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September 20 2013

Pioneer Awards 2013 der EFF für Aaron Swartz, James Love, Glenn Greenwald und Laura Poitras

Im altehrwürdigen Regency Center hier in San Francisco hat gestern Abend die amerikanische Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) die Gewinner des Pioneer Award 2013 feierlich gewürdigt. Der verstorbene Aaron Swartz, der Access-to-Knowledge-Aktivist James Love und die Journalisten Glenn Greenwald und Laura Poitras sind die Preisträger in diesem Jahr.

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Alle vier Preisträger verbindet, dass sie polarisieren. Und dass alle vier ihre Arbeit für das Gemeinwohl über persönliche Nachteile gestellt haben, die ihnen drohten. Rechtsprofessor Lawrence Lessig führte in seiner Würdigung der Preisträger sehr bewegt aus, dass die Preisträger eigentlich gar keine Pioniere seien. Sie seien vielmehr normale Bürger, die als Vorbild handeln und gehandelt haben. Lessig machte in bewegenden Worten deutlich, wie schwer es ihm fällt, ein Amerika, eine Welt zu akzeptieren, in der ein Handeln ausgezeichnet werden muss, dass doch eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Zur Begründung der Auszeichnung an Glenn Greenwald und Laura Poitras, beide Schlüsselfiguren bei der Aufdeckung des Überwachungsskandals, heißt es in der Mitteilung der EFF:

Glen Greenwald and Laura Poitras brought the word clear and credible news and analysis about the massive domestic surveillance programs currently conducted by the NSA – transforming leaked documents by whistleblower Edward Snowden into riveting narrative that everyone could understand.

Beide konnten nicht persönlich in San Francisco bei der Verleihung sein, schließlich besteht die Gefahr weiter, bei Einreise in die USA verhört und verhaftet zu werden. Per Video aus Brasilien und Deutschland waren sie live zugeschaltet. Neben der Freude über die Verleihung des Awards machten beide noch einmal darauf aufmerksam, in welcher schwierigen Situation Whistleblower wie Edward Snowden und Chelsea Manning sind. Sie wünschten sich ein Amerika, in dem auf das Aufdecken von ungesetzlichem Verhalten Unterstützung folgt – und nicht jahrzehntelange Haftstrafen.

Preisträger James Love ist im wahrsten Sinne des Wortes ein digitaler Pionier und kämpft seit Jahrzehnten an vorderster Front als

one of the leading champions in the international battle for access to knowledge, defending everyone’s right to free speech, privacy, fair competition, and health across the globe for more than 20 years

so die EFF in ihrer Würdigung für den Direktor von Knowledge Ecology International. Dem ist wenig hinzuzufügen. Um keine Sekunde ungenutzt vorüberziehen zu lassen, ging Love in seiner Festrede sogleich auf die heftigen weltweiten Lobbyschlachten im Urheberrecht ein. Am WIPO-Blindenvertrag, der in diesem Sommer im marokkanischen Marrakesch nach jahrelangen Kämpfen doch noch verabschiedet wurde, wurde deutlich, wieviel langen Atem es braucht, um zumindest kleine Erfolge erreichen zu können. Diesen langen Atem hat James Love.

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Und schließlich Aaron Swartz. Bis zu seinem Tod im Alter von nur 26 Jahren hat Swartz das Internet verändert und mitgestaltet. Bereits mit 14 Jahren trat er als einer der Entwickler des RSS-Feeds in Erscheinung und begeisterte fortan nicht nur seine Alterskollegen, sondern nahezu die gesamte Internetwelt in Forschung und Lehre. Nicht zuletzt Laudator Lawrence Lessig hatte eine sehr enge Beziehung zu Swartz. Sein tragischer Tod und die Vorgeschichte haben weltweit für Entsetzen gesorgt.

In der Begründung für den Preisträger Swartz betont EFF-Rechtschefin Cindy Cohn nun wehmütig:

Aaron was nominated for a Pioneer Award regularly over the years, and we always thought we’d have a long time to give it to him – he had done amazing work so far, and we knew that over time he would continue to contribute to building a better future for the Internet and digital rights.

Im Rahmen der Verleihung des Preises, der stellvertretend von zwei Freunden entgegengenommen wurde, wurde auch ein Brief der Eltern von Aaron verlesen. Die Botschaft war eindeutig: „Wir sind tief berührt über diese Auszeichnung und wollen das Vermächtnis von Aaron auch an das Auditorium weitergeben: wissenschaftliche Texte und Informationen müssen frei verfügbar sein, jetzt und für immer. Lasst uns gemeinsam für ein freies und offenes Internet kämpfen.“

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Schweinderl