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February 01 2014

January 31 2014

In eigener Sache: Was passiert, wenn wir die Kontrolle verloren haben?

Michael Seemann alias @mspro schreibt bis zum Sommer 2014 das Buch “Das neue Spiel – Nach dem Kontrollverlust”. Das Thema ist spannend, will er doch neue Perspektiven zur Frage von Plattformneutralität und Strategien des gesellschaftlichen Umgangs mit dem digitalen Umbruch und seinen Folgen beleuchten. Seemann finanziert das Projekt dabei über die Crowdfunding-Plattform Startnext. Unser Verlag iRights.Media wird eine E-Book-Fassung des Werkes produzieren.

Im Untertitel zum Projekt spitzt Seemann zu:

Wir haben die Kontrolle verloren. Daten, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt, finden Wege, die nicht vorgesehen waren und sagen Dinge aus, auf die wir nie gekommen wären. Wir wurden in ein neues Spiel geworfen und niemand hat uns die Regeln verraten.

Und:

Der Kontrollverlust ist das Scheitern an falschen Erwartungen. Unser Handeln basiert immer noch auf der Erwartung einer Kontrolle, die es längst nicht mehr gibt. Daten, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt, finden Wege, die wir nicht für möglich hielten und sagen Dinge aus, auf die wir nie gekommen wären. Mit anderen Worten: Wir wurden in ein neues Spiel geworfen und niemand hat uns die Regeln verraten.

Dass das Thema ankommt, zeigt die massive Unterstützung die Seemann bei seiner Crowdfunding-Kampagne erfährt. Nach wenigen Tagen war die Finanzierungsschwelle von 8.000 Euro erreicht, aktuell haben die Nutzer bereits über 17.000 Euro in das Projekt investiert. Heute endet die Frist. Seemann hat inzwischen mehrere Upgrades für das Buch versprochen. So soll es ein Hörbuch geben, geplant ist – wenn die Schwelle von 20.000 Euro erreicht wird – auch eine englischsprachige Fassung der wichtigsten Thesen des Buches. Der Erfolg lässt sich bereits in Zahlen messen: “Es ist jetzt schon das dritterfolgreichste Crowdfunding-Buchprojekt in deutscher Sprache”, so Seemann.

Hier kann man einen ersten Blick in das Inhaltsverzeichnis werfen. Ein Thema liegt Seemann dabei besonders am Herzen, die Frage nach neuen Regeln für Plattformen, er nennt es “Plattformneutralität” In einem Interview mit Carta.info führt er dazu aus:

Mein Vorschlag der Plattformneutralität orientiert sich an der Idee der Netzneutralität. Als erstes muss es einen diskriminierungsfreien Zugang zu Plattformen geben, denn wenn sich dort vermehrt Gesellschaft abspielt, kann ein Ausschluss ein Ausschluss aus wichtigen gesellschaftlichen Zusammenhängen sein. Das ist gar nicht so einfach, weil Plattformen speziellen ökonomischen Gesetzen unterworfen sind, wie ich im Buch ausführen werde.
Darüber hinaus ist das Konzept der Plattformneutralität ebenso gut auf andere politische Bereiche übertragbar. Der ständig lauter werdende Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ist z.B. ein plattformneutraler Gedanke.

Wer die Entstehung dieses Buches unterstützen will, kann dies heute via Startnext noch tun. Neben verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten offeriert Seemann auch gewidmete Nudeln.

Unser Verlag iRights.Media begleitet Seemann bei diesem Projekt und wird auf jeden Fall zumindest die elektronische Fassung des Buches als E-Book produzieren und zur Frankfurter Buchmesse im Herbst 2014 veröffentlichen.

November 09 2013

Verheerendes Feuer im Gedächtnis des Netzes – Internet Archive ruft zu Spenden auf

Die gemeinnützige Organisation Internet Archive ist bei sehr vielen Netznutzern ungemein beliebt. Sie sorgt dafür, dass Milliarden von Websites archiviert und für die Zukunft gesichert werden. Besonders beliebt ist dabei die Wayback-Machine. Nun hat es gebrannt. Durch das Feuer wurde der Technikraum zerstört. Die Organisation ruft nun zu Spenden auf.

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Feuer im Scan-Center des Internet Archive in San Francisco

Glück im Unglück, nur das Scan-Zentrum, nicht aber das Hauptgebäude der Organisation ist komplett ausgebrannt. Der Schaden ist trotzdem immens. Technische Geräte und Ausrüstung im Wert von 600.000 US-Dollar sind ein Raub der Flammen geworden. Der Gründer des Internet Archive Brewster Kahle schreibt dazu im Blog der Organisation:

This episode has reminded us that digitizing and making copies are good strategies for both access and preservation. We have copies of the data in the Internet Archive in multiple locations, so even if our main building had been involved in the fire we still would not have lost the amazing content we have all worked so hard to collect.

Um den Schaden schnellstmöglich zu kompensieren, ruft das Internet-Archive nun einerseits dazu auf, an anderen Orten technisches Equipment bereitzustellen, damit die Arbeit möglichst reibungslos weitergehen kann. Andererseits werden dringend Spenden benötigt. Auf der Seite Donate to the Internet Archive! finden sich alle nötigen Informationen.

November 05 2013

Zukunftsfragen der Netzpolitik – Veranstaltung in Tutzing

Wer noch nicht in Tutzing war, kennt Bayern nicht. Am Westufer des Starnberger Sees lässt es sich nicht nur gut spazieren, sondern auch wichtige netzpolitische Fragen diskutieren. Ein guter Anlass ist die Veranstaltung “Politik 2.0? Herausforderungen an die Netzpolitik”.

Ende November vom 29. November bis 1. Dezember 2013 versammelt sich in der Evangelischen Akademie Tutzing ein illustrer Kreis an spannenden Referenten um einen Parforce-Ritt durch netzpolitische Fragen vorzunehmen. In der Einladung heißt es zu den Inhalten der Veranstaltung:

Netzneutralität, Open Data, Urheberrecht – Begriffe, die die öffentliche Diskussion um Netzpolitik bestimmen. Doch die Anforderungen wachsen rasant: Welche Auswirkungen hat das Internet auf Bildungs- und Kulturpolitik? Welche Voraussetzungen sind nötig für Open Governance und Digitale Demokratie? Ein Streifzug durch die Schwerpunkte eines jungen Politikbereichs.

Das interessante Programm beinhaltet nicht nur hochrangige Referenten, sondern auch eine Morgenandacht in der Schlosskapelle. Noch sind ein paar Plätze frei und man kann sich via Online-Formular anmelden.

September 27 2013

In eigener Sache: John Hendrik Weitzmann erhält den Dieter-Meurer-Förderpreis

John-Hendrik Weitzmann, Mitglied der Redaktion bei iRights.info, Rechtsanwalt bei iRights.Law, Legal Lead bei Creative Commons Deutschland und Regionalkoordinator bei Creative Commons Europa, wurde in diesem Jahr für seine Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Informatik und Recht mit dem Dieter-Meurer-Förderpreis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird vom EDV-Gerichtstag und der Juris GmbH verliehen. Gestern Abend gab es die feierliche Preisverleihung.

Die Preisverleihung auf dem EDV-Gerichtstag. Foto: Iris Speiser, CC BY-ND

Die Preisverleihung auf dem EDV-Gerichtstag. Foto: Iris Speiser, CC BY-ND

In der Pressemitteilung zur Auszeichnung heißt es:

Für herausragende Leistungen und Verdienste in der Rechtsinformatik verleihen der Deutsche EDV-Gerichtstag und die juris GmbH seit zehn Jahren den Dieter Meurer-Förderpreis an internationale Wissenschaftler. Der diesjährige Preisträger John Hendrik Weitzmann engagiert sich in vielfacher Weise für die wechselseitigen Beziehungen von Recht und Informatik. Ausgezeichnet wird er unter anderem für seine Arbeit an so genannten Rechteflussmodellen, die im Bereich künstlicher Intelligenz eingesetzt werden können, sowie für seine Beiträge zur Weiterentwicklung der „Creative Commons Rights Expression Language (ccREL)“. Mittels dieser ist es möglich, die in Creative-Commons-Lizenzen gewährten Rechte – also Nutzungsrechte, die Autoren an ihren Werken einräumen – standardisiert zu vermitteln. Hierdurch können unter anderem Internet-Suchmaschinen die Treffer nach Nutzungsrechten filtern.

Wir freuen uns sehr und gratulieren: Herzlichen Glückwunsch, John!

August 14 2013

Heute Ausstellungseröffnung zum Wettbewerb Copy ‘n’ Paste online und in Lüneburg

Das Post-Media Lab an der Leuphana Universität Lüneburg hat zusammen mit iRights.info in diesem Jahr den Wettbewerb “Copy ‘n’ paste – das Urheberrecht als kreative Herausforderung” durchgeführt. Viele Projekte wurden eingereicht und die Jury hat ausgewählt. Heute ist die analoge und digitale Ausstellungseröffnung mit den Gewinnern des Wettbewerbs.

Die Gewinnerinnen sind drei Frauen: Jule von Hertell mit ihrem Projekt “Videomixtape”, Monika Jarecka mit “Cool Clear Water” und Ulrike Wilkens mit ihrem Werk “G-Cloud”. In der Ankündigung zur Veranstaltung wird das Projekt beschrieben und die Gewinnerinnen gewürdigt:

Im Rahmen des Wettbewerbs „CopyNPaste“ haben sie sich allesamt in origineller Weise mit den neuen Bedingungen von Copyright und digitalen (Rechts-)Regimen und den neuen Bedingungen kultureller Produktion auseinandergesetzt. In unterschiedlichen Formaten – von analogen Raumarbeiten, die das digitale in den gelebten Raum übersetzen, über Videocollagen bis hin zu semi-fiktionalen Arbeiten auf mehreren Monitoren – wird der »digital shift« – also die generelle Verschiebung in eine digitale Kultur, wie die EU jüngst konstatierte – auf jeweils persönliche Weise reflektiert und bearbeitet. Das Projekt CopyNPaste, welches das Post-Media Lab erstmals im Frühjahr im Rahmen der Konferenz »Video Vortex« öffentlich vorstellte, nimmt damit die Spannungen auf, die durch die Allgegenwärtigkeit von digitalen Objekten und Werkzeugen im Rahmen alltäglicher Kulturpraktiken entstehen. Zentrales Anliegen ist es, diese neuen globalen Realitäten zurück in den Raum regional verorteter Kulturproduktion zu spiegeln und aus regionaler Perspektive zu befragen.

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Ab 18 Uhr findet heute die feierliche Eröffnung der Ausstellung statt. Dies in zweierlei Hinsicht:

Die preisgekrönten Projekte werden an diesem Tag gleich in zweifacher Form vorgestellt: als »Realausstellung« für eine regionale Öffentlichkeit in der Musikschule Lüneburg; sowie in Form einer virtuellen Ausstellung für die globale Netzöffentlichkeit. Integraler Bestandteil dieses Doppelkonzeptes ist eine Videodokumentation von 2Spot, die die Künstlerinnen in der Produktionsphase begleiteten und in der die Erstellung der Werke sowie zusätzliche thematische Ein- und Ausblicke für eine virtuelle Ausstellungs- und Dokumentationsumgebung festgehalten wurden.

Philipp Otto, Redaktionsleiter von iRights.info, war Mitglied der Jury und wird heute auch im Rahmen der Ausstellungseröffnung ein paar Worte sagen. Weitere Informationen zur Eröffnung der Ausstellung finden sich auf der Website des Post-Media Labs. Hier gibt es auch den Flyer zur Eröffnung (PDF-Format) sowie nochmal einen Rückblick auf den Wettbewerb. Alle Lüneburgerinnen und Lüneburger sind zur analogen, alle anderen zur digitalen Eröffnung recht herzlich eingeladen.

July 30 2013

Lammert unter Druck: Plagiatsvorwurf wegen Doktorarbeit

Als Norbert Lammert 1974 seine Dissertation mit dem Titel “Lokale Organisationsstrukturen innerparteilicher Willensbildung – Fallstudie am Beispiel eines CDU-Kreisverbandes im Ruhrgebiet” abgegeben hatte, ahnte er voraussichtlich nicht, dass diese ihm viele Jahre später unruhige Tage bescheren würde. Als Präsident des Deutschen Bundestages ist der CDU-Politiker Lammert nach dem Bundespräsidenten die Nummer 2 in Deutschland. Nun werden Vorwürfe laut, Lammert sei damals nicht nur unsauber bei der Erstellung gewesen, sondern er habe möglicherweise auch zu Teilen ein Plagiat abgeliefert.

Heftige Vorwürfe mit denen sehr vorsichtig umgegangen werden muss. Wieder einmal macht ein “anonymer Blogger” auf das mögliche Fehlverhalten aufmerksam. “Robert Schmidt” legt auf der Website lammertplag zur “Dokumentation wissenschaftlichen Fehlverhaltens in der Dissertation von Prof. Dr. Norbert Lammert” seine Erkentnisse wie folgt dar:

(…) auf den rot hervorgehobenen 42 Seiten finden sich Passagen aus 21 Quellen, bei denen ich Unregelmäßigkeiten festgestellt habe. Hierbei handelt es sich vorwiegend, aber nicht ausschließlich um Plagiate. Ergiebigste Gesamtquelle für regelwidrige Übernahmen scheint ein Sammelband des Politologen Wolfgang Jäger zur Parteienforschung zu sein. Insgesamt gibt der Verfasser vor, eine Literaturrezeption geleistet zu haben, die er in diesem Umfang nicht selbst erbracht hat. Einen erheblichen Teil der als verwendet angegebenen Literatur hat er ganz offenbar nicht gelesen; dies wird insbesondere anhand der Übernahme zahlreicher charakteristischer Fehler aus der Sekundärliteratur deutlich. Genuine Fehler des Verfassers – also solche, die nicht mit Übernahmen aus Sekundärquellen im Zusammenhang stehen – habe ich in der Regel nicht erfasst. Die Arbeit enthält einen Hauptteil von 116 Seiten, auf denen ein wissenschaftlicher Diskurs stattfindet. Inhaltsverzeichnis, Vorwort des Herausgebers, Vorbemerkung, Dokumentation, Literaturverzeichnis und Sachregister habe ich nicht gesondert untersucht. Der 91 Seiten umfassende Dokumentationsteil, dessen einzelne Punkte und Unterpunkte nicht in der Gliederung aufgeführt sind, besteht lediglich aus der Reproduktion von Satzungen, Anträgen, Geschäftsberichten, Rundschreiben etc. pp.

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Foto von Norbert Lammert, Deutscher Bundestag / Melde, lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany (CC BY-SA 3.0 DE)

Die anonyme Überprüfung der Arbeit hat “Robert Schmidt” nach eigenen Angaben nach circa einem Drittel vorläufig gestoppt, da der Zeitaufwand zu groß geworden sei. Zu den “bemerkenswerten Fundstellen” zählen laut der Untersuchung bislang beispielsweise

Seite 3 und Seite 4 übernimmt der Verfasser zum größten Teil aus einem Aufsatz von Hans-Otto Mühleisen.

oder

Auf Seite 37 verweist der Verfasser auf ein Buch, das nicht existiert und dessen bibliografische Daten er von Jäger übernimmt.

Lammert reagierte nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend und bat die Ruhr-Universität Bochum, an deren sozialwissenschaftlicher Fakultät die Doktorarbeit damals abgenommen wurde, eine abermalige Prüfung durchzuführen. Die Universität hat nun mit dem Prüfungsverfahren begonnen. Zudem ist Lammert in die Offensive gegangen und hat seine Doktorarbeit (PDF-Dokument) für alle einsehbar ins Internet gestellt. In den einleitenden Worten die dem Dokument vorangestellt sind, heißt es:

(…) er habe seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst und sei von ihrer wissenschaftlichen Qualität überzeugt.

Im Gegensatz zu anderen bekannten Plagiaten wie in den Fällen zu Guttenberg oder Koch-Mehrin wählt Lammert den Weg der Transparenz und schnellen Aufklärung. Wichtig ist an dieser Stelle festzustellen, dass die Unschuldsvermutung gilt und Lammert aktuell einem Verdacht aber keiner Vorverurteilung ausgesetzt sein sollte. Die genaue Überpüfung sollte nun abgewartet werden.

iRights.info berichtet seit vielen Jahren über die schwierige Frage, wann überhaupt ein Plagiat vorliegt. Dies ist nicht trivial zu beantworten und bedarf eines genauen Blickes. In unserem Text “Meine Worte, deine Worte” widmen wir uns zunächst dem Zitat. Um die Dimension eines Plagiats zu verstehen, sind diese Informationen als Grundlage wichtig. Wann die nächste Stufe erreicht wird, erklärt der Text “Plagiate – Abschreiben verboten”. Im Zuge des letzten größeren prominenten Plagiatsfalles der ehemaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung Anette Schavan, hat iRights.info ein Interview mit der “Plagiatsjägerin” Debora Weber-Wulff geführt. Als Ursache von Plagiaten sieht sie nicht nur systematische Fahlanreize an Universitäten als wichtigen Punkt, sondern erläutert auch die Motivation von Menschen wie “Robert Schmidt”, echtes oder zunächst vermeintliches wissenschaftliches Fehlverhalten zu verfolgen.

July 19 2013

Urheberkongress 2013 am 6. September in Berlin: Jetzt anmelden!

Aktuelle Fragen des Urheberrechts haben in den letzten Monaten für sehr viel Diskussionsstoff gesorgt. Für die einen ist es eine Glaubensfrage, für die anderen die Frage nach der ökonomischen Relevanz, für die Dritten geht es um die Frage, wieviel Zugang zu Werken und Wissen eine Gesellschaft ihren Bürgern bieten sollte. Die aktuelle Legislaturperiode der schwarz-gelben Bundesregierung neigt sich dem Ende entgegen, ab Herbst wird es eine neue Regierung geben. Das Urheberrecht wird auf der Tagesordnung bleiben. Doch welches sind die wichtigsten Bereiche in denen es neue Regelungen braucht?

Dieser Frage wollen wir am 6. September auf dem Urheberkongress 2013 in Berlin nachgehen. Organisiert wird diese Veranstaltung gemeinsam vom Think Tank iRights.Lab und der Initiative Urheberrecht. Ziel ist es, ein Forum zu bilden, auf dem alle Beteiligten der Debatte ihre Stimme erheben und kontrovers diskutieren können. Nicht in unergiebigem Streit, sondern konstruktiv und nach vorne gerichtet.

Wir wollen ermöglichen, dass weniger scheinheilige Argumente und Schutzbehauptungen die Debatte bestimmen, sondern konkrete konstruktive Ideen und Vorschläge, die auf Grundlage einer sorgfältigen Abwägung der Interessen entstehen. Dies ist ein Experiment, von dem wir uns erhoffen, dass die Diskussion voran kommt und nicht nur die alten ausgetretenen Wege ein weiteres Mal begangen werden.

Alle Informationen finden sich auf der fortlaufend aktualisierten Kongressseite urheberkongress2013.de.

Hier kann man sich verbindlich anmelden. Es wird einen Livestream für die Veranstaltung geben. Hier findet sich ein Überblick auf das Programm.

July 13 2013

Erster Jahrgang der Humboldt Law Clinic Internetrecht (HLCI) feierlich verabschiedet

Jedem Anfang wohnt ein ganz besonderer Zauber inne – der erste Jahrgang der Humboldt Law Clinic Internetrecht (HLCI) wurde gestern feierlich verabschiedet. iRights ist enger Partner des Programms und hat für mehrere Monate zwei Studenten betreut, um ihnen die Praxis juristischer, journalistischer und strategischer Arbeit in unseren Einheiten näher zu bringen. Ein voller Erfolg.

Im Oktober 2012 gegründet, hat sich die Law Clinic zum Ziel gesetzt, das aus dem anglo-amerikanischen Raum bekannte Konzept einer praxisnahen Ausbildung auch im Bereich des Internetrechts nach Deutschland zu bringen. Die HLCI ist die erste Law Clinic zu diesem Thema in Deutschland. Die zweisemestrige Ausbildung beinhaltete im ersten Teil die Vermittlung theoretischer Kenntnisse der Grundlagen des Internetrechts. Im zweiten Teil folgten intensive Praktika bei den Kooperationspartnern. iRights.info samt den weiteren Einheiten iRights.Lab und iRights.Law ist Kooperationspartner des HLCI. Weitere Kooperationspartner sind der Verlag Hanser Berlin, das Haus der Kulturen der Welt, der Markenverband und die Anwaltskanzlei JBB aus Berlin.

Im Rahmen der gestrigen Verleihung der Zertifikate für den ersten Jahrgang wurden noch einmal alle Projekte präsentiert. Spannende Tätigkeiten und hoch motivierte Studierende. An dieser Stelle gilt unser ganz besonderer Dank nicht nur Frau Professor Katharina de la Durantaye, die die Clinic maßgeblich ins Leben gerufen hat, sondern auch “unseren” beiden Studenten Thomas Hohendorf und Tom Hirche. Beide haben sich bei uns mit inhaltlichen Fragen zur Regelung von Verantwortung im Netz, mit FAQs für Creative Commons-Lizenzen, rechtlichen und strukturellen Fragestellungen rund um Social Media und Cloud Computing sowie vielen urheberrechtlichen Fragen beschäftigt. Papiere entworfen, recherchiert, mitdiskutiert und unser Team bereichert. Aber auch allen anderen Studierenden aus diesem Jahrgang gilt unser herzlicher Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluß der HLCI. Namentlich sind dies zudem noch Julian Hölzel, Elias Könsgen, Hannah Mugler, Miriam Salevic, Joschka Selinger, Michael Servatius, Rebecca Sieber und Alexa Weber.

Tom und Thomas bei der Präsentation ihrer Arbeit:

Tom_und_Thomas_HLCI

Im Anschluss an die Verleihung der Zertifikate gab es weiteren inhaltlichen Input. Dr. Kaya Köklü, wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht in München berichtete über die Verhandlungen und den erfolgreichen Abschluß des neuen Vertrages der World Intellectual Property Organisation (WIPO) zugunsten von blinden und sehbehinderten Menschen. Köklü war beim Abschluß vor wenigen Tagen in Marrakesch vor Ort und berichtete anschaulich über die Art der Verhandlungen sowie die Bedeutung und anstehenden Aufgaben im Rahmen der nationalen Umsetzung. Anschließend erläuterte Hans Kaltwasser, Referent für internationale Angelegenheiten des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband die Ergebnisse aus seiner Sicht. Im Anschluß ergab sich zudem noch eine intensive Diskussion.

Hier ein Blick auf das Podium mit Prof. de la Durantaye, Hans Kaltwasser und Dr. Kaya Köklü (von links nach rechts):

Podium HLCI

iRights.info hat ausführlich über den “Marrakesh-Treaty” berichtet und kommentiert. Auch Hans Kaltwasser hat iRights.info bereits ein ausführliches Interview gegeben.

Die HLCI ist auch erreichbar via Facebook und via Twitter. Sie betreibt mit Internetrecht_kontrovers auch ein Diskussionsblog der Studierenden.

July 11 2013

Maybrit Illner heute zu “Kalter Krieg um unsere Daten” – mit spannenden Gästen

Heute Abend um 22.45 Uhr geht wieder Maybrit Illner auf Sendung. In dieser Woche geht es um den ersten weltweiten Daten- und Überwachungsskandal der Internetgeschichte. Die Sendung verspricht kein übliches Talkshowgewohnheits-blabla zu werden. Dafür sorgen unter anderem die Gäste. Auf der Couch sitzen: Jacob Appelbaum, Kryptoexperte und Aktivist aus den USA, Sascha Lobo als kluger Kopf mit Detailblick für größere Entwicklungen, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, der ehemalige Koordinator der Geheimdienste unter Helmut Kohl Bernd Schmidtbauer, Bernhard Rohleder als Hauptgeschäftsführer des IT-Branchenverbands BITKOM und Georg Mascolo, bis vor wenigen Wochen noch Chefredakteur des Spiegel.

In der Ankündigung zur Sendung heisst es:

Seit Wochen hält Edward Snowden die Geheimdienstwelt mit immer neuen Enthüllungen in Atem. Ob die amerikanische NSA oder die GCHQ aus Großbritannien, Systeme wie Prism oder Tempora: Der Whistleblower lässt wohldosiert Skandalöses über die internationalen Schnüffeldienste durchsickern. In einem Interview, das der “Spiegel” in seiner neuen Ausgabe veröffentlicht, beschreibt Snowden die Nähe zwischen US- und deutschem Geheimdienst – und die Datensammelwut der britischen Spione.

Und hier gibt es ein Vorschau-Video:

Ich will alle deine Daten! Crowdfunding für Online-Spiel zum Datenschutz

Vor zwei Jahren haben sich in Wien ein paar Programmierer, Webdesigner und Aktivisten zusammengefunden, um ein Online-Spiel zu entwickeln, dass nicht nur Spaß macht, sondern auch die Themen Privatheit im Netz und Datenschutz aufgreift. Herausgekommen ist: Data Dealer. Die Finanzierung des Spiels steht nun kurz vor dem Abschluss. Heute bis 22 Uhr müssen nun nur noch ein paar tausend Euro via Kickstarter eingesammelt werden, dann hätte sich die ganze Mühe des Teams gelohnt.

Bei Kickstarter müssen 50.000 Dollar zusammenkommen, heute um 7.30 Uhr sind davon bereits 44.758 Dollar zusammengekommen, bis 22 Uhr ist das Fenster noch offen. Sollte das Ziel erreicht werden, dürfte einiges an Jubel und Erleichterung aus Wien zu hören sein. Verdient wäre das, denn das Online-Spiel dreht die üblichen Warnungen vor Datenmissbrauch und Hinweise zu “Meine Daten gehören mir” spielerisch um. Im Spiel geht es laut Pressemitteilung von Data Dealer um folgendes Szenario:

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von skrupellosen Daten-Händlern und betreiben Gewinnspiele, Partnerbörsen oder Online-Plattformen wie “Tracebook” oder “Smoogle” und verkaufen die gesammelten Daten an Versicherungen, Personalabteilungen oder staatliche Behörden – frei nach dem Motto: „Persönliche Daten sammeln und wieder verkaufen – und das möglichst hemmungslos und in ganz großem Stil“.

Das Motto ‘Je besser ich die Datensammler verstehe, desto besser kann ich auf meine Daten achten’ kennt man aus fast jedem Polizei-Krimi. Die Profiler versuchen den Mörder, seine Lebensrealität und die Motive der Handlung zu verstehen, versuchen den Mord durchzuspielen und jedes scheinbar nur beiläufig relevante Detail zu berücksichtigen. Der Mörder wird meistens gefasst. Es ist zwar vorerst nicht zu vermuten, dass die professionellen Datensammler ihre Praxis schnell ändern, die Awareness steigt aber wenn ich mit ihren Augen handele.

Das hier sind übrigens die sympathischen Macher von Data Dealer:
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Hier nochmal ein Interview des Journalisten Richard Gutjahr mit einem der Macher:

Auch international schlägt die Idee Wellen. Es berichten nicht nur weltweit Online-Portale und Nachrichtenangebote wie hier in einem Interview in der FAZ oder hier in der New York Times, sondern Data Dealer hat im vergangenen Monat auch den renommierten G4C-Award (Games for Change – Award) in den USA gewonnen. Viel Lob und Interesse. Es wäre nun schön zu sehen, wie die weitere Entwicklung aussieht. Deswegen hier nun nochmal der Link zur Kickstarter-Kampagne.

Einen Eindruck vom Spiel gewinnt man in der spielbaren Demoversion (Englisch). Und hier direkt der Video-Trailer:

Und zum Schluss: Das gesamte Online-Spiel wird zudem unter einer nutzerfreundlichen Creative-Commons-Lizenz stehen.

May 03 2013

In eigener Sache: Broschüre zu 8 Jahren iRights und Glückwünsche vom Elektrischen Reporter

Am Dienstag, dem 15. März 2005 ging iRights.info online. Einer historischen Heise-Meldung zum Thema ist zu entnehmen:

Was ist beim Nutzen von Tauschbörsen zu beachten? Was kann man nach der Änderung des Urheberrechtsgesetzes noch bei Online-Auktionen verscherbeln, ohne sich eine teure Abmahnung einzufangen? Derlei Fragen versucht die Site iRights.info seit dem heutigen Dienstag, dem Weltverbrauchertag, auch dem Otto-Normalsurfer verständlich zu beantworten.

Seitdem hat sich manches geändert, anderes ist gleich geblieben. Statt um Tauschbörsen geht es um Torrents und Filehoster, das Urheberrecht wurde hier und da geändert, aber Abmahnungen sind immer noch teuer. iRights.info hat Höhen und Tiefen erlebt, Publikationen veröffentlicht, Konferenzen organisiert, und und und. Und zuletzt mit dem iRights.Lab , iRights.Law und dem Verlag iRights.Media Geschwister bekommen.

Zum achtjährigen Jubiläum gibt es jetzt die Broschüre: Acht Jahre iRights – Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? (PDF, 9 MB). Wer die Broschüre als Print zum Schmökern haben will, der kann uns einfach eine E-Mail mit seiner Postadresse an redaktion@irights.info schicken und bekommt sie dann zugeschickt.

Außerdem hat der Elektrische Reporter mit einem Video gratuliert. iRights.info sagt Danke!

Acht Jahre iRights – Glückwunsch vom Elektrischen Reporter.

April 13 2013

Einladung: Diskussionsabend mit Techdirt-CEO Mike Masnick

Der CEO und Gründer des renommierten amerikanischen Technologie-Blogs Techdirt Mike Masnick kommt nach Berlin. Am 25. April ab 19 Uhr gibt es die Möglichkeit mit ihm über den digitalen Wandel in der Kreativindustrie zu diskutieren. Zur Veranstaltung laden neben Philipp Otto von iRights der Abgeordnete Peter Tauber vom cnetz, Ben Scott von der Stiftung Neue Verantwortung, Nico Lumma von D64 und Jiannis Koudounas vom Internet und Gesellschaft Collaboratory ein.

Der Ort wird noch bekannt gegeben. Anmelden kann man sich über dieses Anmeldeformular.


Credits: Das Foto steht unter folgender Creative-Commons-Lizenz und wurde aufgenommen von dennis.

In der Einladung heisst es:

Durch das Internet ist es für Autoren, Filmemacher, Musiker und andere Künstler einfacher geworden, ihr Publikum direkt anzusprechen, ein neues zu erschließen und größere Reichweiten zu erreichen. Onlineshops sowie Plattformen, wie Soundcloud oder Vimeo, bieten ihnen die Möglichkeit zur eigenständigen Monetarisierung ihrer Werke. Crowdfunding hält ein stabiles Potenzial zur unabhängigen Finanzierung von Projekten. Auf Werkebene wird mit neuen Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln experimentiert: so entwickelt Björk ihre Musik als multimediale App und Autoren probieren kollaborative Erstellungsprozesse oder interaktive Erzählformen aus. Verwerter passen zunehmend ihre Vertriebsmodelle an sich ändernde Konsumgewohnheiten an. Buchverleger statten elektronische Buchformate mit multimedialen Inhalten oder interaktiven Elementen aus und kreieren dadurch neue Lese- und Lernerfahrungen. Geschäftsmodelle rund um digitale Leserkreise werden entwickelt, um Diskussionen über Bücher zu fördern, Leseerlebnisse in Form von Textmarkierungen oder Kommentaren zu teilen und das Entdecken von Literatur zu unterstützen.

Um diese und viele weitere Fragen wird es gehen:

Inwieweit schöpfen die Beteiligten die sich ihnen bietenden Chancen heute bereits aus? Wie sehr profitieren sie von ihnen? Vor welchen Herausforderungen werden Kulturschaffende und -mittler gestellt? Wie können Lösungen aussehen? Welche innovative Konzepte für die Online-Verwertung werden ausprobiert? Welche Rahmenbedingungen fördern oder hindern ihre Entwicklung? Wie verändern sich traditionelle Rollen?

Und zu unserem Gast:

Mike Masnick ist Gründer und CEO von Techdirt und Floor64. Das Silicon Valley Technologie-Blog Techdirt beleuchtet seit 1997 Technologietrends und analysiert netz- und innovationspolitische Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Medienindustrie. Von Technorati wird es in diesem Bereich zu den führenden Blogs gezählt. Masnick prägte außerdem den Begriff des “Streisand Effekts” und schreibt regelmäßig für das Magazin Bloomberg BusinessWeek.

March 31 2013

Zu Ostern Zeit für Dueck: “Vernetzte Welten – Traum oder Alptraum”

Zu Ostern mal den Horizont erweitern. Gunther Dueck hielt 2011 einen Vortrag zum Thema “Vernetzte Welten – Traum oder Alptraum”. Das inzwischen verrentete Enfant Terrible von IBM, der “in ganz Heidelberg den höchsten Wert an naivem Optimismus” hat, erzählt von lauter Sachen die es schon gibt. Oft schon für wenige, aber nicht für alle, und das ist ein zentraler Unterschied in der Bewertung. Von Early Adopters bis hin zur Großmutter mit dem iPad, wohin soll sich unsere Gesellschaft entwickeln? Hier gehts zum Video

March 30 2013

Deutschlandradio Kultur über die Cloud und digitale Konzertsäle am Samstag 14.05 Uhr

Die allseits beliebte Sendung rund um Medien und digitale Kultur “Breitband” gibt es heute wieder um 14.05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur zu hören. Mit dabei ein Interview mit iRights-Kollege Philipp Otto zum Thema: Gewachsene Abhängigkeit – wie viel Vertrauen legen wir in die Cloud? Im Vorbericht zur Sendung heisst es:

Was passiert, wenn Dienste ihre Datenschnittstellen einschränken, woher kommt die Popularität von Whatsapp, Facebook, Spotify, Twitter und Co., und was haben Cloud-Dienste, was wir nicht haben?

Hier der Link zu unserem Informationsportal zu Cloud Computing.


Zeichnung von BBobyXP auf Deviantart, CC-BY-SA
Disclaimer: Mem.

In der Sendung wird es viele weitere spannende Themen geben. So geht es zum Beispiel um Bittorrent Live und Video-Streaming-Netzwerke Marke Eigenbau. dazu wird es auch noch ein Interview mit Alexander D. McWilliam geben. McWilliam spricht unter anderem über “How to build a digital concert hall?

Hier alle Informationen wie DRadio Kultur nachher – oder auch schon jetzt – gehört werden kann.

Reposted byphintech phintech

March 29 2013

Kabarett im ZDF: Hacken für Spacken

Der Kabarettist Tobias Mann in der ZDF-Sendung “Neues aus der Anstalt” über einen 120 Jahre alten Minister Friedrich und den Clash zwischen Alltag, Gesetzgebung und Netzpolitik. Desweiteren geht es um den V-Mann als analoges Pendant zum Bundestrojaner, “Hacken für Spacken” und betreutes Twittern mit einem Internet-Zivi für Peer Steinbrück.

March 25 2013

Kommentar: Kein Grund zur Depression wegen des Leistungsschutzrechts

Ausgehend von einer Diskussion bei Facebook, hier nun noch einmal mein nun leicht ergänzter Kommentar zu Reaktionen auf die Bundesratsentscheidung zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger:

Warum gibt es keinen Grund zur Depression?
Das was die Verlage, die das LSR so vehement vorangetrieben haben, am Ende bekommen werden, wird aus nichts außer Ärger, Anwaltskosten in Millionenhöhe, Einbruch der Reichweite und schlechter Stimmung ihrer Leser oder potentiellen Leser bestehen. Mit gewaltigen Kollateralschäden für Suchmaschinen, wie auch immer geartete Aggregatoren und alle die diese Dienste nutzen. Für alle Seiten nach wie vor ein miserables unkalkulierbares Gesetz.

Die -wenn man sie so bezeichnen kann und will- Netzgemeinde hat jedoch ihren Teil dazu beigetragen, dass aus den Forderungen am Anfang, am Ende faktisch nur noch eine leere Hülle, ein Lex Garnichts geworden ist. Wer sich in der Netzgemeinde für alleinverantwortlich in Fragen von technischem Avantgardismus und Durchsetzung bzw. Verhinderung von gesetzlichen Maßnahmen hält, der mag bemängeln, dass nicht alles gelungen ist, was auf den Fahnen stand. Es ist jedoch falsch, hier eine Niederlage daraus zu konstruieren.

Die Grenzen zwischen Netzszene und anderen Playern in der Gesellschaft sind inzwischen fließend. Es gibt nicht das eine Biotop das aktiv wird. Vielmehr sind es viele Faktoren die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Diejenigen, die sich seit Jahren auf den unterschiedlichsten Ebenen mit dem Leistungsschutzrecht auseinandersetzen und dagegen argumentieren und arbeiten, können sich vielmehr auf die Schulter klopfen. Auf der anderen Seite stand die “mächtigste Lobby Deutschlands” (Eigenbezeichnung eines führenden Verlagsvertreters. Mit allen Tricks und einer kampagnenartigen Berichterstattung, die mehr als grenzwertig war, haben sie es nicht geschafft, das zu bekommen was sie gefordert haben. Auch weil es die vielen unterschiedlichen, stärkeren und schwächeren Stimmen der Netzgemeinde gab, die bis zuletzt argumentiert haben, anstatt mit miesen Tricks zu arbeiten.

Das ist ein Verdienst, mag es teilweise am Ende ein stückweit auch ein Fehler sein. Die Auseinandersetzung mit Argumenten ist aber ein hohes Gut. Ich habe nicht das Gefühl, dass hier irgendeine Form der Depression angebracht wäre. Man sollte die letzten fehlenden fünf bis zehn Prozent sportlich nehmen und beim nächsten Mal überlegen, ob man neben den Argumenten auch stärker politisch agiert. Dies sollte aber gut abgewogen werden.

Zudem ist aktuell noch völlig offen ob das Gesetz jemals das Licht der Welt erblickt. Weder hat der Bundespräsident das Gesetz unterzeichnet, das von vielen bereits im Vorfeld als verfassungswidrig bezeichnet worden war, noch wurde ein aus meiner Sicht zwingendes Notifizierungsverfahren bei der Europäischen Kommission durchgeführt. Wer jetzt den Kopf in den Sand steckt, macht es wie manche Presseverleger, die auf Teufel komm raus irgendwas haben wollten, damit sie zumindest in ihren Kreisen behaupten können, sie hätten gewonnen. Hochmut kommt vor dem Fall, und der Abgrund liegt direkt vor ihnen.

Schluß also mit der um sich greifenden Depression, den Schuldzuweisungen und dem Gejammere. Dass alle -auch die Netzgemeinde- immer besser und professioneller werden muss, steht außer Frage. Reflektion und Kritik immer, für eine Depression und ein Negieren der Erfolge sollte aber kein Platz sein.

March 24 2013

Aufruf an Journalistinnen und Journalisten: was verdient man in der Branche?

Der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten Freischreiber hat einen Aufruf zur Angaben der Gehaltshöhe in der Branche gestartet. Alle Angaben werden anonym behandelt, nur das Zeilenhonorar oder der Tages- / Pauschalpreis sowie das entsprechende Medium werden veröffentlicht. Freischreiber setzt sich nicht nur für faire Arbeits-, sondern auch für bessere Honorarbedingungen ein. Hier kann man bei der Aktion “Was Journalisten verdienen” mitmachen.

March 20 2013

Neue Strategie: Flattr ist tot – es lebe Flattr

Der Social-Payment-Dienst Flattr steckt in der Krise. Seit dem Start ist es in den letzten drei Jahren nicht gelungen das System so stark zu etablieren, dass die kritische Masse an Nutzern erreicht wurde. Es ist ein Nischen-Payment-Dienst geblieben, auch wenn teilweise größere Angebote wie die tageszeitung (taz) den Dienst eingesetzt haben. Aufgeben ist aber nicht die Sache der schwedischen Betreiber. Mit einer neuen Ausrichtung gehen sie in die Offensive.

Das Konzept von Flattr sieht vor, dass man ein Guthabenkonto anlegt und so selbst bestimmen kann, wieviel Geld man freiwillig in Kulturgüter bzw. online verfügbare Inhalte investiert. Je nach dem wie oft man dann die Flattr-Buttons beispielsweise unter Artikeln anklickt, wird das monatlich zur Verfügung stehende Guthaben unter den Begünstigten aufgeteilt. Die Macher um CEO Linus Olsson aus Malmö haben jetzt in dem Blog-Beitrag “Launching new Flattr – Add money to your likes” angekündigt, dass Flattr nun auch bei bereits bestehenden und genutzten beliebten Online-Diensten stärker eingesetzt werden kann. Man könnte es als Extended Flattr bezeichnen, da nun Werkzeuge bereitgestellt werden, die es erlauben die Flattr-Zahlungen direkt mit Angeboten wie Twitter, Instagram, Github, Vimeo, Flickr, Soundcloud etc. zu verknüpfen.

Im Blog-Beitrag schreiben die Flattr-Macher zu ihrer Motivation:

Everyday creators post 400 million tweets to Twitter and upload 5 million photos to Instagram. For most of us the internet is our most important source for information and creative work. We are on a mission to help creators get money for the value they create for all of us. We believe that the way people pay must be in line with the way people behave online. If you think about it, we click a lot of links only to realize it wasn’t for us. That’s because we are explorers.

Ab sofort können im Flattr-Mitgliedsbereich die entsprechenden Verknüpfungen mit bereits genutzten anderen Diensten hergestellt werden. Teilweise war das bislang auch schon möglich, nicht aber so einfach und mit so vielen Auswahlmöglichkeiten für unterschiedliche Angebote. Das Blog über Fragen der Internet-Ökonomie Netzwertig.com beschreibt weitere Auswirkungen der aktuellen Änderung im strategischen Konzept von Flattr insbesondere hinsichtlich der möglichen Verlagerung von Zahlungsströmen:

Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass sämtliche Flattr-Buttons für externe Websites uneingeschränkt weiterfunktionieren. Zumindest nach dem heutigen Kenntnisstand wendet sich der Dienst nicht von den unter eigenem digitalen Dach kreative Inhalte schaffenden Produzenten ab, sondern verlagert lediglich den Fokus der Kommunikation. Da durch die zusätzlichen angeschlossenen Plattformen mit einer breiteren Streuung der Flattr-Klicks zu rechnen ist, könnte der Vorstoß für Blogger und die wenigen, Flattr einsetzenden größeren Medienangebote wie taz.de zwar kurzfristig mit einem Rückgang der Einnahmen verbunden sein. Gelingt es den Skandinaviern jedoch, endlich auch den Internetmainstream zu erreichen und die breite Masse zum Befüllen ihres Flattr-Kontos mit einer monatlichen Summe zu bewegen, dann würde davon mittelfristig das gesamte Flattr-Ökosystem profitieren.

 

In einem Interview mit PandoDaily kündigt CEO Olsson zudem an, dass auch die entsprechenden Tools für eine Anknüpfung an Facebook bald bereitgestellt würden, es hier aber aktuell noch technische Probleme gebe. Im Interview heisst es:

The only difference is that Facebook is so far conspicuously absent. (Flattr says that’s because of a technical issue related to Facebook’s API, and it is a “high priority.”)

 

In einer einfachen Grafik hat Flaatr hier noch einmal die Funktionsweise des Systems dargestellt:

Es wird spannend sein zu beobachten, ob Flattr mit dieser Offensive vom Mikro- zum Massenphänomen wird und es gelingt, weit über die üblichen Kreise hinaus, ein neues System der freiwilligen Zahlung für kreative Leistungen zu etablieren. Die Hausaufgaben sind nun erst einmal gemacht, jetzt müssen die Nutzer zeigen, ob sie mit den neuen Möglichkeiten zufrieden sind.

March 17 2013

Crowdfunding: iPhoneChina – ein Filmprojekt über Apple und China

Der Filmemacher Christian von Borries stellt die Systemfrage: „Stellen wir uns vor, Apple wäre ein Staat – würde man lieber in Apple oder lieber in China leben?” In einem dokumentarischen Essayfilm geht er der dahinterliegenden Frage nach, ob Staaten wie Unternehmen oder Unternehmen wie Staaten geführt werden. Das Rohmaterial wurde in den USA, in Frankreich, Deutschland und China gedreht. Nun geht es darum, den Film fertig zu stellen. Von Borries hat dafür bei Indigogo ein Crowdfunding-Projekt gestartet.

Bis zum 19. April werden 10.000 US-Dollar für Schnitt, Farbkorrektur und Fertigstellung benötigt. Man kann die Produktion ganz einfach mit Überweisung per Kreditkarte über die Projektseite bei Indigogo unterstützen. Zu Beginn des Sommers wird der Dokumentarfilm dann auf Filmfestivals und kostenlos auf Youtube und anderen Video-Plattformen zu sehen sein. Der Autor verzichtet dabei bewusst auf Copyright-Maßnahmen und Lizenzen. Zum Charakter des Films schreibt von Borries:

IPHONECHINA, the new documentary essay film by Christian von Borries, is not another film about Apple or about China. By comparing two epitomes of the world, it turns out that software might be a new form of governance. But on the ground, there is real desire and real exploitation.

Dirk von Gehlen, Chefredakteur von jetzt.de, hat den Filmemacher zu seiner Motivation interviewt: „Ich mache einen Film, den ich noch nicht gesehen habe und der fehlt.

„Design is how it works, right?“ – hier haben wir den Trailer zum Film bereitgestellt:

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