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August 15 2013

IsoHunt où l'avenir d'une censure globalisée du web par les Majors

IsoHunt où l’avenir d’une censure globalisée du web par les Majors
http://neosting.net/actualite/isohunt-censure-majors-mpaa.html

Dans un jugement récent, opposant la diabolique #MPAA au site canadien de recherche de Torrents IsoHunt, il a été notifié que le site IsoHunt n’avait plus le droit d’indexer certains sites en particulier, et notamment ceux dédiés au protocole Bittorrent. À cela, il faut ajouter un autre jugement en 2010, dans lequel IsoHunt devait obligatoirement […] #censure #isohunt #majors

June 28 2013

WIPO-Blindenvertrag: Was keiner hören wollte

Stevie Wonder feiert mit einem Konzert in Marrakesch den Blindenvertrag. Er muss also keinen Song über ein Versagen der WIPO schreiben. Schade eigentlich.

Im Jahre 2010 besuchte der blinde Soulmusiker die Mitglieder der World Intellectual Property Organisation bei ihrer damaligen Konferenz. In seiner kurzen Rede forderte er sie auf, den sogenannten Blindenvertrag auf keinen Fall scheitern zu lassen. Und ergänzte charmant lächelnd: „Anderenfalls muss ich wohl einen Song darüber schreiben, dass sie es vermasselt haben.“ Und dass dieser Stevie Wonder ganz genau weiss, wie man einen Hit landet, brauchte er gar nicht dazu sagen. Den WIPO-Delegierten dürfte es Drohung genug gewesen sein: „I just called to say, the WIPO didn’t make it …”. Das wollte wohl keiner hören.

Muss nun wohl auch keiner. Drei Jahre später haben die WIPO-Vertreter bei ihrer heute zu Ende gehenden Konferenz in Marrakesch, einen Konsens für den Blindenvertrag gefunden. Und Stevie Wonder gibt heute tatsächlich ein „Celebration Concert“ in Marrakesch, zur Feier des Vertrages. Denn genau das war damals sein Gegenversprechen, dass er vor wenigen Tagen per Videobotschaft an die WIPO-Konferenz wiederholte.

Vielleicht trug Stevie Wonder also seinen Teil zu diesem Wunder von Marrakesch bei, wenn auch nur indirekt. Sehr wahrscheinlich aber hat die Präsenz des weltweit populären Blinden – der sich schon immer politisch engagierte, für Bürgerrechtsbewegungen in den USA und gegen die Apartheid in Südafrika – die Aufmerksamkeit für den „Treaty for the Blind“ verstärlt. Doch für wie lange?

Wieso verschließen deutsche Massenmedien zum Blindenvertrag ihre Augen?

Hierzulande ruft dieser wahrhaft historische Vertrag, der die fatale „Bücher-Armut“ bei Blinden und Sehbehinderten lindern soll, bisher kaum öffentliches Interesse hervor. Weder überregionale Nachrichtensites noch Fernsehsender nehmen die WIPO-Konferenz und deren Ziele zur Kenntnis, Fachportale ausgenommen. Deutschlands Augen sind zu diesem Thema seltsam geschlossen. Wieso eigentlich? Hat dieses Thema für uns etwa keine Bedeutung?

Wie es nach Vorlage des verabschiedeten Dokuments aussieht, ist mit dem WIPO-Vertrag für die Blinden und Sehbehinderten wirklich Entscheidendes erreicht. Wo immer jemand ein Buch in blindenlesbarer Form umsetzen will, ist nun kein langer Marsch durch die Lizenz-Instanzen mehr nötig. Auch die grotesk anmutende Mehrfachproduktion von Blindenversionen ein- und desselben Titels in der gleichen Sprache ist nicht mehr nötig, weil der Vertrag die geltenden urheberrechtlichen Ländergrenzen überwindet. Das hilft, die limitierten Ressourcen von Blindenbibliotheken und entsprechenden Dienstleistern effizienter einzusetzen. Die in Zukunft weltweit geltenden Zugriffs- oder auch Schrankenregelungen für urheberrechtlich geschützte Werke ermöglichen den Blinden und Sehbehinderten bessere Teilhabe.

Die Abwehr lobbyistischer Einflussnahme-Versuche sollte Mut machen

Über diese Fortschritte hinaus kommt dem Blindenvertrag weitere Bedeutung zu, etwa für die dringend erforderliche weltweite Anpassung des Urheberrechts an die neuen, grenzenlosen Verhältnisse im Internet, dieser riesigen Kopiermaschine. So traten die WIPO-Delegierten am Ende doch noch den Bedenken und Störmanövern von Filmindustrie und Rechteinhabern entgegen. Das vermag den Befürwortern weiterer Urheberrechtsreformen durchaus Mut zu machen. Die Lobbyisten warnten vor einem Einfallstor für Piraterie. Ein Generalverdacht, der ebensowenig gegenüber Blindenbibliotheken angebracht ist wie gegenüber Musikhörern, Bibliotheksbenutzern und Filmsehern.

Auch die Verkomplizierung des Drei-Stufen-Tests mit aufwändiger Abfrage nach kommerziellen Versionen eines Titels setzte sich bei der WIPO nicht durch. Zudem zeigte die Marrakesch-Konferenz: Weltweite Rechte-Diplomatie zieht sich sehr, sehr lange hin. Für die Durchsetzung vernünftiger Forderungen muss man beharrlich sein, Überzeugungsarbeit leisten und bisweilen auch Druck und Kampagnen aufbauen. Engagement also, dass in diesem Fall von Interessenvertretungen und Verbänden der Blinden und Sehbehinderten kam, die sich seit den späten 80er Jahren für solche Regelungen einsetzten, allen voran die Weltblindenunion und die US-amerikanische NFB.

Vertrag offenbart Nachholbedarf und Vorreiterrolle zugleich

In Deutschland haben sich der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband und das Blindenbibliotheken-Netzwerk Medibus engagiert und für die Unterstützung einer Petition geworben. Leider fast ohne Resonanz. Womöglich herrscht die Wahrnehmung vor, dass sich deutsche Verbände und Institutionen eben ordentlich kümmern, dass für die „Randgruppen” doch gesorgt ist. Es gibt Blindenbibliotheken, Blindenschulen, Blindenwerkstätten – die kommen schon zurecht. Inklusion? Damit sind doch „nur“ die Schulen gemeint. So offenbart sich am Blindenvertrag auch ein Nachholbedarf an gesamtgesellschaftlicher Inklusion.

Wenn Stevie Wonder heute seine Stimme in Marrakesch erhebt und den WIPO-Vertrag besingt, werden vielleicht auch deutsche Nachrichtenagenturen, Fernsehreporter und Online-Journalisten für den Moment einer Meldung ihre Augen aufschlagen. Ein kurzer, positiver Bericht, mit „Promi“ und „Musik“, das wird gern genommen und gelesen, strengt auch nicht weiter an, das Problem scheint ja gelöst, irgendwas mit Blinden, gut, ach, den Stevie Wonder gibt’s noch, schön. Und nun das Wetter.

June 26 2013

Einigung: WIPO-Blindenvertrag kurz vor der Verabschiedung

Der seit Tagen in Marrakesch zur Verhandlung stehende Blindenvertrag ist offenbar bereit zur Verabschiedung durch die Welturheberrechts­organisation WIPO. Wie Intellectual Property Watch berichtet, legten die Delegierten gestern Nacht den ersten Entwurf vor, den die einzelnen Konferenzguppen nun prüfen. 

Ersten Reaktionen zufolge entsprechen die im Vertragsentwurf (PDF) in 22 Artikeln aufgeführten Inhalte in fast allen Punkten den Erwartungen der beteiligten Blindenverbände: Mit ihm erleichtere sich der weltweite hürdenfreie Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Bücher, um diese in ein für Blinde und Sehbehinderte lesbares Format zu überführen.

„Es hätte eigentlich nicht so viele Jahre dauern müssen, aber jetzt bin ich vom Ergebnis überwältigt“, sagte Konferenz-Teilnehmer Jamie Love, ein engagierter Unterstützer des Blindenvertrages. Den Delegierten aus Europa und den USA sei es gelungen, die Angriffe der Lobbyisten aus den Medienindustrie-Verbänden abzuwehren und manche sogar zum Umdenken zu bewegen, so Love zu IP Watch.

Blindenverbände sind zufrieden

Die US-amerikanische Blindenverband NFB schätzt das bevorstehende Vertragswerk auf Anfrage von iRights.info als großen Erfolg ein: „The National Federation of the Blind freut sich, dass die Verhandlungen in Marrakesch einen Konsens für diesen dringend benötigten Vertrag gefunden hat“, sagt Sprecher Chris Danielson. „Dieser Vertrag ermöglicht Blinden in aller Welt besseren Zugang zum Weltwissen”. Er sei auch „ein entscheidender Schritt, die globale Buch-Armut für Blinde und Sehbehinderte zu lindern.“

Auch in Deutschland äußern sich involvierte Organisationen zufrieden mit dem sich abzeichnenden Ergebnis aus Marrakesch. Auf Anfrage von iRights.info zeigt Elke Dittmer, Geschäftsführerin der Hamburger „Stiftung Centralbibliothek für Blinde” und Vorsitzende des Blindenbüchereien-Verbundes Medibus große Zuversicht: „Es scheint ein Kompromiss zu sein, der für alle in Ordnung ist. Für die Arbeit der Blindenbiblitohekten brächte das viele Erleichterungen, insbesondere im internationalen Maßstab.“

Mehrfachversionen könnten entfallen

Vor allem würde durch den WIPO-Vertrag die Mehrfachproduktion von blindengerechten Versionen ein- und desselben Titels in derselben Sprache entfallen. So gäbe es beispielsweise von einem Harry-Potter-Band sieben englischsprachichge Blindenversionen, weil das Urheberrecht an den Ländergrenzen etwa von Neuseeland, England, Kanada ende. Auf Basis des Blindenvertrages könnten alle Blindenbibliotheken auf die gleiche Version zugreifen. Davon profitierten dann auch die deutschen Blindenbibliotheken.

„Gerade der schnelle Zugriff auf englischsprachige Versionen in anderen Ländern ist entscheidend“, so Dittmer. Deutsch sei hingegen weder eine internationale Konferenzsprache noch bei der WIPO als Hauptsprache gelistet, viele Blinde lernen und studieren auf Englisch. „Insbesondere die Wissenschaft wird den Vertrag also begrüßen“. Zudem lebten in Deutschland immer mehr zweisprachige Bürger, die sich über den einfacheren Zugang zu mehr blindengerechten Titeln freuen würden. Ein türkischstämmiger Pensionär mit Alters-Sehschwäche etwa habe dann einen hürdenfreien Zugang zu türkischen Blindenbibliotheken.

Deutschland: WIPO-Vertrag Grundlage für bereits bestehende Übereinkünfte

Im deutschsprachigen Raum sei die Zusammenarbeit zwischen Blindenbibliotheken, Verlagen, Börsenverein, Verwertungsgesellschaften und Justizministerium bereits sehr gut gewesen. Für die analogen Medien habe es schon funktionierende Regelungen gegeben, die jedoch durch die digitalen Medien neue urheberrechtliche Probleme aufgeworfen hätten. Im Interessenverbund Daisy seien zwar für die neuen Medien pragmatische Lösungen entwickelt worden, doch „mit dem WIPO-Vertrag bekommen wir eine legale Grundlage für bereits praktizierte Verabredungen“, lobt Dittmer.

Wohl stellvertretend für viele Aktivisten freut sich Pablo Lecuona von der Latin American Blind Union, dass die Bemühungen der Blinden nun absehbar zum Erfolg führten. So startete die amerikanische NFB eine breite Kampagne für „Bücher ohne Grenzen“. Dazu gehörten Video-Statements, in denen sich zahlreiche Blinde an Unternehmen wandten, die den Vertrag auszubremsen versuchten:

Treaty for the Blind | Books Without Borders [nfb.org], Übersetzung: iRights.info.

Mit dem gestern Nacht in Marrakesch vorglegten Entwurf scheint die WIPO-Konferenz es geschafft zu haben, Bedenken von Verlegern und Medienverbänden zu entkräften. So zitiert IP Watch einen Verlagsvertreter: Der Vertragstext sei recht ausgleichend und für alle etwas darin. Vor allem aber sei man froh für die Blinden und Sehbehinderten. Blindenunions-Vertreter Lecouna erinnert daran, dass nun noch gerungen werden müsse, den Vertrag zu ratifizieren und tatsächlich in Kraft zu setzen. WIPO-Chef Francis Gurry nennt das Ergebnis bei IP Watch schlicht ein „wahrhaft historisches Resultat“.

June 19 2013

Vatikan warnt vor Verhinderung des Blindenvertrags

Gleich am zweiten Tag der internationalen diplomatischen Konferenz in Marrakesch liest der vatikanische UN-Gesandte den Teilnehmern bei der World Intellectual Property Organization (WIPO) die Leviten. Sie sollen den Einflussnahmen Dritter widerstehen und den Blindenvertrag auf keinen Fall scheitern lassen.

Erzbischof Silvano M. Tomasi, ständiger Vertreter des Vatikan beim Büro der Vereinten Nationen in Genf, redet den Delegierten der internationalen diplomatischen Konferenz in Marrakesch kräftig ins Gewissen: Sie sollen den zur Verabschiedung stehenden Blindenvertrag auf keinen Fall scheitern lassen. „Diese diplomatische Konferenz bietet der Weltgemeinschaft eine historische Chance, auf ganz praktische Fragen von globaler Bedeutung konkrete Antworten zu geben“, so Tomasi in seinem Beitrag.

Blindenverbände und Politik arbeiten seit Jahren auf die Vertragskonferenz hin, die nun seit dem 17. und noch bis zum 29. Juni läuft. Auf der WIPO-Konferenz 2009 vereinbarten die Delegierten, bis 2010 einen weltweit einheitlich geltenden „Treaty for the Blind“ zu verabschieden. Weil sich aber die Beteiligten über viele Vertragsinhalte nicht einigen konnten, verschoben die Verantwortlichen die Konferenz mehrfach.

Im Kern geht es darum, im Rahmen der WIPO zu vereinbaren, Blinden und Sehbehinderten einen unkomplizierten Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Bücher zu ermöglichen. Im Rahmen einer Ausnahmeregel könnten Bücher dann in für Blinde lesbare Formate überführt werden. In rund 60 Ländern gibt es dafür bereits entsprechende Sondervereinbarungen, darunter auch in Deutschland, fixiert in Paragraf 45a des Urheberrechtsgesetzes.

„Nicht hinter Berner Konventionen zurückfallen“

Genau solche Ausnahme- und Schrankenregelungen sollten auch nach Ansicht des Vatikan-Vertreters Eingang in den WIPO-Vertrag finden, und zwar ohne neue Konzessionen: „Diese dürfen von Dritten weder behindert noch verhindert werden, etwa durch technische Schutzmaßnahmen oder Vertragsklauseln“, sagt Tomasi. „Dementsprechend ist es entscheidend, nicht hinter den bereits verabschiedeten Konventionen von Bern zurückzufallen und den Drei-Stufen-Test anzuwenden, um insbesondere die Prinzipien von ,fair use‘ und ,fair dealing‘ zu achten.“

Tomasi weiter:

Wir warnen auch davor, neuartige Auflagen einzuführen, mit denen jene Regelungen außer Kraft gesetzt würden, die einzelne WIPO-Mitgliedsstaaten bereits praktizieren, um den öffentlichen Interessen zu dienen.

Damit äußert sich der Kirchenvertreter vergleichsweise konkret zum Verhandlungsrahmen, um zugleich nicht weniger deutlich auf die Störmanöver einflussreicher Verbände hinzuweisen, darunter des US-Filmverbands MPAA und der bei Business Europe zusammengeschlossenen europäischen Medienindustrie.

June 14 2013

Blindenverband pocht auf eindeutige Regelungen

Unmittelbar vor der Konferenz über einen weltweiten Blindenvertrag im Urheberrecht wächst beim Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verband (DBSV) die Skepsis, ob der angestrebte Vertrag die aus seiner Sicht notwendigen Regelungen enthalten wird. Gegen die lobbyistischen Angriffe seitens mehrerer Rechteinhaber-Verbände setzt der DBSV vier Forderungen.

Am Montag beginnt die 12-tägige Vertragskonferenz der World Intellectual Property Organisation (WIPO) in Marrakesch. Der dort zu verhandelnde Blindenvertrag soll weltweit gültige Regelungen schaffen, nach denen urheberrechtlich geschützte Bücher kosten- und hürdenfrei in für Blinde, Lese- und Sehbehinderte lesbare Versionen umgewandelt werden können. Übergeordnetes Ziel des Vertrages ist, die Büchernot für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen zu beseitigen. Laut Angaben von Blindenverbänden sind in den Industrieländern nur fünf Prozent aller Bücher in einem für Blinde und Sehbehinderte lesbaren Format zugänglich, in Entwicklungsländern gerade einmal ein Prozent. Daher soll ein unkomplizierter Zugriff durch entsprechende Ausnahmeregelungen abgesichert sein.

Im deutschen Urheberrecht gibt es schon jetzt eine sogenannte Schrankenregelung zugunsten behinderter Menschen, die die Vervielfältigung und Verbreitung eines urheberrechtlich geschützten Werkes auch ohne Genehmigung des Rechteinhabers in einem Format erlaubt, das diesen Menschen das betreffende Werk zugänglich macht. Die Vervielfältigung darf dabei nicht Erwerbszwecken dienen und ist angemessen zu vergüten. Dies geschieht in Deutschland mit den im Verein Medibus zusammengeschlossenen Blindenhörbüchereien. Laut Deutschem Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) habe sich dieses Verfahren in Deutschland gut bewährt, nun soll es weltweite Ausnahmeregelungen geben.

Wie diese konkret aufgebaut und formuliert sind, darum ringen in der WIPO vertretene Rechteinhaber und Blindenverbände, Juristen und Politik nun schon mehrere Jahre. Der DBSV setzt dabei auf die von der Weltblindenunion (WBU) formulierten Kernpunkte, die der Blindenvertrag enthalten beziehungsweise nicht enthalten sollte:

  1. Keine Verpflichtung zur Überprüfung der „kommerziellen Verfügbarkeit“ durch die Blindeneinrichtungen, die entsprechende Versionen bereitstellen. Diese könnten die erforderlichen Recherchen nicht leisten, weil die Prüfungen zeitaufwändig, bürokratisch und kostspielig wären. Blindenbüchereien seien in der Regel kleinere Einrichtungen, die nicht über die Mittel für die geforderten Recherchen verfügten.
  2. Auch Einzelpersonen mit funktionellen Lesebeeinträchtigungen – nicht nur den autorisierten Einrichtungen – müsse es möglich sein, barrierefreie Bücher unmittelbar aus einem anderen Land einzuführen.
  3. Keine technischen Schutzmaßnahmen (TPMs), die den rechtmäßigen Zugang/die rechtmäßige Nutzung eines Werkes gemäß Vertragsregelungen verhindern könnten. Ohne eine entsprechende Regelung sei zu befürchten, dass die rechtmäßige und bedeutende Nutzung des Vertrages schon verhindert werden könnte, indem die digitale Buchversion mit einer technischen Schutzmaßnahme versehen würde.
  4. Keine Zusatz-Artikel. Der Vertrag benenne bereits klar die Kriterien für autorisierte Einrichtungen. Es bedürfe deshalb nicht der Registrierung der Einrichtungen in einer Datenbank, um den Vertrag anwenden zu können.

Seit vor kurzem der US-Filmindustrie-Verband MPAA sowie Business Europe ihre Lobby-Muskeln spielen ließen und vor zu weit reichenden Konzessionen warnten, wachsen bei Blindenverbänden die Befürchtungen, der Vertrag käme gar nicht oder nur mit unbefriedigenden Inhalten zustande. Auch beim DBSV herrscht Skepsis: „Leider wird in Marrakesch ein Vertragsentwurf auf dem Tisch liegen, der aus unserer Sicht wenig geeignet ist, das Ziel zu erfüllen, die weltweite Büchernot zu beseitigen“, so der Blindenverband gegenüber iRights.info.

Das interessierte uns näher. Wir fragten nach beim Referenten für internationale Zusammenarbeit des Verbands, Hans Kaltwasser.

Interview

iRights.info: Herr Kaltwasser, der DBSV hat konkrete Vorstellungen hinsichtlich des WIPO-Blindenvertrages formuliert, den Kernpunkten des Weltblindenunion folgend. Welche Positionen wird Deutschland einnehmen, wenn ab Montag die WIPO-Konferenz in Marrakesch darüber verhandelt?

Hans Kaltwasser. Foto: DBSV

Hans Kaltwasser: Das Bundesjustizministerium hat unsere Punkte verstanden, aber die Bundesregierung hat ihre Position im EU-Rat noch nicht festgelegt. Das Ministerium sagt, man müsse beim WIPO-Vertrag beide Seiten berücksichtigen, es muss zu einem Ausgleich der Interessen der Rechteinhaber und der Weltblindenunion kommen. Zudem stimmt Deutschland nur innerhalb des EU-Blocks ab. Der EU-Rat hat sich aber bisher auch bedeckt gehalten. Wir haben jedoch den Eindruck, dass eine mächtige Wirtschaftslobby, wie zum Beispiel die jüngste Kampagne von Business Europe, versucht, den Vertrag zu kippen beziehungsweise für unnötige bürokratische Regelungen zu sorgen, die den Vertrag aus unserer Sicht unbrauchbar machen würden.

iRights.info: Gibt es denn auch in Deutschland Gegenwind zu den Positionen des DBSV?

Hans Kaltwasser: Wir hatten vergangene Woche ein Gespräch beim Bundesjustizministerium, an dem auch die Verlagswirtschaft teilgenommen hat. Die Verleger befürchten, dass mit dem WIPO-Abkommen der Piraterie Tür und Tor geöffnet würden. Diese Sorge bezieht sich nicht auf Deutschland oder die EU, sondern auf manche Entwicklungsländer. Diese Furcht mag nicht ganz unbegründet sein, doch wir halten es für völlig ungerechtfertigt, blinde Menschen unter Generalverdacht zu stellen. Zudem muss man doch sehen, dass Piraterie im Informationszeitalter ein generelles Problem darstellt. In der Regel sind uns die Piraten ein bis zwei Schritte voraus, wenn ein neues Buch erscheint. Sie müssen gar nicht auf unsere Formate zurückgreifen.

iRights.info: Klingt plausibel. Aber könnten die vermeintlich rechtsfreien Blinden-Versionen von Büchern nicht dennoch eine Verlockung darstellen?

Hans Kaltwasser: Die entsprechenden Vorlagen eignen sich nicht für Raubkopien, sie bedürfen der Aufbereitung. Auch stellt das geltende Urheberrecht den Missbrauch bereits unter Strafe. Zudem gibt es ja Möglichkeiten und Verfahren zum Schutz vor Raubkopien. Zum Beispiel kann man E-Books mit einem digitalen Wasserzeichen versehen, mit dem ein Missbrauch zurückverfolgt werden kann.

iRights.info: Was erwarten Sie, wird am Ende der WIPO-Konferenz herauskommen?

Hans Kaltwasser: Der Vertrag wird wohl zustande kommen, aber nicht ganz so, wie es aus unserer Sicht erforderlich wäre. Und unsere große Sorge ist, dass damit die Büchernot nicht wirksam beseitigt werden kann.

iRights.info: Sie unterstützen diesbezüglich die E-Petition „Stand for the Blind“ der WBU beim Kampagnen-Netzwerks Avaaz. Wie ist die Resonanz?

Hans Kaltwasser: Unsere Petition läuft noch bis zum 22.6. und bisher sind wir zufrieden, können aber noch keine Bewertung abgeben. Wir wissen aber, dass andere Petitionen bei Avaaz sehr gut liefen.

December 17 2009

The Best and the Worst Tech of the Decade

With only a few weeks left until we close out the 'naughts and move into the teens, it's almost obligatory to take a look back at the best and not-so-best of the last decade. With that in mind, I polled the O'Reilly editors, authors, Friends, and a number of industry movers and shakers to gather nominations. I then tossed them in the trash and made up my own compiled them together and looked for trends and common threads. So here then, in no particular order, are the best and the worst that the decade had to offer.

The Best

AJAX - It's hard to remember what life was like before Asynchronous JavaScript and XML came along, so I'll prod your memory. It was boring. Web 1.0 consisted of a lot of static web pages, where every mouse click was a round trip to the web server. If you wanted rich content, you had to embed a Java applet in the page, and pray that the client browser supported it.

Without the advent of AJAX, we wouldn't have Web 2.0, GMail, or most of the other cloud-based web applications. Flash is still popular, but especially with HTML 5 on the way, even functionality that formerly required a RIA like Flash or Silverlight can now be accomplished with AJAX.

Twitter - When they first started, blogs were just what they said, web logs. In other words, a journal of interesting web sites that the author had encountered. These days, blogs are more like platforms for rants, opinions, essays, and anything else on the writer's mind. Then along came Twitter. Sure, people like to find out what J-Lo had for dinner, but the real power of the 140 character dynamo is that it has brought about a resurgence of real web logging. The most useful tweets consist of a Tiny URL and a little bit of context. Combine that with the use of Twitter to send out real time notices about everything from breaking news to the current specials at the corner restaurant, and it's easy to see why Twitter has become a dominant player.

Ubiquitous WiFi: I want you to imagine you're on the road in the mid-90s. You get to your hotel room, and plop your laptop on the table. Then you get out your handy RJ-11 cord, and check to see if the hotel phone has a data jack (most didn't), or if you'll have to unplug the phone entirely. Then you'd look up the local number for your ISP, and have your laptop dial it, so you could suck down your e-mail at an anemic 56K.

Now, of course, WiFi is everywhere. You may end up having to pay for it, but fast Internet connectivity is available everywhere from your local McDonalds to your hotel room to an airport terminal. Of course, this is not without its downsides, since unsecured WiFi access points have led to all sorts of security headaches, and using an open access point is a risky proposition unless your antivirus software is up to date, but on the whole, ubiquitous WiFi has made the world a much more connected place.

Phones Get Smarter: In the late 90s, we started to see the first personal digital assistants emerge, but this has been the decade when the PDA and the cell phone got married and had a baby called the smartphone. Palm got the ball rolling with the Treos about the same time that Windows Mobile started appearing on phones, and RIM's Blackberry put functional phones in the hands of business, but it was Apple that took the ball and ran for the touchdown with the iPhone. You can argue if the droid is better than the 3GS or the Pre, but the original iPhone was the game-changer that showed what a smartphone really could do, including the business model of the App Store,

The next convergence is likely to be with Netbooks, as more and more of the mini-laptops come with 3G service integrated in them, and VoIP services such as Skype continue to eat into both landline and cellular business.

The Maker Culture: There's always been a DIY underground, covering everything from Ham radio to photography to model railroading. But the level of cool has taken a noticeable uptick this decade, as cheap digital technology has given DIY a kick in the pants. The Arduino lets anyone embed control capabilities into just about anything you can imagine, amateur PCB board fabrication has gone from a messy kitchen sink operation to a click-and-upload-your-design purchase, and the 3D printer is turning the Star Trek replicator into a reality.

Manufacturers cringe in fear as enterprising geeks dig out their screwdrivers. The conventional wisdom was that as electronics got more complex, the "no user serviceable parts" mentality would spell the end of consumer experimentation. But instead, the fact that everything is turning into a computer meant that you could take a device meant for one thing, and reprogram it to do something else. Don't like your digital camera's software? Install your own! Turn your DVR into a Linux server.

Meanwhile, shows like Mythbusters and events like Maker Faire have shown that hacking hardware can grab the public's interest, especially if there are explosions involved.

Open Source Goes Mainstream: Quick! Name 5 open source pieces of software you might have had on your computer in 1999. Don't worry I'll wait...

How about today? Firefox is an easy candidate, as are Open Office, Chrome, Audacity, Eclipse (if you're a developer), Blender, VLC, and many others. Many netbooks now ship with Linux as the underlying OS. Open Source has gone from a rebel movement to part of the establishment, and when you combine increasing end user adoption with the massive amounts of FLOSS you find on the server side, it can be argued that it is the 800 pound Gorilla now.

As Gandhi said, "First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win." When even Microsoft is releasing Open Source code, you know that you're somewhere between the fight and win stages.

Bountiful Resources: 56K modems, 20MB hard drives, 640K of RAM, 2 MHz processors. You don't have to go far back in time for all of these to represent the state of the art. Now, of course, you would have more than that in a good toaster...

Moore's Law continues to drive technology innovation at a breakneck pace, and it seems that related technologies like storage capacity and bandwidth are trying to follow the same curve. Consider that AT&T users gripe about the iPhone's 5GB/month bandwidth cap, a limit that would have taken 10 solid days of transferring to achieve with a dialup connection.

My iPhone has 3,200 times the storage of the first hard drive I ever owned, and the graphics card on my Mac Pro has 16,000 times the memory of my first computer. We can now do amazing things in the palm of our hands, things that would have seemed like science fiction in 1999.

The Worst

SOAP: The software industry has been trying to solve the problem of making different pieces of software talk to each other since the first time there were two programs on a network, and they still haven't gotten it right. RPC, CORBA, EJB, and now SOAP now litter the graveyard of failed protocol stacks.

SOAP was a particularly egregious failure, because it was sold so heavily as the final solution to the interoperatibility problem. The catch, of course, was that no two vendors implemented the stack quite the same way, with the result that getting a .NET SOAP client to talk to a Java server could be a nightmare. Add in poorly spec'd out components such as web service security, and SOAP became useless in many cases. And the WSDL files that define SOAP endpoints are unreadable and impossible to generate by hand (well, not impossible, but unpleasant in the extreme.)

Is it any wonder that SOAP drove many developers into the waiting arms of more useable data exchange formats such as JSON?

Intellectual Property Wars: How much wasted energy has been spent this decade by one group of people trying to keep another group from doing something with their intellectual property, or property they claim was theirs? DMCA takedowns, Sony's Rootkit debacle, the RIAA suing grandmothers, SCO, patent trolls, 09F911029D74E35BD84156C5635688C0, Kindles erasing books, deep packet inspection, Three Strikes laws, the list goes on and on and on...

At the end of the day, the movie industry just had their best year ever, Lady Gaga seems to be doing just fine and Miley Cyrus isn't going hungry, and even the big players in the industry are getting fed up sufficiently with the Trolls to want patent reform. The iTunes store is selling a boatload of music, in spite of abandoning DRM, so clearly people will continue to pay for music, even if they can copy it from a friend.

Unfortunately, neither the RIAA nor the MPAA is going gently into that good night. If anything, the pressure to create onerous legislation has increased in the past year. Whether this is a last gasp or a retrenchment will only be answered in time.

The Cult of Scrum: If Agile is the teachings of Jesus, Scrum is every abuse ever perpetrated in his name. In many ways, Scrum as practiced in most companies today is the antithesis of Agile, a heavy, dogmatic methodology that blindly follows a checklist of "best practices" that some consultant convinced the management to follow.

Endless retrospectives and sprint planning sessions don't mean squat if the stakeholders never attend them, and too many allegedly Agile projects end up looking a lot like Waterfall projects in the end. If companies won't really buy into the idea that you can't control all three variables at once, calling your process Agile won't do anything but drive your engineers nuts.

The Workplace Becomes Ubiquitous: What's the first thing you do when you get home at night? Check your work email? Or maybe you got a call before you even got home. The dark side of all that bandwidth and mobile technology we enjoy today is that you can never truly escape being available, at least until the last bar drops off your phone (or you shut the darn thing off!)

The line between the workplace and the rest of your life is rapidly disappearing. When you add in overseas outsourcing, you may find yourself responding to an email at 11 at night from your team in Bangalore. Work and leisure is blurring together into a gray mélange of existence. "Do you live to work, or work to live," is becoming a meaningless question, because there's no difference.

So what do you think? Anything we missed? Hate our choices? With us 100 percent? Let us know in the comments section below.

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