gewalt in Deutschland liegt darin, dass diese Gewalt lange Zeit überhaupt nicht angemessen wahrgenommen wurde. Gerne wurde sie kleingeredet, es war dann von wahlweise bedauernswerten oder erschreckenden Einzelfällen die Rede, oft wurde ein rechtsextremer Hintergrund nicht wahrgenommen und die Tat ging als ‚normale‘ Gewalttat in die Statistik ein. Eine verfehlte Extremismustheorie, die rechte und linke Gewalt gerne gleichsetzte, verhinderte zudem den Blick auf die spezifischen Bedingungen rechter Gewalt in Deutschland. Nicht auf dem rechten Auge blind war der Staat, er war schlicht nicht informiert.

Entsprechend groß war der Schock, als 2011 die rechte Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) eher zufällig aufgedeckt wurde. Über zehn Jahre war das Trio Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie das sie unterstützende rechtsextreme Netzwerk unerkannt geblieben. In dieser Zeit verübten sie mehrere Gewalttaten, zwischen 2000 und 2006 ermordeten sie in verschiedenen Städten neun Menschen, allesamt Menschen mit Migrationshintergrund. 2007 erschossen sie in Heilbronn eine Polizistin.

Warum? Olaf Sundermeyer leitet sein Buch „Rechter Terror in Deutschland“ mit der Antwort eines ehemaligen NPD-Funktionärs ein: „Die haben ja das umgesetzt, von dem die meisten anderen in der Szene nur träumen, weil sie selbst zu feige sind, es ihnen gleichzutun. Aber grundsätzlich sehnen viele eine Endlösung für Ausländer herbei.“ Denn Rechtsextremisten fühlen sich in einer „permanenten Notwehrsituation“. In ihrer Logik sind ‚Ausländer‘ Beweis für eine bedrohende Überfremdung; Linke und andere „Gutmenschen“ leisten dieser Überfremdung Vorschub und bedrohen damit zudem die „weiße Rasse“. Überall Bedrohung, gegen die man sich mit Taten statt Worten wehren muss. „Und Taten“, so schreibt Sundermeyer, „sind Gewalttaten“. Sie gehören zum Rechtsextremismus – den Sundermeyer als eine Ideologie beschreibt, „die von der Ungleichwertigkeit der Menschen ausgeht und Gewalt als Mittel der Politik sieht“. Diese Ideologie, so stellt Sundermeyer klar, speist ebenso die rechtsextremen Terrortaten wie „beispielsweise die Politik der NPD“. Die Ziele sind die gleichen, nur dass die NPD sie zuweilen mit „strategischer Rücksicht auf die Anerkennung, die sie für Wahlen benötigt“, zurückhaltender formuliert. Dankenswert klare und richtige Aussagen, die der Autor hier trifft.

Sundermeyers „Geschichte der Gewalt“ beginnt in den 1980er-Jahren. Als markantes Datum steht das „Oktoberfestattentat“ in München, bei dem am 26.September 1980 13 Menschen ums Leben kamen – unter ihnen auch der mutmaßliche Attentäter. Bis heute ist der Hintergrund dieses Anschlages nicht vollständig aufgeklärt. Spuren führen aber zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Deren ehemaliger „Chef“ Karl Heinz Hoffmann ist nach wie vor in der rechten Szene aktiv. Sundermeyer berichtet von einem bizarren Besuch bei Hoffmann, der ihm die „wahren Hintergründe“ des Attentats in München zu erläutern versucht. In Hoffmanns Wehrsportgruppe waren jedenfalls viele, die mit Gewalttaten auffielen. Der Autor nennt sie alle. [...]

Reposted from02mysoup-aa 02mysoup-aa

August 29 2012

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"... Zu Eurem Glueck entspricht das nicht meiner Moeglichkeiten und auch nicht meinem Glauben von politischer Auseinandersetzung. "

de.indymedia.org | Eiche in Lichtenhagen gefällt

November 04 2010

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Leseempfehlung - Wolfgang Lieb im kritischen Tagebuch auf den Nachdenkseiten: "Es braut sich was zusammen"

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 In Amerika lässt sich an der „Abstrafung“ Obamas der Mechanismus ablesen, warum ein noch vor zwei Jahren von den Massen begeistert unterstützter Hoffnungsträger scheitern muss. Obama hat versprochen mit dem System Bush ein Ende zu machen. Er ist für einen „Change“ gewählt worden. Doch ins Amt gewählt, hat er zwar – wie etwa bei der Gesundheitsreform oder mit leichten Steuererleichterungen – eine stattliche Anzahl von sogar einigermaßen erfolgreichen Anläufen zu einem Wechsel gemacht, aber letztlich konnte er das Gefühl vieler seiner Kernwähler nicht nehmen können, dass nach wie vor die Wall Street die finanz- und wirtschaftspolitische Macht im Lande hat. Er hat vor allem wirtschaftspolitisch keine erkennbare Alternative aufzeigen können, die vor allem den mit der Finanz- und Wirtschaftskrise aus ihren Häusern und ihren Jobs Vertriebenen Hoffnung hätte machen können.

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September 15 2010

Die Tea Party übernimmt gerade die Republikanische ...

Die Tea Party übernimmt gerade die Republikanische Partei in den USA.

Ich glaube ja, in Deutschland steht das auch kurz bevor, dass sich die CDU aufspaltet. Und das wird kein erfreuliches Bild für die Union, weil die extremistischen Hassprediger in Umfragen gerade so auf die 20% kommen, die CDU insgesamt aber nur auf 30%, d.h. wenn die sich abspalten, dann bleiben nur 10% in der anderen Hälfte, der mit den korrupten, inkompetenten Opportunisten. Das ist zwar noch nicht so wenig wie bei der FDP, aber doch knapp unterhalb der Werte Linkspartei.

Die Befürchtung ist natürlich, dass wir als großes Land einfach mit so vielen radikalen Hasspredigern leben müssen und auch können. 20% ist bezeichnenderweise mehr als Le Pen in Frankreich und mehr als Wilders in Holland. Je nach dem, wie man Berlusconi einschätzt, wäre Deutschland dann mal wieder ganz vorne im Rechtsaußen-Politikschema mit dabei. Die Achse Deutschland-Italien hat ja auch Tradition.

Reposted fromfefe fefe

September 14 2010

02mydafsoup-01

There is a long history of those who, in their youth, marched and proclaimed with the radical left, but then, as the years went by, underwent a transition to become allied with the political right.

Among the Romantic poets, both Wordsworth and Coleridge saw the French Revolution of 1798 as a new dawn, heralding fresh ways of constructing society. Their hopes ended in reactionary disillusion.

In the twentieth century, Oswald Mosley was notable for having thrown in his lot as an MP within the Labour party of Ramsay MacDonald. Then, out of impatience with what he saw as indecision and incompetence, he set up his own short-lived New party to try to attract like-minded active radicals before eventually founding the British Union of Fascists to take the political arguments on to the streets.

Reasons have been various for such drifts to the right with deeply committed personalities. Among writers, George Orwell was accused of deserting the collective cause of the left when he took, in his later writings, to defending the individual against the power of the centralised state, a move prompted by what he had seen during the Spanish Civil War when the Moscow-backed communists turned on the other left factions and tried to destroy them.


[...]
Christopher Hitchens | Naim Attallah Online
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