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October 07 2013

ICANN: „Wir arbeiten daran, dass das deutsche Recht in Deutschland berücksichtigt wird“

Akram Atallah, 50, verwaltet als Präsident der Generic Domain Division der Internet-Regulierungsbehörde ICANN das Bewerbungsverfahren für neue Top Level Domains – etwa .book oder .app. Im Interview mit iRights.info spricht er über den Streit Amazons mit anderen Bewerbern, wirft einen Blick hinter die Kulissen des neuen Programms und verspricht, sich an deutsches Recht zu halten.

Unternehmen können sich gegen eine Bewerbungsgebühr von 185.000 US-Dollar dafür bewerben, neue Top-Level-Domains zu erstellen und zu verwalten – heißt: ein Geschäft damit zu betreiben, Domain-Namen wie xyz.book gegen Gebühr zu vermieten. Damit will die ICANN nach eigener Aussage der Situation entgegen treten,  dass immer weniger kurze und griffige Domainnamen zur Verfügung stehen. Kritiker aber fürchteten Wettbewerbsverzerrung und Verstöße gegen den Datenschutz. Die ICANN widerspricht im Interview.

Akhram Atallah, Foto: ICANN

Akhram Atallah: “Es ist nicht klar, dass Amazon .book bekommt.” Foto: ICANN

iRights.info: Wie werden die neuen Top Level Domains das Internet in Zukunft verändern?

Atallah: Wir glauben, dass sie eine Möglichkeit sind, dem Nutzer mehr Vielfalt im Internet zu bieten. Außerdem hoffen wir dadurch auf viele Innovationen im weltweiten Markt. Das, was es bisher im Netz gibt, wird nun ergänzt durch neue Wege und Möglichkeiten für die Unternehmen.

iRights.info: Ein Großteil des weltweiten Marktes dürfte das anders sehen. Eine eigene Domainendung ist den großen Konzernen quasi exklusiv vorenthalten, schließlich kostet allein die Bewerbung darauf schon 185.000 US-Dollar. Mittelständische Unternehmen können bei den Summen nicht mithalten.

Atallah: Eine eigene Top Level Domain zu betreiben kostet weitaus mehr als 185.000 US-Dollar. Sie ist eine große Verantwortung für die ICANN und das Unternehmen, das sie registriert. Wir müssen sicherstellen, dass es die neuen Domains auch noch in fünf oder zehn Jahren gibt. Der Betrag ist vielleicht ein bisschen hoch, aber jede Innovation benötigt hohe Investitionen.

iRights.info: Wie hoch sind denn die Kosten, eine eigene Top Level Domain zu betreiben?

Atallah: Da kommen einige Positionen von verschiedenen Stellen zusammen. So pauschal kann man das nicht sagen. Alles zusammen wird man weit über eine Million US-Dollar pro Jahr dafür benötigen. Die ICANN erhält neben der Bewerbungsgebühr 100.000 US-Dollar pro Jahr.

iRights.info: Amazon streitet mit acht weiteren Bewerbern um die Endung .book. Schon lange versuchen Verbände zu verhindern, dass der Internetkonzern den Zuspruch erhält. Auch hier ist von Wettbewerbsverzerrung die Rede, da man Amazon dann noch mehr mit dem Verkauf von Büchern in Verbindung bringen könnte. Wie ist der Stand der Verhandlungen?

Atallah: Es ist nicht klar, dass Amazon .book bekommt. Darüber wird noch immer zwischen Vorstand und Beratern diskutiert.

iRights.info: Schauen wir uns Deutschland an. Hier gab es 70 Bewerbungen auf neue Top Level Domains.

Atallah: Genau, Deutschland ist im Bewerbungsprogramm gut vertreten. Es hängt jetzt vom Erfolg der einzelnen Bewerbungen ab, wie viele neue Domains demnächst aus Deutschland kommen.

iRights.info: Deutschland ist gerade im Bereich der Datenspeicherung sehr sensibel. Die ICANN hat in einem Abkommen mit den einzelnen Registraren bestimmt, dass während der Vertragslaufzeit – und zwei Jahre danach – Kontaktdaten gespeichert werden, außerdem 180 Tage lang Zahlungsinformationen. Das ist ein Verstoß gegen deutsches Recht.

Atallah: Ja, aber das Abkommen wird sich an lokale Gesetze halten. Wir arbeiten daran, dass das deutsche Recht in Deutschland berücksichtigt wird.

iRights.info: Ist es für die Infrastruktur des Internets nicht gefährlich, dass in den kommenden Monaten so viele neue Domains freigegeben werden?

Atallah: Es geht nicht um die Anzahl der Domains, es geht um den Datenverkehr, den diese verursachen. Wenn zwei Milliarden Menschen das Internet nutzen und – sagen wir – zwei Milliarden Anfragen starten, ändert sich das nicht durch mehr Domains. Ich glaube nicht, dass es spürbare Auswirkungen auf die Infrastruktur geben wird.

iRights.info: Es gab 1.932 Bewerbungen um neue Top Level Domains. Hat die ICANN mit dieser Menge gerechnet?

Atallah: Als wir das Programm entwickelt haben, haben wir mit 500 Bewerbungen gerechnet. Aber man muss bedenken, dass es viele Bewerbungen auf ein und dieselbe Domainendung gibt. Es wird wohl am Ende 1.450 neue Top Level Domains geben, schätze ich.

iRights.info: Wann darf man mit den ersten neuen Top Level Domains rechnen?

Atallah: Das hängt nicht nur von der ICANN ab. Der frühste mögliche Zeitpunkt, den wir uns aber vorstellen können, wenn alles glattgeht, ist Ende Oktober.

June 22 2012

Four short links: 22 June 2012

  1. Reality Bytes -- We make things because that’s how we understand. We make things because that’s how we pass them on, and because everything we have was passed on to us as a made object. We make things in digital humanities because that’s how we interpret and conserve our inheritance. Because that’s how we can make it all anew. Librarians, preservation, digital humanities, and the relationship between digital and physical. Existential threats don’t scare us. We’re librarians.
  2. Kickstarter Stats -- as Andy Baio said, it's the one Kickstarter feature that competitors won't be rushing to emulate. Clever way to emphasize their early lead.
  3. ICANN is Wrong (Dave Winer) -- Dave is right to ask why nobody's questioning the lack of public registration in the new domains. You can understand why, say, the Australia-New Zealand bank wouldn't let Joe Random register in .anz, but Amazon are proposing to keep domains like .shop, .music, .app for their own products. See all the bidders for the new gTLDs on the ICANN web site.
  4. The Art of GPS (Daily Mail) -- beautiful visualizations of uncommon things, such as the flights that dead bodies make when they're being repatriated to their home states. Personally, I think they tend too much to the "pretty" and insufficient to the "informative" or "revealing", but then I'm notorious for being too revealing and insufficiently informative.

May 30 2011

Four short links: 30 May 2011

  1. Chartify -- jQuery plugin to create Google charts from HTML tables. (via Rasmus Sellberg)
  2. Designing Incentives for Crowdsourcing Workers (Crowdflower) -- In a tough turn for the sociologists and psychologists, none of the purely social/psychological treatments had any significant effects at all.
  3. The gTLD Boondoggle -- ICANN promised back in 1998 that they would bring the world lots of new domains. So far they haven't, the world has not come to an end, and the Internet has not collapsed. The absence of demand for new TLDs from actual users (as opposed to domain promoters and the occasional astroturf) is deafening. What we do see is a lot of concern that there will be more mistakes like .XXX, and pressure from governments both via the GAC and directly to ensure it doesn't happen again. It's a bugger when you go hunting for a new product's domain name and realize "all the good ones are taken", but that's an argument against domain squatters/speculators not an argument for opening up new top-level-domain vistas.
  4. Atul Gawande's Medical School Commencement Address (New Yorker) -- every lesson in here about healthcare is just as applicable to software development. Read it. (via Courtney Johnston)

March 25 2011

Auch Indien will neue Top-Level-Domain “.xxx” blockieren

Die ICANN wird eine neue Top-Level-Domain “.xxx” für pornografische Inhalte einführen. Mittlerweile hat nach Saudi-Arabien auch Indien angekündigt, diese TLD zu filtern bzw. zu blockieren. Eine entsprechende jugendschutzrechtliche Diskussion könnte auch hierzulande drohen und damit die Kontroverse um behördliche Sperrungsverfügungen neu anheizen. Erste Gehversuche in diese Richtung hatte vor ca. 10 Jahren die Bezirksregierung Düsseldorf unternommen. Für Sperrungsanordnungen aus Gründen des Jugendschutzes ergibt sich aus §§ 20 Abs. 4 JMStV, 59 Abs. 4 RStV eine, wenn auch nicht unumstrittene rechtliche Grundlage.

Mir stellt sich allerdings die Frage, warum Anbieter von einschlägigem Content (ausschließlich) unter der TLD “.xxx” agieren sollten, wenn sie wissen, dass einige Staaten diese Top-Level-Domain komplett ausfiltern werden.

August 03 2010

Zuständigkeit deutscher Gerichte nach Durchführung eines UDRP-Verfahrens

Die ICANN hat schon vorlängerer Zeit die sog. UDRP (Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy) eingeführt, ein Schlichtungsverfahren zur Lösung von Domainstreitigkeiten. Alle bei ICANN akkreditierten Registrare sind verpflichtet, dieses Verfahren zu befolgen und an ihre Kunden weiterzugeben.

Das Landgericht Berlin hatte mit Urteil vom 02.03.2010 (Az.: 15 O 79/09) über einen Fall zu entscheiden, in dem der Kläger in einem solchen UDRP-Verfahren bei der WIPO unterlegen war und anschließend beim Landgericht Berlin Klage erhoben hat, mit dem Antrag feszustellen, dass die Beklagte keinen Anspruch auf Übertragung der Domain hat.

Die Besonderheit des Falles besteht vor allem darin, dass der Kläger seinen Wohnsitz in Großbritannien hat und die Beklagte ein Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist und der einzige erkennbare Bezug zu Deutschland darin besteht, dass der Registrar in Berlin sitzt.

Bemerkenswert ist vor allen Dingen, dass das Landgericht Berlin sowohl seine (internationale) Zuständigkeit bejaht hat, als auch die Anwendbarkeit deutschen Rechts.

Das Landgericht nimmt zunächst an, dass die Parteien eine wirksame Zuständigkeitsvereinbarung nach Art. 23 EuGVVO getroffen haben, weil sie sich beide der UDRP unterworfen haben. Die Regelungen für das UDRP-Verfahren beinhalten nach Ansicht des Landgerichts eine Gerichtsstandsvereinbarung im Sinne des § 38 ZPO, wobei die Zuständigkeit des LG Berlin aus dem Sitz des Registrars folgt.

Bei der Anwendbarkeit deutschen Rechts geht das LG Berlin davon aus, dass im internationalen Schuldrecht eine Rechtswahl durch schlüssiges Verhalten zulässig ist und deshalb deutsches Recht zur Anwendung kommt, wenn die Parteien im Rechtsstreit ausschließlich auf der Grundlage der deutschen Rechtsordnung argumentieren.

Das Landgericht stützt sich materiell-rechtlich dann allerdings primär auf Vorschriften des UWG. Wettbewerbsverstöße stellen aber grundsätzlich unerlaubte Handlungen dar. Insoweit wäre nach deutschem internationalen Privatrecht aber auf den Begehungs- oder Erfolgsort abzustellen, wofür ein Inlandsbezug vorliegen muss. Gerade der ist aber nicht ersichtlich.

Tags: ICANN UDRP

January 20 2010

January 06 2010

December 14 2009

UNESCO and ICANN signed agreement to promote linguistic diversity on Internet

On December 10, 2009 UNESCO and the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) signed an agreement to help put into operation the first multilingual domain names. The cooperation agreement follows the recent decision by the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) to introduce IDNs, or Internationalized Domain Names, in non-Latin script. Until now, domain names in Internet addresses (for example .org, .com) were written using characters from the Latin alphabet exclusively.

November 11 2009

Civil Society Groups and Privacy Experts Release Madrid Declaration, Reaffirm International Privacy Laws, Identify New Challenges and Call for Concrete Action to Safeguard Privacy

In a crisply worded declaration, over 100 civil society organizations and privacy experts from more than 40 countries have set out an expansive statement on the future of privacy. The Madrid Declaration affirms that privacy is a fundamental human right and reminds "all countries of their obligations to safeguard the civil rights of their citizens and residents." The Madrid Declaration warns that "privacy law and privacy institutions have failed to take full account of new surveillance practices." The Declaration urges countries "that have not yet established a comprehensive framework for privacy protection and an independent data protection authority to do so as expeditiously as possible." The civil society groups and experts recommend a "moratorium on the development or implementation of new systems of mass surveillance." Finally, the Declaration calls for the "establishment of a new international framework for privacy protection, with the full participation of civil society, that is based on the rule of law, respect for fundamental human rights, and support for democratic institutions." The Madrid Declaration was released at the Public Voice conference in Madrid on Global Privacy Standards. Multiple translations of the Declaration are available. You can still sign the Madrid Declaration until January 28, 2010, International Privacy Day. Please, send your signature to privacy @ datos-personales DOT org

October 21 2009

La Coalizione Internazionale della Società Civile discuterà

degli Standard Globali della Privacy
Madrid, 3 novembre 2009
‘The Public Voice’, la più grande coalizione mondiale della società civile, organizzerà una conferenza a Madrid, Spagna, il 3 novembre 2009, per discutere degli ‘Standard Globali della Privacy in un Mondo Globale’. La conferenza si svolgerà in coordinazione con la 31ª Conferenza Internazionale Annuale dei Garanti della Privacy e della Protezione dei Dati. Interverranno alla conferenza sia alcuni fra i principali attivisti ed esperti della comunità accademica, della protezione dei consumatori e dei diritti digitali e del sindacato, sia funzionari pubblici e rappresentanti del settore privato. Insieme, discuteranno su come mantenere alto l’interesse della comunità globale riguardo ai temi della privacy, e su come promuovere la partecipazione della società civile nei processi decisionali che hanno come obiettivo l’adozione di migliori standard globali di protezione della privacy e dei dati personali. La conferenza inizierà con la rassegna sia dei più recenti sviluppi riguardo la privacy e la protezione dei dati, sia delle principali campagne di attivismo. Stavros Lambrinidis, Vice-Presidente del Parlamento Europeo, è stato inviato a commentare i principali sviluppi in questo campo. La conferenza tratterà anche delle sfide attualmente poste dalle nuove tecnologie e dal alcune pratiche economiche: rappresentanti della società civile e del settore privato discuteranno le implicazioni per la privacy di pratiche quali il ‘cloud computing’ e i motori di ricerca internet. Verranno inoltri discussi i flussi transnazionali di dati nel settore pubblico e privato, dai dati dei passeggeri aerei e le transazioni finanziarie, al sub-appalto di dati personali. Durante l’ultima sessione della conferenza sarà presentata la ‘Dichiarazione di Madrid della Società Civile sugli Standard Globali’. La dichiarazione sarà discussa da funzionari responsabili della protezione dei dati personali dell’OCSE, del Gruppo di Lavoro Articolo 29 dell’UE, degli Stati Uniti e del Canada. Peter Hustinx, Garante Europeo della Protezione dei Dati, chiuderà la conferenza presentando alcune osservazioni finali. La conferenza è patrocinata dall’Agenzia Spagnola di Protezione dei Dati Personali, ed è gratuita per tutti i partecipanti. Il programma, il modulo d’iscrizione e le informazioni pratiche sono disponibili al sito: http://thepublicvoice.org/events/madrid09/ Per informazioni: Katitza Rodriguez, The Public Voice Coordinator, katitza AT epic DOT org

October 10 2009

October 06 2009

ICANN Issues Affirmation of Commitment, Seeks Comments on WHOIS

The Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), the corporation that coordinates the assignment of domain names to Internet Protocol addresses, has signed an affirmation of commitment with the Department of Commerce. ICANN also commits to enforcing its existing WHOIS policy, subject to applicable laws. The WHOIS database, originally intended to allow network administrators to find and fix problems with minimal hassle to maintain the stability of the Internet, now exposes domain name registrants' personally identifiable information to spammers, stalkers, criminal investigators, and copyright enforcers. ICANN's preliminary report shows that about 15 to 25 percent of domain names have been registered in a manner that limits the amount of personal information available to the public through WHOIS queries. A call for public comments on WHOIS is open until November 6, 2009.
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