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November 13 2013

November 12 2013

Castex vs. Vitorino: Die Zukunft der Privatkopie in Europa

Das System der Privatkopie-Vergütung ist in Europa uneineinheitlich geregelt. Mit den Berichten von Françoise Castex und António Vitorino gibt es gleich zwei Papiere, die Neuregelungen entwerfen, aber zugleich am bestehenden System festhalten. Joachim Losehand vom Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE!AT) vergleicht und kommentiert.

Nicht nur in Österreich sind die Privatkopie und die „Leerkassettenvergütung” ein intensiv diskutiertes Thema. Schon die ur-österreichische Debatte um die Einführung einer „Festplattenabgabe” weist über die Grenzen. Händler, Hersteller und Importeure argumentieren gegen die Erweiterung der Abgabe auf jegliche Speichermedien(geräte), dass im europäischen Ausland geringere Vergütungen an die Verwertungsgesellschaften bezahlt werden müßten und ihnen damit im Binnenmarkt ein Wettbewerbsnachteil zugemutet werde. Denn jeder Konsument könne im Ausland billiger Speichermedien erstehen und dann zum eigenen Gebrauch nach Österreich einführen.

Doch nicht nur die Höhe der Abgabe ist in Europa unterschiedlich geregelt. Auch die Art, wie die Vergütung eingehoben wird, ist von Land zu Land unterschiedlich. Zwar knüpfen die meisten Länder, wie Deutschland, Finnland, die Niederlande usw., die Einhebung an die Geräte oder Leermedien. Doch in Polen ist die Abgabe Teil des Endverbraucherpreises der urheberrechtlich geschützten Werke wie Bücher, Filme usw., also nicht an ein Leermedium geknüpft.

Und in Norwegen – nicht Mitglied der EU, aber Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes – wird die Abgabe aus Budgetmitteln abgeführt, das heißt indirekt über die Steuerbelastung. Luxemburg kennt als einziges EU-Land zwar das Recht zur Privatkopie, aber keine Kompensation dafür, was einerseits in der Theorie mit internationalen Verträgen und EU-Recht nicht vereinbar ist, andererseits in der Praxis natürlich dazu führt, dass Luxemburg eine Drehscheibe für den Import und Handel für Leermedien und Speichergeräte ist.

Beim Thema „Privatkopie und Vergütung” in Europa an einem Strang zu ziehen, ist also auch ohne die Binnenmarkt-Doktrin plausibel.

Vitorino: Abgabensysteme vs. Binnenmarkt

Der ehemalige EU-Kommissar für Justiz und Inneres, António Vitorino, war im Auftrag des Binnenmarkt-Kommissars Michel Barnier mit dem Vorsitz einer Vermittlung zwischen den Interessengruppen beauftragt worden und hat im Januar 2013 seinen Abschlussbericht vorgelegt.

Drei grundlegende Aspekte streicht sein Bericht heraus:

  1. Der Begriffs des (tatsächlichen) „Schadens”, der Urhebern und Rechteinhabern durch das Recht zur Privatkopie entsteht und für den die Höhe der Kompensation entscheidend ist, soll EU-weit einheitlich geregelt werden.
  2. Wenn private Endkunden von einem Werk eine Nutzungslizenz für mehrere Endgeräte erwerben, sind diese lizenzierten Kopien auf den verschiedenen Geräten keine Privatkopie im Sinne des Gesetzes und sind darum auch nicht vergütungspflichtig.
  3. Das Abgabensystem soll beim Händler vor Ort ansetzen und nicht, wie bislang üblich beim Importeur, der zwar die Abgabe abführen muß und dafür haftet, jedoch die Kosten an die Händler weitergibt.

In jedem Fall soll das System für alle Beteiligten praxisnaher, vor allem auch die Endverbraucher transparenter und grundsätzlich einfacher werden. Am System der Geräte- bzw. Medien-abhängigen Abgabeneinhebung soll jedoch festgehalten werden.

Castex: Privatkopievergütung vor Nutzungslizenzen

Einen weiteren Bericht als Anstoß für eine Resolution des Europäischen Parlaments hat die französische Europaabgeordnete Françoise Castex kürzlich veröffentlicht, der von der Bürgerrechtsorganisation European Digital Rights, Partnerorganisation von VIBE, kommentiert wurde.

Françoise Castex unterstreicht die Wichtigkeit des Rechts zur Privatkopie und besonders auch die Höhe der eingehobenen Summen (EU-weit 600 Millionen Euro jährlich), die Künstlern bzw. Rechteinhabern direkt oder indirekt zugute kommen und damit den Sektor Kunst und Kultur nachhaltig fördern. Ähnlich wie für die österreichische Initiative „Kunst hat Recht” sind für sie die Einnahmen aus der Privatkopie ein wesentliches finanzielles Standbein von Kunst und Kultur. Darum rät sie auch dazu, etwaige „Anti-Piraterie”-Kampagnen in „Pro-Privatkopie“-Kampagnen umzuwidmen und bei aus Mitteln der Privatkopie geförderten Produktionen ausdrücklich darauf hinzuweisen.

Zusätzlich zu Speichermedien und -geräten sieht Françoise Castex die Möglichkeit, grundsätzlich auch bei Diensten („services”), die Privatkopien ermöglichen, eine Abgabenpflicht vorzusehen. Im Unterschied zum Vittorino-Report schlägt sie vor, weiterhin die Abgabe einheitlich bei Herstellern und Importeuren einzuheben. Und sie betont, dass private Nutzungslizenzen kein Ersatz für die Privatkopie darstellen und dass diese Nutzungslizenzen das Recht zur Privatkopie nicht aushebeln können. Folgerichtig fordert sie die Industrie dazu auf, DRM-Schutzmaßnahmen nicht anzuwenden, da diese ja eine legale vergütungspflichtige Privatkopie verhindern.

Den bei jeder „Leerkassettenvergütung” bestehende Widerspruch, eine konkrete tatsächliche Höhe des monetären Ersatzes für den möglichen, das heißt fiktiven Schaden zu ermitteln, greift sie in ihrem kurzen Papier jedoch nicht an, sondern beläßt es beim üblichen Status quo: Auch in Österreich wird die Höhe der jeweiligen Vergütung vornehmlich zwischen Verwertungsgesellschaften und Wirtschaftskammer ausgehandelt.

Zwei mal Festhalten am bestehenden System

Dem Vitorino-Report gehören deutlich mehr Sympathien seitens der Digitalen und Kreativwirtschaft, während beim Castex-Papier natürlich die Handschrift der Verwertungsgesellschaften und Rechteinhaber-Vertretungen sichtbar ist. Die Verhandlungen sind im Fluss und beide Stellungnahmen sind Teil des politischen Willensbildungsprozesses.

Allgemein fraglich ist jedoch: die übereinstimmende Verknüpfung der Privatkopie-Abgabe an multifunktionale physische Geräte und Datenträger und die Tatsache, dass eine Kompensation für einen fiktiv oder tatsächlich erlittenen Schaden für Urheber und Rechteinhaber als eine unverzichtbare Säule zur Kunst- und Kulturfinanzierung festgeschrieben wird.

Jedenfalls ist das Modell, einen Gutteil des (kulturellen) Lebens nicht durch Leistungen, sondern durch Entgelte aus Schadenersatzansprüchen zu finanzieren, nicht auf den Markt und nicht auf unser eigenes Leben plausibel anwendbar. Was aber der Lebensunwirklichkeit des Urheberrechts auch allgemein entspricht.

Dieser Beitrag ist ein Crosspost von unwatched.org mit freundlicher Genehmigung.

March 29 2013

Droit d'auteur en Europe : nous avons besoin d'actions, pas de consultations !

Paris, 29 mars 2013 — Deux ans après une première consultation sur la directive IPRED1, la Commission européenne en mène en ce moment une nouvelle concernant « l’efficacité des procédures civiles visant à faire respecter les droits de propriété intellectuelle ». De nombreux aspects de cette nouvelle consultation sont similaires à ceux de la précédente, et appellent donc des réponses similaires. Ainsi, La Quadrature du Net renvoie à la Commission sa précédente réponse [en] et dénonce cette manœuvre destinée à gagner du temps en vue de retarder l'ouverture du débat sur l'urgente nécessité de réformer le droit d'auteur.

Initialement, la Commission européenne avait proposé de modifier IPRED pour l'« adapter » à l'évolution de l'environnement numérique, et renforcer ainsi la guerre contre le partage sur Internet, dans la droite ligne d'ACTA2. L'unique objectif de cette nouvelle consultation est de repousser la réforme du droit d'auteur3, après le rejet d'ACTA par le Parlement européen et la mobilisation citoyenne contre ces mesures dangereuses pour nos libertés en ligne. Plutôt que d'essayer de gagner du temps et de continuer à protéger les intérêts de l'industrie du divertissement, la Commission européenne doit mettre le droit d'auteur au service de l'accès à la culture en révisant la très controversée directive EUCD 2001/29 sur le droit d'auteur4. En 2010, plutôt que de commander une véritable étude indépendante sur IPRED et ses conséquences, la Commission européenne s'était contentée de publier un rapport reproduisant les demandes de l'industrie du divertissement, dans le but de réduire les exonérations de responsabilité des intermédiaires techniques. Neuf ans après la promulgation d'IPRED et de ses mesures répressives, il est plus que temps de mener une vraie étude d'impact afin de démontrer l'échec de l'adaptation du droit d'auteur à Internet, de réviser cette directive, et d'initier enfin une réforme permettant l'adoption d'un cadre législatif adapté à l'ère numérique.

Les citoyens peuvent soumettre leur propre réponse à la consultation jusqu'au 30 mars (et probablement jusqu'à lundi matin), pour mettre en lumière ces points clés et ne pas entrer dans le jeu de la Commission européenne.

Télécharger la réponse de La Quadrature du Net : “IPRED Versus The Sharing of Culture: Moving Away From Enforcement” (PDF).

Voir aussi les conseils [en] de l'EDRI pour répondre à cette consultation.

Pour plus d'informations et en discuter, vous pouvez vous rendre sur notre forum.

Coordonnées du service de la Commission européenne responsable de la consultation
DG Marché intérieur et services,
Unité D.3 – Lutte contre la contrefaçon et la piraterie

Courrier électronique :
markt-iprenforcement@ec.europa.eu

Adresse postale :
Commission européenne
SPA 2
1049 Bruxelles
Belgique

  • 1. IPRED (Intellectual Property Rights Enforcement Directive) est une directive européenne qui organise la répression contre les atteintes au droit d'auteur, aux brevets, au droit des marques, etc. Parce que son champ d'application est trop large, IPRED compromet l'accès à la culture et met un frein au développement de nouvelles technologies, de pratiques culturelles comme le remix, et à l'innovation en général.
  • 2. IPRED pourrait pousser les acteurs de l'Internet – moteurs de recherche, hébergeurs, sites Internet, fournisseurs d'accès – à automatiser la censure des communications et des contenus pour empêcher le partage de la culture.
  • 3. Voir les propositions de La Quadrature : https://www.laquadrature.net/fr/elements-pour-la-reforme-du-droit-dauteur-et-des-politiques-culturelles-liees
  • 4. Ou Directive 2001/29/CE du Parlement européen et du Conseil du 22 mai 2001 sur l'harmonisation de certains aspects du droit d'auteur et des droits voisins dans la société de l'information

EU Copyright: We Need Actions, Not Consultations!

Paris, 29 March 2013 — Two years after a first consultation, the European Commission is conducting yet-another public consultation on the “Civil enforcement of intellectual property rights”, essentially on the IPRED directive1. Many aspects of this new consultation are similar to the previous one, and call for similar answers. La Quadrature du Net therefore re-sent its previous submission and denounces a process aiming at buying time to delay any debate on the urgent need to reform copyright.

Initially, the European Commission proposed a revision of IPRED to “adapt” it to the digital environment, and to step up the war against online sharing, in line with ACTA2. This new public consultation's only purpose is to postpone the urgent reform of copyright3, after the rejection of ACTA by the European Parliament and the mobilization of citizens against such dangerous repressive measures online. Rather than trying to buy time and continuing to protect the interest of the entertainment industry, the European Commission must urgently make copyright serve access to culture by overhauling the heavily criticized 2001/29 EUCD Copyright Directive4. In 2010, instead of commissioning a truly independent study of IPRED and its impact, the European Commission services produced a report which is a mere reproduction of the entertainment industry calls for weakening the liability exemptions of intermediaries. Nine years after the enactment of IPRED and its repressive measures, it's time to finally conduct a true impact study in order to illustrate its failure to adapt copyright to Internet communications, to revise it and to open a real debate on a legislative framework adapted to the digital era.

Citizens can submit their own response to the consultation until the 30 March (and probably until Monday morning), to make these points clear and avoid playing the European Commission's game.

Download La Quadrature du Net's response: “IPRED Versus The Sharing of Culture: Moving Away From Enforcement” (in PDF).

See also, the EDRI's answering guide.

To get more information and discuss this, you can visit our forum.

EU Commission contact details
Responsible service:
Internal Market and Services DG,
Unit D.3 – Fight against counterfeiting and piracy

E-mail:
markt-iprenforcement@ec.europa.eu

Postal address:
European Commission
SPA 2
1049 Brussels
Belgium

  • 1. IPRED (Intellectual Property Rights Enforcement Directive) is an EU directive organizing the repression of infringements of copyrights, patents, trademarks, etc. Because of its overreaching nature, IPRED harms access to culture, and hampers new cultural practices such as remixing, but also the development of new technologies and innovation in general.
  • 2. IPRED can be used to push Internet actors –search engines, hosting services, access providers– to automatically censor communications in order to combat online sharing of cultural works.
  • 3. See La Quadrature's proposals: https://www.laquadrature.net/en/elements-for-the-reform-of-copyright-and-related-cultural-policies
  • 4. Officially the Directive 2001/29/EC of the European Parliament and of the Council of 22 May 2001 on the harmonisation of certain aspects of copyright and related rights in the information society

February 04 2013

Commission européenne : tentative scandaleuse d'éviter la réforme du droit d'auteur

Bruxelles, 4 février 2013 — Aujourd'hui commence « Des licences pour l'Europe », une initiative de l'Union européenne organisée par la Commission pour débattre des problèmes du régime du droit d'auteur. Plutôt que de mettre en place une vaste réforme qui mettrait un terme à la répression aveugle des pratiques culturelles basées sur le partage et le remix, la Commission met en place une parodie de débat. 75 % des participants au groupe de travail concernant les « utilisateurs » sont affiliés à l'industrie1, et les sujets et objectifs choisis assurent que l'industrie sera satisfaite et que rien ne changera véritablement. À travers cette initiative, la Commission européenne démontre son mépris pour les citoyens qui ont contribué à repousser ACTA et restent mobilisés contre les mesures restrictives.

La Quadrature du Net est inscrite pour participer à l'un des groupes de travail de l'initiative « Des Licences pour l'Europe » intitulé « Contenu Généré par les Utilisateurs ». Tout dans le nom, le thème et la mission2 est biaisé pour correspondre à la vision de l'industrie du divertissement, qui représente plus des 3/4 des participants ! Ce groupe de travail est censé se concentrer sur le « Contenu Généré par les Utilisateurs », comme si les œuvres créées par les utilisateurs d'Internet étaient différentes des « vraies » œuvres culturelles. Comme si de nos jours, nous n'étions pas tous sur un pied d'égalité pour participer à la culture3. L'orientation donnée par la Commission à la discussion est sous contrôle des acteurs industriels majeurs qui n'ont de cesse d'attaquer les pratiques culturelles de leurs utilisateurs et d'ignorer le besoin urgent de réformer le droit d'auteur.

Le reste de l'initiative est biaisé de la même manière. Le groupe de travail n'est censé travailler que sur l'octroi de licences – des contrats de l'industrie qui leur donnent tout contrôle – plutôt que de discuter de nouvelles exceptions au droit d'auteur, qui serviraient l'intérêt général en permettant le partage sans but de profit et le remix de contenus numériques.

La Quadrature du Net dénonce fermement ce processus qui, au mieux, cherche à gagner du temps pour éviter le débat sur la réforme du droit d'auteur et, au pire, sert une fois de plus les intérêts de l'industrie du divertissement.

« Il est honteux que la Commission européenne, menée par le commissaire Michel Barnier, joue le jeu de l'industrie plutôt que de favoriser l'intérêt général et d'écouter les millions de citoyens qui se sont opposés à ACTA, ainsi que le Parlement européen qui l'a massivement rejeté. Plus que jamais, les citoyens de l'UE doivent se tourner vers leurs représentants et les exhorter à courageusement appeler à une réforme d'un régime du droit d'auteur devenu fou et qui menace désormais les valeurs fondamentales de notre société, les libertés des utilisateurs et la structure même de l'Internet libre. Aucun citoyen ne devrait accepter les conditions générales d'utilisation de ces "Licences pour l'Europe" » déclare Jérémie Zimmermann, porte-parole de l'initiative citoyenne La Quadrature du Net.

  • 1. Voir notre wiki : http://www.laquadrature.net/wiki/Licences_for_Europe_-_participants_fr
  • 2. Description originale du groupe de travail :
    "(ii) User-generated content and licensing for small-scale users of protected material
    This work strand should:
    • Identify the extent to which protected material reused in user-generated content is covered by licences issued to relevant platforms.
    • Identify how to ensure that end-users are informed about what is legal and illicit use on the internet.
    • Deliver solutions to ensure that end users benefit from easier legitimate reuse of protected material, and greater clarity on what are the legitimate and non-legitimate uses of protected material
    • Identify the range and extent of "one-click" licensing initiatives in the EU.
    • Deliver solutions, including the possibility to extend the development and interconnection of these initiatives.
    • Explore the appropriateness of licensing or appropriate terms – e.g. the possibility of free licences"

  • 3. Tel qu'inscrit dans l'article 27(1) de la Déclaration Universelle des Droits de l'Homme : « Toute personne a le droit de prendre part librement à la vie culturelle de la communauté, de jouir des arts et de participer au progrès scientifique et aux bienfaits qui en résultent. »

December 10 2012

September 18 2012

EU-Copyright-Reform – Neelie Kroes ist noch im Frage-Modus

“Unsere gesamte Wirtschaft verpasst neue Wachstumschancen”, kritisiert EU-Kommissarin Neelie Kroes (Digitale Agenda) mit Blick auf ausbleibende Urheberrechtsreformen in Europa. Konkrete Vorschläge macht sie noch nicht.

Als Wettbewerbskommissarin war Neelie Kroes eine Art Star in der Brüsseler Behörde. In ihrer Amtszeit erreichten beispielsweise die Wettbewerbsstrafen Rekordhöhen. Gegen den US-Chiphersteller Intel verhängte Brüssel schon mal das unglaubliche Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro. Nicht umsonst trägt Kroes seit damals den Beinamen “Steely Neelie”.

Seit Februar 2010 ist die liberale Niederländerin nun Vize-Präsidentin der Kommission und zuständig für Europas Digitalwirtschaft. Und irgendwie konnte man bei ihrem Amtsantritt denken – ‘Steely Neely rockt jetzt das Internet’ – oder so was Ähnliches, in der Richtung.

Aber so richtig scheint Kroes nicht voranzukommen. Das Lamento bleibt Dauerzustand: die USA haben Europa mit ihren Internetkonzernen abgehängt.

Dass Kroes das durchaus wurmt, zeigt eine Rede, die sie Anfang September bei der Denkfabrik „The Lisbon Council“ in Brüssel hielt. Kroes beschwert sich – und nimmt eine „Wachstumsbremse“ ins Visier: das Urheberrecht.

Die bisherige EU-Copyright-Richtlinie (2004/48/EG) entwickelten die Europäer vor 14 Jahren. In Zeiten des Digitalen Wandels also vor einer Ewigkeit. Damals gab es noch kein Youtube und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war 14 Jahre alt, erinnert sich Kroes. Heute teilen etwa eine Milliarde Menschen auf Facebook Fotos, Videos und Ideen. Auf Youtube laden Nutzer pro Sekunde eine Stunde Videomaterial hoch.

„Die Veränderung ist schnell, tiefgreifend, und eine große Chance für den kreativen Sektor“, sagt Kroes – und beklagt, dass digitale Möglichkeiten nicht genutzt werden – auch weil das Urheberrecht in der EU uneinheitlich,  kompliziert und „veraltet“ sei. „Jeder Tag, an dem wir nicht reagieren, ist ein vertaner Tag. Die Verbraucher verpassen einen einfachen, legalen Zugriff auf ihre Lieblings-Produkte. Die Kreativwirtschaft verpasst den Zugang zu neuen Märkten, neuen Innovationen und neuen Chancen. Wir alle verpassen neue Wege, unser kulturelles Erbe zu teilen, zu erinnern und zu schätzen. Unsere gesamte Wirtschaft verpasst neue Wachstumschancen.“ Und Kroes‘ Beschwerde ist noch nicht zu Ende. Ganz Kommissarin appelliert sie an Europas „Wirtschaftspatriotismus“: „Den Ruhm und die Gewinne nehmen sich amerikanische Unternehmen, nicht europäische.“

Kroes fordert also in Punkto Copyright: „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Lösung, um die Fragmentierung zu vermeiden und Vorteile für einen europäischen digitalen Binnenmarkt zu nutzen.“

So weit, so gut:  Reformen, am besten europäisch, nicht national. Als Innovationstreiber. Nur welche, verrät Kroes nicht. Stattdessen verweist Kroes –  die an anderer Stelle schon mal völlig undiplomatisch über einen Euro-Austritt Griechenlands fabuliert – auf ihren Kabinettskollegen Michel Barnier. Der Binnenmarktkommissar bereite eine Revision der bisherigen EU-Copyright-Richtlinie vor. Die Prüfung gehört zu einer ganzen Strategie namens:  “Ein Binnenmarkt für Rechte des geistigen Eigentums.” (Mai 2011). Wir müssen uns also auf die üblichen EU-Prozesse einstellen, die jahrelangen, mühsamen, und uns durch Papierberge kämpfen, um mehr über die große EU-Copyright-Reform zu erfahren, und vielliecht sogar daran teilzuhaben.

Und am Ende formuliert Kroes salomonisch und bürgernah: „Ich bin offen für Ideen aller Beteiligten: Von Künstlern, Verbrauchern, Unternehmen, Forschern. Nur gemeinsam können wir uns auf die Zukunft einstellen, und Innovation und Wachstum fördern.“ Das ist natürlich grundvernünftig, aber auch EU-Sprech + Urheberrechts-Debatten-Floskelei, und für Steely Neely-Fans ein wenig langweilig. Kroes fragt immer noch: „Ist unser System konsistent und relevant in der realen Welt?“. Sie ist noch lange nicht im Antwort-Modus.

September 04 2012

Make Your Voice Heard Against a "Clean Internet"

Paris, Sept. 4th 2012 - The European Commission is holding a consultation -ending on the 5th 11th of September- about "A clean and open Internet". Citizen input is critically needed to ensure that freedom of expression is protected, against the attempts of many lobbies to impose draconian repressive procedures to censor online content.


Behind this worrying vocable is a biased (and boring) online questionnaire aiming at collecting opinions about the application of the "online service" directive. In particular, the consultation relates to the procedure that hosting and other service providers should follow for preventing access to online content.

This "notice and takedown" procedure is regularly abused, especially by the copyright industries who would like to see it extended as a "notice and staydown", in which operators would have to take radical or preventive measures (like blocking of access to content, preventive filtering of communications, etc.), with a tremendous impact on freedom of communication online. An extension of this procedure would mean that such measures could be deployed for a wide range of scenarios (copyright infingement, defamation, slander, etc.) and will lead to the generalisation of privatized monitoring and restriction of online communications, such as pushed by ACTA.

Citizens and independant hosting and service providers must answer this consultation to ensure that freedom of communication online will be protected. La Quadrature du Net invites them to answer the EU Commission in order to affirm that:

  • In political regimes abiding by the Rule of Law, only a judicial judge shall be able to determine an infraction and order sanctions with an impact on freedom of communication
  • The "notice and action" procedure must be specified and framed so that it is only used in some marginal cases
  • Users must always have the ability to "counter-notice" in order to claim their freedom of communication, and that ultimately a judicial judge has to decide whether their content is infringing.
  • Companies and individuals abusing the "notice and takedown" procedure must be exposed and punished.

La Quadrature du Net provides for this purpose a web-dossier on the "Online Service" directive, its own response to the consultation as well as an outline of the procedure it recommends.

Submit your own response to the "Clean Internet" consultation.

July 03 2012

Nous voulons partager des livres, de la musique, des films avec vous !

La Quadrature du Net a souhaité partager des œuvres avec les membres du Parlement européen et leurs assistants, avant le vote sur ACTA, afin de leur montrer l'urgente nécessité de réformer le droit d'auteur. Certaines de ces œuvres ont pour simple but de divertir, d'autres de transmettre la connaissance ou d'enrichir le débat public. Toutes innovent par leur contenu, leur mode de distribution, leur modèle économique et les relations entre les auteurs, les contributeurs et les utilisateurs. Chaque citoyen peut en faire autant, et partager une partie de la culture numérique avec ses représentants !

Dear Member of the European Parliament,
Dear Parliamentary assistant,
Dear Citizen,

We, citizens from the Internet, felt the urge to share with you these pieces of the digital culture we are building everyday through the free, open, neutral and therefore universal Internet.

You will find a collection of music, movies, and books dear to our heart and created with the same passion (we call it "Datalove"!) of sharing and reusing cultural works, and promoting such practices. This is the way culture is made!

We hope these works will help you understand that beyond voting NO to ACTA, it is urgent that the cultural practices enabled by digital technologies be encouraged through a deep positive reform of copyright, rather than repressed.

"Everyone has the right freely to participate in the cultural life of the community, to enjoy the arts and to share in scientific advancement and its benefits." - Article 27.1, Universal Declaration of Human Rights.

Happy viewing, listening, reading... and remixing!

<3


You can browse the whole selection of works at the following address: http://share.lqdn.fr

Books - Reform copyright

Sharing - Culture and the Economy in the Internet Age, by Philippe Aigrain

An in-depth exploration of digital culture and its dissemination, "Sharing" (released in 2012) offers a counterpoint to the dominant view that file sharing is piracy. Instead, Philippe Aigrain looks at the benefits of file sharing, which allows unknown writers and artists to be appreciated more easily. Concentrating not only on the cultural enrichment caused by widely shared digital media, Sharing also discusses new financing models that would allow works to be shared freely by individuals without aim at profit. Source : http://www.sharing-thebook.com/

Code and Other Laws of Cyberspace, by Lawrence Lessig

In computer science, "code" typically refers to the text of a computer program (the source code). In law, "code" can refer to the texts that constitute statutory law. In his book "Code and Other Laws of Cyberspace", Lawrence Lessig, a Harvard law professor, explores the ways in which code in both senses can be instruments for social control, leading to his dictum that "Code is law." This book, released in 2000, is especially relevant to understand how technical regulation of the Internet can lead to undermining rights and freedoms online.

The Future of Ideas, by Lawrence Lessig

"The Future of Ideas" is a continuation of his previous book Code and Other Laws of Cyberspace, which is about how computer programs can restrict freedom of ideas in cyberspace. While copyright helps artists get rewarded for their work, Lessig warns that a copyright regime that is too strict and grants copyright for too long a period of time (e.g. the current US legal climate) can destroy innovation, as the future always builds on the past. Lessig also discusses recent movements by corporate interests to promote longer and tighter protection of intellectual property in three layers: the code layer, the content layer, and the physical layer.
(version fr)

Free Culture, by Larence Lessig

In "Free Culture", Lessig masterfully argues that never before in human history has the power to control creative progress been so concentrated in the hands of the powerful few, the so-called Big Media. Never before have the cultural powers- that-be been able to exert such control over what we can and can’t do with the culture around us. Our society defends free markets and free speech; why then does it permit such top-down control? To lose our long tradition of free culture, Lawrence Lessig shows us, is to lose our freedom to create, our freedom to build, and, ultimately, our freedom to imagine.. Free Culture was released in 2005 and remains a landmark piece for the copyright reform movement.

Remix, by Lawrence Lessig

In "Remix" (released in 2008) Lawrence Lessig, a Harvard law professor and a respected voice in what he deems the "copyright wars", describes the disjuncture between the availability and relative simplicity of remix technologies and copyright law. Lessig insists that copyright law as it stands now is antiquated for digital media since every "time you use a creative work in a digital context, the technology is making a copy". Thus, amateur use and appropriation of digital technology is under unprecedented control that previously extended only to professional use.

The Wealth of Networks, by Yochai Benkler

With the radical changes in information production that the Internet has introduced, we stand at an important moment of transition, says Yochai Benkler in this ground-breaking book released in 2006. The phenomenon he describes as social production is reshaping markets, while at the same time offering new opportunities to enhance individual freedom, cultural diversity, political discourse, and justice. But these results are by no means inevitable: a systematic campaign to protect the entrenched industrial information economy of the last century threatens the promise of today’s emerging networked information environment.In this comprehensive social theory of the Internet and the networked information economy, Benkler describes how patterns of information, knowledge, and cultural production are changing—and shows that the way information and knowledge are made available can either limit or enlarge the ways people can create and express themselves. He describes the range of legal and policy choices that confront us and maintains that there is much to be gained—or lost—by the decisions we make today.

The Charter for Innovation, Ceativity, and Access to Knowledge

The Free Culture Forum was first organised as an international encounter on free culture and free knowledge that took place in Barcelona from October 30th to November 1st 2009. During the Forum more than a hundred organisations and individuals from all continents active in free culture worked together to produce a common declaration, or charter. The Forum ended up with a first version of the "Charter for Innovation, Creativity and Access to Knowledge". The present document is the interpretation of the Charter from the perspective of Free Knowledge. Note that this is work in progress.

FCF How-To for Sustainable Creativity in the Digital Era

We can no longer put off re-thinking the economic structures that have been producing, financing and funding culture up until now. Many of the old models have become anachronistic and detrimental to civil society. The aim of this document, first released in 2010, is to promote innovative strategies to defend and extend the sphere in which human creativity and knowledge can prosper freely and sustainably. This "How-To" is addressed to policy reformers, citizens and free/libre culture activists to provide them practical tools to actively operate this change.

HADOPI's findings on "Monthly expenses for cultural goods" (2011 - French)

During the MIDEM 2011, HADOPI presented its own study showing in page 45 that people who download the most are those are the cultural industries' best customers.

Answer to the Creative Content Consultation, by La Quadrature du Net

In its answer to a EU Commission's consultation on "creative content", La Quadrature calls on the EU to reconsider the EU's coercive and repressive copyright policies, while encouraging it to match words to deeds by fostering the rights of the public in the digital creative ecosystem. The document gives a hint of what should be done to start reforming copyright: repeal liberty-killer repressive schemes and Internet filtering; ban techincal restriction measures; shorten copyright terms; make the existing exceptions to copyright mandatory EU-wide; create new exceptions for not-for-profit sharing and re-use of cultural works, and give room to the development of new funding models
Movies

Movies

RIP!: A Remix Manifesto, by Brett Gaylor

"RiP!: A Remix Manifesto" is a 2008 open source documentary film about "the changing concept of copyright" directed by Brett Gaylor.
Created over a period of six years, the documentary film features the collaborative remix work of hundreds of people who have contributed to the Open Source Cinema website, helping to create the "world's first open source documentary" as Gaylor put it. The project's working title was Basement Tapes, (referring to the album of the same name) but it was renamed RiP!: A Remix Manifesto prior to theatrical release. Gaylor encourages more people to create their own remixes from this movie, using media available from the Open Source Cinema website, or other websites like YouTube, Flickr, Hulu, or MySpace.

Steal This Film, by The League of Noble Peers

"Steal This Film" is a film series documenting the movement against intellectual property produced by The League of Noble Peers and released via the BitTorrent peer-to-peer protocol. Part One, shot in Sweden and released in August 2006, combines accounts from prominent players in the Swedish piracy culture (The Pirate Bay, Piratbyrån, and the Pirate Party) with found material, propaganda-like slogans and Vox Pops.

Copying is not Theft, by Nina Paley

Nina Paley is an award-winning independent cartoonist and animator for her "Sita sings the blues" video. "Copying is not Theft", released in 2009, advocates to reconsider the act of copying in a new light, stressing the importance of copying for creativity, innovation and free speech.

Star Wars Uncut

"Star Wars Uncut" is a 2010 fan film remake of Star Wars Episode IV: A New Hope. It is a shot-for-shot recreation of the "Special Edition" version of the film made from 473 fifteen-second segments created and submitted from a variety of participants. The full film was made available on the Internet in August 2010 and can be watched for free. The project was conceived by Casey Pugh, a Web developer who was 25 at the time of the release.

Can I Get an Amen, by Nate Harrison

"Can I Get An Amen?" is a 2004 audio installation that unfolds a critical perspective of perhaps the most sampled drum beat in the history of recorded music, "the Amen Break". It begins with the pop track "Amen Brother" by 60's soul band The Winstons, and traces the transformation of their drum solo from its original context as part of a 'B' side vinyl single into its use as a key aural ingredient in contemporary cultural expression. The work attempts to bring into scrutiny the techno-utopian notion that 'information wants to be free'- it questions its effectiveness as a democratizing agent. This as well as other issues are foregrounded through a history of the Amen Break and its peculiar relationship to current copyright law.

Music

The Grey Album, by Danger Mouse

"The Grey Album" is a mashup album by Danger Mouse, released in 2004. It uses an a cappella version of rapper Jay-Z's The Black Album and couples it with instrumentals created from a multitude of unauthorized samples from The Beatles' LP The Beatles (more commonly known as The White Album). The Grey Album gained notoriety due to the response by EMI in attempting to halt its distribution, despite the fact that both Jay-Z and Paul McCartney said they felt fine with the project.

All Day, by Girl Talk

This is Mash-up mastermind Girl Talk's (real name: Gregg Gillis)'s fourth sample-heavy album. This 12-track compilation features nearly 400 samples of artists from Beck to the Beastie Boys, Radiohead to Portishead, the Arcade Fire to Alicia Key. "All Day", released in 2010, consists entirely of musical samples from other artists’ songs, often bringing together completely different musical genres side by side in harmony.

Feed The Animals - Girl Talk

"Feed the Animals" was released on Illegal Art in 2008. It is composed almost entirely of sample taken from other artists' songs, plus minor original instrumentation by Girl Talk. Gillis stated that the album was created as one long piece of music and then subsequently broken into individual songs

Night Ripper - Girl Talk

Girl Talk detonates the notions of mash-up on his third album, the violently joyous "Night Ripper", released in 2006. Rather than squeeze two songs that sorta make sense together into a small box, Gillis crams six or eight or 14 or 20 songs into frenetic rows, slicing fragments off 1980s pop, Dirty South rap, booty bass, and grunge, among countless other genres. Then he pieces together the voracious music fan's dream: a hulking hyper-mix designed to make you dance, wear out predictable ideas, and defy hopeless record-reviewing (Source: Pitchfork).

Steinski's Rough Mix

Steinski’s "Rough Mix" (released in 2011) bursts with songs and artists discussed within Kembrew McLeod & Peter DiCola’s book "Creative License: The Law and Culture of Digital Sampling" (published in April 2011 by Duke University Press). It features hundreds of songs and samples mashed together by Steinski, the sonic cut-and-paste artist best known for a hugely influential series of early-1980s twelve-inch singles popularly known as “The Lessons.” Peppered throughout the mix are soundbites from McLeod’s co-produced documentary Copyright Criminals

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