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April 26 2010

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Clay Shirky nennt drei Gründe, warum die Zeitungen Boston Globe beim Aufdecken des Missbrauchsskandals der Katholischen Kirche in Boston kleineren, unabhängigen Netzmedien stets mehrere Schritte voraus war:

  1. Struktur: Die Zeitung konnte es sich erlauben, ein vierköpfiges “Spolight”-Reporterteam monatelang auf die Story anzusetzen.
  2. Zugang: Es gelang ihr, Zugang zu bisher geheimgehaltenen Dokumenten zu bekommen.
  3. Zeitfaktor: Die Kirche in Massachussetts hatte die Probleme bisher einfach ausgesessen, bis ihre Kritiker aufgaben. Dieses Warte-Spiel beherrschte der Globe jedoch ebenso gut.

Die Thesen sind Teil eines längeren Gesprächs (Audio und Transkript) zwischen Shirky und Walter Robinson, der das “Spotlight”-Team beim Boston Globe leitete. Beides bei Nieman Journalism Lab.

Medienlinks zum Wochenstart: Blauflossenthunfisch-Syndrom — CARTA

vergl: transparenz der herstellung ;-)))

April 23 2010

Satire ist nicht strafbar

Die katholische Kirche schießt momentan aus allen Rohren gegen ihre Kritiker. Da werden zum Beispiel Blogger mit einstweiligen Verfügungen überzogen, die offen und in rechtlich zulässiger Art und Weise ihre Meinung sagen – was speziell beim Landgericht Hamburg freilich noch nie ein Argument war – und dann wird gegen eine Satirezeitschrift Strafanzeige erstattet, mit demselben Ziel, nämlich eine unliebsame Meinungsäußerung in Form einer durchaus provokativen bildlichen Darstellung zu unterbinden. Aber die Provokation gehört eben zum Wesen der Satire und, dass sich die Darstellung außerdem kritisch mit dem Missbrauchsskandal auseinandersetzt, wird man kaum  in Abrede stellen können. Das hat dann auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt so gesehen und die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens  wegen der Beschimpfung von Bekenntnissen (§ 166 StGB) abgelehnt. Gut so!

April 21 2010

Nach Misshandlungsvorwürfen: Bischof Mixa tritt zurück

Bischof Walter Mixa hat nach Informationen der Augsburger Allgemeinen seinen Rücktritt eingereicht. Er habe an diesem Mittwochabend in einem Brief an Papst Benedikt XVI. seinen Rückzug sowohl vom Amt des Bischofs von Augsburg als auch vom Amt des Militärbischofs der Bundeswehr angeboten. Die Annahme des Rücktrittsgesuchs gilt der Zeitung zufolge in Kirchenkreisen als sicher.
Reposted fromZaphod Zaphod

April 20 2010

Bistum Regensburg erwirkt einstweilige Verfügung gegen Blogger

Über diesen Fall hatte ich bereits vor einigen Wochen berichtet. Nun hat das Bistum Regensburg beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen das Blog “regensburg-digital.de” erwirkt, mit der eine kritische Berichterstattung über Missbrauchsfälle unersagt werden soll. Konkret soll das Blog nicht mehr darauf hinwiesen dürfen, dass die Kirche Geld an eine Opferfamilie bezahlt hat, um den Missbrauchsfall von der Öffentlichkeit fernzuhalten.

Ich wünsche der katholischen Kirche den Streisand-Effekt und hoffe, dass zumindest das OLG Hamburg nunmehr dazu gelernt hat, nachdem die meinungsfeindlichen Hamburger Urteile in letzter Zeit reihenweise vom BGH aufgehoben worden sind. Die Frage wird allenfalls sein, ob sich die Blogger einen Widerspruch gegen die Verfügung und eine Berufung leisten können.

Reposted byFreeminder23jmtosses

April 18 2010

Mixa und der feine Unterschied: Gewatscht, nicht geprügelt

Nachdem er mögliche Ohrfeigen zugebenen hat, wehrt sich Bischof Mixa gegen den Vorwurf, die Öffentlichkeit belogen zu haben. Sein Argument: Ein paar "Watschn" sind keine Prügel. mehr...
Reposted fromZaphod Zaphod

April 07 2010

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Fünf Jahre Papst Benedikt XVI. – eine Bilanz

Unter der Leitung von Christine Maier diskutieren:

Kurt Koch, Bischof Bistum Basel
Pius Segmüller, ehem. Kommandant Päpstliche Schweizergarde
Monika Schmid, Theologin und Gemeindeleiterin
Erwin Koller, Theologe und Medienethiker
Werner De Schepper, stv. Chefredaktor AZ Medien, Vizepräsident Medienkommission Schweizer Bischofskonferenz
Xenia Schmidlin, Studentin, Mitglied Schönstatt-Bewegung


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videostream - permalink (durchgehend in Schweizerdeutsch - oanth)

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Aktuelle Sendung vom 06.04.2010, Club, SF 1

hammr: alice schwarzer als schutzengel der katholischen kirche: kurt koch beruft sich fix auf schwarzer. wunderbar ;-)

April 05 2010

March 31 2010

Ian Buruma: Holy Abuse

NEW YORK – In his remarkable apology to the Catholics of Ireland (most of that country’s population), Pope Benedict XVI explained why he thought sinful priests were tempted to commit sexual acts with children. It was because of “new and serious challenges to the faith arising from the rapid transformation and secularization of Irish society. Fast-paced social change has occurred, often adversely affecting people’s traditional adherence to Catholic teaching and values.”
Reposted bykrekk krekk

March 22 2010

Den Missbrauchs-Sumpf trockenlegen - nur wie?

Entschädigungen, vielleicht auch Entschuldungen mögen die Pein der Opfer lindern. Viel wichtiger ist aber, welche Lehren aus dem Skandal gezogen werden. Die Lage ist aber viel vertrackter als gedacht


Reposted fromZaphod Zaphod

March 21 2010

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Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat den Medien in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen eine Kampagne gegen die Kirche vorgeworfen. Der Bischof rückte die laufende Berichterstattung in die Nähe der kirchenfeindlichen Haltung der Nationalsozialisten. "Jetzt erleben wir wieder eine Kampagne gegen die Kirche", sagte Müller am Samstagabend nach Informationen des Bayerischen Rundfunks in einer Predigt im Regensburger Dom.
Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche - Regensburger Bischof hetzt gegen Medien - Politik - sueddeutsche.de
Reposted fromkellerabteil kellerabteil

March 20 2010

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[...]

„Die Presse“: Pater Sporschill, fragen Sie sich nicht angesichts der Flut an Missbrauchsvorwürfen gegen Priester der katholischen Kirche, in welcher Gesellschaft Sie sich befinden?


Georg Sporschill:
Meine Pfarrei ist die Straße, da bin ich mit Missbrauch und Prostitution konfrontiert. Das ist bei Straßenkinder das tägliche Brot.

Aber doch nicht durch Priester.


Sporschill:
Das ist der grenzenlose Skandal: Dass in der Institution, deren Gründungsurkunde sagt, das Kind ist in die Mitte zu stellen, Derartiges passiert. Das rüttelt an den Grundfesten der Kirche.

Auch an den Grundfesten Ihres Glaubens?

Sporschill: Nein. Es kommt jetzt eine größere Ehrlichkeit: Schluss mit frommen Sprüchen, Schluss mit Betulichkeit, Schluss mit Vortäuschung von Machtstrukturen, die keine mehr sind. Wir müssen die Orte in der Welt entdecken, wo das Heil passiert, und nicht glauben, wir produzieren es. Das ist die Lehre Jesu. Sehr viel wird jetzt zurückgestutzt auf die Realität, die es vorher auch schon gab. Dass das über die schrecklichen Fälle passieren musste . . .

Welche Realität meinen Sie?


Sporschill: Die Schwäche in der Erziehung, die Mutlosigkeit, die Fantasielosigkeit, Neues anzufangen die Ängstlichkeit, über etwas zu sprechen. Diese Feigheit, über Probleme zu reden, die fällt uns auf den Kopf. ...

[...]
— vollständiges Interview mit Pater Sporschill, SJ: „Schluss mit den frommen Sprüchen“ 20100319 (DiePresse.com)

March 19 2010

Die Mär von der aufklärenden Kirche

“Mein Papst, Dein Papst. Der Papst muss derzeit für vieles herhalten. Oft genug will ihn niemand hören, jetzt wird ihm auf breiter Front vorgeworfen, er schweige zu den Missbrauchsskandalen im Raum der katholischen Kirche in Deutschland. Was alles wird dann morgen noch von diesem Mann verlangt? Dass er sich an Runde Tische setzt? Dass er das Dickicht von Verjährungsfristen oder Entschädigungsforderungen lichtet? Jeder formt sich die Forderungen an den Papst so, wie er sie braucht.”

Erzbischof Robert Zollitsch in der “Welt” (”Die Mär vom schweigenden Papst“)


“Meister, strafe doch deine Jünger! Er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch: Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien.”

Aus dem Lukas-Evangelium (Lukas 19,40)


(Gefunden in der ”Welt” und in der Bibel)

Reposted fromglaserei glaserei

March 01 2010

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Rückschau: Um Gottes Willen?


- Kulturkampf um den Missbrauch


in der katholischen Kirche


Sendeanstalt und Sendedatum: HR, Sonntag, 28. Februar 2010

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Autor: Peter Gerhardt

In der Debatte um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ergreifen jetzt auch europäische Kultur-Prominente das Wort. Die irische Sängerin Sinéad O’Connor appelliert an Deutschland: Man dürfe nicht der Kirche die Aufklärung dieser Missbrauchsfälle überlassen. Auch in Irland hätte die Kirche erst auf Betreiben des Staates reagiert. In zahlreichen spektakulären Aktionen hat die gläubige Sinéad O’Connor, die selbst in der Familie misshandelt wurde, in den vergangenen Jahren immer wieder gegen die Kirche protestiert - dafür, den Missbrauch zu ahnden und die Opfer angemessen zu entschädigen.

[...]

Kann und soll der Staat mehr Druck auf die Kirche ausüben? Erzbischof Robert Zollitsch hat die Bundesjustizministerin ultimativ aufgefordert, sich zu entschuldigen – weil die es gewagt hatte, die Kirche daran zu erinnern, dass auch sie den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland unterliegt. Ein Kulturkampf? Der Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann fordert, dass die Kirche sich von innen heraus ändern müsse.

ttt hat mit Sinéad O’Connor, Calixto Bieito und Eugen Drewermann über den Missbrauch und ihre Forderungen nach Veränderung der Institution Kirche gesprochen.

Text des Beitrags:

Die Tränen sind echt. Die irische Sängerin Sinead O’Connor steht für Aufrichtigkeit. Und für Engagement. Seit Jahren schon kämpft sie gegen das Vertuschen von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche

[...]

Die irische Sängerin ist als Kind selbst missbraucht worden. Ein Trauma, mit dem sie sich immer wieder künstlerisch auseinandergesetzt hat. 1997 spielt sie in dem Film „The Butcher Boy“ die Jungfrau Maria, die einem in einem kirchlichen Internat missbrauchten Jungen zur Seite steht. Die Irin hat die aktuelle Diskussion in Deutschland aufmerksam verfolgt. Und sieht keinen Unterschied zu ihrem Heimatland - die katholische Kirche versuche immer noch zu vertuschen. Sie ist wütend – weil sie ihren Glauben verraten sieht.

Sinead O’Connor: „Es gibt viel Gutes im Katholizismus. Der Glaube ist ein Trost für viele Menschen. Aber die Leute, die ‚den Laden‘ leiten, scheinen gar nicht an Gott zu glauben, zumindest benehmen sie sich. als gäbe es keinen, der von oben zusieht.“

[...]

Auch der spanische Opernregisseur Calixto Bieito, der zur Zeit in Stuttgart inszeniert, verfolgt die jetzige Diskussion.

[...]

Als Kind wurde er in einem spanischen Jesuiteninternat missbraucht. Die Kirche, fordert er jetzt, müsse kontrolliert werden: „„Der Staat muss eine rigorose Haltung der Stärke einnehmen. Der Staat hat die Pflicht, seine Bürger zu schützen, er hat die Pflicht, unsere Söhne und Töchter vor Missbrauch zu bewahren.“

[...]

Sinead O’Connor: „Sie denken, sie stehen über dem Gesetz. Kein Wunder, dass die Opfer so wütend sind. Die Polizei muss schon in Verdachtsfällen Ermittlungen aufnehmen dürfen. Schon die müssen sofort angezeigt werden.“

[...]

Sinead O’Connor fordert von ihrer Kirche jetzt absolute Transparenz. Die gläubige Sängerin, die auch Theologie studiert hat, plädiert für sofortige Strafermittlungen gegen alle, die vom Missbrauch wussten, sogar gegen den Vatikan – und geht noch einen Schritt weiter – mit einer radikalen Forderung: „Meiner Meinung nach müsste der Papst abtreten. Er ist ja Deutscher und die Deutschen sollten sich auch dafür einsetzen. Er sollte zugeben, dass er falsch gehandelt hat. Und wir Gläubigen sollten mitentscheiden dürfen, wer die Kirche repräsentiert.“

[...]

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 28.02.2010. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD...

DasErste.de - ttt - Um Gottes Willen? - Kulturkampf um den Missbrauch in der katholischen Kirche (28.02.2010)

February 25 2010

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zum Rücktritt von Frau Käßmann

auf Twitter:

@janschmidt "Wäre Frau Käßmann wie Herr Rüttgers, dann hätte das Auto zurücktreten müssen." (Leser auf Zeit Online) :-)
Reposted bykrekk krekk
02mydafsoup-01
Ich würde nicht einmal sagen 'Bigotterie', was sicherlich in Teilen ebenso zutrifft, viel entscheidender erscheint mir die Kritik an der institutionalsierten Unaufrichtigkeit, am Glauben, alles im Vertrauen auf die Trägheit des Kurzzeitgedächtnisses der öffentlichen Meinung unter den Teppich kehren zu dürfen, den die katholische Kirche ohne jeglichen Skrupel unter Inanspruchnahme des Bußsakramentes einsetzt.


oanth - muc - 20100225

February 24 2010

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näher, mein Gott, zu dir

Alkohol am Steuer = Fegefeuer.

Wäre Frau Käßmann eine 17jährige Komasäuferin, würde sie, von fünf Sozialarbeitern flankiert, zu einem mehrwöchigen Nachreifungs- Erlebnis -urlaub nach Lanzarote geschickt.
Wäre sie Chef eines anderen Großunternehmens, bekäme sie einen Dienstwagen mit Chauffeur, damit sie beim Fahren nicht so viel verschüttet.
Wäre sie die geschiedene Frau mit vier Kindern und Vollzeitjob, die jeder von nebenan kennt, würde sie jemand in den Arm nehmen; mindestens 1mal im Jahr, wenn sie beim Betriebsausflug nach dem ersten Pikkolöchen flennt.
Wäre sie Otto NormalverbraucherIn, würden längst alle Personalräte daran erinnern, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist und kein dienstliches Fehlverhalten.
Aber als Frau, als geschiedene Frau mit vier Kindern an der Spitze der EKD, wird sie nun gekreuzigt werden.

Verschwörungstheorie:
katholische Priester von einem nahegelegenen Internat haben ihr heimlich einen in den Tee gegossen, um die Reporter und Staatsanwälte, die deren "Nachhilfestunden" mit engelhaft schönen Knaben näher beobachten wollten, auf eine andere Fährte zu lenken...

— vollständiges Zitat aus dem Blog: passe.par.tout 20100224
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