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November 01 2013

NSA infiltriert Google- und Yahoo-Netzwerke, Adobe-Kopierschutz, iCloud-Schlüsselbund

In den Cloud-Links der Woche: NSA zapft interne Datenleitungen an, US-Dienste wollen E-Mail sicherer machen, neuer Kopierschutz für E‑Books von Adobe, Klage um Streaming-Einnahmen und Passwörter bei iCloud.

NSA soll auch in interne Netze von Google und Yahoo eindringen

Wie zuerst von der Washington Post berichtet, zapft die NSA in Verbindung mit dem britischen Geheimdienst GCHQ offenbar auch interne Datenleitungen von Google und Yahoo an. Im Unterschied zum bereits bekannten „PRISM” soll das „Muscular” genannte Programm ohne Kenntnis der Unternehmen und ohne gerichtliche Grundlage ablaufen. Mit welchen Methoden genau die Dienste in private Netze eindringen, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Die Washington Post stellt mögliche Szenarien in einer Infografik dar. In einer Einschätzung meint Sicherheitsforscher Bruce Schneier, dass auch Microsoft, Apple, Facebook, Dropbox und andere Clouddienste in gleicher Weise als kompromittiert gelten müssten.

US-Anbieter wollen Sicherheit bei Mails weiterentwickeln

Die US-Dienste Lavabit und Silent Circle haben sich einer Entwicklungsallianz zusammengeschlossen, die E-Mails sicherer vor Ausspähung machen will. Wie aus einem Blogpost bei Silent Circle hervorgeht, will die neugegründete „Dark Mail Alliance” wohl vorerst keinen eigenen Dienst anbieten, sondern die dem Mailverkehr zugrundeliegenden Protokolle und Verfahren weiterentwickeln und dafür unter anderem auf das bei Chat-Programmen verbreitete XMPP-Protokoll zurückgreifen. Lavabit hatte im August seinen Dienst eingestellt, statt private Schlüssel an US-Behörden zu übergeben. Kurz darauf schaltete auch das von PGP-Erfinder Phil Zimmermann gegründete Unternehmen „Silent Circle” seinen E-Mail-Dienst ab. Nun hoffen die Unternehmen darauf, größere Mailanbieter ins Boot zu holen.

Adobe plant neues Kopierschutzsystem

Wie Johannes Haupt bei lesen.net berichtet, will Adobe in den kommenden Monaten eine neue Version seines DRM-Systems für E‑Books einführen. Kopierschutz von Adobe ist bei E‑Books im Epub-Format und PDF-Dateien das am weitesten verbreitete System und wird an Verlage unterlizenziert. Adobe nennt das neue System „unknackbar”; erfahrungsgemäß ist es nur eine Zeitfrage, bis Kopierschutz-Systeme geknackt sind. Beim jetzigen von Adobe eingesetzten System ist das bereits seit einigen Jahren der Fall.

Streaming-Einnahmen: Schwedische Künstler wollen Labels verklagen

Musiker in Schweden haben angekündigt, gegen die Plattenfirmen Universal und Warner Music vor Gericht zu ziehen. Wie musikmarkt.de berichtet, will die schwedische Musikergewerkschaft einen höheren Anteil für die Künstler an den Einnahmen von Streaming-Diensten erstreiten. In Schweden machen die Dienste – an erster Stelle das dort gegründete Spotify – dem Bericht nach 70 Prozent der Umsätze im Musikmarkt aus. Die Musiker erhielten 6 bis 10 Prozent der Einnahmen, ebenso wie im klassischen Tonträgermarkt. Die Künstler dagegen fordern 50 Prozent.

Heise: Wie sicher sind Passwörter in der iCloud?

Mit Apples neuen Betriebssystemen iOS 7 und Mavericks lassen sich auch Passwörter im Clouddienst des Unternehmens sichern. Bei Heise Security untersucht Jürgen Schmidt, wie es um die Sicherheit steht. Gegen Angriffe durch Dritte sei das System „schon recht gut abgesichert”, „erschreckend schlecht” sei jedoch die Sicherheit zu bewerten, wenn man Zugriffe von oder über Apple selbst in die Betrachtung einbezieht. Für eine genaue Sicherheitsbewertung müsste Apple jedoch entweder technische Details offenlegen oder Forscher müssten weitere Analysen durchführen.

September 09 2013

BGH zu Rapidshare, Playlists bei Spotify, Anhörung zur Spähaffäre

Rapidshare muss Linksammlungen im Netz prüfen, das Label Ministry of Sound klagt gegen Spotify, der Innenausschuss des Europäischen Parlaments befasst sich mit der Spähaffäre. Außerdem im Wochenrückblick: Freiheit statt Angst, Google-Suchergebnisse, Fusion von E-Plus und O2. 

Neues Rapidshare-Urteil des BGH im Volltext

Diese Woche ist das neueste Urteil des Bundesgerichtshofs zur Haftung von Filehosting-Diensten im Volltext erschienen. Der BGH hatte zu der Frage entschieden, welchen Prüfpflichten ein Sharehoster unterliegt, wenn er von konkreten Urheberrechtsverletzungen Kenntnis erlangt. Es sei sogar zumutbar, dass der Dienst Linklisten überprüft und notfalls Webcrawler einsetzt, sagt der BGH: Dies folge aus der besondere Gefahrgeneigtheit des Angebots, das laut BGH massenhaften Urheberrechtsverletzungen Vorschub leiste.
Der Volltext bei Telemedicus.
iRights.info: Rapidshare muss noch umfassender prüfen.

Urheberrechtlicher Schutz von Playlisten: Ministry of Sounds klagt gegen Spotify

Das britische Musiklabel „Ministry of Sounds” klagt gegen den Streaming-Dienst Spotify. Anlass hierzu ist die Verwendung von Playlisten des Unternehmens. Hieran habe das Label urheberrechtlichen Schutz, behauptet „Ministry of Sounds” und verlangt, dass Spotify die Listen nicht mehr verwendet und Schadensersatz zahlt. Nun muss ein Gericht klären, ob diese Playlists auch tatsächlich unter den urheberrechtlichen Werkbegriff fallen.
Zum Bericht auf Musikexpress.de.
Meldung bei iRights Cloud.

Ausschuss des Europäischen Parlaments tagt zu PRISM/TEMPORA

Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres hat sich gestern im Rahmen einer Anhörung mit dem Überwachungsskandal rund um Edward Snowden und die westlichen Daten-Geheimdienste befasst. Die angehörten Experten ließen keinen Zweifel daran, dass die Dienste öffentliche und nicht-öffentliche Daten in massenhaftem Ausmaß sammeln und auswerten. Einige der angehörten Experten stellten auch einen direkten Bezug zu „Echelon” her, das einen früheren Vorläufer der heutigen Überwachungsprogramme darstellt.
Netzpolitik.org zur Anhörung im Ausschuss.
Aufzeichnung der Sitzung im EP.

Freiheit statt Angst mit Großkundgebung

Gestern haben in Berlin mehr als 10.000 Menschen die Großdemonstration “Freiheit statt Angst” besucht. Aktueller Anlass: Der diesen Sommer bekannt gewordene Überwachungsskandal. Die Demonstranten warfen vor allem der Bundesregierung Versagen im Umgang mit den Überwachungsprogrammen PRISM und TEMPORA vor. Veranstalter waren mehrere Bürgerrechtsorganisationen. Nach eigenen Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 20.000 Bürger teil; andere Schätzungen liegen darunter. In jedem Fall besuchten die „Freiheit statt Angst 2013” wieder wesentlich mehr Demonstranten als noch die letzte Demonstration dieser Art im Jahr 2012.
Aktuell dazu Heise Online.

Google nicht zur Löschung persönlichkeitsverletzender Einträge im Suchergebnis verpflichtet

Das Landgericht Mönchengladbach hat sich mit der Frage zu befassen, ob Google persönlichkeitsrechtsverletzende Beiträge aus seinem Suchindex löschen muss. Dies berichtet „Business On”. Eine Verantwortlichkeit Googles für die erfassten Suchergebnisse würden den Kern der wirtschaftlichen Betätigung des Suchmaschinenbetreibers erfassen, teilte das Gericht in einem Hinweis mit: Demnach sei Google weder als Verfasser noch als Seitenbetreiber verantwortlich. Eine endgültige Entscheidung des Landgerichts Mönchengladbach steht noch aus.
Zur Meldung auf „Business On”.

EU-Kommission will Fusion von E-Plus und O2 prüfen

Die EU-Kommission will sich mit dem geplanten Zusammenschluss der Telekommunikationsanbieter E-Plus und O2 beschäftigen. Eine alleinige Zuständigkeit des Bundeskartellamts lehnte die Kommission ab: Der Umsatz der Beteiligten führe dazu, dass die Fusion auf europarechtlicher Ebene kontrollpflichtig ist. Eine vorherige Einschätzung wollte der zuständige Wettbewerbskommissar Almunia nicht geben.
Heise.de mit Hintergründen.


Lizenz dieses Artikels: CC BY-NC-SA.

September 06 2013

Cloud-News: SSL-Verschlüsselung, Späh-Affäre, Spotify-Streit

Auch verschlüsselte Datenverbindungen können offenbar von Geheimdiensten ausgespäht werden, Datenschützer kritisieren mangelnde Aufklärung der Späh-Affäre, Streit um Playlists bei Spotify, Warten auf Spiele-Streaming in Europa. Die Cloud-News der Woche:

Bericht: Geheimdienste können auch verschlüsselten Datentransport ausspähen

Auch verschlüsselte Verbindungen über den SSL- bzw. HTTPS-Standard sind offenbar nicht vor möglicher Ausspähung durch die NSA und sein britisches Pendant GCHQ sicher. Das berichten gemeinsam der Guardian, die New York Times und Pro Publica mit Berufung auf Unterlagen aus dem Snowden-Fundus. Solche Verschlüsselungs-Standards bilden eine technische Grundlage für viele alltägliche Nutzungen des Internets und sichern den Datentransport; etwa beim Online-Einkauf, bei Cloud-Diensten oder bei der Übertragung von E-Mails. Sicherheitsforscher Bruce Schneier sagte gegenüber dem Guardian, die Geheimdienst-Programme mit den Codenamen „Bullrun” (NSA) und „Edgehill” (GCHQ) unterminierten die Grundstruktur des Internets.

Datenschützer kritisieren mangelnde Aufklärung und Konsequenzen der Späh-Affäre

Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hat die Politik aufgefordert, die gegenwärtige Späh-Affäre aufzuklären und das nationale, europäische und internationale Recht zum Schutz der Privatsphäre und der Grundrechte weiterzuentwickeln. „Die staatliche Pflicht zum Schutz der Grundrechte erfordert es, sich nicht mit der gegenwärtigen Situation abzufinden“, heißt es in einer Erklärung. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert darüber hinaus, das Bundesinnenministerium behindere die Aufklärung. Er habe das Minsterium sowie den Verfassungsschutz wegen Verstoßes gegen ihre gesetzliche Mitwirkungspflicht beanstandet, schreibt Schaar in einem Forenbeitrag.

Playlists: Musiklabel Ministry of Sound klagt gegen Spotify

Die Londoner Plattenfirma Ministry of Sound klagt gegen den Streaming-Dienst Spotify. Das berichtet der Guardian. Das Label sieht offenbar eine Urheberrechtsverletzung im Fall von Playlists, die von Nutzern angelegt wurden und in der Titelauswahl und Benennung Compilations des Labels nahekommen. Während das Label seine eigenen Veröffentlichungen nicht bei Spotify anbietet, handelt es sich bei den Ministry-of-Sound-Compilations überwiegend um anderswo veröffentlichte Titel. Das Musiklabel will Spotify vor dem britischen High Court auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch nehmen. Das Gericht wird sich nun mit der Frage beschäftigen müssen, ob reine Zusammenstellungen von Musikstücken in Compilations noch einmal eigens geschützt sein können – wahrscheinlich als Datenbank.

„Breitband-Probleme”: Vorerst kein Spiele-Streaming bei Sony

Spielefreunde in Europa werden auf Cloud-Features von Sonys vor kurzem vorgestellter Konsole Playstation 4 noch längere Zeit warten müssen. Über den Dienst „Gakai” ist es dort möglich, Spiele für ältere Generationen der Sony-Konsole aufs Gerät zu streamen. In Europa wird der Dienst jedoch vorerst nicht zur Verfügung stehen. In einem Interview mit dem Spielemagazin Edge machte Sony-Spielechef Jim Ryan nicht näher definierte „Probleme mit Breitband” in Europa dafür verantwortlich. Einen Zeitplan für europäische Nutzer gäbe es daher noch nicht.

August 16 2013

Cloud-Links: Die Kosten von Prism, Gmail und die Privatsphäre, Vergütung bei Spotify

Die Folgen der Überwachung in Wirtschaft und Politik, die Privatsphäre bei Gmail, Spotify und die Musiker: Gesammelte Links der Woche.

Forrester zu den Prism-Folgen für Cloud-Anbieter

Nachdem vergangene Woche eine ITIF-Studie schwere Umsatzverluste für US-Cloudanbieter als Folge der NSA-Enthüllungen prognostizierte, hält der Forrester-Analyst James Staten die Schätzung noch für zu gering. Er prognostiziert Umsatzverluste von 180 Milliarden Dollar für Unternehmen bis 2016 – zumindest im Worst-Case-Szenario. Auch US-Bürger würden einheimische Dienste weniger nutzen, europäische und andere Anbieter müssten ebenso mit Verlusten rechnen. Der nächste G20-Gipfel sei gefordert, sich mit internationalen Regeln zur Überwachung zu befassen, meint Staten. Gigaom, Informationweek und Venturebeat diskutieren, was von der Prognose zu halten ist.

Bundesregierung mit Bericht zur Privatsphäre und „No-Spy”-Entwurf

Ebenfalls im Gefolge der NSA-Affäre hat das Bundeskabinett am Mittwoch einen „Fortschrittsbericht” zum Schutz der Privatsphäre beschlossen. Er soll den Fortschritt beim Mitte Juli von der Regierung vorgestellten „Acht-Punkte-Plan” festhalten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, der Bericht sei überwiegend unkonkret und gehe an den Problemen vorbei. Für ein sogenanntes „No-Spy-Abkommen” zwischen BND und NSA gibt es derweil einen ersten Verhandlungsentwurf. Was drin steht, schreibt Spiegel Online. Es soll im Kern der Ausspähung von Regierung, Behörden und Wirtschaft begegnen. Bürger werden nicht erwähnt, wie Patrick Beuth in einem Kommentar bei Zeit Online bemerkt.

Haben Gmail-Nutzer Privatsphäre?

Eine Äußerung von Google-Anwälten im Rahmen einer Sammelklage sorgt für viele Berichte. Das Unternehmen habe zugegeben, dass Gmail-Nutzer keine Privatsphäre hätten, erklärte die US-Organisation Consumer Watchdog. Die Äußerungen von Consumer Watchdog werden aber auch sehr kritisch betrachtet: The Verge weist darauf hin, dass sich die Anwälte nicht auf Gmail-Kunden bezogen hätten. Readwrite hält die Diskussionen über das Scannen von Mails zu Werbezwecken für „mikroskopische Haarspalterei”. Für Mike Masnik bei Techdirt gehen die Schlagzeilen komplett am Thema vorbei, doch auch die Google-Argumentation sei verfehlt. Wieviel Privatsphäre Gmail-Nutzer unabhängig davon haben, kommt in der Diskussion erstaunlicherweise nicht vor.

Lavabit-Gründer: „Ich wollte nicht in eine Situation gebracht werden, in der ich private Daten herausgeben muss”

Ladar Levison, der den von ihm gegründeten sicheren E-Mail-Dienst Lavabit vergangene Woche mit einer kryptischen Erklärung dicht machte, hat dem Magazin „Democracy Now” ein Interview gegeben. Neben ihm: sein Anwalt Jesse Binnall. Es ist ein beeindruckendes Interview, in dem Levison und Binnall an entscheidenden Stellen keine Antwort geben dürfen. Nach US-Recht würden sie sich strafbar machen, wenn sie gegen Redeverbote verstoßen. Ein Transkript des Interviews gibt es hier.

Spotify und die Vergütung

Nach dem Rückzug von Thom Yorke bei Spotify wird weiter über die Vergütung für Musiker bei Streaming-Diensten und die Ökonomie der Musikindustrie diskutiert. Im New Yorker unterhalten sich der Kritiker Sasha Frere-Jones, Musiker Damon Krukowski, Produzent Dave Allen und der Künstler und DJ Jace Clayton darüber, wovon Musiker und Bands eigentlich leben und was das Internet damit zu tun hat. Das deutsche Wall Street Journal interviewt den Spotify-Gründer Daniel Ek, der zu den Äußerungen von Künstlern sagt: „Ich bin nicht überrascht, ich bin darüber betrübt.”

July 15 2013

Thom Yorke verlässt Spotify: „Nichts für neue Künstler”

Musiker und Radiohead-Sänger Thom Yorke hat angekündigt, seine Veröffentlichungen vom Streamingdienst Spotify zurückzuziehen – zumindest die Soloproduktionen und die seiner Band „Atoms for Peace”. Die meisten Alben sind bereits nicht mehr verfügbar. Gleichzeitig hat er Spotifys Geschäftsmodell kritisiert. Es fokussiere auf Künstler, die vom Backkatalog leben, biete aber Newcomern keine Perspektive.

Yorke will sich erklärtermaßen mit neuen, weniger bekannten Musiker-Kollegen solidarisieren. Bei Twitter hat sich eine Diskussion entsponnen:

Sein Produzent und Bandkollege Nigel Godrich schreibt:

Musiker Kieran Hebden stimmt zu:

Ein Londoner Label mischt sich ein:

Der Guardian über die Hintergründe:

But some artists have complained that it is less effective for them to make music available there than to sells CDs and digital downloads because the per-stream payments are comparatively tiny. The industry average offers slightly less than 0.4p a stream – meaning that 1m streams of a song would generate about £3,800. Most songs receive far fewer streams.”

Über die Vergütungsmodelle bei Streamingdiensten wie Spotify wird seit ihrer Gründung diskutiert, dazu sind unterschiedliche Zahlen im Umlauf. Die Bewertung hängt auch vom Vergleichsmaßstab ab: Die einen sehen in Streaming-Diensten ein Äquivalent zur CD, andere zum Radio-Airplay. Mit der Intervention von Yorke wird die Debatte jetzt wohl neu entfacht werden.

September 05 2012

Streaming-Umsätze steigen - „Besitz von Musik wird überflüssig“

Neue Zahlen zeigen: Musik-Streaming-Dienste wachsen deutlich. Auch ein Kölner Unternehmen mischt mit, ist aber noch nicht rentabel.

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March 14 2012

Ist das Rippen bei Spotify zulässig?

Der Kollege Dosch hat den vieldiskutierten Start des Streamingportals Spotify zum Anlass genommen, um die Frage zu diskutieren, ob man dort Musik mitschneiden darf. Ein Blick in die Nutzungsbedingungen von Spotify zeigt, dass der Anbieter genau das untersagt. In § 13i heißt es:

“(…) akzeptieren Sie, dass Sie nicht berechtigt sind (…): Teile der Spotify-Anwendersoftware oder des Spotify-Services oder seiner Inhalte (unter anderem einschließlich von Musiktiteln, Bildern und Texten) zu kopieren, zu reproduzieren, zu „rippen”, aufzunehmen, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen…”

Ganz ähnlich klingt die Regelung in den Nutzungsbedingungen von YouTube:

“Sie erklären sich damit einverstanden, Zugriff auf Nutzervideos nur in der Form des Streamings und zu keinen anderen Zwecken als der rein persönlichen, nicht-kommerziellen Nutzung, und nur in dem Rahmen zu nehmen, der durch die normale Funktionalität der Dienste vorgegeben und erlaubt ist. „Streaming“ bezeichnet eine gleichzeitige digitale Übertragung des Materials über das Internet durch YouTube auf ein nutzerbetriebenes internetfähiges Endgerät in einer Weise, bei der die Daten für eine Echtzeitansicht bestimmt sind, nicht aber für einen (permanenten oder vorübergehenden) Download, ein Kopieren, ein Speichern oder einen Weitervertrieb durch den Nutzer.”

Streamingportale verbieten ihren Nutzern also das “Rippen” von Inhalten. Das stellt zunächst eine vertragliche Beschränkung dar, wenn man davon ausgeht, dass die Nutzungsbedingungen wirksam einbezogen worden sind, was zumindest bei Spotify im Rahmen der Registrierung passiert. Urheberrechtlich ergibt sich hieraus meines Erachtens eine Beschränkung der Nutzungsrechte i.S.v. § 31 UrhG auf die Nutzungsart des Streamings. Ein Nutzungsrecht für eine dauerhafte Speicherung wird ausdrücklich nicht eingeräumt.

Die Frage ist jetzt noch die, wie sich diese vertraglich beschränkte Einräumung von Nutzungsbefugnissen auf die Schrankenbestimmung des § 53 UrhG auswirkt, die bekanntlich Kopien zu privaten Zwecken erlaubt. Hierzu muss man wissen, dass § 53 UrhG durchaus auf vertraglichem Wege eingeschränkt oder sogar ausgeschlossen werden kann. Dass § 53 UrhG beschränkbar ist, hat der Gesetzgeber zudem auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass er die Privatkopie einschränkende Kopierschutzmaßnahmen in § 95a UrhG zulässt und sogar besonders schützt.

Spotify räumt seinen Nutzern also also nur ein auf das Streaming beschränktes urheberrechtliches Nutzungsrecht ein, weshalb das “Rippen” von Musik damit nicht nur vertrags- sondern auch urheberrechtswidrig ist. Der Hintergrund der Regelung in den Nutzungsbedingungen von Spotify dürfte allerdings auch der sein, dass Spotify von den Rechteinhabern ebenfalls auf das Streaming beschränkte urheberrechtliche Nutzungsrechte erwirbt, weshalb der Anbieter derartige Beschränkungen zwingend in seine Nutzungsbedingungen aufnehmen muss, da er nicht mehr Rechte an den Nutzer weitergeben kann, als er selbst erworben hat.

 

March 13 2012

Spotify lockt mit Gratis-Angebot – der Preis sind die Nutzerdaten

Das schwedische Unternehmen Spotify bietet ab heute in Deutschland einen werbefinanzierten, kostenlosen Musik-Streaming-Dienst an.

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