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December 20 2013

E-Learning-Magazin: „Open Access und OER sind bei der zukünftigen Regierung angekommen“

Vor kurzem erschien die elfte Ausgabe des „Hamburger E-Learning-Magazins“. Als Schwerpunkt-Thema wählte die Redaktion die „Open Educational Resources“ (OER), also freie Bildungsmedien. Auf über 30 Seiten geht es dabei unter anderem um Begriffsdefinitionen und Ökosysteme für OER, anhand zahlreicher Projekte beleuchtet das Magazin die Praxis und den Status quo bei den freien Bildungsmedien. In eigener Sache: Zu den urheberrechtlichen Aspekten hinsichtlich OER steuerte iRights.info einen Artikel bei, der die OER-Studie von Medienrechtsanwalt Till Kreutzer in den wesentlichen Punkten zusammenfasst.

Mit aktuellem Bezug zum Koalitionsvertrag der neuen Regierung schreibt die E-Learning-Beauftragte der Universität Hamburg, Angela Petz, in ihrem Vorwort:

 „Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition steht: ‘Schulbücher und Lehrmaterial auch an Hochschulen sollen, soweit möglich, frei zugänglich sein, die Verwendung freier Lizenzen und Formate ausgebaut werden.‘ Open Access und OER sind bei der zukünftigen Regierung angekommen.  … Die EU-Kommission ist mit dem Aktionsplan ‘Die Bildung öffnen‘ schon einen Schritt weiter, auch mit der deutlichen Aussage, dass ‘sicherzustellen ist, dass alle aus öffentlichen Haushalten finanzierten Lehrmittel für jeden zugänglich sind.‘“

Herausgeber des kostenlosen Magazins ist das Zentrale E-Learning-Büro der Universität Hamburg, es erscheint seit Dezember 2008 halbjährlich, jeweils als PDF-Datei. Hier der Direktlink zur aktuellen Ausgabe #11 mit OER-Schwerpunkt (PDF).

August 16 2013

Schulbuch-o-mat: Erstes freies Schulbuch Deutschlands veröffentlicht

Seit Dienstag ist mit „Biologie 1, Klasse 7/8 Berlin“ erstmals ein komplettes, Rahmenplan-gerechtes Schulbuch als freies Werk kostenlos verfügbar. Finanziell unterstützt wurde es via Crowdfunding, entstanden ist es in einem Wiki. Durch die Integration von zwar freiem, aber nicht für kommerzielle Verwendung freigegebenem Content gilt es jedoch als nicht ganz OER-konform.

Etwa eine Woche nach Beginn des Berliner Schuljahres 2013/14 liegt die Version 1.0 eines in vieler Hinsicht neuartigen Schulbuches vor. „Biologie 1, Klasse 7/8“, so der Titel, ist das erste freie Schulbuch Deutschlands. Es ist kostenlos und nur digital verfügbar, kann frei genutzt und weitgehend frei verwendet werden – als E-Book oder in der PDF-Version, online oder selbst ausgedruckt, digital wie analog.

Das Buch orientiert sich am geltenden Rahmenplan für Berliner Schulen. „Wir haben den Lehrplan  punktgenau abgearbeitet und die Inhalte unseres Schulbuchs bieten hundertprozentige Deckung“, sagt Hans Hellfried Wedenig von der „Initiative Schulbuch-o-mat“, einer der Initiatoren und Herausgeber.

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Titelseite (CC BY-SA 3.0)

Hinter der Initiative Schulbuch-o-mat stehen der Medienproduzent Hans Hellfried Wedenig und der Biologie- und Sport-Lehrer Heiko Przyhodnik. Für Przyhodnik war die Trägheit schulischer Bildungsmaterialien ausschlaggebender Impuls.

Ein freies Werk, das permanent erweitert und aktualisiert werden kann, sollte Schülern, Eltern und Lehrern einen aktuellen, individuellen und kostenlosen Zugang zu Lehrmaterialien bieten: „Dies schafft eine bisher nicht da gewesene Transparenz des Lerngegenstandes”, ist Przyhodnik überzeugt.

Angepasstes Mediawiki als Autorensystem schreckte viele ab

Für die Realisierung richteten beide im Oktober 2012 eine Crowdfunding-Kampagne auf startnext ein und überschritten Mitte Januar diesen Jahres die Zielmarke von 10.000 Euro, die von insgesamt 236 Unterstützern kamen.

Bei der konkreten Umsetzung diente ihnen das Autorensystem LOOP, eine Entwicklung der Fachhochschule Lüneburg. LOOP ist eine Anpassung der Open-Source-Software Mediawiki, auf der auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia basiert. „Für einen Großteil der von uns angesprochenen und an der Mitwirkung interessierten Lehrer und Fachleute war die Arbeit in einem solchen Wiki jedoch abschreckend und zu komplex. Viele scheuten sich, in bestehende Artikel einzugreifen oder eigene, neue zu schreiben“, erzählt Hans Wedenig.

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Die Schulbuch-o-mat-Initiatoren Hans Hellfried Wedenig, Medienproduzent und Berater, und Heiko Przyhodnik, Biologie- und Sport-Lehrer

Diese Erfahrung hat sie überrascht – und warf ein ernstes Problem auf: Die versprochene Zielvorgabe zum Schulstart nach den Sommerferien 2013 das fertige Buch vorzulegen, wäre mit so wenig Leuten nicht zu erfüllen gewesen. Im Verlauf des Projekts einigten sie sich mit der US-amerikanischen Foundation CK-12, von ihr spezifische Text-Inhalte zu übernehmen, erklären sie in einem Abschluß-Blogeintrag bei Startnext.

CK-12 ist Anbieter freier, speziell für die Zielgruppe der 12- bis 16-Jährigen und für das Medium E-Book konzipierter Biologie-Schulbücher. So floss ein Teil der Crowdfunding-Gelder in die Übersetzung des US-Content, der nun einen gewichtigen Teil des Schulbuches ausmacht. Ob dieser Import eine gute Lösung war, muss sich wohl erst noch beweisen.

Die bei Texten geltende CC „NC“-Lizenz erregt Unmut der OER-Community

Zudem sind die Texte des US-Anbieters zwar prinzipiell frei, dürfen aber nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Daher stehen die Biologie 1-Texte unter der Creative-Commons-Lizenz „CC BY-NC-SA“, können also zumindest kopiert, ausgetauscht, verändert, ergänzt werden (alle Abbildungen stehen unter der Lizenz „CC BY-SA”). Die „NC“-Kennzeichnung der Texte war nicht geplant, räumen Wedenig und Przyhodnik ein. Sie weisen darauf hin, dass die Lizenzen kapitel- oder abschnittsweise definiert seien, so dass einzelne Teile in Zukunft ersetzt und unter eine freiere Lizenz gestellt werden können.

Gleichwohl erregt dieser Kompromiss momentan Unmut in der OER-Community (OER steht für „Open Educational Resources“). Sie setzt sich für komplett freie Bildungsmedien ein und sieht in der NC-Lizenz einen Fallstrick. Die Option, frei verfügbare Inhalte auch in kommerzielle Produkte überführen zu können, ebnet Refinanzierungswege für die oft ehrenamtlich und auf Vorleistungen beruhenden OER-Projekte. Solange die NC-Lizenz steht, sei der Schulbuch-o-mat-Titel kein sortenreines OER-Projekt. Und auch die bis dato vorgesehene Vorstellung des „Biologie 1“-Projekts bei der von Wikimedia veranstalteten OER-Konferenz in Berlin* wäre damit gefährdet, heisst es innerhalb der OER-Community.

Die Schulbuch-o-mat-Macher müssen also auf die nächsten Wochen und Monate und ein Engagement der Lehrer und interessierten Bildungsmedien-Fachleute hoffen: „Wir möchten den NC-Zusatz für Texte Schritt für Schritt entfernen. Bereits für die Version 1.1 ist vorgesehen, ein komplettes Kapitel so auszubauen, dass es ohne NC auskommt.“ Doch ohne neue Mitschreiber wird das nicht gelingen – allerdings fiel es bislang schon schwer, sie davon zu überzeugen, aktiv mitzumachen

Bei Schulbuch-Hacking-Days sollen Schüler das Buch erweitern

Für’s nächste setzen beide nicht nur auf die Lehrer, die für Stoffvermittlung und Themenaufbereitung aus ihrer täglichen Arbeit schöpfen könnten. Vielmehr veranstalten sie im Herbst in Berlin mehrere Schulbuch-Hacking-Days (gefördert von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, mabb). In eintägigen Workshops wollen sie hier zu einzelnen Buch-Abschnitten mit den Schülern neue Inhalte entwickeln, etwa Videos, in denen Schüler sich gegenseitig bestimmte Themen erklären, die sie sich zuvor erarbeitet haben. Zudem sollen die neuen Inhalte innerhalb der Workshops direkt in das aktuelle Werk hinein veröffentlicht werden. Auch das wäre für Schulbücher etwas ganz Neues.

*Hinweis: An der OER-Konferenz Mitte September in Berlin wirken auch Vertreter von iRights.Law als Referenten mit, mehr dazu im Programm

Reposted byphintech phintech

March 12 2013

Freie Lernmaterialien fördern – Anhörung im Landtag Nordrhein-Westfalen

Am 13.03.2013 führt der Ausschuss für Schule und Weiterbildung des Landtag Nordrhein-Westfalen eine öffentliche Expertenanhörung zum Thema Open Educational Ressources (OER) bzw. auf deutsch, zu freien Bildungs- und Lernmaterialien, durch. Der Anhörung liegt der Antrag der Fraktion der Piraten “Freie Lernmaterialien fördern!” mit der Drucksache 16/1253 (PDF-Dokument) zugrunde. Von iRights.info wird Philipp Otto als Experte vor Ort sein und Stellung nehmen.

Die Piraten streben im Antrag eine Förderung von freien Lernmaterialien durch das Land an. Dazu gehört:

a) in den Schulen über die Fragen von Urheberrechten im Zusammenhang von Nutzung, Erstellung und Austausch von Lernmaterialien zu informieren,
b) in den Schulen sowie durch die Medienberatung NRW für den Einsatz von Lernmaterialien unter freier Lizenz zu werben,
c) die gezielte Suche nach Lernmaterialien unter freier Lizenz in learn:line NRW möglich zu machen.

Die Anhörung wird via Livestream morgen ab 13.30 Uhr übertragen.

September 15 2010

02mydafsoup-01

open-education - The University of Utopia

Opening Education Beyond the Property Relation: From Commons to Communism.

Paper accepted for the Open Education Conference 2010

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Abstract

Open Education, and specifically the OER movement, seeks to provide universal access to knowledge, undermining the historical enclosure and the increasing privatisation of the public education system. In this paper we examine this aspiration by submitting the implicit theoretical assumptions of Open Education to the test of critical political economy. We acknowledge the Open Education movement's revolutionary potential but outline the inherent limitations of its current focus on the commons (property relations) rather than the social relations of capitalist production (wage work, the company) and because of this, argue that it will only achieve limited, rather than revolutionary, impact.

Introduction

The opening of education beyond the property relation is distinguished by two terms that are often used interchangeably, yet retain subtle differences: Open Education and Open Educational Resources.

Open Education refers to recent efforts by individuals and organisations across the world to use the Internet to share knowledge, ideas, teaching practices, infrastructure, tools and resources, inside and outside formal educational settings. Through collaboration and experimentation, new pedagogies and curricula are emerging. Although the term Open Education has been used since the 1960s, the current dominant use of the term refers to co-ordinated efforts during the past decade to exploit the growing availability of personal computers and increasingly ubiquitous high speed networks.

Open Educational Resources (OER) refers to both the worldwide community effort to create an educational commons and the actual “educational materials and resources offered freely and openly for anyone to use and under some licenses to re-mix, improve and redistribute” (Wikipedia). Typically, those resources are made available under a Creative Commons license and include both learning resources and tools by which those resources are created, managed and disseminated. As both a means of protecting and liberating research, teaching and learning materials, OER relies heavily on the use of open licenses, all of which are in one way or another derived from the General Public License (GPL) and Berkeley Software Distribution (BSD) licenses first created in 1989. Since the 1990s, software has been created and distributed using such licenses and it is widely acknowledged that Creative Commons was inspired by, and drew experience from, the use of open licenses in the world of software.

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