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March 07 2010

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11 Fazit: Klare und ehrliche politische Kommunikation braucht kognitive Transparenz


Ein Abgesang auf Fakten und Zahlen, auf die Relevanz politisch-gesellschaftlicher Realitäten? Eine Aufforderung zum professionell gemachten Spin, der sich aktueller Erkenntnisse der Neuroforschung bedient? Ein Schritt weg von den eigentlichen Themen, den Sach- und Fachfragen der Politik, hin zu einem emotiven Wahlkampf? Keinesfalls. Fakten sind zentral in der Politik. Aber ihre Bedeutung kann nicht außerhalb neuronaler Schaltkreise vom Gehirn berechnet werden. Dieser Artikel hat anhand ausgewählter Beispiele der EU-Kampagnen die Bedeutung von Sprache für den politischen Willensbildungsprozess nachgezeichnet und gezeigt: Jeder Fakt wird in der politischen Kommunikation – immer, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht – zusammen mit einem gedanklichen Frame angeboten. Und wer Framing auf ein Instrument zum Erwecken positiver oder negativer Emotionen bei der Wählerschaft reduziert, der mag zwar auf kurze Sicht gute Slogans entwickeln. Doch kognitive Transparenz sieht anders aus. Eine politische Kommunikation der kognitiven Transparenz zu führen bedeutet, sich als Partei die eigenen grundlegenden Wertevorstellungen und verinnerlichten Denkmuster bewusst zu machen, um dann einzelne Vorhaben in dieses Wertesystem einordnen und entsprechend kommunizieren zu können. Denkmuster deutscher Parteien stehen notgedrungen in engem Zusammenhang mit historischen sowie aktuellen gesellschaftlichen und politischen Strukturen. Sie aufzudecken ist eine längerfristige, nicht über Nacht lösbare Aufgabe. Es ist aber eine Arbeit, die für Parteien wie Bürger von großer Bedeutung ist. Es wird für die politische Debatte in Deutschland ein Gewinn sein, wenn die Parteien im Bundestagswahlkampf 2009 und darüber hinaus die in diesem Artikel vorgestellten Erkenntnisse der Neuro- und Sprachwissenschaft zugunsten einer klaren und ehrlichen Kommunikation ihrer unterschiedlichen politischen Werte- und Denkmuster beachten.



Entnommen:


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Reichlich verspätet, gilt es leider vorab anzumerken, dass dergleichen Selbstverständlichkeiten auf öffentlichen Politik-Plattformen Aufmerksamkeit erlangen - in der Kognitionspsychologie und Kognitionslinguistik sind das letztendlich alte Hüte, um nicht zu sagen Gemeinplätze! Übrigens, die Begrifflichkeit, die hier gewählt wurde, "Neuro-Linguistik", erscheint mir im Hinblick auf die fachübergreifende Thematik anbetrachts des weiten Spektrums der kognitionsorientierten Wissenschaften zu eng.

Grundsätzlich zeigt sich wieder einmal mehr, wie unsere Parteienlandschaft aus geschlossenen Meinungs-Zirkeln bis hinunter in die Jugendorganisationen und parteizugehörigen Denkfabriken besteht, in denen man urplötzlich zumindest nach außen mit großem Trara Neuland zu betreten vorgibt, was letztendlich bei jedem akademisch Gebildeten nur Unmut hervorrufen muss - warum mittlerweile 15 bis 20 Jahre ungenutzt ins Land gingen, ohne das Potential, das in der zeitgenössischen Geistes- und Sozialwissenschaft schlummert, produktiv umsetzen zu können. Nein, neoliberal war die große Leitlinie, und wer auch immer aufmuckte, fallspezifische Differenzierungen, historisches Hintergrund- und aktuell erhobenes Datenwissen, sowie - wie hier geschehen - fachübergreifende Lösungsansätze einforderte, wurde besserwisserisch getadelt, auf später vertröstet oder, gar nicht selten, mit unverholenem Zynismus abgefertigt.

Um nicht missverstanden zu werden: es ist selbstredend anzuraten, in das Papier einen Blick zu werfen.

oanth - muc - 20100307

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Schweinderl