Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

March 14 2012

02mydafsoup-01

[...]

Sie sehen darin eine politische Katastrophe …


Nehmen wir das Beispiel Deutschland. Deutschland musste wegen des Ersten Weltkriegs irreal hohe Reparationszahlungen leis­ten. Danach kam 1929 der Finanzcrash. Anfang der dreissiger Jahre, während der grossen Weltwirtschaftskrise, litt Deutschland unter einer starken Deflation – was mit ein wichtiger Grund war, dass Hitler überhaupt an die Macht kam. Politisch ist es furchtbar, etwas von Regierungen zu verlangen, was ökonomisch nicht möglich ist oder jahrzehntelang von einem Land grosse Opfer verlangt. Auch eine nicht korrupte, durchsetzungsstarke Regierung wird dadurch völlig delegitimiert. Ich fürchte mich vor den politischen Entwicklungen in Griechenland und in der EU insgesamt.


Könnte die EZB den Staaten nicht helfen?

Das ist eine andere Tabufrage, die zunehmend akuter wird. Eine Nationalbank darf überschuldete Staaten nicht retten wie Banken. Das war historisch nicht immer so und ist nicht zwingend – trotzdem gilt dieses Tabu. Deshalb müssen die Nationalbanken indirekt helfen, indem sie entweder auf dem Markt Staatsschulden aufkaufen und niedrigere Zinsen bieten. Aber selbst das ist für die EZB tabu. Das Einzige, was nach neoklassischer Doktrin erlaubt ist – aber innerhalb der EZB trotzdem zu heftigen Kontroversen geführt hat –, ist die Ausgabe von billigem Geld: Die EZB stellt den Banken Unmengen Geld zur Verfügung, für das diese nur ein Prozent Zins zahlen. Damit können die Banken dann von den Problemländern Anleihen kaufen und bekommen dafür acht oder mehr Prozent. Das sind meistens Staatsanleihen oder Anleihen, die vom Staat garantiert sind. Die Banken verdienen Milliarden daran, und das zahlen die eh schon verschuldeten Staaten mit öffentlichen Geldern. Es ist überhaupt nicht einsichtig, weshalb die Nationalbanken ihre Mittel nicht direkt den Staaten zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen können oder sogar selbst Geld drucken und so Staaten direkt vor der Überschuldung retten. Die Bedingungen, unter denen sie das tun dürfen, müssten natürlich genau geregelt werden. Übrigens: Wenn die Schweiz Mitglied der Euro­zone gewesen wäre, hätte die Nationalbank nicht so intervenieren dürfen, wie sie es 2008 zur Rettung der UBS getan hat.

[...]

«Was passiert, gleicht einem Super-GAU» | WOZ Die Wochenzeitung - 2012-03-01
Reposted bykrekk krekk
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl