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February 03 2014

Landgericht Köln revidiert Redtube-Beschluss, Accountbindung, Usedsoft-Entscheidung

Das Landgericht Köln revidiert einen Beschluss zur Herausgabe der Nutzerdaten für die Redtube-Abmahnungen, die Videospielfirma Valve darf nach einem Urteil an nicht übertragbaren Accounts festhalten, das ganze Urteil im Fall „Usedsoft II“ liegt jetzt vor. Außerdem im Wochenrückblick: Prosieben-Sat.1-Übernahme, Schufa-Daten und Nobelpreisnominierung für Edward Snowden.

Landgericht Köln entscheidet über Beschwerde bei Redtube-Abmahnungen

Im Zusammenhang mit der Redtube-Abmahnwelle hat das Landgericht Köln entschieden, dass ein Beschluss über die Herausgabe von Anschlussdaten rechtswidrig war. Dies wurde am Montag aufgrund einer Pressemitteilung des Gerichts (PDF) bekannt. Nach der Begründung des Gerichts hätten die Antragsteller keine offensichtliche Rechtsverletzung glaubhaft gemacht. Diese sei nach Ansicht des Gerichts jedenfalls beim Streaming aus einer nicht offensichtlich rechtswidrigen Quelle nicht gegeben. Weiterhin deutete das Gericht an, dass möglicherweise für weitere Verfahren ein Verwertungsverbot bestehen könnte. Ob es zu einem solchen jedoch überhaupt jemals kommen wird, ist aufgrund der massiven rechtlichen Zweifel an den Abmahnungen äußerst fraglich.
Zur Pressemitteilung des LG Köln.
Ein Kommentar auf telemedicus.info.
iRights.info: Landgericht Köln revidiert: Herausgabe von Redtube-Nutzerdaten war nicht rechtmäßig

Landgericht Berlin entscheidet zum Fall VZBV gegen Valve

Das Landgericht Berlin hat diese Woche seine Entscheidung im Fall VZBV gegen Valve verkündet. Das Gericht entschied, dass Valve seinen Nutzern nicht die Möglichkeit einräumen muss, ihre bei Steam gekauften Spiele weiterverkaufen zu können. In der mündlichen Verhandlung am 14. Januar 2014 ließ das Gerichts bereits durchscheinen, dass es die Klage des Verbrauchenzentrale Bundesverband gegen die Valve Corp. (Az. 15 O 56/13) abweisen wird. Es deutete an, die Grundsätze der Usedsoft-Rechtsprechung des EuGH nicht auf Computerspiele anzuwenden seien. Die genauen Entscheidungsgründe liegen jedoch noch nicht vor.
Zur Meldung auf spielerecht.de.
Telemedicus mit weiteren Hintergründen.
iRights.info: Let’s-play-Videos, gebrauchte Spiele, virtuelle Gegenstände: Was darf ich mit gekauften Games machen?

BGH: Usedsoft II im Volltext veröffentlicht

Der Bundesgerichtshof hat diese Woche in dem Fall des Weiterverkaufs von gebrauchten Software-Lizenzen durch das Unternehmen Usedsoft sein zweites Urteil vom Sommer letzten Jahres veröffentlicht. Vorausgegangen war dem die Usedsoft-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Dieser hatte dort entschieden, unter welchen Voraussetzungen bei Software im Online-Vertrieb Erschöpfung eintreten kann. Der BGH hatte sich nun mit dieser Rechtsprechung auseinander zu setzen und die Sache an das Oberlandesgericht München als Berufungsgericht zurück zu verweisen. Dieses muss den konkreten Fall nun erneut mit den Vorgaben des BGH und des Europäischen Gerichtshofs umsetzen.
Telemedicus mit einer ausführlichen Besprechung.
Das Urteil im Volltext in unserer Datenbank.

Springer hätte Prosieben-Sat.1 Media übernehmen dürfen

Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Woche entschieden, dass die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien es dem Springer-Konzern nicht hätte untersagen dürfen, die Prosieben-Sat.1 Media AG zu übernehmen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Gerichts hervor. Demnach sei die Beurteilung falsch gewesen, dass die Übernahme zu einer vorherrschenden Meinungsmacht geführt hätte. Die zwar schon starke Stellung auf dem Fernsehmarkt nach Zuschauerzahlen wäre durch die starke Stellung Springers auf einem medienrelevanten verwandten Markt zwar verstärkt worden – der Maßstab für die Beurteilung sei jedoch gemessen an den zu erreichenden Schwellenwerten nicht so hoch.
Zur Pressemitteilung des Gerichts.
Mehr dazu auf urheberrecht.org.

Bundesgerichtshof: Schufa muss Gewichtung ihrer Daten nicht preisgeben

Am Dienstag hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Wirtschaftsauskunftei Schufa darüber Auskunft zu erteilen hat, welche personenbezogenen, kreditrelevanten Dateien in ihre Berechnung der Wahrscheinlichkeitswerte zur Kreditwürdigkeit eines Betroffenen eingeflossen sind. Darüber hinaus besteht jedoch kein Auskunftsanspruch für die Betroffenen. Insbesondere muss die Schufa die Gewichtung der Daten und damit ihre genauen Formeln zum Kredit-Scoring nicht angeben. Die Klägerin vertrat die Meinung, dass die von der Beklagten erstellten Datenübersicht nach Paragraf 34 des Bundesdatenschutzgesetzes nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprach. Ihr wurde zuvor die Finanzierung eines Automobilkaufs infolge einer unrichtigen Auskunft der Schufa verwehrt.
Die Pressemitteilung des BGH.

Snowden für Friedensnobelpreis nominiert

Zwei Politiker der norwegischen Sozialistischen Linkspartei haben den bekannten Whistleblower Edward Snowden für die Vergabe des Friedensnobelpreises nominiert. Dies berichtete heise.de Mitte der Woche. Nach der Begründung haben die Enthüllungen über den NSA-Überwachungsskandal zu einer stabileren und friedlicheren Weltordnung beigetragen. Außerdem wurde bekannt, dass Snowden vom Europarat zur Aufarbeitung der Massenüberwachung eingeladen wurde.
Zur Nachricht bei heise.de.

Dieser Wochenrückblick wurde von Sebastian Telle und Diana Spikowius verfasst. Lizenz: CC BY-NC-SA.

January 20 2014

Auch Regierung will mit Vorratsdaten warten, Redtube-Gutachten, Obama-Rede

Nach dem Justizminister will nun auch die Bundesregierung mit Vorratsdaten vorerst warten, ein jetzt veröffentlichtes Gutachten zu den Redtube-Abmahnungen bringt keine Erkenntnisse, US-Präsident Obama hat Änderungen in Details zu den US-Geheimdiensten angekündigt. Außerdem im Wochenrückblick: Stiftung Warentest, Kiss-and-Tell-Journalismus, Pay-TV-Verträge.

Bundesregierung: Regelung zur Vorratsdatenspeicherung erst nach EuGH-Urteil

Die Bundesregierung hat verlauten lassen, dass sie einen Gesetzesvorschlag zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung erst nach dem EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung vorlegen wird. Zur Zeit befasst sich der EuGH mit der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. Bereits im Dezember 2013 hatte der EU-Generalanwalt Pedro Cruz Villalón erklärt, er halte die Richtlinie für grundrechtswidrig. Von dem in naher Zukunft erwarteten EuGH-Urteil erhofft man sich grundlegende Vorgaben für die Regelung der Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene.
Zur Meldung auf heise.de.

Redtube-Abmahnungen: GLADII-Gutachten veröffentlicht

Im Nachgang der Redtube-Abmahnungen hat die Kanzlei Müller Müller Rößner (MMR) ein Gutachten zu der Software veröffentlicht, mit der die IP-Adressen der User erfasst worden sein sollen. Die Ausführungen beschränken sich im Wesentlichen auf eine Wiedergabe der Tests: Aufrufen der Streaming-Webseiten, Anschauen eines Films, Abgleichen mit der Protokollierung der Software. Über die genaue Funktionsweise der Software verliert das Gutachten kein Wort. Es stellt jedoch lapidar die Behauptung auf, dass die Tests rechtskonform waren.
Telemedicus zum GLADII-Gutachten.

Keine wesentlichen Einschränkungen der geheimdienstlichen Aktivitäten der USA

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag eine Rede zur Veröffentlichung eines Dekrets gehalten, das den US-Geheimdiensten Grenzen setzen soll. So soll die Öffentlichkeit mehr Informationen über die geheimdienstlichen Aktivitäten erhalten, die Verfolgung der Telefongespräche reduziert und die dezentrale Speicherung von Vorratsdaten eingeführt werden. Obama stellte zugleich klar, dass keine einseitige Abrüstung der US-Geheimdienste stattfinden wird.
Zur Meldung auf heise.de.
Interview: Claus Kleber mit US-Präsident Obama (ZDF-Mediathek).

LG München I: Ritter Sport obsiegt vorläufig im Aromastreit

Das LG München I hat am Montag den Widerspruch der Stiftung Warentest im einstweiligen Verfügungsverfahren gegen Ritter Sport abgelehnt. Ritter Sport hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Testergebnisses ihrer als mangelhaft bewerteten „Voll-Nuss”-Schokolade erwirkt. Der Stiftung Warentest bleibt es nun untersagt, den Testbericht in vorliegender Form zu verbreiten. Sie kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.
Telemedicus ausführlich hierzu.

EGMR setzt Grenzen des Kiss-and-Tell-Journalismus

Der EGMR hat Grenzen des Enthüllungsjournalismus um Liebesbeziehungen mit einer Personen des öffentlichen Interesses (sogenanntes „Kiss-and-Tell”) festgelegt. Streitpunkt war ein Buch um das Liebesleben zwischen der Buchautorin und dem ehemaligen finnischen Premierminister. Autorin und Verleger hatten den Weg zum EGMR beschritten, nachdem der finnische Oberste Gerichtshof geurteilt hatte, das Buch enthalte unzulässige Informationen. Der EGMR stellte jetzt fest: Die Abwägung des finnischen Gerichtshofs zwischen Meinungsäußerungsfreiheit (Art. 10 EMRK) von Autorin und Verleger und dem Recht auf Achtung des Privatlebens des Politikers (Art. 8 EMRK) war zutreffend.
Zur Nachrichtenmeldung bei urheberrecht.org.
Ausführliche Besprechung bei e-comm.

EU-Kommission prüft Lizenzverträge für grenzüberschreitendes Pay-TV

Die EU-Kommission hat ein Verfahren zur Prüfung von Lizenzverträgen von Pay-TV-Sendern mit Hollywoodstudios eingeleitet. Die Kommission will untersuchen, ob die Vereinbarungen die Sender daran hindern, ihre Dienstleistungen grenzüberschreitend anzubieten – insbesondere, „weil sie diese dazu anhalten, potenzielle Kunden aus anderen Mitgliedstaaten abzulehnen oder den grenzüberschreitenden Zugang zu ihren Diensten zu blockieren”, so die EU-Kommission. Die Klauseln zum „absoluten Gebietsschutz” könnten gegen Art. 101 AEUV verstoßen, wenn sie festlegen, dass die von US-amerikanischen Filmstudios lizenzierten Filme ausschließlich in dem Mitgliedstaat genutzt werden dürfen, in dem der entsprechende Sender Inhalte ausstrahlt.
Zur Pressemitteilung der EU-Kommission.

Dieser Wochenrückblick wurde von Diana Spikowius und Fabian Rack verfasst. Lizenz: CC BY-NC-SA.

December 21 2013

Wie wir einmal die Space Night retteten

Eine Kampagne im Netz rettet die Kultsendung „Space Night“ im Bayerischen Rundfunk. Initiator Tobias Schwarz erzählt, wie es dazu kam.

Anfang des Jahres 2013 wollte der Bayerische Rundfunk (BR) die Sendereihe „Space Night“ einstellen. Angeblich waren erhöhte Produktionskosten durch die neue Tarifordnung der GEMA der Grund, doch diese zweifelhafte Begründung beendete die anfangs nur zögerlichen Proteste nicht, sondern löste sie erst richtig aus. Sie verhalf einer Forderung zum Durchbruch: freie Inhalte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Die Proteste formierten sich zuerst im Internet

Die Sendung „Space Night“ läuft seit 1994 im BR und ist für viele Menschen ein Teil ihrer Jugend. Die Bilder aus dem Weltall faszinierten. Verbunden mit elektronischer Musik verhalfen sie der Sendung zum Kultstatus. Ich zähle zwar nicht zur treuen Fangemeinde, bin aber immer noch Gelegenheitszuschauer und habe viele Erinnerungen an die „Space Night“. Als ich von ihrem drohenden Ende erfuhr, twitterte ich an den BR: Wenn es wirklich nur an den GEMA-Gebühren liegen sollte, könnte die Sendung doch mit GEMA-freier Musik gerettet werden.

Die Idee fand schnell viele Freunde. Der Gedanke mündete in einer Facebook-Gruppe und wurde in die Blogs von NetzaktivistInnen aufgenommen, die ihn verbreiteten und weiter ausgestalteten. Schnell erreichten wir ein erstes Ziel: Die Sendung sollte nicht mehr eingestellt werden. Die Ankündigung ihrer Neugestaltung nahm aber keine Rücksicht auf den zweiten Teil unserer Forderung, dass die „Space Night“ in Zukunft unter Creative Commons (CC) lizenzierte Musik verwenden sollte. Creative-Commons-Lizenzen erlauben es UrheberInnen festzulegen, wie Nutzer die Werke nutzen dürfen, ohne fragen zu müssen. Musik unter Creative Commons kann nicht bei der GEMA angemeldet werden und eignet sich deshalb hervorragend, um GEMA-Gebühren zu vermeiden.

Die Mär von den GEMA-Gebühren und der Kostenloskultur

Es stellte sich heraus, dass die GEMA-Ausrede des BR nicht zutraf. Die öffentlich-rechtlichen Sender schließen mit der GEMA einen Pauschalvertrag für alle Sender ab. Die Gebühren beim BR würden also ohnehin steigen, da die GEMA eine große Tarifreform durchgeführt hatte. Dieser Punkt spielte bei unserem Protest aber keine große Rolle, denn mit dem falschen Kostenargument konnten wir für GEMA-freie CC-Musik werben. Marco Trovatello baute eine Datenbank für MusikerInnen, die ihre CC-Musik dem BR für die „Space Night“ zur Verfügung stellten. Dabei ging es vor allem um die Beratung der BR-Mitarbeiter­Innen, die mit der mit der Neugestaltung beauftragt waren. Gemeinsam mit Marco und Christian Grasse koordinierten wir über Wochen die Proteste, auch als die „Space Night“ schon gerettet war und der BR entschieden hatte, CC-Musik zu verwenden.

CC-Musik in der „Space Night“ ist eine riesige Chance für die freie Musikszene, sich zu beweisen. Zwar stellten die MusikerInnen in der Datenbank ihre Musik umsonst zur Verfügung, wir machten aber in Blogeinträgen und in Gesprächen mit dem BR schnell klar, dass wir von einem aus der Haushaltsabgabe mit Millionen finanzierten Sender erwarten, dass er auch CC-MusikerInnen bezahlt. Die Lieder sind, um es mit Richard Stallmans viel zitierten Worten auszudrücken, zwar frei wie in Freiheit, aber nicht frei wie in Freibier. Der BR zeigte für diese Forderung von Anfang an Verständnis. Er kontaktierte alle Musiker­Innen, deren Lieder verwendet wurden und zahlte eine faire Vergütung für die Nutzung.

Endlich frei

Die Proteste begannen zwar im Netz und wurden dort koordiniert, ausschlaggebend waren aber die Menschen, die den BR vor allem telefonisch aufforderten, die Sendung zu retten. Das hat intern viel Eindruck gemacht, wie wir später erfuhren. Vor allem dem zweiten Teil der Forderung – dass CC-Musik verwendet werden sollte – verhalf das letztendlich zum Erfolg. Seit Mitte November ist die „Space Night“ als freie Sendung wieder im BR zu sehen.

BR-Mediathek: Space Night – Flight through the Skies

24 Tage dauerte der Protest. Am 10. Februar 2013 erhielt ich vom BR eine Mail, in der mir für meine Aktivitäten gedankt wurde. Sie hätten den „Plan einer Neugestaltung der Sendung effektiv“ unterstützt. Schöne Worte, aber der wichtigste Satz war: „Die musikalische Gestaltung wird definitiv lizenzfreie Musik“ verwenden. In diesem Moment wusste ich, dass wir gewonnen hatten. Wir hatten den zweiten Punkt unserer Forderung, den Einsatz freier Musik, durchgesetzt. Ein Erfolg, der erst der Anfang einer Entwicklung sein kann, die hoffentlich für freiere öffentlich-rechtliche Medien sorgen wird – frei wie in Freiheit, nicht wie in Freibier.

foto_tobias-schwarz

Tobias Schwarz ist Leiter des journalistischen Projekts­ Netzpiloten.de. In seiner Freizeit bloggt er für Online-Medien wie Politik-Digital.de und Carta.info. Er ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik von Bündnis90/ Die Grünen in Berlin. Foto: Hung Trinh


Dieser Text ist auch im Magazin „Das Netz – Jahresrückblick Netzpolitik 2013-2014“ erschienen. Sie können das Heft für 14,90 EUR bei iRights.Media bestellen. „Das Netz – Jahresrückblick Netzpolitik 2013-2014“ gibt es auch als E-Book, zum Beispiel bei Amazon*, beim Apple iBook-Store* oder bei Beam (* Affiliate-Link).

Reposted bytowseraren

November 28 2013

Die Aufzeichnerin: Marion Stokes nahm 35 Jahre Nachrichten auf Videokassetten auf

Die US-Amerikanerin Marion Stokes nahm 35 Jahre lang die Nachrichtensendungen mehrerer Kanäle auf Video auf: rund um die Uhr, ohne Unterbrechung, ohne Unterlass. So entstand ein einzigartiges Archiv, gespeichert auf insgesamt 140.000 VHS-Kassetten. Wann und wie der Fundus öffentlich zugänglich sein wird, ist aber noch offen. Er liegt nun in den Händen des Internet Archive. Für Medienhistoriker könnte das unglaubliche Vermächtnis von Stokes ein Glücksfall sein.

Illustration: US Navy, PD

Illustration: US Navy, PD

Roger McDonald ist seit 2000 zuständig für die Sammlung und Bereitstellung nationaler Fernsehsendungen beim Internet Archive. Dass man seinem Team private Nachlässe von Speichermedien anbietet, kommt immer wieder vor. Meist handelt es sich um 200 bis 300 Kassetten. Bei der emsigen Privatarchivarin Marion Stokes aber stapelten sich insgesamt 140.000 VHS-Kassetten, verteilt auf mehrere Räume unterschiedlicher Wohnungen.

Das Internet Archive ist eine gemeinnützige Organisation in San Francisco, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein ebenso umfassendes wie offenes und online zugängliches Medienarchiv anzulegen. Neben Momentaufnahmen von Webseiten und Usenet-Beiträgen speichert es auch Filme, Fernsehsendungen und Tonaufnahmen (einschließlich von Live-Konzerten), sowie Bücher und Software.

Familienmitglieder und Assistenten halfen mit

Das US-Magazin Fast Company berichtet, dass Stokes 1977 damit begann, Fernsehnachrichtensendungen der fünf US-amerikanischen Hauptsender MSNBC, Fox, CNN, CNBC und CSPAN sowie mehrere Regionalsender aufzunehmen, rund um die Uhr, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Dafür hatte sie bis zu acht Videorekorder gleichzeitig in Betrieb, gefüttert mit Kassetten von 240 Minuten Lauflänge. Um nichts zu verpassen, schlief sie nie länger als sechs Stunden, ließ schon mal das Essen in Restaurants kürzer ausfallen, damit sie rechtzeitig für den Bandwechsel zu Hause war, und spannte auch Familienmitglieder ein. Später beschäftigte sie einen Assistenten, der ihr half, das Aufnahme-Equipment zu bedienen, es zu warten und die Bänder zu wechseln.

Das ging 35 Jahre. 2012 starb Marion Stokes im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer Lungenkrankheit. Bis zu ihrem Tod ließ Stokes die Maschinen laufen und aufnehmen. Für Außenstehende ging es bei ihr vollkommen chaotisch zu: Überall surrten Apparate, flackerten stumm geschaltete Bildschirme. Gleichwohl sei sie durchaus bei der Sache gewesen, erzählt Sohn Michael Metelits den Reportern. Sie konnte zwei Sendungen gleichzeitig anschauen und bekam dennoch die Inhalte mit.

Ihm zufolge war seine Mutter der festen Überzeugung, dass die Aufzeichnungen am Ende für irgendwas gut seien. Irgendjemand würde einen Weg finden, sie zu indizieren, zu archivieren und aufzubewahren – um sie nutzbar zu machen. Wenn sie gefragt wurde, was sie da eigentlich treibe, habe sie nur gesagt: „Ich archiviere, sonst nichts.“

Allein der Transport kostet 12.000 Dollar

Als Roger McDonald vom Internet Archive von Stokes‘ Archiv hörte, war er sofort fasziniert, auch wenn es anfangs nicht ganz sicher war, ob das Internet Archive logistisch in der Lage sein würde, das 140.000 Bänder umfassende Vermächtnis der Marion Stokes zu übernehmen, zu digitalisieren und zu indizieren. Es ist ein Mammutprojekt: Allein der Transport der Kassetten zu einem klimaregulierten Lagerraum kostet 12.000 US-Dollar. Wie viele Stunden und Kosten für das systematische Erfassen der Aufnahmen erfordert, vermag niemand abzuschätzen.

Solch eine gewaltige, zudem offenbar lückenlose Sammlung von Nachrichten-Fernsehsendungen ist abseits der TV-Archive wohl einmalig – ihr wahrer Wert ist jedoch schwer zu bemessen. Den einen mag es um Zeitgeschehen und mediale Zeugnisse gehen, den anderem um Nostalgie oder Amüsement, wieder anderen um die Art der Nachrichtenpräsentation und journalistische Arbeitsweisen im Wandel von Zeit und Produktionsmitteln.

Ein doppelter Glücksfall

Es muss ja nicht gleich eine mit medienwissenschaftlicher Systematik erstellte Analyse beim Blick auf Stokes’ Aufzeichnungen herauskommen: Ein von impulsivem Erkenntnisdrang getriebener Blick auf die Nachrichtenvermittlung von gestern gestattet ganz gewiss Erkenntnisse für das Verständnis der Nachrichtenrezeption von heute und der Wertigkeit des Nachrichtenjournalismus von morgen.

So gesehen ist das Vermächtnis der Marion Stokes ein doppelter Glücksfall: Nicht nur, dass ihre bewundernswerte Stoik der internationalen Medienwissenschaft einen vermutlich kaum ermesslichen Fundus bescherte. In den Händen des Internet Archive könnte er zu einer offenen und frei nutzbaren Quelle werden. Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu langwierigen, teuren oder gar unüberwindlichen lizenz- und urheberrechtlichen Querelen kommt. Und wenn, dann möge der amerikanische Pragmatismus obsiegen.

Denkt man an hiesige Rechtsstreits um die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender, an „Depublikation“ und gesperrte Online-Videos, mag man sich gar nicht vorstellen, wo hier die 140.000 Kassetten landen würden. Vermutlich in der nicht klimagesteuerten Asservatenkammer eines Gerichts, das erst einmal beschlagnahmt und dann irgendwann berät.

Als Marion Stokes’ Sohn Michael Metelites beim Internet Archive in San Francisco das erste Mal sah, dass jemand mit dem Nachlass seiner Mutter wirklich was anfangen konnte, sei das, heißt es im Fast Company-Artikel, für ihn ein sehr bewegender Moment gewesen.

November 05 2013

Jeder fünfte Fernseher ist nur Second Screen

Ob Second Screen oder First Screen, Bildschirme und Displays sind in den Alltag fest eingebunden – Computer, Laptops, Tablet PCs und Smartphones sind in nahezu jedem Haushalt allgegenwärtig. Nur natürlich, dass diese Displays neben dem Griff zum Getränk oder Backwerk auch bei der beliebtesten Freizeitbeschäftigung der Deutschen, dem Fernsehen, nicht fehlen dürfen.

Auf die Frage, ob die deutschen Internet-Nutzer am gestrigen Tag ferngesehen haben, antworteten 82 % mit »Ja«. Die Mehrheit war durch mindestens einen weiteren Bildschirm abgelenkt, nur bei weniger als jedem Zweiten (43 %) kam dabei dem Fernsehgerät die ungeteilte Aufmerksamkeit zu.

57 % nutzen beim fernsehen einen Second Screen - Laptop und Smartphone am häufigsten

Insbesondere jüngere Internet-Nutzer schauen gleichzeitig zum Fernsehen immer wieder auf einen Zweitbildschirm. Sind es bei den 20- bis 29-Jährigen 80 %, so sinkt der Anteil der Second Screen-Nutzer mit steigendem Alter auffällig. Bei den über 60-Jährigen Internet-Nutzern sind es nur 34 %. Besonders die stark von der Werbung umworbene Gruppe der unter 35-Jährigen sind vor dem Fernseher online erreichbar.

Ein Second Screen wird gern von jungen Internet-Nutzern im Alter bis zu 30 Jahren genutzt

Bei 20 % der fernsehen guckenden Internet-Nutzer ist der Fernseher der Second Screen

Die Annahme liegt nahe, dass der Fernseher bei einer so hohen gleichzeitigen Nutzung anderer Displays nicht immer die Hauptrolle besetzt und in eine Statisten abgedrängt wird. Insgesamt sehen 20 % der befragten Internet-Nutzer eigentlich gar nicht fern, wenn das TV-Gerät eingeschaltet ist – sondern konzentrieren sich auf ihren Zweitbildschirm.

Betrachtet man nur die Second Screen-Nutzer, so geben 35 % der Befragten an, dass sie sich überwiegend auf den zweiten Bildschirm konzentriert haben. Bei 38 % teilten sich TV und der Zweitbildschirm die Aufmerksamkeit. Bloß 27 % sagten, dass der Fernseher im Mittelpunkt ihres Interesses stand.

Die Aufmerksamkeit beim fernsehen mit Second Screen liegt überwiegend auf dem Zweitbildschirm

Second Screen-Nutzer an Verbindung von TV-Programm und Internet-Nutzung interessiert

Die Second Screen-Nutzer sind grundsätzlich einer Verbindung von TV-Programm und Internet-Nutzung aufgeschlossen. So kann sich etwa jeder Vierte vorstellen, Informationen zu im TV gezeigten Produkten abzurufen und jeder Zehnte hält es für interessant, entsprechende Produkte gleich per Smartphone, Tablet oder Computer online zu kaufen. Besonders interessant ist, dass 7 % der Second Screen-Nutzer sowieso gerade mit einem Online-Einkauf beschäftigt sind.

Jeden vierten Second Screen-Nutzer interessieren im TV vorgestellte Produkte

Viele Nutzer von Zweitbildschirmen sind aktive Online-Einkäufer – sowohl im stationären Internet als auch im Mobile Web. In Anbetracht dessen, dass etwa jeder dritte Einkauf von Produkten mit dem Smartphone vom Sofa (Sofa-Commerce) – also potentiell während des Fernsehens stattfindet, ergeben sich hier neue Möglichkeiten interessierte anzusprechen.

Der W3B-Report Second Screen – Mediennutzung zwischen TV und Internet dokumentiert Nutzung und Nutzungsinteresse von Second Screens. Der W3B-Report Mobile Commerce zeigt den aktuellen Stand der Entwicklung aus Sicht der mobilen Einkäufer auf.

September 23 2013

VG Wort, verwaiste Werke, NSA-Skandal

Die VG Wort könnte das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger wahrnehmen, der Bundesrat billigt mehrere Reformen im Urheberrecht, die Bundesregierung hält sich bei einer Anfrage zum NSA-Skandal bedeckt. Das und mehr im Wochenrückblick.

VG Wort will Leistungsschutzrecht für Presseverlage wahrnehmen

Die VG Wort erwägt, das im August in Kraft getretene Leistungsschutzrecht für Presseverlage wahrzunehmen. Das geht aus einer Pressemitteilung der VG Wort hervor, in der sie ankündigt, eine Mitgliederversammlung zu diesem Thema einzuberufen. Im Rahmen dieser Mitgliederversammlung soll entschieden werden, ob die VG Wort ihr Wahrnehmungsportfolio um das Presse-Leistungsschutzrecht erweitern wird. Ziel sei die effektive Rechtewahrnehmung innerhalb einer Verwertungsgesellschaft, die sowohl Verlage wie auch Autoren unter einem Dach vereinigt. Letzteren steht eine angemessene Beteiligung bei Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht gesetzlich zu. Telemedicus wird hierüber morgen ausführlich berichten.
Pressemitteilung der VG Wort.
Meldung bei Internet-Law.de.
iRights.info: FAQ zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Verwaiste Werke und Open Access: Bundesrat billigt Reform des Urheberrechts

Der Bundesrat hat am Freitag ein Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes gebilligt, das die Nutzung verwaister und vergriffener Werke regelt. Verwaiste Werke sind solche in Paragraf 61 des Urheberrechtsgesetzes neuer Fassung aufgezählte Werke, deren Rechtsinhaber „auch durch eine sorgfältige Suche nicht festgestellt oder ausfindig gemacht werden” kann. Öffentlichen Einrichtungen wird eine nichtkommerzielle Nutzung solcher Werke nunmehr erlaubt sein. Außerdem macht die Gesetzesänderung einen Schritt in Richtung Open Access: Sie räumt Urhebern wissenschaftlicher Publikationen ein Zweitverwertungsrecht ein. Kritiker halten die Neuregelung jedoch für unzureichend, weil sie ein Jahr Karenzzeit nach Erstveröffentlichung vorsieht. Außerdem sei der Kreis der Adressaten des Zweitverwertungsrechts zu klein, da es nicht das gesamte wissenschaftliche Personal an Hochschulen umfasst. Zudem hat der Bundesrat die Reform der Abmahndeckelung durchgewunken.
Überblick zu den Reformen bei iRights.info.
Telemedicus ausführlich zur Neuregelung.

NSA-Skandal: Kleine Anfrage, Schriftsteller-Brief

Das Überwachungsprogramm der NSA ist nach wie vor Gegenstand der netzpolitischen Berichterstattung. Während Schriftsteller hierzulande vor dem Bundeskanzleramt gegen die umfassenden Überwachungsmaßnahmen protestierten und Bürgerrechtler die Auflösung des Verfassungsschutzes fordernhält sich die Bundesregierung zum politischen Umgang mit dem NSA-Skandal weitgehend bedeckt. So beantwortete sie eine kleine Anfrage der Grünen zu einem Großteil „aus Gründen des Staatswohls” nicht – darunter auch die Frage, was der BND gegen die Erfassung des deutschen Datenverkehrs unternehme und an welchen physikalischen Punkten die NSA ihn anzapft. Die Bundesregierung deutet aber an, dass auch rein innerdeutscher Datenverkehr durch ausländische Geheimdienste überwacht werden kann.
Ausführlich bei Heise online.
iRights.info: Neu als E-Book – „Überwachte Gesellschaft – Recht, Technik und Politik nach Prism und Tempora”

US-Gericht: Verbindungsdaten fallen nicht unter Privatsphäre

Das US-Gericht „Foreign Intelligence Surveillance Court” (FISC) hat entschieden, dass Telefon-Verbindungsdaten nicht unter die US-verfassungsrechtlich geschützte Privatsphäre fallen: Kunden wüssten, dass Anbieter ihre Verbindungsdaten speichern; sie könnten daher nicht erwarten, dass Behörden keinen Zugriff auf die Daten bekommen, so das FISC laut heise.de. Der Fall betraf einen Teil des US-Spionageprogramms, der auch Gegenstand der NSA-Affäre ist. Danach kann die US-Regierung Verbindungsdaten 90 Tage nach deren Anfallen von Telefonanbietern einfordern. US-Bürgerrechtler kritisieren Auffassung des FISC. Der US-Regierung sei damit erlaubt, „Aufzeichnungen in der bloßen Erwartung einer Ermittlung zu sammeln”. Unterdessen wurde bekannt, dass US-Telefonanbieter in keinem Fall Anfragen der NSA über Verbindungsdaten verweigert haben.
Mehr Informationen auf heise.de.

Bundesnetzagentur geht gegen kostenpflichtige Warteschleifen vor

Die Bundesnetzagentur hat zwei Unternehmen die Rechnungslegung bzw. Eintreibung von Telefonkosten für Warteschleifen verboten. Die Fälle betrafen die Servicehotline eines Textilunternehmens und eine Erotikrufnummer, für die bis September rechtswidrige Abrechnungen erfolgten. In beiden Fällen waren für Bandansagen rechtswidrig Kosten entstanden. Seit Juni 2013 dürfen für solche Warteschleifen aber keine Kosten mehr erhoben werden (Paragraf 66g Telekommunikationsgesetz). Die Verfügungen der Bundesnetzagentur gelten rückwirkend zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Regelung, ergo zum 1. Juni 2013.
Die Meldung bei golem.de.

ARD und ZDF: Germany’s Gold kommt nicht

ARD und ZDF sind von ihrem Plan abgerückt, eine gemeinsame kommerzielle Videoplattform zu starten. Der Grund für das Aus liegt nach einer Mitteilung der WDR Media Group in den Vorgaben des Bundeskartellamtes zum Betrieb einer solchen Plattform: Würde man den Vorgaben gerecht, sei der wirtschaftliche Erfolg der Plattform nicht gesichert. Das Bundeskartellamt hatte bereits im Frühjahr Bedenken geäußert, unter anderem weil gebührenfinanziert produzierte Inhalte den Video-on-Demand-Markt verfälschen könnten. ARD und ZDF hatten „Germany’s Gold” im Jahr 2011 als kostenpflichtiges bzw. werbefinanziertes Programmarchiv mit deutschen Kino- und Fernsehinhalten angekündigt.
Pressemitteilung der WDR Media Group.

Urteil: Produktplatzierung im Programm von Sat.1 unzulässig

Das Zeigen einer Biermarke vor und nach der Liveübertragung eines Fußballspiels im Mai 2011 auf Sat.1 war unzulässig. Das hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz entschieden. Zwar ist nach dem 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag eine Produktplatzierung im privaten Rundfunk unter bestimmten Voraussetzungen – etwa der Einhaltung einer Hinweispflicht – zulässig. Im streitigen Fall hielt sich Sat.1 nach Auffassung des Oververwaltungsgerichts jedoch nicht im Rahmen zulässiger Produktplatzierung: Die Sendung habe das Produkt der Brauerei zu stark herausgestellt. Zu dem Urteil kam es, nachdem Sat.1 gegen eine Beanstandung der zuständigen Landeszentrale für Medien gerichtlich zunächst erfolgreich vorging, in der Berufung aber doch die Landeszentrale Recht bekam.
Zur Pressemitteilung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz.
Zur Meldung bei urheberrecht.org.

 

Lizenz dieses Artikels: CC BY-NC-SA.

September 09 2013

Im Dickicht der Daten: Was der „Tatort” lehrt

Die Cloud hat Einzug im „Tatort” gehalten. Zwischen Funkzellenabfrage, Handy-Bildern im Laptop-Backup und Überwachungskameras zapften die Ermittler am Sonntagabend im Ersten alle denkbaren Datenquellen an. Des Rätsels Lösung lag nicht darin.

Kaum etwas macht ein Thema so zur gesellschaftlichen Realität wie der „Tatort”. Ob Zwangs-Prostitution, assistierte Selbsttötung oder schlichtweg das Wort „Scheiße“: Der Sonntagabend-Krimi etabliert gesellschaftliche Realität in deutschen Wohnzimmern. Dass sich die Berliner Tatort-Ermittler diesmal ganz auf Datenberge und die Cloud konzentrierten, setzt zumindest neue Maßstäbe in der Welt der deutschen Polizei-Serien.

Der eigentliche Fall ist schnell erzählt und passt zu den Boulevardschlagzeilen der letzten Jahre: Betrunkene Jugendliche pöbeln in der U-Bahn, greifen Passanten an und erschlagen am Ende einen Mann im U-Bahnhof, während die Passanten wegsehen. Als die Täter schließlich ermittelt werden, stehen die Ermittler vor der Frage: Wer von ihnen ist der Mörder?

Eins zu Null für Fahndung 1.0

Damit die digitalen Spuren so richtig zur Geltung kamen, konstruierte Autor und Regisseur Stephan Wagner den Fall sehr sorgfältig um die klassischen Ermittlungsansätze herum: So war der U-Bahnhof vor Eintreffen der Spurensicherung gereinigt worden, Fingerabdrücke oder Blutspuren vernichtet. Um die Täter zu finden, werteten die Berliner Ermittler zuerst die Kameras an der U-Bahn-Station aus, um schließlich über eine Funkzellenabfrage Täter und Zeugen zu identifizieren. Ohne Erfolg: Der Haupttäter stellte sich selbst, als ein unscharfes Bild von ihm in der Presse veröffentlicht wurde. Eins zu Null für die Fahndung 1.0.

Im Verlauf der anderthalb Stunden machten die Ermittler eine um die andere Datenquelle aus: Die Smartphones von betrunkenen Touristinnen in Partystimmung, die Kamera eines entgegenlaufenden Zuges. Dann die GPS-Ortung des Smartphones des Opfers; schließlich sogar die Fotos, die das Opfer in der Cloud abgelegt hatte. Schritt für Schritt wird dem Publikum präsentiert, wo wir überall Daten hinterlassen und wie jeder Schritt digital nachvollzogen werden kann, wenn man nur genug Datenquellen abgreift. Sekundengenau.

Wo die Ermittler gar zwei Datenquellen – wie Handydaten und Personalausweis-Register – abgleichen, lassen sich Zeugen recht zuverlässig identifizieren. Selbst wenn die staatlichen Datenbanken versagen, gibt es genug private Daten – man muss nur nach ihnen suchen. Das alles hielten die Tatort-Macher auf laientauglichem Niveau, angefangen mit der Frage: „Cloud-fähig – was war das nochmal?“

Im Wald vor lauter Daten

Die Tatort-Macher wollten sich klar nach allen Seiten absichern. Um nicht in unkritische Cloud-Begeisterung zu verfallen, zeigten sie Polizisten, die beim Auswerten der Bilder feiernder Asiatinnen in hysterisches Kichern verfallen; ein Sondereinsatzkommando stürmt dann versehentlich die falsche Wohnung.

Auch juristisch hatte Wagner den Fall abgesichert: Die Kommissare erzählen so oft vom Richtervorbehalt bei der Abfrage der Daten, dass die Dialoge an Anfang geradezu hölzern wirkten. Nicht einmal der Tatort-Watch-Account der Grünen hatte große Einwände. Spannung hingegen kam kaum auf, ein Motiv blieb das Drehbuch achselzuckend schuldig.

Lehrreich scheint vor allem die Verwirrung der Beamten, die sich in den digitalen Daten schlichtweg verfangen und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Denn die Lösung des Falls lag weder in den Daten aus der Cloud noch in Überwachungskameras – der Anrufbeantworter der Geliebten des Toten hatte die Tat aufgezeichnet. Das aber hätte er schon im analogen Zeitalter gekonnt.

Reposted bykrekkpharts

August 19 2013

C3S mit Förderung, BGH bestätigt Rapidshare-Urteil, NSA-Affäre „beendet”

Nordrhein-Westfalen fördert die entstehende Verwertungsgesellschaft C3S bei genügend Eigenkapital, der Bundesgerichtshof bestätigt die Rapidshare-Rechtsprechung, Innenminister Friedrich und Kanzeramtsminister Pofalla erklären die NSA-Affäre für beendet. Das und mehr im Wochenrückblick:

NRW fördert GEMA-Alternative C3S

Die Initiative Cultural Commons Collecting Society (C3S) hat bei einem Inovationswettbewerb des Landes Nordrhein-Westfalen gewonnen. Nun hat die sich in Gründung befindende Verwertungsgesellschaft Anspruch auf 200.000 € Fördergelder – vorausgesetzt, C3S stockt bis Ende September sein Eigenkapital auf. Die Verwertungsgesellschaft will vor allem Werke lizenzieren, die unter nicht-kommerziellen CC-Lizenzen veröffentlicht wurden.
Mehr dazu auf heise.de.
Sven Scholz: Creative Commons und C3S – Die Widersprüche der GEMA.

Bundesgerichtshof bestätigt Rapidshare-Urteil

Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen das Rapidshare-Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg am Donnerstag zurückgewiesen. Damit bestätigte er das vorinstanzliche Urteil. Laut dem Oberlandesgericht Hamburg berge das Geschäftsmodell von Rapidshare strukturell zwar die Gefahr massenhafter Urheberrechtsverletzungen. Allerdings hafte auch Rapidshare grundsätzlich erst ab Kenntnis als Störer – mit der Folge weitreichender Überprüfungspflichten.
Zum Bericht bei heise.de.
Adrian Schneider mit einer ausführlichen Besprechung des Rapidshare-Urteils des OLG Hamburg.

Friedrich und Pofalla erklären Überwachungsskandal für beendet

Sowohl Bundesinnenminister Friedrich als auch Kanzleramtsminister Pofalla haben diese Woche den NSA-Überwachungsskandal für beendet erklärt. Friedrich behauptete in einem Interview mit der Rheinischen Post, es habe keine massenhaften Grundrechtsverletzungen durch ausländische Geheimdienste auf deutschem Boden gegeben. Ebenso erklärte Pofalla, die NSA halte sich in Deutschland an Recht und Gesetz – die Kritik folgte sofort. Ausgerechnet der für Verfassungsschutz zuständige Innenminister Friedrich hat diesen Sommer bereits mit mehreren zweifelhaften Aussagen zu seinem Grundrechtsverständnis Aufmerksamkeit erregt.
Nachricht auf heise.de.
heise.de: Von PRISM, Tempora, XKeyScore und dem Supergrundrecht – was bisher geschah.

Syrien: Raketenwarnung über App

Ein syrischer Aktivist bietet eine App an, mit deren Hilfe sich die zivile Bevölkerung vor Rakenteneinschlägen schützen können. Dies geht aus einem Bericht auf Spiegel Online hervor. Demnach sollen Hinweisgeber startende Scud-Raketen und deren Richtung vermerken können. Die App errechnet dann, wann und wo der Einschlag bevorsteht.
Bericht auf Spiegel Online.

Rundfunkbeitrag: Erneute Popularklage vor bayerischem Verfassungsgerichtshof

Der Steuerrechtler Thomas Koblenzer hat angekündigt, für eine Mandantin Popularklage vor dem bayerischen Verfassungsgerichtshof gegen den neuen Rundfunkbeitrag einreichen zu wollen. Dies geht aus einer Meldung auf dwdl.de hevor. Koblenzer sieht in dem Rundfunkbeitrag eine Verletzung der allgemeinen Handlungsfreiheit. Außerdem sei der Rundfunkbeitrag als Steuer zu qualifizieren, sodass die Länder für die Einführung nicht zuständig waren. Zu diesem Ergebnis war Koblenzer auch bereits in einem Gutachten gekommen.
Meldung auf dwdl.de.

OLG Düsseldorf beendet Fusion der Kabelnetzbetreiber

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch die Entscheidung des Bundeskartellamts aufgehoben, mit dem dieses die Übernahme von Kabel BW durch den Breitbandanbieter Liberty Global genehmigt hatte. Der Grund sind verschiedene Nebenbestimmungen. Diese sind nach Ansicht des Gerichts nicht geeignet, die wettbewerblichen Nachteile zu kompensieren, die durch die Übernahme entstehen. Diese Entscheidung könnte noch vom BGH im Rahmen einer Beschwerde aufgehoben werden. Anderenfalls müsste das Bundeskartellamt den Zusammenschluss erneut bewerten und genehmigen – oder die Unternehmen müssten ihre Fusion rückabwickeln.
Meldung auf telemedicus.info.

Lizenz dieses Artikels: CC BY-NC-SA.

February 25 2013

Wochenrückblick: Verwaiste Werke, Leistungsschutzrecht, Auskunftsanspruch

Das Justizministerium stellt einen neuen „Strauß” an Urheberrechtsänderungen vor, Siegfried Kauder übt Kritik am Leistungsschutzrecht, ein Auskunftsanspruch gegen Behörden folgt direkt aus dem Grundgesetz. Außerdem im Wochenrückblick: Italianshare.net, Jugendmedienschutz, Hacker-Angriffe, Kabelmarkt.

Justizministerium mit neuen Änderungen beim Urheberrecht

Das Bundesministerium der Justiz hat einen knapp 30-seitigen Entwurf zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vorgelegt. Der Referentenentwurf sieht eine Erleichterung der Nutzung verwaister und vergriffener Werke vor. Außerdem soll durch ein Zweitveröffentlichungsrecht für einzelne Wissenschaftspublikationen ein „Open-Access”-Anspruch begründet werden. Der Entwurf lehnt sich an die EU-Richtlinie über verwaiste Werke an. Angesichts der früheren Ankündigungen kann von einem großen Dritten Korb des Urheberrechts nicht die Rede sein. Im Jargon des Ministeriums gehöre der Entwurf zu einem „gewissen Strauß” an Änderungen des Urheberrechts.
Ausführlich bei Heise online.

Vorsitzender des Rechtsausschusses übt Kritik am Presse-Leistungsschutzrecht

Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestages, Siegfried Kauder (CDU), will das geplante Presse-Leistungsschutzrecht „nicht im Schweinsgalopp durch den Bundestag jagen”. Die Anhörungen im Rechtsausschus wiesen „gravierende Mängel” auf. „Wir stehen vor dem Dilemma, dass wir einen großen Teil unserer Hausaufgaben nicht gemacht haben”, so Kauder. Zugleich mahnte er Nachbesserungen am aktuellen Gesetzesentwurf an. In der aktuellen Fassung könne er dem Bundespräsidenten nicht raten das Gesetz auszufertigen. Argumentativ nahm er Bezug auf eine vor kurzem veröffentlichte Studie nach der das Leistungsschutzrecht verfassungswidrig sei. Ursprünglich sollte es am 28. Februar vom Bundestag verabschiedet werden. Von der Tagesordnung wurde es aber inzwischen wieder gestrichen.
Zur Meldung bei Heise Online.

Bundesverwaltungsgericht: Auskunftsanspruch folgt aus der Pressefreiheit

Ein presserechtlicher Auskunftsanspruch gegen eine Bundesbehörde kann direkt aus dem Grundgesetz (Artikel 5 Abs. 1 S. 2 GG) hergeleitet werden. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Presserechtliche Auskunftsansprüche seien bislang nur in den Landes-Pressegesetzen geregelt. Diese seien auf Bundesbehörden aber nicht anwendbar. Das Gericht betonte jedoch die besondere Bedeutung der Presse in einem freiheitlichen demokratischen Staat. Soweit der Bundes-Gesetzgeber von seiner Regelungskompetenz also keinen Gebrauch mache, kann hiernach ein Auskunftsanspruch direkt aus dem Grundrecht der Pressefreiheit hergeleitet werden.
Zur Besprechung bei Telemedicus.

Italien: Millionenstrafe wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht

In Italien wurde die höchste Strafe aller Zeiten wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht verhängt. Der Admin des Filesharing-Portals Italienshare.net wurde zu einer Strafe von 6,4 Millionen Euro verurteilt. Nach Überzeugung der Behörden soll er 580.000 Euro mit Werbung und Verkauf von Nutzerdaten verdient haben. Die italienische Guardia di Finanzia hatte das Forum als einen „Supermarkt für Raubkopien” bezeichnet.
Zur Meldung bei Heise online.

Nächster Anlauf zu neuem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Die Länder wollen im Herbst einen neuen Entwurf für den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag vorlegen. Ein Schwerpunkt soll der technische Jugendmedienschutz sein. Unter anderem solle die Effektivität der Jugendschutzprogramme verbessert werden. Umstritten ist weiterhin wieviele Altersstufen für die Bewertung von Inhalten vorgesehen sein sollen. Eine Novellierung des seit 2003 geltenden JMStV war vor zwei jahren gescheitert, obwohl von mehreren Seiten Reformbedarf angemahnt wird.
Zur Meldung bei Heise online.

Hackerangriffe aus China

Laut Verfassungsschutz hat es im letzten Jahr über 1.000 Hackerangriffe auf deutsche Firmen und Behörden gegeben. Dahinter stecken größtenteils ausländische Nachrichtendienste insbesondere aus China. Besonders betroffen waren die EADS und Thyssen-Krupp. Laut Focus und Spiegel haben die Angriffe inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass die Bundesregierung verständigt wurde. Auch in den USA sind die Hacker Angriffe in großem Stil aus China nichts Unbekanntes.
Ausführlich bei Heise online.

Kabel Deutschland darf Tele Columbus nicht übernehmen

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme des Kabelanbieters Tele Columbus durch Kabel Deutschland (KDG) untersagt. Die Übernahme hätte dazu geführt, dass speziell in Ostdeutschland keine Alternative zu Kabel Deutschland mehr bestanden hätte. Einen Weiterverkauf der besonders kritischen – weil alternativlosen – städtischen Netze hatte KDG ausgeschlossen. Das ohnehin schon bestehende „bundesweite Oligopol der beiden großen regionalen Kabelnetzbetreiber” Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW wäre durch eine Übernahme so noch verstärkt worden. KDG könnte gegen die Entscheidung vor dem OLG Düsseldorf vorgehen, erklärte aber bereits die Übernahme als wirtschaftlich gescheitert.
Zur Nachricht bei Heise online.

Lizenz dieses Artikels: CC BY-NC-SA. Foto: Yi-tao Timo Lee, CC BY-NC.

February 19 2013

Internet-Nutzung auf dem Smart TV: Kein Durchbruch in Sicht

Smart TVs bzw. internetfähige Fernseher sind heute in deutschen Wohnzimmern keine Seltenheit mehr. Doch die Rechnung, dass das Internet mit Hilfe von Smart TVs Einzug in die deutschen Wohnzimmer halten wird, ist nicht aufgegangen und nur die wenigsten werden tatsächlich für die Online-Nutzung eingesetzt.

Zwar steht heute bereits bei jedem dritten Online-Nutzer ein internetfähiges Fernsehgerät – ein sogenannter »Smart TV« – im Haushalt. Doch als Internet-Zugang werden die smarten Fernseher von der Mehrheit nur selten bis nie eingesetzt.

Lediglich 13 % der im Rahmen der W3B-Studie befragten deutschen Internet-Nutzer geben an, regelmäßig die Online-Anbindung ihres Smart TV zu nutzen. Weniger als ein Drittel tut dies zumindest gelegentlich. Die Internet-Funktion der smarten TV-Geräte bleibt somit zumeist ungenutzt.

Smart TV-Geräte: Online-Zugangsmöglichkeiten werden selten genutzt.

Hinzu kommt: Die wenigen Personen, die mit dem Smart TV online gehen, tun dies in den seltensten Fällen, um im Internet zu surfen bzw. Web-Inhalte und -Anwendungen zu nutzen. Nur 14 % der Smart TVs wurden im letzten halben Jahr eingesetzt, um damit per Browser durchs Web zu surfen. Und lediglich 4 % dienten als Plattform, um soziale Netzwerke wie Facebook zu nutzen.

Der wichtigste Einsatzbereich der vorhandenen Smart TVs ist heute – schlicht und einfach – das Ansehen von Filmen. Gut jeder fünfte Befragte hat im letzten Halbjahr mit dem Smart TV Sendungen aus dem Archiv eines Fernsehsenders angeschaut. Fast ebensoviele haben in diesem Zeitraum Filme aus kostenlosen Videoportalen wie YouTube gesehen. Das Musikhören via Smart TV ist mit knapp 15 % Nutzern im letzten halben Jahr ähnlich verbreitet wie das Internet-Surfen.

Online-Nutzung von Smart TVs: vorwiegend um Filme anzusehen.

Noch stellen Smart TVs trotz »smarter« Funktionen und Internetfähigkeit für die meisten ihrer Nutzer nicht viel mehr dar als ein ganz gewöhnliches Gerät zum Fernsehen. Den Weg in die deutschen Wohnzimmer findet das Internet somit weniger über Smart TVs als vielmehr über andere Endgeräte – allen voran Laptops und Tablet PCs. Diese sind aus Sicht der Nutzer offensichtlich für die Online-Nutzung im Wohnbereich weitaus besser geeignet.

Der W3B-Report »Smart TV – Fensehen der Zukunft?« bietet einen kompakten Einblick in den aktuellen Status der Smart TV-Nutzung und dokumentiert die Nutzung, genutzte Inhalte sowie die Profile von Smart TV-Usern.

February 04 2013

Mehrheit nutzt Second Screen beim Fernsehen

Es ist so weit: Mittlerweile gibt es mehr Internet-Nutzer, die während des Fernsehens einen Second Screen nutzen – z. B. in Form eines Laptops oder Smartphones – als solche, die sich allein auf das TV-Programm konzentrieren.

Vier Fünftel der Internet-User werden ihrem Ruf als aktive Medien-Nutzer gerecht: 81 % der Befragten haben am Vortag der Online-Umfrage ferngesehen. Doch bei den meisten von ihnen war dabei die Aufmerksamkeit für den TV-Bildschirm nicht ungeteilt: Mehr als 55 % hatten zusätzlich einen zweiten Bildschirm, einen Second Screen, vor Augen. Meist handelte es sich dabei um einen Laptop (52 %), aber auch mobile Devices wie Smartphones (37 %) und Tablets (12 %) spielen bereits eine wichtige Rolle. Und immerhin knapp 30 % hatten parallel zum Fernsehen noch einen stationären Computer laufen.

Mehrheit der Internet-User nutzt beim Fernsehen einen Second Screen.

Mit beachtlicher Geschwindigkeit hat sich das Phänomen Second Screen und damit ein im wahrsten Sinne des Wortes multimediales Mediennutzungsverhalten etabliert. Dass bei der Mehrheit der fernsehenden Internet-Nutzer parallel ein zweiter Bildschirm aktiv ist, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass das TV-Gerät zum bilderwerfenden Möbelstück verkommt – schließlich haben sich die Nutzer aktiv für das Einschalten des einen wie auch des anderen Gerätes entschieden.

Dessen ungeachtet ist die Aufmerksamkeit der Second Screen-User geteilt: 49 % sind nebenbei durch das Internet gesurft, 48 % haben E-Mails bearbeitet. Gut ein Drittel war in sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs. Und mehr als jeder Vierte hat parallel auf seinem Second Screen gespielt.

Im Vergleich dazu ist die Online-Nutzung von Inhalten und Anwendungen, die mit einer laufenden TV-Sendung oder -Werbung zu tun haben, noch wenig verbreitet. Immerhin jeder Zehnte hat mit seinem Second Screen etwas getan, was mit der gerade laufenden Fernsehsendung zu tun hatte. Knapp 2 % haben online etwas genutzt oder abgerufen, das mit einer TV-Werbung im Zusammenhang stand.

Parallel zum Fernsehen wird oft gesurft und die E-Mails gecheckt

Entscheidend ist die Frage, auf welchem Screen die Hauptaufmerksamkeit der Zuschauer bzw. Nutzer liegt. Viele der Second Screen-Aktivitäten eignen sich dazu, »nebenbei« zu laufen und sich hauptsächlich dem Fernsehprogramm zu widmen. Fakt ist aber auch: Häufig werden auch Dinge erledigt, die die volle Aufmerksamkeit des Nutzers fordern – so z. B. das Lesen und Schreiben von E-Mails oder das Arbeiten – und bei denen davon auszugehen ist, dass der Fernseher nur nebenbei läuft. Spätestens dann stellt sich die Frage: Was ist der First und was ist der Second Screen?

Was genau auf den parallel zum Fernsehen genutzten Second Screens stattfindet ist von vielen Faktoren abhängig: Von der Nutzergruppe, dem eingesetzten Endgerät – und nicht zuletzt vom Wochentag. Während Werktags z. B. besonders häufig Mails bearbeitet werden, wird am Wochenende auf den Second Screens öfter gesurft und auf Facebook & Co. zugegriffen.

Je nach Wochentag haben Second Screens unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte.

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Bildschirmen werden zukünftig immer mehr verschwimmen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass dem Fernsehen zukünftig noch so viel ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie wir es in der Vergangenheit gewohnt waren und die Tendenz zum Second Screen wird dank Tablet, Smartphone & Co. nicht aufzuhalten sein.

Entscheidend für Medienanbieter wie Werbetreibende ist es, das spezifische Screen-Nutzungsverhalten ihrer Zielgruppen zu kennen und sich so gezielt zu Nutze zu machen. Dann bieten sich vielfältige Potentiale, mit dem veränderten Mediennutzungsverhalten mit gezielt zugeschnittenen Anwendungen, Services und nicht zuletzt werblichen Aktionen zu begegnen.

Der W3B-Report »Second Screen – Mediennutzung zwischen TV und Internet« dokumentiert den aktuellen Status von Second Screen aus der Perspektive deutscher Internet-Nutzer.

September 25 2012

FDP: Diskussion zum Online-Fernsehen

Bei Aldi steht gerade ein Online-Fernseher im Regal. Bei Saturn und Mediamarkt sieht man zahlreiche Facebook-, YouTube- und LOVEFiLM-Buttons auf den TV-Bildschirmen. Fernseher werden zum Riesen-Tablet für’s an die Wand hängen. Offline-TV könnte schneller verschwinden als man denkt.

Sind Politik und Wirtschaft schon auf das IP-TV im großen Stil vorbereitet?

Unter dem Titel „Netzpolitik ist… Medienpolitik“ lädt die FDP-Bundestagsfraktion am Dienstag, den 9.Oktober, nach München.

In der Einladung heißt es:

“Das Netz stellt Rundfunk und Presse vor neue Herausforderungen. Private, wie öffentlich-rechtliche Anbieter stehen vor der Frage, ob und wie viel ihres Angebots sie ins Netz stellen wollen oder dürfen. Darüber hinaus finden sich immer neue Geschäftsmodelle, die das traditionelle Fernsehen revolutionieren, wie beispielsweise IP-TV oder auch die Möglichkeit, praktisch einen „kleinen Fernseher“ immer in der Tasche zu haben. Auf der Veranstaltung möchten wir über diese neue Entwicklung sprechen und einen Blick in die Zukunft wagen.”

Auf dem Programm stehen ein Vortrag von:

Prof. Dr. Marcus Englert, ehemals Vorstand “New Media” bei der ProSiebenSat.1 Media AG

Sowie ein Panel und eine Podiumsdiskussion mit:

Matthias Ditsch, Mitglied im Vorstand des Deutschen IPTV Verbandes
Claus Grewenig, Geschäftsführer des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)
Jan Kottmann, Senior Policy Counsel bei Google Germany GmbH
Lutz Reulecke, Vice President Regulatory Affairs & Public Policy der Sky Deutschland AG
Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Sachverständiger Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft”
Julika Sandt, Sprecherin für Medien, Kultur, Jugend und Sport der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag

Moderation: Prof. Dr. Hubertus Gersdorf, Sachverständiger Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft”

September 21 2012

Gewöhnen wir uns ans Weltfernsehen

Die US-Regierung schaltet einen Werbespot im pakistanischen TV,  um sich von dem auf Youtube erschienenen Mohammed-Video zu distanzieren. Zuvor hatte das Weiße Haus die Google-Tochter Youtube vergeblich darum gebeten, den Trailer zu dem anti-islamischen Film („Die Unschuld der Muslime“) ganz zu entfernen, und nicht nur für einzelne Länder zu sperren.

Vielleicht geht das Mohammed-Video irgendwann in die Geschichte des technisch zwar seit Jahren möglichen, gefühlt aber noch sehr jungen “Weltfernsehens” ein. Genauso wie der Kony-Film, den laut Youtube heute fast 93 Millionen Menschen gesehen haben.

Rundfunkräte? Jugendschutz? Altersfreigaben? Sendelizenzen? Kontrollgremien? Das alles existiert noch, macht aber in Zeiten des Internets keinen Sinn mehr. Insofern ist ein Werbespot der US-Regierung im pakistanischen Fernsehen irgendwie folgerichtig. Washington nimmt die Herausforderung Weltfernsehen an, wenn auch über traditionelle Kanäle, nämlich 7 pakistische Sender. Auf Youtube hätte man vielleicht zu wenige Klicks aus Pakistan bekommen.

 

Tags: Fernsehen

July 24 2012

Kopf runter! Weniger Urheberrechte trifft Kreative

Der Fernsehsender RTL hat in der Urheberrechtsdebatte die Stimme erhoben. “Noch sind Tauschbörsen im Internet illegal”, heißt es in dem Sender-Statement vom Montag. “Doch es wird heiß diskutiert, die Urheberrechte noch mehr zu lockern.”

Um das zu verhindern, klärt RTL auf: “Weniger Urheberrechte trifft alle Kreative.”

RTL-Zuschauer wissen, was gemeint ist.

Als Beispiel führt RTL die Sendung Punkt 12 an. Die koste täglich über 100.000 Euro. Also mehr als 36,5 Millionen Euro im Jahr. Qualität habe ihren Preis.

Wenn aber das Urheberrecht schon wieder, noch mehr!, gelockert wird, würden noch mehr Millionen Nutzer Punkt 12-Ausgaben tauschen, ganz legal. Vielleicht gar kurz nach der Erstausstrahlung im Free TV. Und die alten Folgen auch.

Nein. Dann lieber RTL.de.

July 13 2012

Was das Rechtsverständnis der MPAA mit Monty Pythons Leberspender zu tun hat

In einem hochinteressanten Artikel berichtet die New York Times über den Fall Richard O’Dwyers. Der 24jährige Student aus Nordengland soll an die USA ausgeliefert werden, weil er eine Website betrieben hat, die Links zu Fernsehsendungen und Filmen anzeigte. Einige (möglicherweise etliche) davon wurden rechtswidrig angeboten, aber nicht auf O’Dwyers eigener Site. Macht aber nichts, findet Ted Shapiro, europäischer Syndikus der Motion Picture Association of America, dem Lobbyverband der US-Filmmajors. Der New York Times zufolge sagte er:

The fact that Mr. O’Dwyer had not stored illegal material on TVShack itself signaled that he knew how to evade the law.

Auf Deutsch: Die Tatsache, dass O’Dwyer selbst keine Rechte verletzt hat, zeigt, dass er wusste, wie man das Gesetz umgeht.

Eine bemerkenswerte Logik, nicht untypisch für diese Art Diskussionen. Ich warte auf den Tag, an dem die Steuerfahndung bei mir an die Tür klopft und sagt: “Sie sind festgenommen wegen Steuerhinterziehung in x Fällen. Die Tatsache, dass sie immer Ihre Steuern ordnungsgemäß gezahlt haben, zeigt lediglich, mit welcher Hintertriebenheit Sie das Gesetz umgangen haben.”

Das alles erinnert mich doch bedenklich an Monty Pythons Leberspender-Sketch, in dem der Besitzer des Spenderausweises, dem bei lebendigem Leib die Leber entnommen werden soll, sagt, dass er den Spenderausweis doch für den Fall seines Todes ausgefüllt habe. Antwort der Ärzte, die ihn gerade auf dem Wohnzimmertisch festhalten: “Niemals hat jemand, dem wir die Leber rausgenommen haben, das überlebt.” Man mag darüber lachen, doch im schlimmsten Fall stehen O’Dwyer die Auslieferung an die USA und eine 10jährige Gefängnisstrafe bevor.

May 18 2012

“Störfaktor Urheberrecht” – Museumsbund drängt auf Reform

Die Anliegen der Gedächtnisorganisationen, also der  Museen, Bibliotheken, Mediatheken und Archive, gehen in der aktuellen Urheberrechtsdebatte zwischen Kreativen, Nutzern und Verwertern oft unter. Doch die öffentlichen Institutionen stecken in einem Dilemma. Auf der einen Seite sollen sie das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Europas für alle über das Internet zugänglich machen. Auf der anderen Seite behindert das nationale Urheberrecht diesen Auftrag, wie der Historiker Dietmar Preißler in seinem Aufsatz “Störfaktor Urheberrecht” (17. Mai 2012) darlegt.

Preißler ist Sammlungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte und Mitglied der Lenkungsgruppe des Netzwerks Mediatheken. Der Text ist eine überarbeitete Fassung des Positionspapiers “Kulturelles Erbe im Internet sichtbar machen” (Januar 2012) des Vorstandes des Deutschen Museumsbundes.

Der Museumsbund fordert eine Reform des Urheberrechts im Sinne der gemeinnützigen Institutionen. Zum Beispiel die Erlaubnis, das ihnen anvertraute Kulturgut über öffentlich zugängliche Internetdatenbanken in angemessener Form visuell zu präsentieren. Das bisherige Urheberrecht verhindere dies “insbesondere für den reichen Schatz an medialen Überlieferungen, allen voran der großen Massenmedien Fernsehen, Radio und Film”, schreibt Preißler.

Um rechtlich unzulässige Werkwiedergaben “über die Belegfunktion hinaus” auszuschließen, schlägt der Museumsbund technische Beschränkungen vor, etwa Einschränkungen bei der Bildqualität, digitale Wasserzeichen und einen Kopierschutz.

Wie das Urheberrecht den Kulturinstitutionen den “Übergang von analogen zu digitalen Formaten” in der Praxis erschwert, beschreibt der ehemalige Verwaltungsdirektor der Deutschen Kinemathek, Paul Klimpel (heute iRightsLab Kultur) in seinem Essay “Das Urheberrecht verursacht Depressionen” (Januar 2010).

February 07 2012

Privatkopie und Co.

Musik und Filme auf CDs, DVDs, Videos und anderen Trägern darf man für den privaten Gebrauch vervielfältigen, etwa als Geschenk für Freunde oder auch als Kopie für

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November 23 2011

Top Ten und Ranking der Facebook-Seiten öffentlich-rechtlicher Rundfunksender – für Fernsehsender, Hörfunksender, Hörfunkwellen, Radiosendungen & Fernsehsendungen

Welche Facebook-Seiten der Öffentlich-Rechtlichen bekommen die meiste Aufmerksamkeit? Diese viel gesuchte Information konnte man bisher nur für Hörfunksender finden, und für sie war auch nur eine eingeschränkte Auswertung und Analyse möglich. Ein (möglichst) vollständiges Ranking der Facebook-Seiten und einen Vergleich bestimmter Seiten gibt es nun hier.

Da die Auswertung neu ist, sind noch keine Zeitreihen verfügbar, etwa für das Wachstum der Fans; diese werden aber im Lauf der Zeit ergänzt. Obwohl die Daten (halb)automatisch aktualisiert werden, wird es bis auf Weiteres nur einmal im Monat eine neue Fassung geben, da sie immer von einer Auswerung begleitet sein soll.

Jeder, der die Daten manipulieren möchte, etwa um einen bestimmten Ausschnitt zu sortieren (z.B. “nur Inforadios”), kann sich eine Kopie der Tabelle im gewünschten Format herunterladen und entsprechend bearbeiten.

Es wäre auch möglich gewesen, die Tabellen (in Kopie) so bereit zu stellen, dass jeder sie direkt im Web bearbeiten kann. Dabei besteht aber das Risiko, dass sich durch falsche Bedienung (etwa das Sortieren nur einer Spalte) Fehler einschleichen, die zum einen nicht sofort auffallen, zum anderen teils schwer zu beheben sind.

Diese Auswertungen und ihre Darstellung befinden sich im Beta-Stadium (wir wollen hoffen, dass es kein “perpetual beta” wird). Zum einen fehlen noch zahlreiche Seiten, vor allem aus dem nahezu unüberschaubaren Universum der ARD. Wir bitten daher explizit um Zusendung der Adressen, aber auch Anmerkungen, Kritik und (vor allem) konkrete Verbesserungsvorschläge an assistenz [bei] iRights [punkt] info. Fehlende Seiten können auch direkt in diese Google-Tabelle eingetragen werden. Spalten B, C und D bitte freilassen; unter ID bitte den Teil der URL eintragen, der nach der Domainendung kommt (z.B. von der URL https://www.facebook.com/sportschau nur den Teil sportschau). Vielen Dank!

Top Ten der Facebook-Seiten aller öffentlich-rechtlichen Sender, Redaktionen & Programme

Liste aller Angebote (derzeit noch unvollständig)

Zur Google-Tabelle “Facebook-Seiten aller öffentlich-rechtlichen Sender, Redaktionen & Programme”

Top Ten der Facebook-Seiten öffentlich-rechtlicher Fernsehsendungen

Liste aller Facebook-Seiten öffentlich-rechtlicher Fernsehsendungen

Zur Google-Tabelle “Facebook-Seiten öffentlich-rechtlicher Fernsehsendungen”

Top Ten der Facebook-Seiten der öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogramme

Liste aller Facebook-Seiten öffentlich-rechtlicher Hörfunkprogramme

Zur Google-Tabelle “Facebook-Seiten der öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogramme”

Top Ten der Facebook-Seiten der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender

Liste aller Facebook-Seiten öffentlich-rechtlicher Fernsehsender

Zur Google-Tabelle “Facebook-Seiten der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender”

May 11 2011

Live auf Phoenix: Guttenberg und die mühselige Kleinarbeit neben Beruf und Familie

Die Pressekonferenz der Universität Bayreuth zum Fall Guttenberg im Livestream bei Phoenix. Die Kommission hat festgestellt, dass die Plagiate in Guttenbergs Doktorarbeit “werkprägendes Bearbeitungsmuster” waren. Zudem wurde festgestellt, dass “vorsätzlich getäuscht” wurde.

Aus aktuellem Anlass deswegen nochmal der Verweis auf den kürzlich erschienenen Text von iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp: “Zitieren im www – Text- und Bildzitate im Internet“. Hierin wird die schwierige Materie des Zitierens erklärt, was zu beachten ist und ab wann man überhaupt von einem Plagiat sprechen kann. Vielleicht auch was für Berufspolitiker?

February 05 2011

Videoprojekt: “Everything is a Remix” – Teil 2 erschienen

Der New Yorker Filmemacher Kirby Ferguson widmet sich seit vergangenem Jahr der vierteiligen Videoreihe “Everything is a Remix”. Die professionell gemachten Filme erklären, wie stark die Remix-Kultur auch bei den größten Blockbustern verbreitet ist. Weitere Infos zum Projekt samt Hintergrundinformationen findet man auf seiner Website. Im September 2010 ist Teil 1 erschienen. Am 01. Februar hat Ferguson nun mit Teil 2 nachgelegt. Um seine Arbeit zu unterstützen ruft er zu Spenden für seine Arbeit via Paypal auf.

Teil 1:

Everything is a Remix from Kirby Ferguson on Vimeo.

Teil 2:

Everything is a Remix Part 2 from Kirby Ferguson on Vimeo.

iRights.info hat im September 2010 zusammen mit der Deutschen Kinemathek in Berlin das Symposium “Verbotene Filme” durchgeführt. Ein wichtiger Teil davon war der von uns kuratierte Slot “Remix meets Giftschrank” in dem die rechtlichen Probleme von Remixes erläutert und die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung diskutiert wurden. Um was es ging, erläutert David Pachali in seinem Bericht “Die Schleusen sind offen“.

Auf die rechtlichen Hintergründe ging Till Kreutzer in seinem Vortrag ein:

Till Kreutzer: Neue Wege, neue Filme – das Internet als Verbreitungsmedium von rechtlich problematischen Bewegtbildern from iRights.info-Redaktion on Vimeo.

Einen Überblick über alle Beiträge findet ihr in unserer Video-Dokumentation des Symposiums.

Ilja Braun und Valie Djordjevic haben zudem eine MashUp-Rolle kuratiert, in der online verfügbare Beispiele der Remix-Kultur vorgestellt werden.

Und, um auf den Beginn des Beitrages zurückzukommen, Kirby Ferguson freut sich über eine Spende!

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