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July 19 2010

On Islamic Banking in Malaysia | (lang_de) www.dradio.de 20100717

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17.07.2010 · 18:40 Uhr

Religiös-moralische Anlage boomt in Malaysia

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Von Michael Frantzen

Der Prophet Mohammed hatte strikte Ansichten in Bezug auf Bankgeschäfte. Das moralisch-ethische Bankgeschäft auf der Grundlage des Korans erlebt Zuwachs - auf Grundlage etablierter Bankphilosophien. Besonders Malaysia ist hier Vorreiter.

Studien des korans: islamic banking wächst. (bild: ap)
Studien des Korans: Islamic Banking wächst. (Bild: AP)
Es mangelt an nichts - am “Institute of Islamic Banking and Finance” - der Internationalen Universität von Malaysia. Der Computer-Pool, die Seminarräume, das Studentenwohnheim - alles hochmodern, alles perfekt ausgestattet. Untergebracht ist das “Institut für islamische Bank- und Finanzgeschäfte” auf dem weitläufigen Gelände einer alten Villa in einem der besseren Vororte der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur.

120 Studierende forschen hier - zwei Drittel davon sind Ausländer. Saudis sind darunter, Indonesier und Doktoranden aus Bosnien. “Die Nachfrage ist enorm”, betont der Dekan des Instituts, Azmir Omar. Allein letztes Jahr hätten sich 400 Nachwuchswissenschaftler auf 40 freie Plätze beworben.

“Malaysia hat sich einen Namen gemacht als eines der Zentren für islamische Bank- und Finanzgeschäfte weltweit. Es kommen Leute aus allen möglichen Ländern, um bei uns mehr über Islamic Banking zu erfahren. Islamic Banking in Malaysia ist eine Erfolgsgeschichte - genau wie unser Institut. Wir forschen sehr intensiv. Etliche unserer Absolventen sitzen heute in wichtigen Positionen im Bankgeschäft. Im Nahen Osten, in Europa, in Asien.”

“Islamic Banking” - auch “Sharia Banking” genannt - wurde 1983 in Malaysia eingeführt - gut zwei Jahrzehnte, nachdem in Ägypten erstmals Banken damit experimentiert hatten.

Islamic Banking liegen streng ausgelegte Vorschriften des Koran zugrunde:

“Gott hat den Kauf erlaubt und den Riba verboten”, heißt es im Koran in Sure II Vers 275. Riba steht für den Zins. Wie Jesus war auch der Prophet Mohammed gegen die Zinswucherer seiner Zeit vorgegangen.

Das Verbot, Geld zu einem festen Zins zu verleihen, gilt bis heute. Genauso wie es als unethisch gilt, zu spekulieren, betont Rithuan Mohamed Shamsudin, der Direktor der Vereinigung islamischer Banken in Malaysia, kurz IBIM.

“Islamic Banking basiert auf wirtschaftlichen Aktivitäten. Es ist uns nicht erlaubt, Geld zu verdienen an Geschäften, wo nichts produziert wird. Man darf Geld nur in Aktivitäten investieren, die die Wirtschaft voranbringen. Und es muss auch klar sein: Die Banken und ihre Geschäftspartner teilen Gewinne wie Verluste. Es wird von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Man kann nicht irgendwelche Details vor dem anderen verstecken.”

Und es gibt noch weitere Tabus, ergänzt Azmir Omar vom “Institute of Islamic Banking and Finance”. Dennoch sei dem gelernten Kaufmann Mohammed trotz allem ein guter Profit nicht fremd gewesen

“Islamische Banken dürfen sich nicht im Glücksspiel engagieren. Alkohol und Pornografie sind ebenfalls tabu. Diese ethische Komponente unterscheidet islamische Banken von Standard-Banken.”

Die über zwanzig Banken in Malaysia, die entweder rein islamisch sind oder sogenannte “islamische Fenster” haben, bieten ihren Kunden Finanzdienstleistungen auf Basis zinsfreier Transaktionen an. Anstatt ihnen Zinsen zu versprechen, werden sie an den Bank-Gewinnen beteiligt.

Immer mehr Malaysier nutzen dieses Angebot. “Islamic Banking” bringt es inzwischen auf einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtmarkt, Tendenz steigend.

Das bekräftigt auch Asyraf Wajdi Dusuki von der “International Sharia Research Academy for Islamic Finance” - kurz ISRA genannt. ISRA ist ein relativ neuer Spieler auf dem Feld der islamischen Bankgeschäfte. Das Forschungsinstitut wurde vor gut zwei Jahren von der malaysischen Zentralbank ins Leben gerufen - um Islamic Banking weiter zu “professionalisieren”.

“Malaysia hat jetzt schon das am stärksten ausgeprägte islamische Finanzsystem. Wenn ich “am stärksten ausgeprägt” sage, dann meine ich, dass wir nicht nur islamische Bankgeschäfte haben, sondern auch einen islamischen Kapitalmarkt und Takaful, also islamische Versicherungen. Und noch etwas unterscheidet uns: Unser Finanzsystem ist viel stärker reguliert, wir arbeiten nach klaren Scharia-Prinzipien, die vom Staat vorgegeben werden. Ich denke, alles in allem hat Malaysia von allen muslimischen Ländern das am meisten ausgeklügelte islamische Finanzsystem.”

Weltweit kommen Koran-konforme Bankgeschäfte nur auf gut ein Prozent des weltweiten Marktes. Doch die Geschäfte im Zeichen des Propheten wachsen um zwanzig Prozent pro Jahr. Nach Schätzungen der US-Depotbank “State Street” werden mehr als 500 Milliarden US-Dollar nach Scharia-Vorschriften verwaltet, einige Ratingagenturen sprechen sogar von rund 800 Milliarden. Read more at www.dradio.de

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