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August 14 2013

Suisse plagiat : Perquisition au domicile du journaliste Ludovic Rocchi

#Suisse #plagiat : Perquisition au domicile du #journaliste Ludovic Rocchi
http://www.rtn.ch/rtn/Actualites/Regionale/20130813-Perquisition-au-domicile-du-journaliste-Ludovic-Rocchi.html

Opération coup de poing mardi à l’aube chez le journaliste du Matin Ludovic Rocchi. La justice neuchâteloise a perquisitionné son domicile privé, à La Chaux-de-Fonds.

Le procureur Nicolas Aubert confirme une information du quotidien lausannois. Il était muni d’un mandat de perquisition, sur plainte du directeur de l’Institut de l’entreprise de la Faculté des sciences économiques de l’Université de Neuchâtel. L’homme a été notamment été accusé de plagiat par le journaliste dans les colonnes du Matin.

Du matériel informatique a été saisi au domicile de Ludovic Rocchi, qui était absent lors de la perquisition. En reportage au Festival de Locarno, le journaliste s’est aussi vu confisquer son ordinateur professionnel par la police tessinoise, sur demande de la justice neuchâteloise.

(...)

Ludovic Rocchi a obtenu que des scellés soient posés sur son ordinateur au Tessin.

comme quoi, même quand on ne traite pas d’Al-Qaida, il faut chiffrer son disque dur !

L’enquête incriminée :

Enquête : Hallucinant plagiat à l’université de Neuchâtel
http://www.lematin.ch/suisse/suisse-romande/Hallucinant-plagiat-a-l-universite-de-Neuchtel/story/17546245

http://files.newsnetz.ch/story/1/7/5/17546245/6/19610282.jpg

July 30 2013

Lammert unter Druck: Plagiatsvorwurf wegen Doktorarbeit

Als Norbert Lammert 1974 seine Dissertation mit dem Titel “Lokale Organisationsstrukturen innerparteilicher Willensbildung – Fallstudie am Beispiel eines CDU-Kreisverbandes im Ruhrgebiet” abgegeben hatte, ahnte er voraussichtlich nicht, dass diese ihm viele Jahre später unruhige Tage bescheren würde. Als Präsident des Deutschen Bundestages ist der CDU-Politiker Lammert nach dem Bundespräsidenten die Nummer 2 in Deutschland. Nun werden Vorwürfe laut, Lammert sei damals nicht nur unsauber bei der Erstellung gewesen, sondern er habe möglicherweise auch zu Teilen ein Plagiat abgeliefert.

Heftige Vorwürfe mit denen sehr vorsichtig umgegangen werden muss. Wieder einmal macht ein “anonymer Blogger” auf das mögliche Fehlverhalten aufmerksam. “Robert Schmidt” legt auf der Website lammertplag zur “Dokumentation wissenschaftlichen Fehlverhaltens in der Dissertation von Prof. Dr. Norbert Lammert” seine Erkentnisse wie folgt dar:

(…) auf den rot hervorgehobenen 42 Seiten finden sich Passagen aus 21 Quellen, bei denen ich Unregelmäßigkeiten festgestellt habe. Hierbei handelt es sich vorwiegend, aber nicht ausschließlich um Plagiate. Ergiebigste Gesamtquelle für regelwidrige Übernahmen scheint ein Sammelband des Politologen Wolfgang Jäger zur Parteienforschung zu sein. Insgesamt gibt der Verfasser vor, eine Literaturrezeption geleistet zu haben, die er in diesem Umfang nicht selbst erbracht hat. Einen erheblichen Teil der als verwendet angegebenen Literatur hat er ganz offenbar nicht gelesen; dies wird insbesondere anhand der Übernahme zahlreicher charakteristischer Fehler aus der Sekundärliteratur deutlich. Genuine Fehler des Verfassers – also solche, die nicht mit Übernahmen aus Sekundärquellen im Zusammenhang stehen – habe ich in der Regel nicht erfasst. Die Arbeit enthält einen Hauptteil von 116 Seiten, auf denen ein wissenschaftlicher Diskurs stattfindet. Inhaltsverzeichnis, Vorwort des Herausgebers, Vorbemerkung, Dokumentation, Literaturverzeichnis und Sachregister habe ich nicht gesondert untersucht. Der 91 Seiten umfassende Dokumentationsteil, dessen einzelne Punkte und Unterpunkte nicht in der Gliederung aufgeführt sind, besteht lediglich aus der Reproduktion von Satzungen, Anträgen, Geschäftsberichten, Rundschreiben etc. pp.

Lammert_officiel
Foto von Norbert Lammert, Deutscher Bundestag / Melde, lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany (CC BY-SA 3.0 DE)

Die anonyme Überprüfung der Arbeit hat “Robert Schmidt” nach eigenen Angaben nach circa einem Drittel vorläufig gestoppt, da der Zeitaufwand zu groß geworden sei. Zu den “bemerkenswerten Fundstellen” zählen laut der Untersuchung bislang beispielsweise

Seite 3 und Seite 4 übernimmt der Verfasser zum größten Teil aus einem Aufsatz von Hans-Otto Mühleisen.

oder

Auf Seite 37 verweist der Verfasser auf ein Buch, das nicht existiert und dessen bibliografische Daten er von Jäger übernimmt.

Lammert reagierte nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend und bat die Ruhr-Universität Bochum, an deren sozialwissenschaftlicher Fakultät die Doktorarbeit damals abgenommen wurde, eine abermalige Prüfung durchzuführen. Die Universität hat nun mit dem Prüfungsverfahren begonnen. Zudem ist Lammert in die Offensive gegangen und hat seine Doktorarbeit (PDF-Dokument) für alle einsehbar ins Internet gestellt. In den einleitenden Worten die dem Dokument vorangestellt sind, heißt es:

(…) er habe seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst und sei von ihrer wissenschaftlichen Qualität überzeugt.

Im Gegensatz zu anderen bekannten Plagiaten wie in den Fällen zu Guttenberg oder Koch-Mehrin wählt Lammert den Weg der Transparenz und schnellen Aufklärung. Wichtig ist an dieser Stelle festzustellen, dass die Unschuldsvermutung gilt und Lammert aktuell einem Verdacht aber keiner Vorverurteilung ausgesetzt sein sollte. Die genaue Überpüfung sollte nun abgewartet werden.

iRights.info berichtet seit vielen Jahren über die schwierige Frage, wann überhaupt ein Plagiat vorliegt. Dies ist nicht trivial zu beantworten und bedarf eines genauen Blickes. In unserem Text “Meine Worte, deine Worte” widmen wir uns zunächst dem Zitat. Um die Dimension eines Plagiats zu verstehen, sind diese Informationen als Grundlage wichtig. Wann die nächste Stufe erreicht wird, erklärt der Text “Plagiate – Abschreiben verboten”. Im Zuge des letzten größeren prominenten Plagiatsfalles der ehemaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung Anette Schavan, hat iRights.info ein Interview mit der “Plagiatsjägerin” Debora Weber-Wulff geführt. Als Ursache von Plagiaten sieht sie nicht nur systematische Fahlanreize an Universitäten als wichtigen Punkt, sondern erläutert auch die Motivation von Menschen wie “Robert Schmidt”, echtes oder zunächst vermeintliches wissenschaftliches Fehlverhalten zu verfolgen.

January 23 2013

Umgang mit der Wirklichkeit: Dr. Schavan, der Dr. und das Plagiat

Gestern Abend hat der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf entschieden, das Hauptverfahren zum Entzug des Doktortitels der Wissenschaftsministerin Dr. Schavan einzuleiten. Mit 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung entschied sich das Gremium dafür. Vorwurf: Sie habe plagiiert. Ob es sich bei der Doktorarbeit zum Thema “Person und Gewissen” aus dem Jahre 1980 um ein Plagiat handelt, wird nun geprüft. Wir nehmen diesen aktuellen Fall noch einmal zum Anlass um auf ein Interview mit der Plagiatsexpertin Debora Weber-Wulff von der Plattform VroniPlag hinzuweisen. Im Gespräch stellt sie dabei unter anderem fest:

Ich habe große wissenschaftliche Bedenken, was die Arbeit von Frau Schavan betrifft, seitdem klar wurde, dass sie auch Fehler aus der Sekundärliteratur übernommen hat. Aber die Universität Düsseldorf muss über Frau Schavans Doktortitel entscheiden. Frau Schavans politisches Amt ist eine andere Frage, die ich nicht kommentieren will.

Vielmehr werden im Interview aber auch die grundsätzlichen Probleme bei Plagiaten in Universitäten und in der Wissenschaft thematisiert. Aus aktuellem Anlass sehr lesenswert. Da oftmals auch gar nicht klar ist, wann es sich überhaupt um ein Plagiat handelt, wie man es abgrenzt und welche Falschvorstellungen im Umlauf sind, hier der Hinweis auf den erklärenden iRights-Text: Zitieren im WWW – Text- und Bildzitate im Internet.

 

July 16 2012

Musikanalyse: Wie bastele ich einen Dieter-Bohlen-Hit?

Manche Musiker schaffen Neues, andere kupfern trickreich ab. Der Komponist und Musiklehrer Klaus Kauker zeigt in Youtube-Videos, wie Popmusik funktioniert.

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May 07 2012

Wochenrückblick: Softwarefunktionen, ACTA, Plagiatsverdacht

Reine Programmfunktionen in Software sind nach einem EuGH-Urteil nicht vom Urheberrecht geschützt, EU-Kommissarin Kroes erklärt ACTA für erledigt, e

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December 19 2011

Wochenrückblick: ACTA, Book Settlement, Koch-Mehrin

Der EU-Ministerrat stimmt dem ACTA-Abkommen zu, US-Autoren kündigen eine Verbandsklage gegen das Google Book Settlement an, Silvana Koch-Mehrin will nach der Plagiatsaffäre ihren Dokto

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December 15 2011

Die uneinsichtige Plagiatorin Koch-Mehrin

Es gibt Vorgänge, über die schüttelt man als Jurist den Kopf. Die Klage der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin gegen die Aberkennung ihrer Doktorwürde ist so ein Fall.

Die Uni Heidelberg hatte Koch-Mehrin den Titel entzogen, nachdem der zuständige Prüfungsausschuss auf über 80 Textseiten der Arbeit über 120 Stellen gefunden hat, die als Plagiate zu klassifizieren waren. Die Plagiate stammten aus mehr als 30 verschiedenen Quellen, von denen zwei Drittel auch nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt waren.

Einem Widerspruch der Politikerin half die Uni nicht ab, weshalb Koch-Mehrin nunmehr Klage zum Verwaltungsgericht Karlsruhe erhoben hat, die am 14.12.2011 bei Gericht eingegangen ist.

Jetzt ist es natürlich das gute Recht von Frau Koch-Mehrin die Sache gerichtlich klären zu lassen. Angesichts des durch VroniPlag öffentlich gemachten Umfangs des Plagiats, zeugt das Vorgehen allerdings von einem kompletten Realitätsverlust der FDP-Politikerin. Die Klage ist, man muss das so deutlich sagen, gänzlich aussichtslos.

Der dem Verwaltungsgericht Karlsruhe übergeordnete VGH Baden-Württemberg hatte mit Beschluss vom 13.10.2008 (Az.: 9 S 494/08) bereits dargelegt, unter welchen Voraussetzungen die Aberkennung der Doktorwürde in Betracht kommt. Die Begründung dieser Entscheidung verdeutlicht, dass die Entziehung des Titels bereits bei deutlich geringeren Verstößen in Betracht kommt und Frau Koch-Mehrin die vom Gericht definierten Hürden erheblich überschritten hat.

 

 

May 19 2011

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May 13 2011

Bis zu 100.000 € für einen Dr. – und der Löwenanteil landet bei den Doktorvätern und -müttern

Angestoßen durch den Beitrag vom 11. Mai „Teil der Welt des angeblichen Großbürgertums und Adels: Betrug. Gedeckt von bisher nicht behelligten Professoren.“ machte eine Nutzerin der NachDenkSeiten auf die Sendung des Hessischen Rundfunks Der Tag vom 21.2. mit dem Titel “Geliehener Geist – wenn der Autor ein anderer ist” aufmerksam. In einem Interview hatte Manuel Theisen, Professor an der Uni München, der sich seit langem mit erschlichenen akademischen  Titeln (und offenbar auch anderen Korruptionsformen) befasst, berichtet, dass bei den rund 300 gekauften Doktortiteln pro Jahr sehr oft die Doktorväter und -Mütter finanziell mit im Boot sind. Albrecht Müller.

Von Minute 8-13 dieser Sendung können Interessierte dies nachhören. Diese Informationen verstärken die zweite Forderung im Beitrag vom 11. Mai, dass den Gutachtern besser und nachhaltiger auf die Finger gesehen wird. Die Universitäten sind selbst am nächsten dran. Sie können am besten erahnen, welche Hochschullehrer in ihrem Bereich für diese infame Art der Korruption anfällig sind. Auf jeden Fall ist bei aller Anerkennung des Berichts der Universität Bayreuth der Verzicht auf die genauere Nachprüfung der Beteiligung des Doktorvaters und des Zweitgutachters des Herrn zu Guttenberg nicht die richtige Behandlung dieses Problems. Das große Geschäft der gekauften Doktortitel und anderer akademischer Titel wird nur dann schrumpfen, wenn die Universitäten selbst aktiver werden als bisher.

May 12 2011

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May 11 2011

Live auf Phoenix: Guttenberg und die mühselige Kleinarbeit neben Beruf und Familie

Die Pressekonferenz der Universität Bayreuth zum Fall Guttenberg im Livestream bei Phoenix. Die Kommission hat festgestellt, dass die Plagiate in Guttenbergs Doktorarbeit “werkprägendes Bearbeitungsmuster” waren. Zudem wurde festgestellt, dass “vorsätzlich getäuscht” wurde.

Aus aktuellem Anlass deswegen nochmal der Verweis auf den kürzlich erschienenen Text von iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp: “Zitieren im www – Text- und Bildzitate im Internet“. Hierin wird die schwierige Materie des Zitierens erklärt, was zu beachten ist und ab wann man überhaupt von einem Plagiat sprechen kann. Vielleicht auch was für Berufspolitiker?

April 13 2011

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  • Guttenberg soll vor Gericht
    Ein Plagiats-Opfer zeigt den Ex-Verteidigungsminister an. Diesem droht damit ein Strafprozess. Das Verhalten Guttenbergs verärgert viele, von denen er abgeschrieben hat.
    “Ich werde Strafantrag gegen Herrn zu Guttenberg stellen“, sagte ein Plagiats-Opfer, dessen Texte Guttenberg in seiner Doktorarbeit in großem Umfang verwendet hat, der FR. Juristen arbeiteten derzeit am Strafantrag für die Staatsanwaltschaft Hof.
    Quelle: Frankfurter Rundschau
  • Affäre um Doktorarbeit: Plagiatsopfer kritisiert Guttenberg
    Aus einem Leitartikel von Klara Obermüller wurde in Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorarbeit abgeschrieben – jetzt kritisiert die Schweizer Journalistin den Ex-Verteidigungsministers scharf: Dessen Versuch, die Aufklärung der Uni Bayreuth zu behindern, sei grotesk und undemokratisch.
    Quelle: SPIEGEL Online [...]
  • Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website - 2011-04-13

    Zu Guttenberg versucht seine Plagiate zu vertuschen

    „Ich habe wie jeder andere auch zu meinen Fehlern und Schwächen zu stehen – zu großen und kleinen im politischen Handeln bis hin zum Schreiben meiner Doktorarbeit. Und mir war immer wichtig, diese vor der Öffentlichkeit nicht zu verbergen“, erklärte zu Guttenberg am 1. März in seiner Rücktrittserklärung. Doch seit bekannt geworden ist, dass die Selbstkontroll-Kommission der Universität Bayreuth zu dem (vorläufigen) Urteil gekommen ist, dass Ausmaß und Art der Plagiate keinen anderen Schluss zu ließen, als dass zu Guttenberg mit Absicht gehandelt haben müsse, lässt der „Selbstverteidigungsminister“ seine Anwälte alles unternehmen, um eine Veröffentlichung der Vorwürfe einer absichtlichen Täuschung durch die Verwendung zahlreicher Plagiate als auch des Missbrauchs von Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zu verhindern. Wolfgang Lieb

    Bliebe es bei der “amtlichen” Feststellung der Universitäts-Kommission eines gegen die ethischen Normen der Wissenschaft verstoßenden absichtlichen Fehlverhaltens, so stünde zu Guttenberg mit seinen bisherigen Einlassungen als Lügner da. Hatte er doch bislang alle Anschuldigungen, er habe plagiiert zurückgewiesen, schon gar hat er abgestritten, dass er absichtlich getäuscht habe. Am Tag nachdem die Süddeutsche Zeitung über Plagiate in zu Guttenbergs Dissertation berichtet hatte, nannte er am 16. Februar den Vorwurf, seine Doktorarbeit sei ein Plagiat, „abstrus“. Am 18. Februar gestand er zwar „fraglos“ Fehler ein, wies aber weiter den Plagiatsvorwurf „mit allem Nachdruck“ von sich. „Es (!) wurde…zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.“
    Drei Tage später auf einer CDU-Veranstaltung in Kelkheim kam dann das Eingeständnis, er habe „gravierende Fehler“ gemacht, „die den wissenschaftlichen Kodex, den man (!) so ansetzt, nicht erfüllen“. Aber immer noch hielt er daran fest, dass der „diese Fehler nicht bewusst gemacht. Ich habe auch nicht bewusst oder absichtlich in irgendeiner Form getäuscht.“
    Auch in einem Schreiben an die Universität Bayreuth vom 22. Februar hielt zu Guttenberg an dieser Version fest, dass er „zu keinem Zeitpunkt vorsätzlich oder absichtlich getäuscht habe“.

    Am 1. März trat zu Guttenberg zurück. Der Grund läge in der Frage, ob er den höchsten Ansprüchen, die er selbst an seine Verantwortung anlege, noch nachkommen könne. Angesichts massiver Vorwürfe bezüglich seiner Glaubwürdigkeit sei es ihm „ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen.“ Auch gegenüber der Universität Bayreuth.

    Von diesem Zeitpunkt an, so erweist sich jetzt, waren diese Erklärungen nur hohles Pathos. Nachdem im Internet immer mehr Stellen belegt wurden, bei denenen sich zu Guttenberg mit „fremden Federn“ schmückte bröckelte seine Verteidigungslinie, der Vorwurf des Plagiats sei „abstrus“, mehr und mehr.

    Am 23. Februar erkannte die Promotionskommission der Universität Bayreuth zu Guttenberg den Doktortitel wegen objektiver Fehlerhaftigkeit ab. Die Promotionskommission berief sich auf das Verwaltungsverfahrensrecht (§ 48 VwVG) und wich so einem persönlichen Schuldvorwurf aus. Das hat nicht nur bei Angehörigen der Universität Bayreuth, die um den guten Ruf ihrer Hochschule und vor allem auch der juristischen Fakultät besorgt waren, scharfe Kritik ausgelöst.

    Einige tausend Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer haben im März eine „Erklärung zu den Standards akademischer Prüfungen“ unterschrieben, in der sie ihre Enttäuschung zum Ausdruck brachten, dass die Universität Bayreuth die Aberkennung des Doktorgrades „nicht mit vorsätzlicher Täuschung begründet hat“ [PDF - 860 KB]: „Wenn Mängel wie die der zu Guttenbergschen Arbeit lediglich handwerkliche Fehler darstellen sollen, sehen wir die Gefahr, dass die bewährten Standards wissenschaftlicher Arbeit verkommen. Deshalb ist es wichtig, dass mit dem Fall zu Guttenberg kein negativer Präzedenzfall geschaffen wird.“ Ende Februar haben 23.000 Doktoranden einen offenen Brief an die Kanzlerin übergeben, in dem sie beklagten, dass die Kanzlerin das „Erschleichen eines Doktortitels“ als „Kavaliersdelikt“ behandle. Bundestagspräsident Lammert sprach im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre von einem „Sargnagel an der Glaubwürdigkeit der politischen Klasse“. Und Bildungsministerin Schavan schämte sich „nicht nur heimlich“ für das, was da passiert sei.

    Entgegen zu Guttenbergs großspurigen Ankündigungen, „ich werde selbstverständlich aktiv mithelfen, festzustellen, inwiefern darin ein wissenschaftliches – ich betone ein wissenschaftliches Fehlverhalten liegen könnte“ und entgegen seiner Darstellung, es sei ihm ein „aufrichtiges Anliegen“ sich an der Klärung der Fragen hinsichtlich seiner Dissertation auch „gegenüber der Universität Bayreuth“ zu beteiligen, hat sich zu Guttenberg gegenüber der Hochschule äußerst kleinlaut verhalten und die Möglichkeit, sich selbst vor der „Selbstkontroll-Kommission“ zu äußern, verweigert.

    Diese Kommission hat dennoch zu Guttenberg die Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 26. April eingeräumt. Doch offenbar scheinen zu Guttenberg, angesichts der erdrückenden Beweislage, die Ausflüchte und Ausreden auszugehen. Kein Wunder also, dass nun zu Guttenbergs Anwälte die Veröffentlichung des Berichts dieser Kommission, der von einer absichtlichen Täuschung ausgeht, zu verhindern versuchen. Alle bisherigen Erklärungen zur Wahrung seiner „Glaubwürdigkeit“, sind also nur noch Schall und Rauch.

    Selbst der Kanzlerin scheint dieses Vorgehen nur noch peinlich zu sein. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung dringt Angela Merkel auf Aufklärung durch den ehemaligen Verteidigungsminister. Regierungssprecher Seibert erklärte, zu Guttenberg habe volle Unterstützung zugesagt: „Die Bundeskanzlerin erwarte, dass das gilt“.
    (Welche Motive die Kanzlerin dabei verfolgt, mag an dieser Stelle dahinstehen. Vielleicht geht es ihre weniger um die Einhaltung wissenschaftlicher Grundsätze oder um die Rettung der Glaubwürdigkeit von Politikern, als darum, einen lästigen Konkurrenten noch eine Weile kalt zu stellen.)

    Auch in Wissenschaftskreisen erntet zu Guttenberg nur noch Kopfschütteln. Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Bernhard Kempen, sagte Spiegel Online, wer in der Öffentlichkeit Ruhm erfahren habe, müsse auch akzeptieren, dass sein Fehlverhalten öffentlich werde, zu Guttenberg brüskiere seine Universität Bayreuth, wenn er gegen die Veröffentlichung des Berichts vorgehe. Auch die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel oder der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, forderten eine Offenlegung der Ergebnisse der Kommission. «Das Thema hat eine solche öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, dass ich davon ausgehe, dass die Ergebnisse der Kommission der Universität Bayreuth auch veröffentlicht werden», sagte Kleiner der «Rheinischen Post» am Montag.

    An der Universität Bayreuth selbst ist offenbar ein offener Streit darüber ausgebrochen, wessen Ruf nun gerettet werden soll, entweder die wissenschaftliche Reputation der Hochschule oder die „Ehre“ des wegen dieser Plagiatsaffäre zurückgetretenen aber nach wie vor einflussreichen CSU-Politikers.

    Einerseits erklärte der Sprecher der Hochschule, Frank Schmälzle: „Wir wollen eine klare Aussage zum wissenschaftlichen Fehlverhalten zu Guttenbergs treffen und das Thema öffentlich aufarbeiten“ und „Wir haben den Anwälten in einem Schreiben geantwortet und unser Interesse deutlich gemacht, die Öffentlichkeit informiert zu halten.“ Im Regionalblatt Nordbayrischer Kurier (v. 12.04.2011) fügte er sogar noch hinzu, “dass die Universität den Bericht notfalls auch gegen den Willen des Ex-Ministers veröffentlichen wolle”.

    In einem Bericht des Tagesspiegels erklärte allerdings der Präsident der Hochschule, Rüdiger Bormann, man werde den Bericht nicht veröffentlichen, wenn der Politiker bei seinen Vorbehalten bleibe. Schließlich handele es sich „formal“ um einen „internen Vorgang“.

    Dem Uni-Präsidenten, der doch zuvorderst gefordert wäre, den Ruf seiner Hochschule zu verteidigen, man müsste sogar sagen, den angeschlagenen Ruf wiederherzustellen, scheint es offenbar wenig zu kümmern, dass seine Hochschule in der gesamten Republik der Lächerlichkeit preisgegeben wäre, wenn sie einen offenkundigen wissenschaftlichen Täuschungsversuch nicht öffentlich als solchen zu benennen mag. Immerhin wurden laut Spiegel Plagiate auf 70 Prozent der insgesamt 393 Seiten geortet.

    Selbst wenn die Gefahr bestünde, dass der Hochschule nach Privatrecht durch Gericht eine Verletzung des „Persönlichkeitsrechts“ des „Freiherrn“ vorgehalten würde, könnte dieser damit seine „Ehre“ nicht retten. Aber wenn die Hochschule auch nur den Anschein erweckt, einem wie auch immer gearteten politischen Druck zu Lasten ihrer wissenschaftlichen Reputation nachgegeben zu haben, so läge dieser Schatten noch Jahre über dieser Universität.

    Es ist geradezu peinlich, wie der Uni-Präsident „der Politik“ und dem „Freiherrn“ zu Kreuze kriechen möchte, denn wäre der Delinquent ein normaler Bürger namens Schulze oder Schmid, so stellte sich die Frage gar nicht, ob ein Bericht einer Fehlverhaltenskommission geheim gehalten werden sollte (müsste) oder nicht. Jede Hochschule würde von sich aus ein Interesse an der öffentlichen Wiederherstellung ihres wissenschaftlichen Rufes haben.

    Dem Versagen der Hochschule dürfte aber schon bald ein weiteres folgen, nämlich das Versagen der Justiz im „Freistaat“ Bayern. Die Staatsanwaltschaft Hof, bei der rund 80 Anzeigen eingegangen sind, verhält sich gleichfalls seit Wochen zögerlich und merkwürdig zurückhaltend. Sie verweist darauf, dass bislang noch keine Anzeige betroffener Urheberrechtsinhaber eingegangen sei und stellt – weil es sich bei Urheberrechtsverletzung um ein relatives Antrags handelt – in Zweifel, ob ein besonderes öffentliches Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung bestehe.

    Es mag einzelnen Autoren/innen, wie etwa der Schweizer Journalistin Klara Obermüller, deren Urheberrecht verletzt wurde, zu unangenehm sein, persönlich eine Anzeige zu erstatten, für die meisten Betroffenen wäre es Genugtuung genug, wenn diese Rechtsverletzung öffentlich festgestellt würde.

    Da mag zu Guttenberg selbst erklärt haben, es würde „im öffentlichen Interesse wie in meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen…zeitnah geführt werden könnten“, es steht zu befürchten, dass für die bayerische Staatsanwaltschaft diese Beteuerungen des Freiherrn keine Rolle spielen, und das, obwohl in der Dissertation, um es klar zu sagen, „geklaut“ wurde, was das Zeug hält. Von einer geringfügigen Schutzrechtsverletzung kann jedenfalls bei diesem Ausmaß an Plagiaten kaum noch die Rede sein, sonst wäre das Urheberrecht nichts mehr wert.

    Wenn ein Minister wegen Plagiatsvorwürfen zurücktreten musste und wenn er gegenüber der Öffentlichkeit bis heute diese Vorwürfe leugnet, dann soll diese Öffentlichkeit kein besonderes Interesse an der Aufklärung der Wahrheit haben? Man müsste sich dann Fragen, was überhaupt noch von besonderem öffentlichen Interesse wäre.

    Zu Guttenberg hatte in einem Punkte völlig Recht, es liegt vor allem auch in seinem Interesse, dass die staatsanwaltlichen Ermittlungen zügig geführt werden. Sollte aber der Bericht der Fehlverhaltenskommission der Universität geheim gehalten und darüber hinaus auch noch das das strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingestellt werden, dann wird ihm noch lange ein äußerst unangenehmes Geschmäckle nachwehen.
    Da wäre es auch Interesse zu Guttenberg sicherlich besser, es würde ein für alle Mal klarer Tisch gemacht.

    April 08 2011

    02mydafsoup-01

    via twitter:

    infopointaudim #SZ: Verfassungsänderung >> Heribert #Prantl besucht #Guttenberg s Doktorvater #Häberle in #Bayreuth http://scr.bi/etgfuA

    March 27 2011

    March 25 2011

    02mydafsoup-01
    via Kundenbildergalerie für Freiherr zu Guttenberg - Fußnoten | 1973

    Die Familie legt wert auf Tradition - der Enkelsohn in Großpapas Fußstapfen.
    Reposted bykrekk krekk

    March 09 2011

    02mydafsoup-01

    Stellungnahme des „Qualitätszirkels Promotion“ zu Plagiarismus und Promotion | idw-online.de 2011-03-09

     

    Bernd Hegen
     
    Referat Öffentlichkeitsarbeit - Universität Koblenz-Landau  - 09.03.2011 11:27

    Wir, die unterzeichnenden Mitglieder des Qualitätszirkels Promotion, einem Bundesländer übergreifenden Netzwerk verschiedener Graduiertenschulen und -zentren, haben mit großer Bestürzung den Guttenbergschen Plagiatsfall, den bagatellisierenden Umgang der Bundesregierung damit und die dennoch anhaltende Unterstützung zu Guttenbergs durch die Bevölkerung zur Kenntnis genommen. Auch wenn Herrn zu Guttenberg mittlerweile der Doktortitel aberkannt wurde und er von seinem Amt zurück getreten ist, möchten wir uns äußern, da die Debatten der vergangenen Wochen weitreichende Konsequenzen für die Nachwuchsförderung und den Wissenschaftsbetrieb haben und nicht mit dem Rücktritt des Ministers beendet sind.

    Wir möchten festhalten, dass es sich bei Plagiarismus aus wissenschaftlicher Sicht keinesfalls um „handwerkliche Fehler“ oder lediglich „schlechte Wissenschaft“ handelt: Es geht hier um Betrug, der Kern des wissenschaftlichen Selbstverständnisses ist berührt.

    Wenn wissenschaftlich Tätige nicht mehr selbstverständlich davon ausgehen können, dass ihre Kolleginnen und Kollegen genauso gewissenhaft und mit denselben hohen Maßstäben ihre Forschung betreiben wie sie selbst, ist Wissenschaft unmöglich. Das gilt für die Naturwissenschaften und die Geisteswissenschaften gleichermaßen: Als seriöser Forscher/seriöse Forscherin muss ich meine Datenherkunft angeben, muss ich meine Quellen darlegen, damit andere diese überprüfen können. Nur durch die intersubjektive Nachprüfbarkeit entsteht wissenschaftlicher Diskurs und sind valide Forschungsergebnisse möglich.

    [...]


    via twitter
    Reposted byFreeminder23towser

    March 07 2011

    March 06 2011

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