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July 11 2013

Ich will alle deine Daten! Crowdfunding für Online-Spiel zum Datenschutz

Vor zwei Jahren haben sich in Wien ein paar Programmierer, Webdesigner und Aktivisten zusammengefunden, um ein Online-Spiel zu entwickeln, dass nicht nur Spaß macht, sondern auch die Themen Privatheit im Netz und Datenschutz aufgreift. Herausgekommen ist: Data Dealer. Die Finanzierung des Spiels steht nun kurz vor dem Abschluss. Heute bis 22 Uhr müssen nun nur noch ein paar tausend Euro via Kickstarter eingesammelt werden, dann hätte sich die ganze Mühe des Teams gelohnt.

Bei Kickstarter müssen 50.000 Dollar zusammenkommen, heute um 7.30 Uhr sind davon bereits 44.758 Dollar zusammengekommen, bis 22 Uhr ist das Fenster noch offen. Sollte das Ziel erreicht werden, dürfte einiges an Jubel und Erleichterung aus Wien zu hören sein. Verdient wäre das, denn das Online-Spiel dreht die üblichen Warnungen vor Datenmissbrauch und Hinweise zu “Meine Daten gehören mir” spielerisch um. Im Spiel geht es laut Pressemitteilung von Data Dealer um folgendes Szenario:

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von skrupellosen Daten-Händlern und betreiben Gewinnspiele, Partnerbörsen oder Online-Plattformen wie “Tracebook” oder “Smoogle” und verkaufen die gesammelten Daten an Versicherungen, Personalabteilungen oder staatliche Behörden – frei nach dem Motto: „Persönliche Daten sammeln und wieder verkaufen – und das möglichst hemmungslos und in ganz großem Stil“.

Das Motto ‘Je besser ich die Datensammler verstehe, desto besser kann ich auf meine Daten achten’ kennt man aus fast jedem Polizei-Krimi. Die Profiler versuchen den Mörder, seine Lebensrealität und die Motive der Handlung zu verstehen, versuchen den Mord durchzuspielen und jedes scheinbar nur beiläufig relevante Detail zu berücksichtigen. Der Mörder wird meistens gefasst. Es ist zwar vorerst nicht zu vermuten, dass die professionellen Datensammler ihre Praxis schnell ändern, die Awareness steigt aber wenn ich mit ihren Augen handele.

Das hier sind übrigens die sympathischen Macher von Data Dealer:
datadealer-team

Hier nochmal ein Interview des Journalisten Richard Gutjahr mit einem der Macher:

Auch international schlägt die Idee Wellen. Es berichten nicht nur weltweit Online-Portale und Nachrichtenangebote wie hier in einem Interview in der FAZ oder hier in der New York Times, sondern Data Dealer hat im vergangenen Monat auch den renommierten G4C-Award (Games for Change – Award) in den USA gewonnen. Viel Lob und Interesse. Es wäre nun schön zu sehen, wie die weitere Entwicklung aussieht. Deswegen hier nun nochmal der Link zur Kickstarter-Kampagne.

Einen Eindruck vom Spiel gewinnt man in der spielbaren Demoversion (Englisch). Und hier direkt der Video-Trailer:

Und zum Schluss: Das gesamte Online-Spiel wird zudem unter einer nutzerfreundlichen Creative-Commons-Lizenz stehen.

April 13 2011

„Freiheit vor Ort“: Netzpolitik und Urheberrecht auf lokaler Ebene

Die lokale Ebene ist auch in der digital-globalisierten Welt von entscheidender Bedeutung. Dort entscheidet sich, ob und auf welche Weise Menschen überhaupt Zugang zu digitalen Netzen bekommen. Und auch das Urheberrecht spielt im Rahmen von öffentlicher Verwaltung, Schule und Universität auch auf lokaler Ebene eine immer größere Rolle.

Bereits vor vier Jahren hat sich eine Gruppe junger Autorinnen und Autoren um Leonhard Dobusch (Urheberrechtsforscher an der FU Berlin) und Christian Forsterleitner (Gemeinderat im österreichischen Linz) in einem Buch mit dem Titel „Freie Netze. Freies Wissen.“ zum ersten Mal den Fokus auf die kommunalen Potentiale neuer digitaler Technologien gelegt. Dank einer Creative-Commons-Lizenz steht das Buch auch im Volltext als PDF zum Download bereit.

Gedacht als Beitrag zum Europäischen Kulturhauptstadtjahr 2009 in Linz, waren darin eine Reihe von konkreten Projektvorschlägen zur Umsetzung auf kommunaler Ebene enthalten. Einige dieser Vorschläge wurden in den folgenden Jahren auch tatsächlich umgesetzt. So gibt es seit 01. Januar 2009 in Linz beispielsweise einen zehnprozentigen Förderbonus für alle jene, die geförderte Werke unter einer freien Lizenz wie eben Creative Commons veröffentlichen (vgl. „Zusätzliche Förderung für Nutzung freier Lizenzen“).

Vier Jahre später folgt nun mit „Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik“ ein Nachfolgeband, ebenfalls Creative-Commons-lizenziert. Erklärtes Ziel des, um die Sozialwissenschaftlerin Manuela Hiesmair erweiterten, Herausgeber-Trios ist es, „ganz allgemein Diskussionen über digitale Freiheit auf lokaler Ebene“ anzustoßen. Zu diesem Zweck wurde die Perspektive erweitert und nicht mehr nur die konkrete Situation in Linz, sondern die kommunale Ebene ganz allgemein in den Blick genommen.

Neben Aktualisierungen und drei völlig neuen Kapiteln (z.B. eines zu Open Government) berichten in Interviews eine Reihe von Praktikern aus Linz über ihre Erfahrungen, Erfolge und Probleme bei der Umsetzung der Projektvorschläge aus „Freie Netze. Freies Wissen.“ – ganz getilgt wurde der Linz-Bezug also auch im Nachfolgeband nicht. Das Buch ist unbedingt lesenswert, als Anschauungsbeispiel und als Anregung für vergleichbare Projekte in anderen Städten und Gemeinden.

May 12 2010

Urheberrecht reloaded: “Den gordischen Knoten durchschlagen – Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept”

iRights.info-Redakteur Till Kreutzer hat einen sehr spannenden Artikel geschrieben, in dem es um nichts weniger geht, als das Urheberrecht neu zu denken, um es zukunftsfähig zu machen: „Den gordischen Knoten durchschlagen – Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept“. Dieser Artikel ist nun im Autorenblog CARTA erschienen. Der Artikel entstammt dem von iRights.info und der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichten Reader „Copy.Right.Now! – Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht“.

Kreutzer beschreibt im Artikel seine Vision für ein neues Urheberrechtsmodell. Bei dem Text handelt es sich um eine kurze (vereinfachte) Zusammenfassung der Überlegungen und Thesen, die Kreutzer in seiner Dissertation “Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen” entwickelt hat.

Dabei wird im Text ein weiter Bogen von den Grundgedanken des Urheberrechts über die Entwicklungen in Recht, Technik und Gesellschaft bis zu den Grundzügen eines neuen Schutzkonzepts geschlagen. In der Einleitung schreibt Kreutzer dazu: „In den nachfolgenden Überlegungen wird der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen notwendig sind, um das Urheberrecht zu einem zentralen Regelungsprinzip für eine globale Informationsordnung weiterzuentwickeln. Ein Urheberrecht, das seinem Anspruch als „Magna Charta der Informationsgesellschaft“ gerecht wird. Es wird in dieser zukunftsgerichteten Betrachtung nicht um „Körbe“ oder die Auslegung von EU-Richtlinien oder völkerrechtlichen Verträgen gehen. Vielmehr sollen einerseits die wesentlichen Defizite des geltenden Urheberrechts und deren Folgen dargestellt und andererseits meine Vision für einen neuen konzeptionellen Ansatz des Urheberrechts skizziert werden.“

Bei CARTA ist bereits der Einleitungsartikel des Readers von Jan Engelmann und iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp erschienen. Nach und nach werden weitere in “Copy.Right.Now!” erschienene und von iRights.info-Autoren geschriebene Artikel bei CARTA veröffentlicht und sollen zur Diskussion anregen.

Der Reader steht unter einer Creative Commons-Lizenz und kann kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung in der Printversion bestellt werden (Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin; Mail: info@boell.de). Er steht ebenfalls kostenlos zum Download (PDF, 1,3 MB) bereit.

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