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September 27 2012

July 27 2012

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[...]


[A]uch in der dortigen Pflichtveranstaltung über 'Die Natur des Rechts' interessiert sich der anscheinend sehr charismatische Professor nicht im Mindesten für die Vermittlung von Wissen. Er besteht vielmehr darauf, dass ein Recht, das seinen Namen, nämlich den 'des Rechten', verdient, ohne eine politische Philosophie undenkbar ist, dass diese aber zugleich für alle politikpraktischen Blaupausen unzuständig ist. Deshalb legt er seinen Studenten in einem langwierigen Prozess gemeinschaftlichen Selbstdenkens eigentlich nur die Frage vor, mit der die griechischen Philosophie gern begann: 'Was eigentlich ist (das Recht)?'

Schon dass er dabei von der Alltagsanschauung ausgeht, zugleich aber nichts lieber zerpflückt als das alltägliche Gerede, erweist Voegelin als den bisher wohl letzten Vollplatoniker von Rang. Er argumentiert denn auch, dass sich die Geltung des Rechts nie vom Rechtssetzungsprozess ableiten lasse, sondern immer auf eine wahre, in der Empirie verborgene Ordnung verweise. Darin könnte man zunächst ein simples Naturrechtsmodell erkennen, und in der Tat polemisiert Voegelin gegen den Positivismus seines eigenen Doktorvaters Hans Kelsen. Interessanterweise aber formt er zugleich Platons Argumentation, dass die staatliche Ordnung der Natur des Menschen entsprechen solle, zu einem regelrechten Partizipationsmodell um. Indem nämlich in der Demokratie jeder einzelne Bürger den Staat repräsentiere, reiche der Horizont der Gesellschaft immer weiter als die jeweilige Machtkonstellation. Solch stark soziologische Akzent war seinerzeit nicht nur völlig ungewöhnlich, sondern scheint teilweise die Überlegungen von Jürgen Habermas zum Verhältnis von Recht und Öffentlichkeit vorwegzunehmen.

[...]


Die wahre Ordnung - sueddeutsche.de 2012-07-25 | Rezension zu

- Eric Voegelin (1901-85) : Die Natur des Rechts. Aus dem Englischen, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Thomas Nawrath. Matthes & Seitz, Berlin 2012. 219 Seiten
Die wahre Ordnung - sueddeutsche.de 2012-07-25 | Rezension zu Eric Voegelin: Die Natur des Rechts. 

January 29 2012

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[...]

Was aber versteht man unter einer goldenen Mitte? Nun, die goldene Mitte impliziert zwar einen Kompromiss, aber es handelt sich deswegen keineswegs um ein Mittelmaß.

Vielmehr symbolisiert die goldene Mitte als besondere Form das Beste; ein Optimum, welches sich durch Vielseitigkeit auszeichnet und gerade dadurch eine Komplexitätssteigerung erreicht. Dieses althergebrachte Paradigma der goldenen Mitte ist der Dreh- und Angelpunkt der Aristotelischen Philosophie. Hinter dem Paradigma der Aristotelischen Mitte verbirgt sich schließlich - und das ist eine wichtige Erkenntnis meiner Untersuchung - ein syllogistisch organisierter Entwicklungsgedanke, in dem jeder Prozess -  und dazu zählt natürlich auch der Erkenntnisprozess - als Prozess der Mitte erscheint.


Der rote Faden ist dann insofern aufzufinden, als man auf die zur Mitte hin gerichteten Strukturen achtet, welche das gesamte Werk dialektisch organisieren. Aristoteles geht ja von einem Kontinuum aus, welches durch eine Dreigliedrigkeit des Ganzen gekennzeichnet ist, und zwar dergestalt, dass die jeweils gegenüberliegenden Pole stets durch eine Mitte im Sinne eines tertium comparationis verbunden sind.

Um den Aufbau der Aristotelischen Philosophie erfassen zu können, müssen wir uns natürlich zunächst die Frage stellen: Was hat Aristoteles mit seiner wissenschaftlichen Vorgehensweise eigentlich untersucht? Die Antwort darauf ist im Grunde genommen recht einfach: Das Hauptthema der Aristotelischen Philosophie ist ohne Zweifel die Bewegung. Allerdings müssen wir uns an dieser Stelle vergegenwärtigen, dass mit dem griechischen Begriff Bewegung nicht nur eine einfache Ortsbewegung gemeint ist, sondern Bewegung in einem umfassenden Sinne.

Genauer gesagt, es geht um die systematische Analyse ganz unterschiedlicher Bewegungsformen, um Prozesse respektive Entwicklungen. Meiner Meinung nach hat diesen Sachverhalt besonders gut der klassische Philologe Martin Hose erfasst, der das Aristotelische System als eine Bewegungsphysik auf allen Ebenen des Seins umschreibt.

Es handelt sich also um ein gigantisches interdisziplinäres Forschungsprojekt. Daraus ergibt sich bereits folgender wichtige Zusammenhang: Aristoteles beschäftigt sich mit dem gesamten Sein im Sinne einer Unendlichkeit, welche er als ein Kontinuum mit medialen Strukturen erfasst. Es wäre daher schon ein schwieriges Vorhaben, die Gedanken des Aristoteles erklären zu wollen, ohne dabei die darin angelegten medialen Strukturen zu berücksichtigen.

[...]

Aristoteles entschlüsselt - Joseph Mehringer | Rezension - Telepolis 2012-01-28
Reposted bydatenwolf datenwolf

January 27 2012

To Know, but Not Understand: David Weinberger on Science and Big Data at Farnam Street

"An edited excerpt from David Weinberger’s new book, Too Big to Know, explains how the massive amounts of data necessary to deal with complex phenomena exceed any single brain’s ability to grasp, yet networked science rolls on."

 

// oAnth - original URL -- farnamstreetblog.com 2012-01-15 

cf. also with book review -- ethanzuckerman.com 2012-01-26



January 26 2012

Jugendbuch: Ein Türöffner in die Welt der Philosophie


Ein Philosophiebuch, das uns philosophieren macht! Der französische Autor Oscar Brenifier wagt in seinem neuen Buch erfrischende Gedankensprünge.

 

// oAnth - original URL  | Zeit.de 2012-01-25


See it on Scoop.it, via manually by oAnth - from my scoop.it contacts

January 11 2012

Novalis ou l'écriture romantique | Novalis: Le nom

Le nom d´un auteur dit parfois, secrètement, le site d´une pensée et d´une écriture. Novalis est le pseudonyme que s´est choisi Friedrich von Hardenberg (1772-1801) en un lieu et à un moment de sa vie bien précis, et dont l´apparition dans une lettre adressée à August Wilhelm Schlegel du 24 février 1798 nous avertit qu´un changement profond et crucial s´opère chez celui qui signe ainsi son premier recueil de fragments, Pollens (Blütenstaub), paru dans le premier numéro de la revue Athenäum: "Si vous aviez envie d´en faire un usage public, je vous prierais de signer Novalis - qui est un ancien nom de ma lignée et ne convient pas si mal".
En choisissant ce pseudonyme - qui est en effet aussi un patronyme, puisque le nom de novali remonte au douzième siècle -, Friedrich von Hardenberg signale à son ami qu´il s´installe dans un lieu, et, qu´étant donnée la situation, le nom d´auteur "ne convient pas si mal". Ce lieu est double, et nous disposons de deux cartes: l´une est géographique, et elle nous permet de situer Novalis à Freiberg, en Saxe, où il arrive en décembre 1797, presqu´en territoire étranger puisqu´il est originaire d´Oberwiederstedt, en Thüringe, où sa famille est installée . L´autre carte est fragmentaire, inachevée, c´est celle que dessinent les écrits, archipel de textes allant du roman au poème, des notes aux fragments, du journal à l´écrit épistolaire. Or il semble que la deuxième carte dessine un territoire de l´esprit qui n´eût pu être atteint si le déplacement géographique n´avait eu lieu. Car Freiberg n´est pas seulement le site où fut choisi le nom, mais le lieu d´une activité à travers laquelle le choix du nom prit et prend pour nous aujourd´hui encore tout son sens.


La terre de la pensée (Humus novale) est en friche, nous indique le nom, qui du même coup nous entraîne dans l´exploration d´une volonté, d´un effort: il y va d´un essartement, d´un défrichement, activité indispensable et préalable de l´esprit qui veut s´assurer d´un sol, et d´un sol qu´il soit possible d´ensemencer.

 

 

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oAnth - original URL -- http://novalis1799.blogspot.com/2012/01/le-nom-novalis.html

 



November 18 2011

Sous les révoltes arabes

La plupart des commentateurs occidentaux, dont la vision est déformée par l'idéologie du « choc des civilisations » et l'islamophobie ambiante, ont perçu les révoltes arabes comme des « miracles » incompréhensibles. Une multitude d'observateurs décrivent pourtant depuis plusieurs années les transformations profondes qui bouleversent les sociétés arabes et témoignent de leur vitalité, en dépit de la chape de plomb imposée par des États autoritaires. Ces analyses peuvent-elles nous aider à comprendre les événements de l'année 2011 ? C'est la question à laquelle cet article s'efforce de répondre, en s'attachant au cas égyptien, à travers la lecture de Life as Politics d'Asef Bayat.
Reposted fromcheg00 cheg00

September 15 2011

What Vaclav Havel Didn't Bargain For: Central Europe's Loss Of Interest In Ideas - The Economy, Stupid | thesmartset.com - 2011-09-13 |

"The artistic and literary scene that flourished paradoxically under censorship and repression has died off. ... The people of Central Europe traded in ideas for groceries and for not being beaten to death by the police.
 

Source: www.artsjournal.com, via ArtsJournal: Daily Arts News


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quotation by oAnth:



[...]


Twenty years after the Velvet Revolution, Havel gave a public speech in which he assessed the current state of the free Czech Republic. “On the one hand everything is getting better — a new generation of mobile phones is being released every week,” he said. “But in order to make use of them, you need to follow new instructions. So you end up reading instruction manuals instead of books and in your free time you watch TV where handsome tanned guys scream from advertisements about how happy they are to have new swimming trunks... The new consumer society is accomplished by a growing number of people who do not create anything of value.”

The artistic and literary scene that flourished paradoxically under censorship and repression has died off. The public intellectual is, for the most part, no longer invited to the most important parties. Anna Porter writes, “Now that everyone can publish what they want, what is the role of the intellectuals?” and she can’t find an answer. It’s no longer the police state that’s attacking the intelligentsia — it’s disinterest and boredom. It’s distraction. It’s a trade off. And it’s one that we should be able to acknowledge and be allowed to mourn. When the historian Timothy Garton Ash visited Poland in the 1980s, he admitted to an envy for the environment there. “Here is a place where people care, passionately, about ideas.” The people of Central Europe traded in ideas for groceries and for not being beaten to death by the police. No one could possibly blame them, but at the same time, Havel and the other leaders had no sense of the true cost of democracy.

[...]

As F. S. Michaels writes in Monoculture: How One Story Is Changing Everything, “When you’re inside a master story at a particular time in history, you tend to accept its definition of reality. You unconsciously believe and act on certain things, and disbelieve and fail to act on other things... Over time, the monoculture evolves into a nearly invisible foundation that structures and shapes our lives, giving us our sense of how the world works.”

[...]


Michaels’s book has its faults. Her summations of how the world once work — meant to both show how much we’ve devoted to this economic story today and remind us that things can be different — are tinged with the hue that colors Ostalgie: the backward-looking amnesia that infects those Central Europeans who have decided things were so much better under communism, or, if you’re in the right country, under the Habsburgs. “Back in the 1950s, the relationship between employees and their companies involved commitment and reciprocity; workers were committed to the job in return for wages and promotions, and the company was committed to its workers in return for their hard work and loyalty.” Well, maybe. But admittance to the wider workforce was restricted at best. Such a point is like looking back on the days of incredibly low unemployment in communist Poland... without mentioning that if anyone protested for safer working conditions, the police might just shoot him in the head. Every monoculture will have its downsides, and trading one for another will always lead to unexpected deficits. But maybe if we acknowledge that the economic story looks like it’s coming to an unhappy ending of environmental degradation, widespread poverty, and hunger as resources become scarce, we can see what we might get in return.

Leaving the economic monoculture, particularly now that it’s a worldwide system, is not going to be any less of a dramatic act than Havel’s Velvet Revolution. Michaels makes a strong case that this story is stripping us of our environment, our creativity, and our personal happiness. We are, for the most part, bogged down in the daily struggle for survival, too worried about losing our fragile position within a corporation to envision an entirely different way of being. It’s going to take another Havel, someone who can see the world for what it is and find a better story to tell.

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oAnth:

 

The problem with thatkind of books is quite obviously, that they describe rather well the status quo, but don't give sufficient answers by lack of an adequate analysis of the socio-economic impact into the cultural and academic sphere, which is causing the observed depletion.

 


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September 09 2011

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Slaughter, Sheila and Rhoades, Gary. (2004). Academic Capitalism and the New Economy: Markets, State and Higher Education. Baltimore, MD: The Johns Hopkins University Press.

Academic capitalism and the new economy - Google Books (complete)

- a book review:
http://www.edrev.info/reviews/rev453.htm

- a pdf excerpt:
http://www.aft.org/pdfs/highered/academic/june04/Rhoades.qxp.pdf

- also at pearltrees via http://pear.ly/Y0Z5

June 05 2011

Les Livres de Philosophie: Cornelius Castoriadis. Réinventer la politique après Marx



Arnaud Tomès, Philippe Caumières Juin 2011 – PUF - Collection "Fondements de la politique" – 27 € Trop mal connue encore, la pensée de Castoriadis s’articule entièrement à la question de l’autonomie. Signifiant la capacité pour les hommes de se donner la loi, celle-ci n’engage pas seulement le gouvernement de soi, mais l’institution même de la société. C’est là une exigence qui invite tout autant à la mise en cause des pensées politiques modernes qui appellent démocraties ce que Castoriadis nomme volontiers des oligarchies libérales qu’à une prise de distance vis-à-vis de la tradition critique issue du marxisme. Penser l’autonomie et ses conditions de possibilité conduit ainsi à une reprise critique de l’ensemble de la pensée héritée pour retrouver la force d’un projet émancipateur à l’origine de la philosophie comme de la politique en leur sens authentique.

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via http://www.scoop.it/t/oanth-miscellaneous/p/182109927/les-livres-de-philosophie-cornelius-castoriadis-reinventer-la-politique-apres-marx

via http://www.scoop.it/t/philosophie-en-france/p/180709930/cornelius-castoriadis-reinventer-la-politique-apres-marx

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March 02 2011

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The Precariat | The Global Sociology Blog

Or precarized proletariat (link to video… do watch the entire thing, it is well worth 10 minutes of your time).

And if you think this is limited to low-incomes, think again:

“Western Europeans and Americans are about to suffer a profound shock. For the past 30 years governments have explained that, while they can no longer protect jobs through traditional forms of state intervention such as subsidies and tariffs, they can expand and reform education to maximise opportunity. If enough people buckle down to acquiring higher-level skills and qualifications, Europeans and Americans will continue to enjoy rising living standards. If they work hard enough, each generation can still do better than its parents. All that is required is to bring schools up to scratch and persuade universities to teach “marketable” skills.

(…)

But the financial meltdown of 2008 and the subsequent squeeze on incomes is slowly revealing an awful truth. As figures out last week from the Office for National Statistics show, real UK wages have not risen since 2005, the longest sustained freeze in living standards since the 1920s. While it has not hit the elite in banking, the freeze affects most of the middle class as much as the working class. This is not a blip, nor the result of educational shortcomings. In the US, which introduced mass higher education long before Britain, the average graduate’s purchasing power has barely risen in 30 years. Just as education failed to deliver social democratic promises of social equality and mobility, so it will fail to deliver neoliberal promises of universal opportunity for betterment.

(…)

We are familiar with the outsourcing of routine white-collar “back office” jobs such as data inputting. But now the middle office is going too. Analysing X-rays, drawing up legal contracts, processing tax returns, researching bank clients, and even designing industrial systems are examples of skilled jobs going offshore. Even teaching is not immune: last year a north London primary school hired mathematicians in India to provide one-to-one tutoring over the internet. Microsoft, Siemens, General Motors and Philips are among big firms that now do at least some of their research in China. The pace will quicken. The export of “knowledge work” requires only the transmission of electronic information, not factories and machinery. Alan Blinder, a former vice-chairman of the US Federal Reserve, has estimated that a quarter of all American service sector jobs could go overseas.

Western neoliberal “flat earthers” (after Thomas Friedman’s book) believed jobs would migrate overseas in an orderly fashion. Some skilled work might eventually leave but, they argued, it would make space for new industries, requiring yet higher skills and paying better wages. Only highly educated westerners would be capable of the necessary originality and adaptability. Developing countries would obligingly wait for us to innovate in new areas before trying to compete.

(…)

It suggests neoliberals made a second, perhaps more important error. They assumed “knowledge work” would always entail the personal autonomy, creativity and job satisfaction to which the middle classes were accustomed. They did not understand that, as the industrial revolution allowed manual work to be routinised, so in the electronic revolution the same fate would overtake many professional jobs. Many “knowledge skills” will go the way of craft skills. They are being chopped up, codified and digitised.

Brown, Lauder and Ashton call this “digital Taylorism”, after Frederick Winslow Taylor who invented “scientific management” to improve industrial efficiency. Call centres, for example, require customers to input a series of numbers, directing you to a worker, possibly in a developing country, who will answer questions from a prescribed package. We are only at the beginning; even teaching is increasingly reduced to short-term, highly specific goals, governed by computerised checklists.

Digital Taylorism makes jobs easier to export but, crucially, changes the nature of much professional work. Aspirant graduates face the prospect not only of lower wages, smaller pensions and less job security than their parents enjoyed but also of less satisfying careers. True, every profession and company will retain a cadre of thinkers and decision-makers at the top – perhaps 10% or 15% of the total – but the mass of employees, whether or not they hold high qualifications, will perform routine functions for modest wages. Only for those with elite qualifications from elite universities (not all in Europe or America) will education deliver the promised rewards.

(…)

Governments will then need to rethink their attitudes to education, inequality and the state’s economic role.”

But they will not, not until they get forced to do it. And even then, I don’t think our power elite can think outside of the neoliberal frame.

Also: (I haven’t read it yet. I’m waiting for the paperback to come out here)

Reposted bysantaprecaria santaprecaria

January 11 2011

November 23 2010

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[...]

Unterschiede

Das zentrale Kapitel in Die Form der Unruhe ist für mich das Kapitel mit der «Liste der gelöschten Unterschiede». Darin schlagen Piazzi und Seydel vor, vor dem Hintergrund der eben beschriebenen Epochenzäsur traditionelle Unterschiede, die wir mit dem Gebrauch bestimmter Wortpaare machen, zu löschen. Dazu gehören die Unterschiede zwischen: «objektiv» und «subjektiv», zwischen «mündlich» und «schriftlich», zwischen «privat» und «öffentlich», zwischen «mein» und «dein», zwischen «virtuell» und «real» sowie zwischen «entweder» und «oder». Ganz zufällig ist diese Liste nicht und die Diskussion dieser Wortpaare zeigt, dass sich die Bedeutung der fraglichen Unterschiede auch tatsächlich verändert. Doch möchte ich – ganz im Sinne der Dialektik – nicht von einer Löschung, sondern von einer Aufhebung dieser Unterschiede sprechen. Denn der Begriff der «Aufhebung» hat zwei Bedeutungen, einerseits eben die Löschung eines bestehenden Unterschieds und andererseits die gleichzeitige Etablierung eines neuen Unterschieds auf einer höheren Bedeutungsebene (AufHEBEN!). Ich vermute, das haben Piazzi und Seydel eigentlich auch im Sinn, wenn sie mit ihrer Löschung der aktuellen Unterschiede darauf aufmerksam machen wollen, «welches Potential in einer Anpassung einer nicht mehr passenden Unterscheidung liegen könnte».

Die Wahrheit eines jeden Unterschieds – darin stimme ich mit den Autoren überein –, liegt in den praktischen Folgen. Das nennt man die pragmatische Methode. William James hat sie wie folgt formuliert: «Die pragmatische Methode besteht in […] dem Versuch, jedes dieser Urteile dadurch zu interpretieren, dass man seine praktischen Konsequenzen untersucht. Was für ein Unterschied würde sich praktisch für irgend jemand ergeben, wenn das eine und nicht das andere Urteil wahr wäre? Wenn kein, wie immer gearteter, praktischer Unterschied sich nachweisen lässt, dann bedeutet die beiden entgegengesetzten Urteile praktisch dasselbe und jeder Streit ist müssig. Soll ein Streit wirklich von ernster Bedeutung sein, so müssen wir imstande sein, irgend einen praktischen Unterschied aufzuzeigen, der sich ergibt, je nachdem die eine oder die andere Partei recht hat.» Die Wahrheit der Unterschiede erschliesst sich uns also nicht allein aus dem blossen Nachdenken über das richtige und gute Zusammenleben, sondern vorab aus unserer Lebenspraxis («Workflow») mit all ihren Gegensätzen und Widersprüchlichkeiten.

[...]

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Computer und namentlich das Internet hätten aber das Potential, Kontexte in Form «relationaler Ordnungen» («Verbindungen, Position & Blickwinkel, Passungen») zu schaffen.
Die Form der Unruhe

November 14 2010

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[...]

[Schimpansen, erg. oanth] Ganz im Gegensatz zu Menschen, die überaus früh, nämlich schon mit Erreichen des ersten Lebensjahres, eindrucksvolle Zeugnisse ihrer Kooperationsfähigkeiten geben. Versuche mit Kleinkindern zeigen, dass sie einem Erwachsenen unaufgefordert beim Bewältigen bestimmter Tätigkeiten helfen, sei es, indem sie Hand anlegen oder ihm Informationen zukommen lassen, etwa über den Ort, an dem sich ein von ihm gesuchtes Ding befindet. Und auch das Teilen macht, selbst wenn egoistisches Verhalten manchmal die Oberhand gewinnen kann, keine besonderen Schwierigkeiten.

Diese tief angelegte kooperative Sozialität, wie sie die zwischen Primaten und Menschenkindern verschiedener Herkunft vergleichenden Experimente von Tomasellos Arbeitsgruppe vor Augen führen, ist offensichtlich ein entscheidender Faktor für die spezifisch menschliche kulturelle Evolution. Denn alle für die kulturell beschleunigte Entwicklung notwendigen Übereinkünfte, von geteilten einfachen Verhaltensnormen über symbolischen Austausch bis zu höherstufigen sozialen Institutionen, liefen ins Leere, würden sie nicht an diese primäre Kooperationsfähigkeit andocken können.

[...]

August 12 2010

Reviewed by Marvin Armmori: Barbara van Schewick’s new book, “Internet Architecture and Innovation,” is one of

There’s a new book out on Internet policy that is essential reading for anyone interested in Internet policy—and probably for anyone interested in the law, economics, technology, or start-ups. I recommend it to everyone. It’s that good.

Barbara van Schewick’s new book, “Internet Architecture and Innovation,” is one of the very few books in my field in the same league as Larry Lessig’s Code, in 2000, and Yochai Benkler’s Wealth of Networks, in 2006, in terms of its originality, depth, and importance to Internet policy and other disciplines. I expect the book to affect how people think about the Internet; about the interactions between law and technical architectures in all areas of law; about entrepreneurship in general. I also think her insights on innovation economics, which strike me as far more persuasive than lawyers’ usual assumptions, should influence “law and economics” thinking for the better.

Books this good don’t come along every day—or even every year–and I’m already late to the praise-party. Lessig, a Harvard Law Professor, sang its praises on the book jacket and in the New York Times. MIT computer scientist David Reed has joined in, and so has venture capitalist and Twitter investor Brad Burnham. There’s a reason leading legal minds, technologists, and investors are raving about a book: really, it’s that good.

For those who want to skip the review and go straight to the source, here’s the Amazon link and the book’s site, NetArchitecture.org,

The remainder of this post explains why this book is important and eye-opening for everyone who reads books, not only for those who (like me) have spent their careers in Internet policy.

The Author

Barbara van Schewick is well-known to Internet lawyers as a brilliant, extremely thorough lawyer. And engineer. And expert on innovation economics. She was (with Yale’s Jack Balkin and Harvard’s Charles Nesson) one of three academics joining consumer groups to prompt the FCC’s 2008 investigation of Comcast interferinge with peer-to-peer technologies like BitTorrent. The FCC’s 2009 open Internet proposal, in its background policy discussion, cites her scholarly work far more than any other scholar. Her law review articles advance novel, seminal critiques of what economists considered “conventional wisdom” on the one-monopoly profit principle and the role of competition in ensuring open technology platforms. This scholarship was influential not only in the US, but also in Europe and Canada’s recent Internet policy proceeding.

The Argument

The book addresses how–specifically–the Internet’s original architecture has fostered tremendous innovation in consumer and business software and therefore economic growth. The relationship between innovation and the Internet’s architecture has been central to government policy debates around the world–as well as to the business plans of entrepreneurs and investors. While others have asserted and guessed that the Internet’s architecture fosters economic innovation, she puts these assertions on solid theoretical and empirical ground, incorporating insights from engineering, management science, behavioral economics, real options theory, network economics, evolutionary economics, and legal policy. And you don’t have to know anything about these areas in advance, as she doesn’t expect the reader to be expert in one these fields. (Almost nobody could be expert in all of them.)

Each section of the book is valuable on its own terms. She begins with a straightforward technical description of the Internet that is helpful for all of us who’ve wondered how our email works. She then develops a framework for analyzing the relationship between innovation and constraints imposed by a technological architecture. She does this with what some law professors would call a “law and economics” approach. (In Wealth of Networks, Benkler also uses these economic tools for his purposes.) The upshot of her analysis is that innovation benefits from more innovators. Because the value of a particular innovation is often impossible to predict in advance, innovation benefits from many innovators, all with different experiences and worldviews, experimenting and constantly adapting. Other architectures would lead to fewer innovators and less innovation–particularly architectures that increase costs to innovators, and so eliminate much of the accidental and iterative innovation we have experienced on the Internet.

Setting out this framework for thinking about issues, she then applies the framework to the Internet, contrasting its original architecture, where anyone could innovate with few initial expenses, and without seeking permission from any government or central office, with a now-possible architecture that would require greater investment and force innovators to negotiate with the network-infrastructure-owners to bring innovative ideas to market.

She ends with a discussion of policy, identifying the features of the Internet’s architecture that we must preserve to ensure robust innovation, and discussing the proper role of government policy in preserving architectural features necessary for innovation.

My Favorite Part

This is one of those rare books where every chapter is full of novel and important ideas. But I’ll tell you about my very favorite part. In the eighth chapter, beginning with “The Value of Many Innovators,” van Schewick presents the stories of how several major technologies were born: Google, Flickr, EBay, 37Signals, Twitter, and even the World Wide Web, email, and web-based email. I had always suspected that the “accidental” beginnings and unexpected successes of these technologies were a series flukes, one fluke after another. Rather, van Schewick explains, it’s a pattern. Her models actually predict the pattern accurately–unlike other academic models like the efficient market hypothesis and theories on valuing derivatives. These entrepreneurial stories (or case studies, to academics) are eye-opening; they’re also counter-intuitive unless you consider the management science and evolutionary economics van Schewick applies to analyze them. So if you wondered what the invention of Flickr, Google, Twitter, and the World Wide Web had in common, van Schewick answers the question.

And … the Book’s Intimidation Factor

Most of you are not techies. Like me, you may have studied the humanities or law. I consider you my people.

I know some of you, among my people, will be wrongly intimidated by a book titled simply “Internet Architecture and Innovation.” (Although this is a far catchier title than my favorite article’s title: “Coercion and Distribution in a Supposedly Non-Coercive State.”)

But don’t be so intimidated by the title that you miss out on van Schewick’s important ideas.

For the terminally intimidated, I recommend beginning with van Schewick’s short, concrete, straight-forward testimony to governments (see here and here and here) and an amicus brief.

For others, I will list the things-that-I-know-scare-you-but-should-not.

1. Her name. “van Schewick.” What an intimidating, scary German name, worthy of a Dr. Strangelove scene or an Austin Powers movie. I know. But no worries. Despite her meticulous thoroughness, her German accent, and her “van”–her academic writing is gentle and clear. It’s not turgid like those H-Germans, Habermas or Heidegger. In fact, she knows her book “crosses a number of disciplines,” like engineering, economics, and law and had consciously aimed to make it “accessible to all” of us who have different backgrounds. There are zero equations in the text. And equations can be scary to lawyers and law students.

2. Equations. Nope. No need to worry. Not one of those books.

3. The difficult concepts. van Schewick is addressing difficult questions. She is not addressing fluff. But that’s a strength. She cuts through the complexity to put her finger on the key issues, to address all counterarguments and angles, and to make sense of it for the reader.

4. Length. It is almost 400 pages. But van Schewick includes several shortcuts–like three charts of page references as guides for reading the book to answer particular questions. (Policymakers will likely rely on those charts.) The way I look at it: the book itself is a short-cut. It may take one or two weeks to read. To get a similar grasp of these issues, I would otherwise have had to spend ten long years locked in a library, reading and analyzing the global literature on Internet engineering, economics and innovation, legal policy, and business-managerial decision-making, all while speaking often to the top thinkers worldwide in all these areas and eating brain foods to increase my mental ability to keep up with the task. But, luckily for me, van Schewick spent a decade exploring all these issues, apparently locked in the architectural economist’s equivalent of the Room of Requirement, surrounded by books, some full of equations, and top experts.

5. Abstraction. The book at times sets forth general frameworks and arguments that go beyond, and therefore abstract from, particular stories and economic conditions. Very abstract models can be hard to wrap the mind around. But van Schewick’s models are not too abstract. Plus, a model for understanding complexity is the point of the book (and of most non-fiction books I have read, from The Tipping Point and Outliers to Freakanomics and The Origin of the Species). Such books are meant to make broader sense of particular phenomena.

So be not afraid.

And check out the book (on Amazon or NetArchitecture.org). You’ll see for yourself why so many of us are talking about the book.

April 18 2010

Rechtsradikale in Osteuropa: Ungarn ist nur der Anfang | Frankfurter Rundschau - Feuilleton - Buchbesprechung | Martin Zähringer - 20100413

[...] Wo es [...] nach 1989 [...] chaotische Skinheadgruppen gab, agieren jetzt wohlorganisierte Antisemiten, neonazistische Bewegungen, ultranationalistsche Parteien und [...] paramilitärische Verbände. [...] Die [ungarische] Jobbik ist die erste rechtsradikale, offen antisemitische und romafeindliche Partei, die in ein osteuropäisches Parlament einzieht. [...] Bernhard Odehnal [betont] im Gespräch eine tiefgehende politische und existentielle Verunsicherung nach 1989: "[...] durch die Globalisierung und jetzt durch die Wirtschaftskrise ist eine große Unsicherheit da, [...] Angriffe auf die Roma gehören [...] zum Aktionsspektrum [...] Ein weiteres gemeinsames Feindbild sind Juden. [...] bei der katholisch-antikommunistischen "Nationalen Wiedergeburt" in Polen ist der Antisemitismus das zentrale ideologische Element. [...] es [handelt] sich [hier]bei [...] nicht mehr um Randerscheinungen [...] Odehnal und Mayer nennen ihr Buch "Die rechte Gefahr aus Osteuropa" [...]
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