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May 03 2013

In eigener Sache: Broschüre zu 8 Jahren iRights und Glückwünsche vom Elektrischen Reporter

Am Dienstag, dem 15. März 2005 ging iRights.info online. Einer historischen Heise-Meldung zum Thema ist zu entnehmen:

Was ist beim Nutzen von Tauschbörsen zu beachten? Was kann man nach der Änderung des Urheberrechtsgesetzes noch bei Online-Auktionen verscherbeln, ohne sich eine teure Abmahnung einzufangen? Derlei Fragen versucht die Site iRights.info seit dem heutigen Dienstag, dem Weltverbrauchertag, auch dem Otto-Normalsurfer verständlich zu beantworten.

Seitdem hat sich manches geändert, anderes ist gleich geblieben. Statt um Tauschbörsen geht es um Torrents und Filehoster, das Urheberrecht wurde hier und da geändert, aber Abmahnungen sind immer noch teuer. iRights.info hat Höhen und Tiefen erlebt, Publikationen veröffentlicht, Konferenzen organisiert, und und und. Und zuletzt mit dem iRights.Lab , iRights.Law und dem Verlag iRights.Media Geschwister bekommen.

Zum achtjährigen Jubiläum gibt es jetzt die Broschüre: Acht Jahre iRights – Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? (PDF, 9 MB). Wer die Broschüre als Print zum Schmökern haben will, der kann uns einfach eine E-Mail mit seiner Postadresse an redaktion@irights.info schicken und bekommt sie dann zugeschickt.

Außerdem hat der Elektrische Reporter mit einem Video gratuliert. iRights.info sagt Danke!

Acht Jahre iRights – Glückwunsch vom Elektrischen Reporter.

March 17 2013

Crowdfunding: iPhoneChina – ein Filmprojekt über Apple und China

Der Filmemacher Christian von Borries stellt die Systemfrage: „Stellen wir uns vor, Apple wäre ein Staat – würde man lieber in Apple oder lieber in China leben?” In einem dokumentarischen Essayfilm geht er der dahinterliegenden Frage nach, ob Staaten wie Unternehmen oder Unternehmen wie Staaten geführt werden. Das Rohmaterial wurde in den USA, in Frankreich, Deutschland und China gedreht. Nun geht es darum, den Film fertig zu stellen. Von Borries hat dafür bei Indigogo ein Crowdfunding-Projekt gestartet.

Bis zum 19. April werden 10.000 US-Dollar für Schnitt, Farbkorrektur und Fertigstellung benötigt. Man kann die Produktion ganz einfach mit Überweisung per Kreditkarte über die Projektseite bei Indigogo unterstützen. Zu Beginn des Sommers wird der Dokumentarfilm dann auf Filmfestivals und kostenlos auf Youtube und anderen Video-Plattformen zu sehen sein. Der Autor verzichtet dabei bewusst auf Copyright-Maßnahmen und Lizenzen. Zum Charakter des Films schreibt von Borries:

IPHONECHINA, the new documentary essay film by Christian von Borries, is not another film about Apple or about China. By comparing two epitomes of the world, it turns out that software might be a new form of governance. But on the ground, there is real desire and real exploitation.

Dirk von Gehlen, Chefredakteur von jetzt.de, hat den Filmemacher zu seiner Motivation interviewt: „Ich mache einen Film, den ich noch nicht gesehen habe und der fehlt.

„Design is how it works, right?“ – hier haben wir den Trailer zum Film bereitgestellt:

Meine Empfehlung: Unterstützen!

January 24 2013

Update E-Book “Das Netz 2012 – Jahresrückblick Netzpolitik” erschienen

Es lebe die Technik. Anfang Dezember ist unsere Publikation “Das Netz 2012 – Jahresrückblick Netzpolitik” als Print und als E-Book erschienen. Das brachte es mit sich, dass wir in den chronologischen Zeitleisten die wir für jeden Monat angelegt haben, den Dezember 2012 nicht berücksichtigen konnten. Das haben wir jetzt nachgeholt.

Das E-Book ist jetzt in allen Stores in seiner aktualisierten Fassung zu haben. Natürlich zum gleichen Preis von 4.99 Euro. Frisch herausgeputzt liegt es jetzt also zum Download bereit. Hier der Link auf die Bestellseite.

Da kann man es ebenfalls auch als Print-Ausgabe bestellen. Wer es gerne ohne Maschinen kaufen will, der kann zum Beispiel zum “Kulturkaufhaus Dussmann” in Berlin gehen, dort liegt es im dritten Stock, aktuell wird es auch im Erdgeschoss im Schaufenster beworben. Hier eine Impression:

Acuh in allen anderen Buchhandlungen kann der Jahresrückblick bestellt werden. Es genügt aber auch einfach eine E-Mail an info@irights-media.de dann packen wir das Buch ein und es ist schnell da. An dieser Stelle auch schonmal einen großen Dank an die vielen Leser und die vielen Reaktionen. Diese waren nahezu alle sehr positiv. Das freut und belohnt uns für die ganze Arbeit. Danke!

September 26 2012

Neu erschienen: Kulturen und Ethiken des Teilens

Im Verlag der Universität Innsbruck ist gerade der deutsch-englische Sammelband „Cultures and Ethics of Sharing / Kulturen und Ethiken des Teilens” erschienen. Herausgegeben von Wolfgang Sützl, Felix Stalder, Ronald Maier und Theo Hug nimmt der Band das Teilen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven in den Blick und streift damit, kaum überraschend, auch das Urheberrecht. In der Einleitung heißt es:

Dass das Teilen in der Gesellschaft der Gegenwart einmal eine so große Rolle spielen würde, hätte bis vor kurzem wohl kaum jemand vorausgesagt. Diese neue Bedeutung des Teilens ist wohl eine der überraschendsten Entwicklungen des frühen 21. Jahrhunderts – überraschend, aber nicht unerklärlich. In den vergangenen zehn Jahren gab es zahlreiche Entwicklungen, die Bedingungen schufen, in denen sich neue Praktiken entfalten konnten und die Rolle des sozialen Zusammenhalts und des Teilens neu gesehen werden.

Beiträge zum Thema gibt es von Manfred Faßler, Volker Grassmuck, Doreen Hartmann und vielen anderen. Das Buch gibt es für EUR 27,90 auf Papier oder kostenlos in der PDF-Version.

September 24 2012

Hoeren-Skript zum Internetrecht in neuer Fassung erschienen

Man kann die Uhr nach stellen: Thomas Hoerens Skript zum Internetrecht ist pünktlich zum Wintersemester an der Uni Münster in aktualisierter Fassung erschienen. Neben dem Urheberrecht behandelt es auf 559 Seiten Domainrecht, Verträge und AGB, Werbung und Marketing, Datenschutz sowie haftungs- und strafrechtliche Fragen. Hier gibt es das PDF.

Daneben ist auch das Skript zum IT-Vertragsrecht überarbeitet worden. Für beide kostenlosen Skripte kann man übrigens an die Kaffeekasse des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht spenden – Infos dazu direkt im Skript.

December 11 2011

Wie mit dem “Grundstoff Wissen” umgehen? Gunter Dueck zu Open Source und Open Content

Gunter Dueck wird morgen einer der Experten bei der Anhörung mit dem Titel Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft sein. Seine schriftliche Stellungnahme (PDF, 1 MB) beinhaltet auch einige Absätze zu der Frage, wie mit dem “Grundstoff Wissen” umgegangen werden sollte. Hier einer davon:

Ich würde auch vorschlagen, die „Grundstoffe des Wissens“ für alle frei zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel: Der Staat bestellt ein Staatliches Rundfunkorchester für ein paar Jahre und lässt alle Klassikmusik einspielen – alles. (Damit soll irgendwo schon angefangen werden, habe ich gehört!) Das alles wird in einer Art Wikipedia freigegeben. Die Kirche bezahlt ein paar Chöre und lässt sie alle Lieder der Gesangbücher als Einzelstimme, im Chor und instrumental einspielen – und setzt sie frei ins Netz. Die Kliniken und Ärzte fotografieren oder filmen Kranke und setzen alles zur Lehre ins Netz („hier 500 Anschauungsfälle von Windpocken“ für noch unerfahrene Ärzte). Theater spielen alle Stücke einmal zur freien Verfügung im Netz etc. Alles, was viele ge- brauchen können, kommt frei ins Netz. Das würde die Wirtschaft ankurbeln, so wie das freie Be- nutzen der Autobahnen den Tourismus begünstigt hat. Nötige Transformationsprozesse würden erstens schneller und zweitens einheitlicher vonstattengehen, wenn alle die gleichen Werkzeuge hätten.

Neben Dueck werden teilnehmen:

  • Holger Eggerichs, lubeca e.V. projekt WOLKE
  • Frederic Hanika, Senior Vice President Head of Mergers & Acquisitions
  • Heiko Hebig, SPIEGELnet GmbH, Leiter neue Geschäftsfelder, SPIEGEL
  • Dr. Tom Kirschbaum, Mitgründer und CFO Penelope Ventures GmbH
  • Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Leiterin des Fachgebiets Marketing & Personalmanagement am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt

Die Sitzung wird ab 13 Uhr live im Parlamentsfernsehen, im Web-TV und für mobile Geräte auf m.bundestag.de übertragen.

Hier noch der Hinweis, dass man sich via enquetebeteiligung.de an der Diskussion beteiligen kann.

September 02 2011

Neue Auflage des Medienkunde-Unterrichtsmaterials von “DIE ZEIT” – mit Urheberrechtsinfos von iRights.info

Aus der Pressemitteilung:

Seit dem Start des Projekts im Jahr 1997 hat das Thema Medienkunde stetig an Bedeutung zugenommen. Auch mit der neuen Ausgabe erhalten Lehrer das aktualisierte Unterrichtsmaterial “Medienkunde” kostenfrei von der ZEIT geliefert. Auf über 170 Seiten finden Lehrer Beispieltexte und Arbeitsanregungen für Ihren Unterricht. Bewährte Themen haben wir aktualisiert und um neue Aspekte ergänzt. Einen Schwerpunkt bilden in diesem Jahr die Plagiatsaffäre zu Guttenberg und das Internet. Zu diesen Themen haben wir neue Arbeitsblätter und interaktive Tafelbilder entwickelt, damit Sie Ihren Unterricht multimedial gestalten können.

Bestellinfos

Der Teil zum Urheberrecht stammt von den iRights.info-Redakteuren Matthias Spielkamp und Phlipp Otto und ist gegenüber der Auflage vom vergangenen Jahr unverändert geblieben. Er kann auch bei iRights.info als PDF heruntergeladen werden (108 kb).

May 13 2011

Presseschau zum Gutachten “Verbraucherschutz im Urheberrecht”

Nach der heutigen Vorstellung des Gutachtens “Verbraucherschutz im Urheberrecht” des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), verfasst von iRight.info-Redakteur Till Kreutzer, gibt es inzwischen bereits eine Vielzahl von Pressemeldungen. Wir haben hier nun eine erste kleine Übersicht zusammengestellt:

Sueddeutsche.de, Heise Online, etc. via DPA-Meldung: Verbraucherschützer machen sich für Privatkopie stark

N-TV: Verbraucherschützer fordern: Privatkopie muss möglich sein

Tagesspiegel: Ein Herz für Kinder

Netzpolitik.org: Studie: Verbraucherschutz im Urheberrecht

Golem: Verbraucherschützer wollen Gesetzesänderung pro Privatkopie

Gulli.com: Verbraucherschützer für Privatkopie und Recht auf Wiederverkauf digitaler Werke

WinFuture: Verbraucherschützer fordern Recht auf Privatkopie

Deutschlandradio: Auf der Website und als Audio-Datei: Mehr Rechte für Nutzer – Verbraucherschützer für verändertes Urheberrecht

Weitere Hinweise auf Presseberichte oder Blogartikel bitte in den Kommentaren hinterlassen, wir ergänzen diese dann.

May 12 2011

Kommissionsbericht der Uni Bayreuth zu Guttenberg im Volltext online

Gestern hat die Kommission “Selbstkontrolle in der Wissenschaft” der Universität Bayreuth auf einer Pressekonferenz den Abschlußbericht im Fall Guttenberg vorgestellt. Im Bericht heißt es zur Bewertung (S.13): “Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Frhr. zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.” Der Bericht der Kommission ist online im Volltext (PDF-Datei) einsehbar. Er liest sich spannend und dürfte sowohl bei Lehrenden als auch bei Studenten auf großes Interesse stoßen.

May 10 2011

Twitpic, Twitter und “konkludente Verträge”

Ohne es zu wissen, schließen wir tagtäglich Verträge ab. Die Nutzung von Online-Diensten wie Twitpic, zur Veröffentlichung eigener Fotos bei Twitter, ist dabei in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt. Fast niemand macht sich die Mühe diese im Einzelnen durchzulesen. Bei Facebook und anderen Online-Diensten haben wir uns schon lange daran gewöhnt und ignorieren, selbst wenn dies widerwillig geschieht, die weitreichenden Rechteabtretungen die wir tagtäglich beim Hochladen von Informationen vornehmen. Die öffentliche Diskussion darüber, ob das in Ordnung ist oder nicht, verflacht immer relativ zügig.

Nun hat es Twitpic erwischt. Das Unternehmen hat einen Deal mit einer Fotoagentur bekannt gemacht. Dieser sieht vor, dass alle von Nutzern bei Twitpic hochgeladenen Bilder kommerziell verwertet werden. Bei Spiegel Online heißt es dazu “Wenn das mal nicht einen Sturm der Entrüstung hervorruft: Der Twitter-Fotodienst Twitpic, über den man Fotos hochladen und über eine kurze Adresse in Twitter-Botschaften einbinden kann, hat einen exklusiven Deal mit der britischen Fotoagentur “Wenn” geschlossen. Künftig sollen Fotos, die Stars über Twitpic ins Internet stellen, weltweit vermarktet werden.” iRights.info-Redakteur Till Kreutzer hat zur Problematik von Rechteabtretungen durch AGB den sehr lesenswerten Text “Freiwild oder Artenschutz: Ausbeutung durch AGB” geschrieben. Gerade auch für den aktuellen Fall von Twitpic findet man hierin sehr wertvolle Informationen. Schwerpunkt des Artikels ist die Rechteabtretung im Verhältnis zwischen Urheber und Auftraggeber bzw. Verwerter. Leseempfehlung!

May 03 2011

Musik und Internet: Willkommen im rechtsfreien Raum

So lautet der zugespitzte Titel des Editorials der aktuellen Mai-Ausgabe der Musikzeitschrift “melodie & rhythmus” (m&r). Neben lesenswerten Beiträgen und Geschichten über viele Musiker und die Entwicklung sowie die Rahmenbedingungen der Szene, liegt der Schwerpunkt des Heftes auf dem Umgang mit Musik im Internet.

Im Interview “Philipp Otto: Verwerter vertreten die Interessen der Verwerter” erläutere ich dabei gegenüber m&r unter anderem, wie mögliche Konfliktlösungen im Dreiklang zwischen Urhebern, Nutzern und Verwerten aussehen können. In einer Antwort im Interview heißt es dazu: “Die Musikindustrie muss den Nutzer als Kunden ernst nehmen und ihm solche Angebote machen, die er auch haben will. Dazu gehört, dass die gekaufte Musik kostengünstig, sowie frei von technischen Restriktionen ist und dass der Kunde nach eigenem Belieben über sie verfügen kann. Im privaten Bereich brauchen wir eine komplette Entkriminalisierung.”

Im Schwerpunkt finden sich weitere spannende Artikel. Volker Grassmuck, iRights.info-Gründer und langjähriger iRights.info-Projektleiter beschreibt in seinem Essay “Vom Kopf auf die Füsse. Für eine Kulturwende” die grundlegenden Merkmale der digitalen Revolution und ihre praktischen Auswirkungen auf neue Formen der Nutzung, der Produktion und der Distribution von digital verfügbaren Kulturgütern. Er erläutert dabei auch, warum die “Remix-Dissertation” von Karl-Theodor (ff.) zu Guttenberg etwas anderes ist, und von uns anderes wahrgenommen wird, als beispielsweise andere Remix-Culture-Werke.

Daneben gibt es das Interview “Ich verstosse gegen deutsches Recht” mit Mashup-Germany a.k.a. Ben Stiller, einem der bekanntesten Mashup-DJs in Europa über seine Kultur, seine Werke und seine Probleme mit Major Lables wie Warner Music und notwendige Veränderungen im Urheberrecht. Im Beitrag “Die Robin Hoods der Musik” werden Netlabels als neue und unmittelbare Form der Verbreitung von Musik vorgestellt. Im Artikel “Geisterjagd – Musik im Internet und ihre Legenden” geht es ebenfalls um neue Formen und die Geschichte der Nutzung von Musik.

Der Schwerpunkt wird abgerundet durch eine Fotoreportage über Künstler im Netz und einem Gespräch mit Ernst-Christian Zander, Musikchef von Radio Fritz des rbb, über die Wege die der Sender geht, um seine Inhalte auch im Netz möglichst vielen Hörern zugänglich zu machen. Zu guter letzt findet sich im Heft noch ein Gespräch mit Ruben Jonas Schnell, dem Gründer des in Hamburg beheimateten Radios ByteFM.

Das aktuelle Heft von m&r ist ab 09. Mai am Kiosk und im Abo erhältlich. Die Inhalte finden sich, leider nur angeteasert, auch auf der Website von m&r.

April 13 2011

„Freiheit vor Ort“: Netzpolitik und Urheberrecht auf lokaler Ebene

Die lokale Ebene ist auch in der digital-globalisierten Welt von entscheidender Bedeutung. Dort entscheidet sich, ob und auf welche Weise Menschen überhaupt Zugang zu digitalen Netzen bekommen. Und auch das Urheberrecht spielt im Rahmen von öffentlicher Verwaltung, Schule und Universität auch auf lokaler Ebene eine immer größere Rolle.

Bereits vor vier Jahren hat sich eine Gruppe junger Autorinnen und Autoren um Leonhard Dobusch (Urheberrechtsforscher an der FU Berlin) und Christian Forsterleitner (Gemeinderat im österreichischen Linz) in einem Buch mit dem Titel „Freie Netze. Freies Wissen.“ zum ersten Mal den Fokus auf die kommunalen Potentiale neuer digitaler Technologien gelegt. Dank einer Creative-Commons-Lizenz steht das Buch auch im Volltext als PDF zum Download bereit.

Gedacht als Beitrag zum Europäischen Kulturhauptstadtjahr 2009 in Linz, waren darin eine Reihe von konkreten Projektvorschlägen zur Umsetzung auf kommunaler Ebene enthalten. Einige dieser Vorschläge wurden in den folgenden Jahren auch tatsächlich umgesetzt. So gibt es seit 01. Januar 2009 in Linz beispielsweise einen zehnprozentigen Förderbonus für alle jene, die geförderte Werke unter einer freien Lizenz wie eben Creative Commons veröffentlichen (vgl. „Zusätzliche Förderung für Nutzung freier Lizenzen“).

Vier Jahre später folgt nun mit „Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik“ ein Nachfolgeband, ebenfalls Creative-Commons-lizenziert. Erklärtes Ziel des, um die Sozialwissenschaftlerin Manuela Hiesmair erweiterten, Herausgeber-Trios ist es, „ganz allgemein Diskussionen über digitale Freiheit auf lokaler Ebene“ anzustoßen. Zu diesem Zweck wurde die Perspektive erweitert und nicht mehr nur die konkrete Situation in Linz, sondern die kommunale Ebene ganz allgemein in den Blick genommen.

Neben Aktualisierungen und drei völlig neuen Kapiteln (z.B. eines zu Open Government) berichten in Interviews eine Reihe von Praktikern aus Linz über ihre Erfahrungen, Erfolge und Probleme bei der Umsetzung der Projektvorschläge aus „Freie Netze. Freies Wissen.“ – ganz getilgt wurde der Linz-Bezug also auch im Nachfolgeband nicht. Das Buch ist unbedingt lesenswert, als Anschauungsbeispiel und als Anregung für vergleichbare Projekte in anderen Städten und Gemeinden.

May 12 2010

Urheberrecht reloaded: “Den gordischen Knoten durchschlagen – Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept”

iRights.info-Redakteur Till Kreutzer hat einen sehr spannenden Artikel geschrieben, in dem es um nichts weniger geht, als das Urheberrecht neu zu denken, um es zukunftsfähig zu machen: „Den gordischen Knoten durchschlagen – Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept“. Dieser Artikel ist nun im Autorenblog CARTA erschienen. Der Artikel entstammt dem von iRights.info und der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichten Reader „Copy.Right.Now! – Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht“.

Kreutzer beschreibt im Artikel seine Vision für ein neues Urheberrechtsmodell. Bei dem Text handelt es sich um eine kurze (vereinfachte) Zusammenfassung der Überlegungen und Thesen, die Kreutzer in seiner Dissertation “Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen” entwickelt hat.

Dabei wird im Text ein weiter Bogen von den Grundgedanken des Urheberrechts über die Entwicklungen in Recht, Technik und Gesellschaft bis zu den Grundzügen eines neuen Schutzkonzepts geschlagen. In der Einleitung schreibt Kreutzer dazu: „In den nachfolgenden Überlegungen wird der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen notwendig sind, um das Urheberrecht zu einem zentralen Regelungsprinzip für eine globale Informationsordnung weiterzuentwickeln. Ein Urheberrecht, das seinem Anspruch als „Magna Charta der Informationsgesellschaft“ gerecht wird. Es wird in dieser zukunftsgerichteten Betrachtung nicht um „Körbe“ oder die Auslegung von EU-Richtlinien oder völkerrechtlichen Verträgen gehen. Vielmehr sollen einerseits die wesentlichen Defizite des geltenden Urheberrechts und deren Folgen dargestellt und andererseits meine Vision für einen neuen konzeptionellen Ansatz des Urheberrechts skizziert werden.“

Bei CARTA ist bereits der Einleitungsartikel des Readers von Jan Engelmann und iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp erschienen. Nach und nach werden weitere in “Copy.Right.Now!” erschienene und von iRights.info-Autoren geschriebene Artikel bei CARTA veröffentlicht und sollen zur Diskussion anregen.

Der Reader steht unter einer Creative Commons-Lizenz und kann kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung in der Printversion bestellt werden (Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin; Mail: info@boell.de). Er steht ebenfalls kostenlos zum Download (PDF, 1,3 MB) bereit.

April 13 2010

April 01 2010

Eine kurze Geschichte über Twitter und…über Liebe!

Zu Ostern gibt es außnahmsweise in diesem Blog einmal einen literarischen Leckerbissen von iRights-Autor Philipp Otto. Es geht um eine Überraschung, einen Kuss (mindestens einen), um Twitter, warme Gefühle und um aufregende Gedanken. Die 21jährige Maria erzählt, was ihr neulich an diesem heißen Sommertag passiert ist. Eigentlich wollte sie nur zum Faulenzen runter an den See. Doch dann… Kommentieren und weiterverbreiten ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß bei diesem Auszug aus dem Leben auf dem Land und dieser “erotischen Liebesgeschichte” (Simone).

Eine Liebesgeschichte – Als Twitter mein Leben verändert hat
Ich bin Maria. 21 Jahre alt. Voller Lebenslust und ja – ich muss gestehen – ich bin überrascht worden. Und wie hat das alles angefangen und was bedeutet das? Eine berechtigte Frage. Ich will es euch erzählen. Kurz vor meinem 20. Geburtstag hat alles angefangen. Es war dieser verdammt heiße Tag im Juli. Wie so oft hatte ich keine Lust irgendwas sinnvolles zu tun. Also entschied ich mich an den See zu gehen. Da ich keine Lust hatte bei meinen Freunden anzurufen ob mich jemand begleiten will, bin ich alleine los. Bevor ich aber anfange zu erzählen, vielleicht ein bißchen was zu mir. Wie gesagt, inzwischen bin ich 21, sehe glaube ich ganz gut aus, zumindest bin ich der festen Überzeugung dass es so ist und bin manchmal ganz schön überzeugt von mir. Manchmal natürlich auch nicht. Aber das hat jetzt hier natürlich ganz und gar nichts zu suchen. Mit meinem Schmollmund lächele ich das weg. Ihr werdet nichts merken.

Ich bin mitten auf dem Land aufgewachsen. So richtig mitten auf dem Land. Ich kann alles was ein Mädchen können muss das hier aufgewachsen ist. Insbesondere bin ich Spezialistin in der Lösung von hochkomplizierten Beziehungsgeflechten zwischen Jungs und Mädchen aus Nachbardörfern, kann ordentlich Unfug machen und bin mit Abstand die Beste wenn es darum geht glitschige Frösche durch die offenen Fenster von Autos, die an Ampeln stehen, zu werfen. 

Ein erfülltes Leben also. Allerdings auch mit ein paar Schattenseiten. Zum Beispiel und das ist natürlich furchtbar! Die Jungs….ein Kreuz sage ich euch. Entweder sind sie die Coolsten von der Welt und sobald ein Windhauch kommt fangen sie an zu jammern. Oder sie sind so richtig voll romantisch. Mit dem ganzen Schnickschnack wie Kerzen, Vollmond und hach hast du wunderschöne Augen. Ist ja ganz nett, eine Weile. Oder aber sie haben die ganze Welt gesehen, kennen immer alle und alles. Am Anfang ist man dann ganz begeistert, himmelt sie an und malt sich aus wie man gemeinsam die ganze Welt erobert. Irgendwann kommt aber immer die Erkenntnis dass doch alles irgendwie nur auf Sand gebaut ist. Der von dem man dann träumt, der muss ja schließlich alles zusammen haben und ganz vorne dran muss er ein Räuber sein. Gar nicht so einfach. Drunter mache ich es aber nicht, das habe ich mir geschworen. Und um dem Schwur nicht brüchig zu werden, kann ich gerne warten. Ein bißchen streicheln und Illusionen haben dürfen sie die anderen Jungs, mein Herz kriegen sie nicht! Hah! Eigentlich spielt das ja aber gar keine so große Rolle für meine Geschichte die ich euch erzählen will. Vielleicht aber doch. 

Also dieser heiße Tag. Mit der dicksten Sonnenbrille die ich auftreiben konnte, in einem gelben schulterfreien Oberteil und mit diesem wunderbaren weißen Rock mit den kleinen roten Blumen bin ich los Richtung See. Ich liebe es wenn meine Füße dreckig sind, wenn der Staub der Straße von der Plastikschlaufe meiner FlipFlops abgerieben wird. Ich merke wie meine Schultern von der Sonne ganz heiß werden und sich in meinem Nacken Schweiß bildet. Ich atme dann erstmal ganz tief durch, fühle mich ziemlich gut und schlendere den Weg entlang. Ab und an kommt meine Tasche mit der Wasserflasche, dem iPod und dem Superbuch mit Lisbeth Salander dann auf die andere Schulter. Zum See ist es gar nicht soweit. Ein paar Meter geht es noch durch einen kleinen Wald, dann liegt er auch schon vor mir. Sofort überkommt mich das Gefühl mich auszuziehen und in das kühle Wasser zu springen. Das mache ich aber natürlich nicht! Wahrscheinlich muss ich dazu noch älter werden. Dann aber bestimmt. So cool wie das coolste Mädchen vom Land schlendere ich zum Ufer, lege mein Handtuch hin und lege mich drauf. Erstmal ankommen und schauen wer denn noch so alles da ist. Ein paar wenige. Es ist wohl noch zu früh. Wer ist schon kurz nach Mittag am See, nur besonders faule Mädchen. Egal, mir gefällt es. 

Er sieht schön aus, der See. Auf seiner Oberfläche und in den leichten Wellen flirren die Sonnenstrahlen und blenden mich trotz Sonnenbrille. Ich lege mich auf den Rücken schließe die Augen, bewege meinen Oberkörper, strecke die Beine aus und atme ganz tief aus. Wunderbar. Ich genieße den Wind der meine Beine angenehm kühlt, aber auch eine leichte Gänsehaut hinterlässt. Ich versinke reglos in Gedanken. Fast wäre ich eingeschlafen, doch ein Geräusch auf dem See hielt mich davon ab. Ich stützte mich auf meine Ellenbogen und richtete mich auf. Zuerst konnte ich nichts sehen, doch nachdem sich meine Augen wieder an das helle Licht gewöhnt hatten, konnte ich einen jungen Mann sehen der in einem Boot auf dem See unterwegs war. Mit kräftigen Schlägen trieb er das kleine Ruderboot auf dem Wasser. Ich musste lächeln als ich mich bei dem Gedanken ertappte er würde oben ohne rudern. Natürlich war das nicht so, er hatte ein dunkles T-Shirt an. Und: Er ruderte in meine Richtung. Das gefiel mir, dann konnte ich ihn mir aus der Nähe ansehen. 

Ich war ganz auf ihn konzentriert. Er sah ganz gut aus, soviel konnte ich inzwischen sehen. Und es schien interessant zu werden, er lächelte in meine Richtung. Nie würde ich zeigen dass mir das gefiel, jedenfalls am Anfang nicht! Er rief irgendwas, doch ich verstand ihn nicht. Ich richtete mich auf und rief ganz laut zurück: “Was? Du bist zu leise!”. Er bedeutete mir zu warten bis er da wäre. Da warte ich doch gerne bis er sein Schiff in den Hafen manövriert hat. Inzwischen saß ich im Schneidersitz. Unbewusst hatte ich mit meinen Armen noch meine Brüste berührt und mich aufrecht hingesetzt. Nun war er da. Er rief: “Hej, ich mache mal fest oder hast du Lust mit auf das Boot zu kommen?” Eine Sekunde Schockstarre. Eigentlich wollte ich ihn kommen lassen, nun musste ich schon eine Entscheidung treffen. Wie ungeplant. Ohne Nachzudenken entgegnete ich: “Warum nicht?” Während ich aufstand und meine Sachen in den Beutel warf war ich sehr überrascht, was ich hier gerade gesagt hatte. Kurz überlegte ich meine Antwort zurück zu nehmen, musste aber viel zu viel lächeln. Zum Glück sah er das nicht. Mein Gesicht war beim Einpacken von ihm abgewandt. Fertig, noch einmal durchatmen, umdrehen und dann ab auf das Boot. 

Mit drei Schritten durch das Wasser war ich am Boot. Mit wenigen Bewegungen war ich auf dem Boot. Und in einer Situation, wo ich nicht wusste was ich sagen sollte. Zum Glück übernahm er das: “Willkommen an Bord. Willst du am Ufer entlang und wilde Graureiher beobachten, durch das Schilf und brütende Möven aufschrecken oder auf hohe See?” Während er mir die Alternativen vorschlug blickte ich ihn das erste Mal aus der Nähe an. Er war groß, war leicht gebräunt, hatte einen leicht struppigen Bart, dunkle Augen, vom Wind durchwuschelte Haare und lächelte. Ich musterte ihn wie einen Kleiderständer, so perplex war ich in diesem Moment. “Träumst du?” Ich kam zu mir und presste zwischen mein Lippen ein “natürlich auf die hohe See” hervor, “alles andere wäre ja auch fies!” Er schob das Boot mit einem Ruder weg vom Ufer und fing an zu paddeln. Nach ein paar Schlägen konnte man den Grund des Sees nicht mehr sehen und das Boot entfernte sich vom Ufer. Ich saß völlig unpassend im Boot. Zumindest kam es mir so vor. Tausend Gedanken schwirrten durch meinen Kopf. Was mache ich hier? Warum bin ich nicht am Ufer geblieben? Wer ist das? Der sieht schon ziemlich gut aus! Den kenne ich aber gar nicht! oder? Wo fahren wir hin? Wunderschön hier draußen zu sein! Ein schönes Holzboot! Er rudert kräftig, das Boot bewegt sich rhythmisch aber doch ruhig, der kann das. warum habe ich ihn hier noch nie gesehen? Ich bin doch öfter am See! Wie er wohl heißt? Das sieht gut aus wenn er zur Seite schaut während er rudert…ich fing mich gerade noch rechtzeitig als ich gemerkt habe dass er ansetzt etwas zu sagen.

Ich blickte ihn lächelnd und mit leicht gesenktem Kopf an. Er lächelte auch. “Hi, schön dass du mitgekommen bist.” Ja finde ich auch. Er hörte mit dem Rudern auf und streckte mir seine Hand entgegen: “Ich bin Ronny, der Fischer vom See”. Ich musste schlucken. Ronny, der Fischer vom See. Ronny heißt er. Fischer ist er. seit wann gibt es hier Fischer? Und es gibt also auch viele Fische, sonst würde sich fischen ja gar nicht lohnen. Ich kam aber nicht weiter dazu nachzudenken, ich antwortete sofort: “Und ich bin Maria, keine Fischerin, trotzdem aber ab und an am See”. Ronny lächelte. Ich auch. Wir kamen langsam ins Gespräch. Wir redeten über dies und das. Ich fragte ihn ob er öfter einfach junge Frauen vom Ufer mitnimmt die eigentlich nur im Sinn hatten ein Buch zu lesen und an ihrer Bräune zu arbeiten. Er lachte und verneinte. Das war das erste Mal. Normalerweise war er sehr froh auf dem See seine Ruhe zu haben, zu rauchen, über das Leben nachzudenken und zu fischen. Er war mir sehr sympathisch. 

Irgendwann musste ich ja diese dämliche Frage stellen, war aber ok: “Und, was fischt man als Fischer hier so? Fische?” Ronny blickte mich tief an. Ich hatte einen kurzen Moment das Gefühl ihn gekränkt zu haben. Die Unsicherheit nahm er mir aber sehr schnell. “Hier gibt es viele Fische, schöne, hässliche, schnelle und gemächliche. Darf ich dir aber eine Geschichte von einem ganz besonderen Fisch erzählen?” “Au ja” antwortete ich. “Es gibt hier in diesem See einen ganz besonderen Fisch. Einen sehr großen Fisch.” Ich verzog meine Mundwinkel etwas und blickte ihn skeptisch an. “Leg dich hin, dann erzähle ich es dir”. Irgendwas war heute gar nicht im Lot. Ohne zu zögern legte ich mich ohne jeglichen Protest auf den Rücken ins Boot und blickte in den Himmel. “Hej, ich sehe dich ja gar nicht mehr!” “Das macht nichts, du sollst ja auch zuhören”. Lächelnd und ein bißchen mit einem Hauch von Hingabe antwortete ich: “Na gut, eine Wahl habe ich anscheinend nicht!” Ronny begann zu erzählen. 

Vor vielen Jahren hat hier am See mal ein alter Mann gelebt. Seine große Leidenschaft war das Meer. So oft er konnte war er dort. Irgendwann merkte er dass sein Körper nicht mehr wollte und er kaum noch laufen konnte. Auf einer seiner letzten Reisen zum Meer brachte er lauter seltene Pflanzen und Tiere mit und setzte sie hier im See aus. Dabei war auch eine große Wasser-Schlingpflanze. Die pflanzte er ganz in der Nähe seines Steges am Ufer des Sees. Was er nicht bemerkt hatte, an einem Blatt der Pflanze war ein großer Kokon. Und darin lebte etwas! Ein Fisch! Er war noch ganz klein. Niemand bemerkte zunächst seine Anwesenheit. Erst als er sich mit seinen Raubfischzähnen aus dem Kokon befreit hatte konnten es alle anderen Bewohner im See sehen: Es war ein Delphin! Ein echter Delphin! Erst hatten alle furchtbar Angst, da er ziemlich schnell ziemlich groß wurde und manchmal sogar auch andere Fische auffraß. Mit der Zeit freundeten sich aber alle im See mit ihm an. In Vollmondnächten sieht man ihn oft wie er springt und durch das Wasser tollt. Voller Lebenslust und gierig nach Abenteuern. Tagsüber versteckt er sich meistens. Wenn ich mit dem Boot unterwegs bin ist er oft sehr nah. Manchmal blickt er mich auch durch die Wasseroberfläche an. Und: er lächelt! Wir mögen uns. 

Ich hörte der Geschichte von Ronny genau zu, schweifte aber in Gedanken auch immer wieder ab. Das war ganz schön schön. Natürlich war das eine große Lügengeschichte! “Hej großer Fischer, hat er denn auch einen Namen, dein Delphin?” “Natürlich! Weil er so schnell und geschickt ist und zudem auch mit seiner Sprache in Sekundenschnelle alle anderen Fische herbei trommeln kann hat er einen ganz besonderen Namen bekommen! Er heißt Twitter!” Ich musste lächeln. Ein sehr schöner Name. Flipper kannte ich ja schon. Aber Twitter! In meinen Gedanken stellte ich ihn mir vor wie er durch das Wasser jagt, schnelle Bögen schlägt und vor Lust wild prustend aus den Wellen Richtung Sonne springt nur um sogleich wieder gurgelnd in den Fluten zu verschwinden. Ich hatte meine Augen geschlossen und fühlte mich sehr wohl. Ich richtete mich auf und blickte Ronny an. Dann kletterte ich durch das Boot rüber zu ihm und berührte ihn mit meinen Händen an seinen Schultern. Ich senkte meinen Kopf und flüsterte ihm ins Ohr “Lieber unbekannter Fischer, das war eine sehr schöne Geschichte. Und weil Twitter gerade tief unten im See seine Runden dreht und uns nicht ablenkt, küsse ich dich jetzt.” Ronny konnte gerade noch seine Augenbrauen ein bißchen nach oben ziehen bevor mein Mund seinen berührt hatte. Meine Hände legte ich an seine Schläfen und hielt ihn ein bißchen fest. Meine eine Hand fuhr in seine Haare. Meine Zunge schmeckte das Salz des Meeres und den Reiz des Abenteuers…

Epilog: 

Irgendwann ist es dann dunkel geworden. Auf dem See im weiten Land dümpelt immer noch ein kleines Boot im auffrischenden Abendwind. Maria und Ronny liegen Arm in Arm und blicken in die Sterne. Ab und an berührt Maria das Wasser. In Gedanken immer an eine Berührung mit Twitter. Denn es ist ja Nacht und der Mond scheint auf den See und manchmal hört sie Geräusche im Wasser. Sie weiß dann, Twitter ist ganz nah.

Wer mehr über Twitter oder über die Zukunft von Ronny und Maria oder den unbekannten See in einem weiten Land wissen will, der kann sich gerne an den Autor wenden.

Philipp Otto, 19.02.2010
otto@irights.info

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt und lizenziert unter der
Creative Commons Namensnennung des Autors-Keine Bearbeitung-Lizenz 3.0 Germany:http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/

February 23 2010

24.02. Riga: iRights.info zur Zukunft des Urheberrechts

Am morgigen Mittwoch hält iRights-Redakteur Till Kreutzer im Goethe-Institut in der lettischen Hauptstadt Riga einen Vortrag zur Zukunft des Urheberrechts. Es geht um aktuelle Entwicklungen sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union. Kreutzer erläutert den kulturellen Bruch und die fehlende Legitimation in Zeiten einer durch und durch digitalisierten Welt. Er macht Vorschläge wie das auf das analoge Zeitalter ausgerichtete Urheberrecht reformiert werden muss, damit es den Herausforderungen der digitalen Welt gewachsen ist.

Die Veranstaltung wird organisiert von der “Gutenberga Galaktika” in Kooperation mit der lettischen Nationalbibliothek. Weitere Informationen sowie eine Anfahrtsbeschreibung finden sich auf der Website des Goethe-Institut Lettland.

Hingewiesen sei noch auf das spannende Interview mit Kreutzer “Das Urheberrecht ist veraltet” und auf seine wertvolle Dissertation mit dem Titel: “Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen”.

February 11 2010

Für die Ohren: iRights.info bei Radio GFM

Am 13. Februar von 19.30 – 20.00 Uhr steht iRights-Redakteur Till Kreutzer Rede und Antwort bei Radio GFM. In der Sendung geht es um “Urheberrecht bei Videos aus dem Internet”. Ein hoch spannender Bereich mit ungeahnten rechtlichen Grauzonen. Durch die Veränderung der Nutzungsgewohnheiten durch das Internet wird dieser Bereich in der Zukunft noch Gegenstand einer Vielzahl von Auseinandersetzung und rechtlicher Streitigkeiten werden. Wagen wir schon mal einen Blick in die Zukunft. Kreutzer ist einer der wenigen Juristen die sich bislang umfassend mit diesem Bereich beschäftigt haben.

Laut Ankündigung geht es unter anderem um folgende Fragen: “Ist es vor dem Gesetz ein Unterschied ob ich Filme herunterlade oder nur online gucke? Wie erkenne ich als Internetnutzer was illegal ist und was nicht? Darf ich Angebote wie Kino.to nutzen oder nicht? Darf ich YouTube und co. Videos mit Plugin herunterladen? Zählt es nicht als Privatkopie wenn ich mir Videos bei Youtube herunterlade? Was bedeutet” Offensichtlich rechtswidrig”? Wie sieht das mit dem herunterladen bei anderen Plattformen wie MyVideo, Clipfish, Vimeo, … aus? Darf ich Videos von YouTube & co. in meine Webseite/Blog einbinden? Wie sieht das ganze nach dem Urheberrecht aus? Trage ich eine Mitverantwortung wenn ich ein rechtswidrig eingestelltes Video in mein Blog einbinde? Reicht ein Eintrag im Impressum der sagt dass die jeweiligen YouTube-Nutzer für den Inhalt der Videos verantwortlich sind?” Infos zur Sendung finden sich auf der GFM-Website.

Als Hintergrundinformation zur Sendung empfiehlt es sich den bei iRights.info erschienenen Text von Till Kreutzer und John Weitzmann Video-Nutzung bei YouTube, kino.to und Co – Streaming, Embedding, Downloading zu lesen. Dies ist der erste deutschsprachige Beitrag der sich so umfangreich mit den rechtlichen Fallen bei der Nutzung von Videos im Netz beschäftigt – und das verständlich und für juristische Laien geschrieben!

Radio GFM sollte dabei auch noch Beachtung geschenkt werden. Das ist nicht irgendein Radio, sondern eines das nur Musikstücke spielt, die nicht im Repertoire der Verwertungsgesellschaft GEMA zu finden sind. In der Selbstdarstellung der Macher heißt es zum Charakter des Radios: “Radio GFM ist ein privater, nichtkommerzieller Webradiokanal, im Programm läuft ausschließlich GEMA-FREIE MUSIK. In Livesendungen gibt es Informationen, Linktipps und Comedy. Ausserdem stellen wir unbekannte Bands vor.” GFM steht wie unschwer zu erraten für “GEMA-Freie Musik”. Dass das auch Musik ist, die sich hören lässt, kann man zwischen den Beiträgen Kreutzers in der Sendung überprüfen. Hier kann man schonmal in das Angebot von Radio GFM live reinhören.

December 08 2009

Creative Content Online: Reflection Paper und Konferenz

In der vergangenen Woche hat in Brüssel die Veranstaltung Online Content and Creative Rights des EUObserver stattgefunden. Im Netz findet sich nun eine Nachbetrachtung. Die Veranstalter haben insbesondere sehr schöne Videos über die Panels und mit den einzelnen Panelteilnehmern erstellt. Die sehenswerten Video-Interviews gibt es u.a. mit Doris Pack, Andrew Keen, David Wood, Jeremie Zimmermann, Cecilia Wirkström, Mary Honeyball, Jörg Evers, Saskia Horsch, Mikael W. Jensen, Sophie Scrive, Gerd Leonhard, Malte Behrmann, Cecile Despringre, Julia Harrison und Lisbeth Kirk. Dazu gibt es auch noch eine nette Photo-Gallery.

Hintergrund der Veranstaltung ist das sogenannte Reflection Document: Creative Content in a European Digital Single Market: Challenges for the Future (Englisch, PDF) vom 22. Oktober 2009. Die EU-Kommission geht darin auf unterschiedliche Fragestellungen im Kontext Digitalisierung, Zugang und auf mögliche Handlungsoptionen für die Zukunft ein.

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Schweinderl