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September 06 2013

Cloud-News: SSL-Verschlüsselung, Späh-Affäre, Spotify-Streit

Auch verschlüsselte Datenverbindungen können offenbar von Geheimdiensten ausgespäht werden, Datenschützer kritisieren mangelnde Aufklärung der Späh-Affäre, Streit um Playlists bei Spotify, Warten auf Spiele-Streaming in Europa. Die Cloud-News der Woche:

Bericht: Geheimdienste können auch verschlüsselten Datentransport ausspähen

Auch verschlüsselte Verbindungen über den SSL- bzw. HTTPS-Standard sind offenbar nicht vor möglicher Ausspähung durch die NSA und sein britisches Pendant GCHQ sicher. Das berichten gemeinsam der Guardian, die New York Times und Pro Publica mit Berufung auf Unterlagen aus dem Snowden-Fundus. Solche Verschlüsselungs-Standards bilden eine technische Grundlage für viele alltägliche Nutzungen des Internets und sichern den Datentransport; etwa beim Online-Einkauf, bei Cloud-Diensten oder bei der Übertragung von E-Mails. Sicherheitsforscher Bruce Schneier sagte gegenüber dem Guardian, die Geheimdienst-Programme mit den Codenamen „Bullrun” (NSA) und „Edgehill” (GCHQ) unterminierten die Grundstruktur des Internets.

Datenschützer kritisieren mangelnde Aufklärung und Konsequenzen der Späh-Affäre

Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hat die Politik aufgefordert, die gegenwärtige Späh-Affäre aufzuklären und das nationale, europäische und internationale Recht zum Schutz der Privatsphäre und der Grundrechte weiterzuentwickeln. „Die staatliche Pflicht zum Schutz der Grundrechte erfordert es, sich nicht mit der gegenwärtigen Situation abzufinden“, heißt es in einer Erklärung. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert darüber hinaus, das Bundesinnenministerium behindere die Aufklärung. Er habe das Minsterium sowie den Verfassungsschutz wegen Verstoßes gegen ihre gesetzliche Mitwirkungspflicht beanstandet, schreibt Schaar in einem Forenbeitrag.

Playlists: Musiklabel Ministry of Sound klagt gegen Spotify

Die Londoner Plattenfirma Ministry of Sound klagt gegen den Streaming-Dienst Spotify. Das berichtet der Guardian. Das Label sieht offenbar eine Urheberrechtsverletzung im Fall von Playlists, die von Nutzern angelegt wurden und in der Titelauswahl und Benennung Compilations des Labels nahekommen. Während das Label seine eigenen Veröffentlichungen nicht bei Spotify anbietet, handelt es sich bei den Ministry-of-Sound-Compilations überwiegend um anderswo veröffentlichte Titel. Das Musiklabel will Spotify vor dem britischen High Court auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch nehmen. Das Gericht wird sich nun mit der Frage beschäftigen müssen, ob reine Zusammenstellungen von Musikstücken in Compilations noch einmal eigens geschützt sein können – wahrscheinlich als Datenbank.

„Breitband-Probleme”: Vorerst kein Spiele-Streaming bei Sony

Spielefreunde in Europa werden auf Cloud-Features von Sonys vor kurzem vorgestellter Konsole Playstation 4 noch längere Zeit warten müssen. Über den Dienst „Gakai” ist es dort möglich, Spiele für ältere Generationen der Sony-Konsole aufs Gerät zu streamen. In Europa wird der Dienst jedoch vorerst nicht zur Verfügung stehen. In einem Interview mit dem Spielemagazin Edge machte Sony-Spielechef Jim Ryan nicht näher definierte „Probleme mit Breitband” in Europa dafür verantwortlich. Einen Zeitplan für europäische Nutzer gäbe es daher noch nicht.

August 30 2013

Cloud-Links: Blick in die Dropbox, Speicherdienste in Firmen, Big Data

Mehrere Sicherheitslücken bei Dropbox und Co. offenbart, „Big Data” stößt in Deutschland auf Skepsis, Musikdienst Grooveshark mit Lizenz: Cloud-Links der Woche.

Sicherheitsexperten blicken in Dropbox

Den Sicherheitsforschern Dhiru Kholia und Przemysław Węgrzyn ist es gelungen, den bislang nicht öffentlich bekannten Code der Software von Dropbox zu entschlüsseln. Damit soll es möglich sein, das Programm zu übernehmen und Accounts des weit verbreiteten Cloud-Speicherdiensts zu kapern. Die Forscher wenden sich gegen das Konzept der „security through obscurity“, auf das sich Nutzer nicht verlassen könnten. Zeit Online fasst die Hintergründe zusammen, der Vortrag der Forscher auf der „Woot”-Konferenz steht als Video online. Auf Anfrage von golem.de teilte das Unternehmen mit, „relevante Sicherheitslücken” seien nicht offenbart worden, man bedanke sich jedoch für den Beitrag der Forscher.

Dropbox, Skydrive & Co. können Schadsoftware einschleusen

Über ein weiteres Sicherheitsproblem, das die Verwendung von Dropbox, aber auch weiterer Cloud-Speicherdienste wie Google Drive, Microsoft Skydrive, Sugarsync und Amazon Clouddrive betrifft, berichtet die Technology Review. Über die Sychronisierungsfunktion könnten Firewalls in Firmen umgangen und damit Schadsoftware in Firmennetzwerke eingeführt werden, führte der Digitalforensiker Jacob Williams auf der Blackhat-Konferenz aus (PDF). Dropbox hat zu dazu noch keine Stellung genommen.

Big Data stößt auf Skepsis, Datenschützer beraten

Nach einer von der Telekom-Tochter T-Systems in Auftrag gegebenen repräsentativen Befragung (PDF) sieht die Mehrheit der Bürger in Deutschland „Big Data”-Analysen kritisch. Auf die Frage „Finden Sie es in Ordnung, wenn Unternehmen in größerem Umfang Daten über ihre Kunden sammeln und auswerten, oder finden Sie das nicht in Ordnung?” antworteten 71 Prozent, sie fänden es nicht in Ordnung, 11 Prozent sehen kein Problem. Der NSA-Überwachungsskandal habe diese Haltung verstärkt, so die Studie. Datenschützer haben sich dem Thema „Big Data“ diese Woche auf einer Tagung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein gewidmet. Dabei habe „Ratlosigkeit auf hohem Niveau” geherrrscht, meint Detlef Borchers bei Heise Online.

Musikdienst Grooveshark jetzt mit Sony-Lizenz

Der Online-Musikdienst Grooveshark hat mit Sony/ATV, einem der drei großen Majorlabels, einen Lizenzvertrag geschlossen, wie das Unternehmen aus Florida am Dienstag mitgeteilt hat. Der Dienst, über den Nutzer ihre Musik ins Netz laden und von dort wieder streamen können, ist bis jetzt mehrfach in Urheberrechtsstreitigkeiten mit der Musikindustrie verwickelt gewesen. Vor einem US-Berufungsgericht verlor der Dienst im April einen Streit mit Universal Music. In Deutschland wird der Dienst seit 2012 nicht mehr angeboten.

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