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February 26 2013

Der Mensch und seine Geschichten

Jonathan Gottschall über die evolutionären Hintergründe des Geschichtenerzählens.
Rezension von Katja Mellmann (25.02.2013)
zu Jonathan Gottschall: The storytelling animal. How stories make us human.
Houghton Mifflin Harcourt, Boston, 2012.

[...]

Gleichwohl fußt Gottschalls Darstellung durchwegs auf gründlicher Kenntnis der einschlägigen Forschungsbereiche, und der Autor erlaubt sich an keiner Stelle eine im pejorativen Sinne ,populärwissenschaftliche‘ Vereinfachung oder Verzerrung. Der in Form von Endnoten und einem Literaturverzeichnis eingerichtete wissenschaftliche Apparat des Buches macht die Studie außerdem für ein Fachpublikum anschlussfähig, und auch im Haupttext werden einzelne wichtige Forschungspositionen namentlich benannt und in einer angemessenen Form referiert. Die belletristischen Kapitelüberschriften und die langen Ausschmückungspassagen freilich erschweren einen schnellen Zugriff des Fachkollegen auf die in der derzeitigen Diskussion zentralen Punkte. Darum sei der Inhalt des Buches hier vor allem im Hinblick auf diese Anschlusspunkte für die Evolutionstheoretische Literaturwissenschaft rekapituliert.

Das erste Kapitel expliziert das Thema des Buches. Gottschall interessiert nicht nur, warum Homo Sapiens überhaupt Geschichten erzählt, sondern auch, warum dem Geschichtenerzählen eine so zentrale Bedeutung in der menschlichen Kultur zukommt. Dieses „Warum“ ist allerdings eher als ein „Dass“ gemeint, das heißt die folgenden Kapitel widmen sich eher dem ausführlichen Nachweis, dass das menschliche Leben in der Tat in vielen Aspekten durch ,Stories‘ bestimmt ist, als einer konsequenten Beantwortung der Warum-Frage. Zwar fragt Gottschall auch regelmäßig nach „Funktionen“ der von ihm beschriebenen Verhaltensweisen, will dies aber ausdrücklich nicht als Antwort auf die Frage nach der biologischen Funktion der jeweiligen Verhaltensweise, also nach ihrer evolutionären Entstehungsursache verstanden wissen. Welche von den beobachtbaren Verhaltenstendenzen jeweils als „Adaptationen“ im evolutionsbiologischen Sinne, also als Anpassungen an einen je spezifischen Selektionsdruck gelten können und welchen Verhaltensweisen wohl eher der Status evolutionärer Nebenprodukte zukommt, lässt Gottschall offen, diskutiert dieses Thema aber verschiedentlich und führt die konträren Forschungspositionen samt ihrer Argumente in aller Kürze auf.

Diese vorsichtige Zurückhaltung erspart ihm unter anderem, sich auf eine bestimmte Reihenfolge festzulegen, in der die beteiligten kognitiven Fähigkeiten evolutionär entstanden sein könnten. Ziel seiner Ausführungen ist also nicht, die Genese des Geschichtenerzählens als menschlicher Eigenschaft zur Darstellung zu bringen, er unternimmt vielmehr eine analytisch aufschlussreiche Parallelisierung verschiedener menschlicher Verhaltensweisen unter dem Aspekt ihrer Bedeutung für die menschliche Fähigkeit des ,Storytelling‘. Zu diesen miteinander parallelisierten Verhaltensweisen gehören insbesondere das kindliche Spiel (Kapitel 2-3), das Träumen (Kapitel 4) und das literarische ,Erzählen‘ (in einem weiten, gattungsübergreifenden Sinne von ,Dichtung‘, ,fiction‘ überhaupt).

[...]

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September 11 2012

Philomag - Dossier - Pourquoi nous n'apprendrons plus comme avant

Avec Nicholas Carr // Salman Khan // Michel Serres // Raffaele Simone // Bernard Stiegler // Jean-Philippe Toussaint // Maryanne Wolf
"La révolution numérique n'est plus un slogan. Chaque jour, nous naviguons un peu plus, délaissons l'imprimé pour l'écran, stockons nos connaissances, vérifions sur Internet ce que nous dit un interlocuteur… ou un enseignant. Comment apprendre, lire, nous souvenir, transmettre, emportés par ce flux que nous maîtrisons encore mal ? Le danger de perdre la concentration et la mémoire, de négliger l'étude, de ne plus pouvoir enseigner, est réel. Mais le basculement de Gutenberg à Google porte aussi en lui l'espoir d'un esprit enfin libre – puisque des machines s'occupent de l'intendance – de se consacrer à l'essentiel : la pensée créatrice. Comme en son temps l'imprimerie, il n'est pas impossible qu'Internet fasse éclore un nouvel humanisme."

// lisez en plus: http://www.philomag.com/article,dossier,pourquoi-nous-ne-lisons-plus-comme-avant,1845.php





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February 25 2012

02mydafsoup-01
nunatak

 Sorry, hab ihn doch gelesen. Lohnt sich. RT @ChristophKappes Diesen Text von @Peterglaser bitte NICHT lesen, http://t.co/iM6aWq07

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// quote by oAnth -


Peter Glaser1957 als Bleistift in Graz geboren. Lebt als Schreibprogramm in Berlin und begleitet seit 30 Jahren die Entwicklung der digitalen Welt. Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs, Träger des Ingeborg Bachmann-Preises und Blogger. futurezone-Kolumnist.
39 Artikel mit dem Tag "Peter Glaser"


Peter Glaser: Zukunftsreich 2Die allgewaltige Ablenkungsmaschine
 
In der digitalen Welt fällt die Orientierung schwer – es geht nicht mehr nach vorne, sondern überallhin. Es gibt auch keine Mitte mehr, sondern ein neues Nichtzentrum. Und die ganze Richtungsverwirrung ist äußerst lustbetont: Was gibt es schöneres als Ablenkung?weiterlesen


[...]


Hauptsache ist, was am Bildschirm zu sehen ist

In der digitalen Welt heißt es auch nicht mehr "Der Weg ist das Ziel", sondern "Die Ränder sind die Mitte". Wir lernen eine Sache kennen, wenn wir uns in ihr befinden - wenn wir sie von innen sehen. Heute sammeln wir Informationen nicht nur, sondern hüllen uns in sie ein. Information strahlt immer stärker jenen Anspruch aus, den Religion und Politik seit Jahrhunderten erheben: den der zentralen Wahrheit. An Wahrheiten gibt es aber noch viele andere, gleich bedeutende, und der Computer mit seinem leuchtenden Altarfenster erklärt nun im Stillen alles, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, zu Hauptsachen. Er ist jetzt das Wesentliche. Dieses neue Nichtzentrum aber liegt nicht mehr in der Mitte.

Das Feuer im Zentrum der Aufmerksamkeit

In der Dämmerung sieht das menschliche Auge seit jeher Dinge, die von außen in den Rand des Blickfelds geraten, in einer rätselhaften Schärfe – eine Überlebensfähigkeit aus ferner, stammesgeschichtlicher Vergangenheit. Heute finden so Intuitionen ihren Weg ins Bewußtsein. Während die Aufmerksamkeit auf etwas anderes fokussiert und abgelenkt ist, kann sich fast beiläufig Neues einschleichen, können sich Lösungen andeuten.
 
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via oAnth @ Friendica.eu - http://futurezone.at/tag/178-peter-glaser.php

November 12 2011

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RSA Animate - The Divided Brain

Uploaded by theRSAorg on Oct 21, 2011 In this new RSAnimate, renowned psychiatrist and writer Iain McGilchrist explains how our 'divided brain' has profoundly altered human behaviour, culture and society. Taken from a lecture given by Iain McGilchrist as part of the RSA's free public events programme. To view the full lecture, go to http://www.youtube.com/watch?v=SbUHxC4wiWk
Reposted byadamski adamski

July 08 2011

May 19 2011

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Implications philosophiques » Le libre-arbitre à la croisée des neurosciences et de la psychanalyse.- 2011-05-09



Le problème du libre-arbitre se trouve aujourd’hui réactualisé par les découvertes faites dans le domaine des « neurosciences ». Ce terme fut inventé au début des années soixante-dix pour permettre un échange multidisciplinaire entre divers champs du savoir s’attachant à l’étude du cerveau: physiologie, génétique, pharmacologie, chimie, biophysique, psychologie. Des expériences telles que celles de Benjamin Libet[1] ont ainsi prétendu donner une réponse à la question que les philosophes se posent depuis l’Antiquité: sommes-nous libres ou bien déterminés?

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via scoop.it - permalink

March 02 2011

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Brains: Consciousness studies in the popular media | philosophyofbrains.com - On Philosophy of Mind and Related Matters - 2011-03-02

   
One thing that I find frustrating, as I'm sure many of us do, is the quality of attempts to bring the study of consciousness (and the mind/brain more generally) to those outside of academia. I don't just mean oversimplifications (God brain area found!), but how much of what is said is simply false (I've included an example from a while back below). Many people, more qualified than I, have discussed the impact of this on education (e.g. classes where once the students have read lord of the flies the girls discuss the mental states of the characters and the boys make a map of the island...) and attitudes toward gender differences (under the amusing title of 'neurosexism'). So, I don't think this is a problem of mere academic interest, but a problem that can have real impact on people's lives. I take it that, as we are discussing things in blog form here, many of us are interested in brining the study of the mind to a wider audience, so my question is this: what can we do to improve the standard of public discussions of the mind, brain and consciousness (etc!)?

and now as promised an example and a retort (well, a list of mistakes is perhaps a better term) by Laura May Bottrill and I:

Having read Ray Tallis’ article “consciousness, not yet explained” (or ‘you won’t find consciousness in the brain’- depending on whether you get the e or print version) (New Scientist No2742, 9 January 2010) we felt obliged to respond, for we would hate for the wider public to believe that this gave an accurate view of consciousness studies. Consciousness studies is, in fact, progressing nicely and whilst we feel we could simply recount notable recent discoveries and progress, we would like here to point out what we think are some mistakes in Tallis’ presentation so that the public are not duped.

[...]

April 11 2010

Stephen Hawking: Humans are "Entering a Stage of Self-Designed Evolution" - www.dailygalaxy.com - 20100329

[...] In the last ten thousand years the human species has been in [...] "an external transmission phase," where the internal record of information, handed down to succeeding generations in DNA, has not changed significantly. "But the external record, in books, and other long lasting forms of storage [...] has grown enormously. [...] [they] would use the term, evolution, only for the internally transmitted genetic material, and would object to it being applied to information handed down externally. [...] our human brains "with which we process this information have evolved only on the Darwinian time scale, of hundreds of thousands of years. [...] But we are now entering a new phase [...] "self designed evolution," in which we will be able to change and improve our DNA. "At first [...] these changes will be confined to the repair of genetic defects [...] I am sure that during the next century, people will discover how to modify both intelligence, and instincts like aggression."

March 07 2010

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06756.pdf



[...]

11 Fazit: Klare und ehrliche politische Kommunikation braucht kognitive Transparenz


Ein Abgesang auf Fakten und Zahlen, auf die Relevanz politisch-gesellschaftlicher Realitäten? Eine Aufforderung zum professionell gemachten Spin, der sich aktueller Erkenntnisse der Neuroforschung bedient? Ein Schritt weg von den eigentlichen Themen, den Sach- und Fachfragen der Politik, hin zu einem emotiven Wahlkampf? Keinesfalls. Fakten sind zentral in der Politik. Aber ihre Bedeutung kann nicht außerhalb neuronaler Schaltkreise vom Gehirn berechnet werden. Dieser Artikel hat anhand ausgewählter Beispiele der EU-Kampagnen die Bedeutung von Sprache für den politischen Willensbildungsprozess nachgezeichnet und gezeigt: Jeder Fakt wird in der politischen Kommunikation – immer, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht – zusammen mit einem gedanklichen Frame angeboten. Und wer Framing auf ein Instrument zum Erwecken positiver oder negativer Emotionen bei der Wählerschaft reduziert, der mag zwar auf kurze Sicht gute Slogans entwickeln. Doch kognitive Transparenz sieht anders aus. Eine politische Kommunikation der kognitiven Transparenz zu führen bedeutet, sich als Partei die eigenen grundlegenden Wertevorstellungen und verinnerlichten Denkmuster bewusst zu machen, um dann einzelne Vorhaben in dieses Wertesystem einordnen und entsprechend kommunizieren zu können. Denkmuster deutscher Parteien stehen notgedrungen in engem Zusammenhang mit historischen sowie aktuellen gesellschaftlichen und politischen Strukturen. Sie aufzudecken ist eine längerfristige, nicht über Nacht lösbare Aufgabe. Es ist aber eine Arbeit, die für Parteien wie Bürger von großer Bedeutung ist. Es wird für die politische Debatte in Deutschland ein Gewinn sein, wenn die Parteien im Bundestagswahlkampf 2009 und darüber hinaus die in diesem Artikel vorgestellten Erkenntnisse der Neuro- und Sprachwissenschaft zugunsten einer klaren und ehrlichen Kommunikation ihrer unterschiedlichen politischen Werte- und Denkmuster beachten.



Entnommen:


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Reichlich verspätet, gilt es leider vorab anzumerken, dass dergleichen Selbstverständlichkeiten auf öffentlichen Politik-Plattformen Aufmerksamkeit erlangen - in der Kognitionspsychologie und Kognitionslinguistik sind das letztendlich alte Hüte, um nicht zu sagen Gemeinplätze! Übrigens, die Begrifflichkeit, die hier gewählt wurde, "Neuro-Linguistik", erscheint mir im Hinblick auf die fachübergreifende Thematik anbetrachts des weiten Spektrums der kognitionsorientierten Wissenschaften zu eng.

Grundsätzlich zeigt sich wieder einmal mehr, wie unsere Parteienlandschaft aus geschlossenen Meinungs-Zirkeln bis hinunter in die Jugendorganisationen und parteizugehörigen Denkfabriken besteht, in denen man urplötzlich zumindest nach außen mit großem Trara Neuland zu betreten vorgibt, was letztendlich bei jedem akademisch Gebildeten nur Unmut hervorrufen muss - warum mittlerweile 15 bis 20 Jahre ungenutzt ins Land gingen, ohne das Potential, das in der zeitgenössischen Geistes- und Sozialwissenschaft schlummert, produktiv umsetzen zu können. Nein, neoliberal war die große Leitlinie, und wer auch immer aufmuckte, fallspezifische Differenzierungen, historisches Hintergrund- und aktuell erhobenes Datenwissen, sowie - wie hier geschehen - fachübergreifende Lösungsansätze einforderte, wurde besserwisserisch getadelt, auf später vertröstet oder, gar nicht selten, mit unverholenem Zynismus abgefertigt.

Um nicht missverstanden zu werden: es ist selbstredend anzuraten, in das Papier einen Blick zu werfen.

oanth - muc - 20100307
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