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April 19 2011

02mydafsoup-01

IFA: Neuzeitlicher Nutzbau

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1 Schlossbrücke Königsberg/Kaliningrad, 1909, Wettbewerbsbeitrag
2 Werdermühle Breslau/Wroc&#c322;aw, 1907/1908, Projekt
3 Wasserturm für Winterhude, Hamburg, 1906/1907, Wettbewerbsbeitrag
4 Wasserturm an der Sternschanze, Hamburg, 1906/1907, Wettbewerbsbeitrag
5 Talsperre Klingenberg, 1908-1914, Aussichtskanzel
Fotos: Architekturmuseum der TU Berlin (1-4), Sabrina Dohle (5)

Neuzeitlicher Nutzbau

Den Industriebau nannte Poelzig 1911 "die wahre Monumentalbauaufgabe der Gegenwart". Das Wort bezeichnet den Widerspruch, der sich aus der Größe der Bauten einerseits und ihrer Ansiedlung ganz unten in der Hierarchie der Bauaufgaben ergab. Hinzu kamen die dem traditionellen architektonischen Empfinden konträren Eigenschaften neuer Baumaterialien: des Eisens, das im Verhältnis zum Stein bei gleicher Tragfähigkeit sehr viel geringer dimensioniert werden konnte, aber auch des armierten Betons, der nach den Regeln der Materialgerechtigkeit nicht bloß kaschiert in Erscheinung treten sollte.
Während Poelzig bei seinen frühen Wasserturm-Entwürfen für Hamburg (1906) den  Wasserbehälter im oberen Teil des Bauwerks noch mit vor allem optisch wirksamen, mächtig gegliederten Substruktionen auffängt, setzt er beim Entwurf für die Breslauer Werdermühle (1907) bereits ausschließlich auf die geschlossene Silhouette gestaffelter Baukörper.
Einzelne Bauten der Chemischen Fabrik in Luban (1910 – 1911) ebenso wie der Ausstellungs- und Wasserturm für Posen (1911) machen die eiserne Armierung ihrer Außenwände ablesbar etwa in der dünnen Profilierung der Oberfläche und dem strengen Raster der Wandöffnungen. Was dem Detail an Plastizität fehlt, ersetzt Poelzig durch die Großform: gotisierende Stufengiebel mit gemauerten Wandvorlagen oder die gestufte Silhouette eines ganzen Baukörpers prägen die Fernansichten der Gebäudes in Luban, die ohne Platzbildung, lediglich entlang weitgehend parallell verlaufender Zubringergleise errichtet wurden.
Das Geschäftshaus in der Breslauer Junkernstraße (1911 – 1913) bricht mit der bis dahin im Geschäftshausbau üblichen Vertikalgliederung. Mit der Betonung der Horizontalen wird das stockwerkweise Auskragen der Brüstungen optisch aufgefangen.
Die als reine Gewichtsstaumauer im konventionellen Steinverband errichtete Talsperre in Klingenberg (1908 – 1914) ist mit einer Art Tempelgiebel bekrönt.

 

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