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May 20 2011

May 13 2011

Neue Studie: “Verbraucherschutz im Urheberrecht” – Gutachter Till Kreutzer im Interview

Am heutigen Freitag stellt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf einer Pressekonferenz die von iRights.info-Redakteur Till Kreutzer geschriebene Studie “Verbraucherschutz im Urheberrecht” vor. Vorweg es enthält äußerst spannende Vorschläge für neue urheberrechtliche Regelungen, die erstmals die Interessen der Nutzer und Verbraucher umfangreich berücksichtigen. Um einen schnellen Einstieg zu ermöglichen antwortet Till Kreutzer hier auf die wichtigsten Fragen.

Frage: Heute wird die von dir für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erstellte Studie “Verbraucherschutz im Urheberrecht” der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir sind gespannt, was steht also drin?
In der Studie werden die aus Sicht des Verbraucherschutzes drängensten Fragen untersucht. Die Studie besteht aus zwei Teilen. Teil 1 enthält eine Analyse ausgewählter Aspekte im Spannungsfeld zwischen Verbraucherschutz und Urheberrecht (z.B. zur Kopiervergütung, Kulturflatrate, User-Generated-Content usw.). In Teil 2 werden konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet, wie Defizite durch nationale oder EU-rechtliche Neuregelungen behoben werden können.

Aufgrund deiner Analyse, welches sind die größten Probleme im Urheberrecht wenn man die Interessen der Verbraucher ins Visier nimmt?
Ein großes Problem ist der kreative Umgang der sogenannten “Prosumer” mit urheberrechtlich geschütztem Material in eigenen Schöpfungen, wie Mash-Ups, Remixes, Home Videos etc. Nach der Untersuchung sind solche Kulturtechniken in der Regel untersagt, wenn der Nutzer nicht alle Rechte an den einbezogenen Inhalten “klärt”. Eine Rechteklärung ist aber viel zu aufwändig und teuer, um von “Laien-Urhebern” oder auch professionellen Künstlern der Remix-Culture realisiert zu werden. Daher wird in der Studie eine gesetzliche Lösung in Form einer neuen Schrankenbestimmung für “transformatives Werkschaffen” vorgeschlagen, nach der solche Handlungen per Gesetz zulässig sind. Eine solche Regelung müsste zunächst im europäischen Recht verankert werden.

Ein weiteres drängendes Problem ist die Weiterveräußerung von unkörperlichen Werkexemplaren. Nach geltendem Recht ist es aufgrund des so genannten Erschöpfungsgrundsatzes erlaubt, körperliche Werkexemplare (wie Musik-CDs oder Blueray-Discs) weiterzuverkaufen, wenn sie im regulären Handel erworben wurden. Für unkörperliche Kopien, wie z.B. Musikdownloads von iTunes oder eBooks, gilt das allerdings nicht. Da der Handel sich zunehmend auf den Online-Vertrieb verlegt, stellt sich die Frage, mit welcher Begründung die Erwerber auf dem Markt mit unkörperlichen Werken schlechter behandelt werden können, als beim Erwerb und Weiterverkauf von Tonträgern oder Büchern. M.E. gibt es hierfür keine Rechtfertigung, so dass in der Studie eine (europäische) Regelung vorgeschlagen wird, mit der den rechtmäßigen Erwerbern von urheberrechtlich geschütztem Material eine “allgemeine Weiterveräußerungsbefugnis” eingeräumt wird, die unabhängig davon gilt, ob die Kopie körperlich oder unkörperlich ist.

Weitere wichtige Problemfelder liegen bei der Privatkopierregelung, die nach den letzten Gesetzesreformen so kompliziert geworden ist, dass sie kein Verbraucher mehr verstehen kann. Auch die Abmahngebühren bei Tauschbörsenfällen und anderen Urheberrechtsverletzungen im Internet sind nach wie vor ein drängendes gesellschaftliches Problem. Zu diesen beiden Bereichen werden ebenfalls Neuregelungen vorgeschlagen.

Überlagert diese Berücksichtigung der Interessen der Verbraucher nicht die der Urheber? Es heißt doch “Urheberrecht”? Oder siehst du da vergleichbare Interessen?
Zum einen ist es normal, dass das Urheberrecht zwischen kollidierenden Interessen abwägen muss. Wenn Interessen von Verbrauchern als wichtiger einzustufen sind als die der Urheber (und der Verwertungswirtschaft), muss ihnen Vorrang gewährt werden. Das gebietet schon die Verfassung. Zum anderen ist es keineswegs so, dass die Interessen von Nutzern und Urhebern generell gegenläufig sind. Im Gegenteil: Jeder Urheber ist gleichzeitig Nutzer, meist auch umgekehrt. Das zeigt sich deutlich am Thema transformative Werknutzung. Die meisten Urheber bedienen sich bei ihren Schöpfungen auch der Werke anderer (in unterschiedlichem Maß und unterschiedlicher Ausprägung). Die von mir vorgeschlagene Regelung ähnelt dem Zitatrecht, ist hiermit verwandt. Dass solche Nutzungen zulässig sind, dient gleichermaßen den Urhebern wie den Nutzern.

Welche Aspekte berücksichtigst du, die bislang noch nicht oder viel zu selten in der Diskussion um die Neugestaltung des Urheberrechts gefallen sind?
Die oben genannten Aspekte des transformativen Werkschaffens und der Weiterveräußerungsbefugnis werden bislang noch kaum diskutiert. Zu letzterem gibt es zwar Rechtsprechung, die sich aber nur auf den Sonderfall der “Gebrauchtsoftware” im Unternehmenseinsatz bezieht. Über das gleich gelagerte Verbraucherschutzthema wird dagegen ersichtlich nicht diskutiert. Ein weiterer wichtiger Punkt, der in der Untersuchung einen bedeutenden Stellenwert einnimmt, ist die Frage nach der vertraglichen Abdingbarkeit von urheberrechtlichen Nutzungsfreiheiten. Werden digitale Werkexemplare online vertrieben, geschieht dies heute fast immer unter Einsatz von Nutzungs- oder Lizenzbestimmungen, mit anderen Worten, Allgemeinen Geschäftsbedingungen. In diesen legen die Anbieter fest, was der Erwerber mit seiner Musik, seinen Filmen oder Computerspielen machen darf und was nicht.

Die Anbieter gestalten ihre Vertragsbedingungen natürlich so aus, dass sie selbst hieraus den (vermutet) größtmöglichen Nutzen ziehen. Gesetzlich gewährte Nutzerbefugnisse wie die Privatkopierregelung werden hierin oft eingeschränkt oder ganz ausgeschlossen. Nach geltendem Recht ist das möglich, was zu einer Art Privatisierung des urheberrechtlichen Interessenausgleichs führt. In der Studie schlage ich vor – um diesen Effekt zu verhindern, der sich allein zulasten der Nutzer und Verbraucher auswirkt – urheberrechtliche Schrankenbestimmungen wie die Privatkopie “unabdingbar” auszugestalten. Würde dem gefolgt, wären Regelungen, die Privatkopien verbieten oder einschränken unwirksam und müssten nicht beachtet werden.

Was würde die Umsetzung deiner Vorschläge in der Praxis bedeuten?
In vielerlei Hinsicht würde hiermit dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die Zeiten, Nutzungsgewohnheiten, Verwertungsmethoden und Märkte mit kulturellen und Unterhaltungsgütern ändern. Die bislang sehr schlechte Position der Nutzer und Verbraucher würde hierdurch gestärkt, es würde mehr Rechtssicherheit beim Umgang mit geschütztem Material (gerade im Internet) hergestellt und die verbraucherrelevanten Regelungen im Urheberrecht würden deutlich vereinfacht.

Was passiert nun mit der Studie? Wird diese auch dem Gesetzgeber für die anstehenden Beratungen des Referentenentwurfs für den 3. Korb und den darauf folgenden gesetzgebungsprozeß vorgelegt?
Die Studie wird veröffentlicht werden (online) und auch gezielt an interessierte Kreise verschickt. Es wäre schön, wenn sie Denkanstöße oder sogar Aktivitäten von Seiten der Politik hervorrufen würde.

Danke für die Beantwortung der Fragen!

April 26 2011

September 08 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (VI): Johan Söderberg

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es morgen Abend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen (zum ausführlichen Programm). Von der Veranstaltung wird es auch einen Livestream geben.

Mash-Ups im Bewegtbild (VI): Johan Söderberg

Johan Söderberg, Regisseur, Musiker und Drehbuchautor, ist wahrscheinlich vielen durch die Folge „Bush & Blair” seiner TV-Reihe Read my lips bekannt. In den neunziger Jahren trat er mit dem Musik- und Filmkollektiv Lucky People Center in Erscheinung; zurzeit ist er Gastprofessor an der schwedischen Hochschule Dalarna, an der er den Studiengang “Audiovisual Production” konzipierte. Wie auch Elisa Kreisinger wird Johan Söderberg am Panel Arts and politics: How political is the remix and mash-up culture? teilnehmen.

Johan Söderberg: Sustainable, 2006:

Sustainable spielt mit dem inzwischen weithin zum Plastikwort herabgesunkenen Begriff und ist ein typisches Beispiel für Söderbergs rhythmisch-auditiven Editing-Stil:

[youtube.com]

Johan Söderberg, Marcus Lindqvist: Hey You, 2007

Söderbergs und Lindqvists Video für Madonnas Charity-Titel Hey You schneidet den etwas seichten Song mit starken Bildern von Umweltzerstörung zusammen – eine klassische Mashup-Technik, auch wenn es sich hier um das offizielle Video handelt. Söderberg war auch an weiteren Madonna-Produktionen beteiligt.

[youtube.com]

Josefin Roos, Ossian Sandin, u.a.: Economic Girlie Men

Ein Kurzfilm aus dem Umfeld von Söderberg, der das diskriminierende Schwarzenegger-Wort von den „Economic Girlie Men” aufgreift, mit dem der Gouverneur seine wirtschaftspolitischen Gegner belegte:

[youtube.com]

Viele weitere Filme von Söderberg auch unter soderberg.tv.

Zum Thema Mash-Ups auch bei iRights.info:

September 03 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (V): Der politische Remix

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es am Donnerstagabend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen (zum ausführlichen Programm).

Mash-Ups im Bewegtbild (V): Der politische Remix

Die Zweckentfremdung von vorgefundem Material mit politischer Botschaft wurde zuerst in den Détournements der Situationisten praktiziert – seitdem Film- und Fernsehmaterial digital verfügbar geworden ist, kann potenziell auch jeder mit einer Videosoftware ausgerüstete Amateur eigene Remixe erstellen. Im Blog Political Remix Video sammeln Jonathan McIntosh und Elisa Kreisinger – Videokünstlerin und zu Gast beim Panel Arts and politics: How political is the remix and mash-up culture? – politische Mash-Ups und Remixe. Eine Auswahl:

Wax Audio/ Cal-TV: Imagine This, 2006

Wer im Jahr 2006 einmal im Internet war, kam kaum daran vorbei: Aus unzähligen Tonschnipseln der Reden George W. Bushs setzte der australische Künstler Wax Audio (alias Tom Compagnoni) John Lennons „Imagine” neu zusammen. Es erschien ursprünglich als reine Audioversion auf seinem Album Mediacracy (2005), erst später nahm John Callaghan (alias Cal-TV) das Audiomaterial und veröffentlichte den Video-Remix:

[video.google.com]

236.com: Synchronised presidential debating, 2008

Für dieses Video der zur Huffington Post gehörenden Website 236.com wurden drei Runden der Fernsehduelle zur US-Präsidentschaftswahl übereinander gelegt. Die Unterschiede der verschiedenen Runden erweisen sich als gering:

[youtube.com]

Energy Action Coalition: Politicians Want a Power Shift, 2009

Der NGO-Verbund Energy Action Coalition hat für seinen Aufruf zur Klimaschutz-Veranstaltung Power Shift 09 Barack Obama, Sarah Palin und andere US-Politiker sprechen lassen. Der Clip fällt unter die Fair-Use-Regelung im US-Copyright und war deshalb auch für eine öffentliche Organisation vertretbar:

[youtube.com]

Zum Thema Mash-Ups auch bei iRights.info:

August 30 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (III): Fernseh-Archäologie

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es am Freitagabend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen. Stefan Eckel von reproducts wird an der Podiumsdiskussion “Das Internet als Kunstmaschine: Bedingt eine neue Technik eine neue Ästhetik?” teilnehmen (zum ausführlichen Programm).

Mash-Ups im Bewegtbild (III): Fernseh-Archäologie

Zusammen mit Stefan Prehn – bekannt u.a. durch “Staplerfahrer Klaus” – betreibt Stefan Eckel seit 1989 medienarchäologische Forschungen unter dem Namen reproducts. Neben dem Projekt Fernsehmuseum, das sich der Sammlung, Weiterverarbeitung und Umwertung von historischem TV-Material gewidmet hat, ist reproducts mit Multimedia-Inszenierungen, Texten, Lesungen und Performances an die Öffentlichkeit getreten.

Todesboten, 1994

„Erschossen, sagen Sie?“ – „Ja, erschossen”. Die Produktion „Todesboten“ zeigt ausschließlich diejenigen Szenen aus Herbert Reineckers Krimiserie „Der Kommissar”, in denen die Todesnachricht überbracht wird. „Boten und Empfänger der vernichtenden Nachricht geraten dabei in eine Kommunikationsspirale über die Verneinung des Seins, die in einen nihilistischen Taumel mündet“, heißt es in der Erklärung.


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Aktenzeichen XY losgelöst, 1998

Der Zusammenschnitt der Live-Schaltungen zwischen den Aufnahmestudios von „Aktenzeichen XY ungelöst“ in München, Wien und Zürich demonstriert, wie die ritualisierte Dramaturgie der TV-Verbrecherjäger dem Zuschauer Sicherheit vermittelte – ob „sachdienliche Hinweise” tatsächlich vorlagen oder nicht, scheint zweitrangig:

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Der gemeinsame Nenner, 1996

Dieser Zusammenschnitt verbindet Szenen aus dem Telekolleg Mathematik von Eberhard Weiß mit Zahlenmaterial aus tagesschau, Werbung und Shows zu einem kurzen Durchflug durch die Fernsehgeschichte:

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Zum Thema bei iRights.info:

August 27 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (II): Literal Videos

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es am Freitagabend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen. Daneben wird u.a. Till Kreutzer über „Neue Wege, neue Filme – das Internet als Verbreitungsmedium von rechtlich problematischen Bewegtbildern” referieren (ausführliches Programm).

Mash-Ups im Bewegtbild (II) Literal Videos:

Mit den Literal Videos ist in den letzten Jahren ein neues Genre entstanden, das die Text-Bild-Schere in Musikvideos satirisch aufhebt. Die Videos werden hier mit Texten resynchronisiert, die die visuelle Szenerie des Original-Videos beschreiben – oft mit Anspielungen auf Requisiten, Schnitt oder szenische Brüche des Originals. Wenn auch von den so zu erneuten Ehren gekommenen Künstlern oft mit Humor aufgenommen, wurden bei Literal Videos die Rechte nur im Ausnahmefall geklärt, was ihrer massenhaften Verbreitung keinen Abbruch getan hat.

Dustin McLean: Take On Me (Literal Video Version), 2008

Dustin McLean alias “Dusto McNeato” gilt mit seiner Bearbeitung von A-has Take On Me als Erfinder des Genres – weitere Videos folgten. Nach Aussagen von McLean gab es von Seiten großer Musiksender wie MTV und VH1 durchaus Interesse, daraus ein eigenes Showformat entwickeln. Die Hürden bei der Rechteklärung für eine ganze Sendung wurden jedoch als unüberwindlich angesehen.


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David A. Scott: Horse Montage (Penny Lane Literal Video Version), 2009

Im Video zu “Penny Lane” sieht man die vier Beatles auf Pferden aus der Stadt reiten. Enthusiastisch wird im Refrain der Literal Version der Schnitt auf die Pferde besungen:

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Rick Roll – The Literal Version (Never Gonna Give You Up), 2008

Ein beliebter Schabernack in der Netzkultur ist es, nichtsahnende Nutzer mit vielversprechenden Links auf das Video zu Rick Astleys Never Gonna Give You Up zu schicken (Rickrolling). Mit über zwei Millionen Views gehört die zuerst von YouTube-Nutzer “copyrighthater” eingestellte Literal Version zu den populärsten:



.Dazu auch bei iRights.info:

August 25 2010

Mash-Ups im Bewegtbild (I): Aus dem Disney-Archiv

Auf dem Symposium ‘Verbotene Filme‘ vom 8.-10. September wird es auch um Mash-Ups und Remixe gehen. Kuratiert von Ilja Braun und Valie Djordjevic gibt es am Freitagabend das 90-minütige Kurzfilmprogramm ‘Mash-Up-Rolle’. Anschließend wird sich die Abendveranstaltung ‘Filmkunst trifft Netzkunst’ dem Thema widmen, u.a. in einer Podiumsdiskussion mit Dr. Matthias Leonardy (GVU) und Filmemacher Mario Sixtus (ausführliches Programm).

Als Vorgeschmack auf das Mash-Up-Programm startet an dieser Stelle eine kleine Reihe mit ausgewählten Mashup-Produktionen.

Mash-Ups im Bewegtbild (I): Disney-Material in der Mashup-Kultur

Nicht nur wegen der Berge an Material aus dem Disney-Archiv, sondern auch aufgrund der eigentümlichen Haltung der Walt Disney Company zum Urheberrecht dürfte diese für viele Mash-Up-Künstler interessant sein: Für neue Produktionen greift man bei Disney gern auf kulturelles Material zurück, das Gemeingut geworden ist – auf Märchen, mythische Narrative und bekannte literarische Figuren. Gleichzeitig werden eigene Schöpfungen jedoch mit Zähnen und Klauen davor geschützt, selbst wieder in die public domain zu fallen – etwa durch erfolgreiche Lobbyarbeit beim Copyright Term Extension Act, das die Schutzdauer in den USA um 20 Jahre verlängerte.

Eric Faden: A fair(y) use tale, 2007

In diesem Kurzfilm des Filmwissenschaftlers Eric Faden werden die US-Regelungen zum Copyright mit Schnipseln aus Disney-Filmen erklärt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Schrankenbestimmung zum Fair Use, die auch nichtautorisierte Bearbeitungen ermöglicht. Der Film ist selbst ein Beispiel dafür:


Jesse Drew: Manifestoon, 2007

Das Kommunistische Manifest von 1848 beginnnt bildreich und erzählt von einer „heiligen Hetzjagd” auf ein Gespenst, die der Papst, Metternich und andere Mächte des alten Europa veranstalten. Der Videokünstler Jesse Drew hat Passagen daraus in “Manifestoon” mit Bildern aus Disney- und anderen Cartoon-Produktionen illustriert:


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Anonymus: Ressemblance dans les Films Disney, 2008

Disney kopiert Disney: Dieser Zusammenschnitt, der seit 2008 in Blogs kursiert, greift das Thema von einer anderen Seite auf. Er zeigt, wie in den Disneyproduktionen einzelne, charakteristische Szenen bemerkenswert häufig auftauchen:

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Sind Mash-Ups verboten?

Mash-Ups sind nicht per se illegal, sehr oft ist die rechtliche Situation unklar. Selbst extrem kurze Ausschnitte sind meist urheberrechtlich geschützt. Bei Ausschnitten aus Musikvideos beispielsweise reicht die Liste der potenziell Anspruchsberechtigten von den Komponisten und Dichtern – den eigentlichen Urhebern – bis zu Sängern, Bands, Produzenten und Verwertern, die Leistungsschutzrechte auf das verwendete Material geltend machen können. Selbst profesionelle Labels sind mit dem Aufwand bei der Rechte-Klärung oft überfordert, erst recht sind es die YouTube-Amateure, die natürlich keine eigene Rechteabteilung unterhalten. Zur Einführung dazu Ilja Braun bei iRights: Remixes und Mash-Ups – kreativ, vielfältig und meistens verboten.

Ebenfalls bei iRights.info zum Thema:

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