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November 15 2010

02mydafsoup-01

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Ich persönlich erlebe das heute schon: Statt wie früher zwei Mal täglich weist mir mein Kabel-Provider nun höchstens alle paar Monate eine neue IP-Adresse zu. Wenn die Polizei also wissen wollte, wer hinter meiner IP-Nummer steht, muss sie nicht mehr auf eine Vorratsdatenspeicherungs-Datenbank zuzugreifen – sie kann schlichtweg meinen Provider fragen, wer jetzt gerade hinter der IP steht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch vor 14, 30 oder 90 Tagen die selbe Adresse hatte, ist ziemlich hoch – im Gegensatz zu Providern wie zum Beispiel Hansenet. Ich wäre also ziemlich dumm, wenn ich von meinem Kabel-Anschluss Hollywood-Filme tausche, mich in fremde Server hacke oder Verleumdungen in die Wikipedia poste. Ich stehe unter potenzieller Beobachtung und bin leicht zu finden.

Offensichtlich kann ich damit leben. Die schlechte Nachricht: bei Euch sieht es demnächst auch so aus. Zumindest vielleicht. Denn obwohl die Internetwirtschaft sich auf Biegen und Brechen darum herumdrücken wollte, IPv6 kommt nun endlich. Die Provider investieren Millionen. Mit der neuen IP-Technik fällt die Notwendigkeit der dynamischen IP-Adressen komplett weg. Mein Wohnzimmer könnte eine Million IP-Adressen reservieren – und es wären immer noch genug Adressen für jeden da.

Und es kommt noch besser:

Zunächst ist der wichtige Umstand festzuhalten, dass eine IPv6-Adresse zweifach weltweit eindeutig werden kann und meistens auch wird. Zum einen geschieht dies zwingend im Präfix, also grob in den ersten 64 Bit der Adresse, welche dem Kunden vom Internetprovider zugewiesen werden. Dies ist erforderlich, um Datenverkehr dem entsprechenden Internetanschluss zuführen zu können. Zum anderen wird oft noch einmal der Interface Identifier, also die letzten 64 Bit der Adresse, die vom Kunden eines Providers eigentlich völlig frei für jeden Rechner gewählt werden könnten, weltweit eindeutig. Die 128 Bit lange IPv6-Adresse besteht aus Präfix und Interface Identifier und jede einzelne Information lässt für sich recht sicher auf einen Teilnehmeranschluss oder gar Teilnehmer schließen. Wenn auch nur eine dieser Informationen sich nicht regelmäßig ändert, hat man also ein eindeutiges Indentifizierungsmerkmal.

Lange Rede, kurzer Sinn: mit IPv6 könnte zumindest bei den reinen IP-Daten die Notwendigkeit zur Vorratsdatenspeicherung wegfallen. Es gibt zwar privacy extensions im IPv6-Protokoll — aber wie die auf Provider-Seite umgesetzt werden und in der Hard- und Software der Kunden tatsächlich unterstützt werden, steht in den Sternen. Es gibt keinen Masterplan — und offenbar auch keine politische Auseinandersetzung darum.

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Notizblog 20101114 | » Vorratsdatenspeicherung light – auch ohne Schaar
Reposted bykrekk krekk
02mydafsoup-01

zu: FAZ 20101101 - Nur Müdigkeit wird den Protest beenden

M.E. reicht es nicht, sich mit systemtheoretischen Überlegungen à la Luhmann um die Frage herumzudrücken, warum trotz der alles andere als unberechtigten Kritikpunkte, die gegen das Projekt Stuttgart 21 vorzutragen sind, es zu keiner breiteren sozialen Bewegung mit einem unmissverständlichen Forderungskatalog im Stile Frankreichs kommt. Die deutsche Gewerkschaftsbewegung ist bei weitem zu SPD-nah, um hier wirklich glaubhafte Akzente setzen zu können, von denen sich eine breite Mehrheit überzeugen ließe. Insofern zieht der Artikel natürlich im Sinne Luhmanns die richtigen Schlüsse, da die Anschlussfähigkeit der formulierten Ziele zu anlassbezogen von nur begrenzter Dynamik sein dürfte, und sicherlich aus gesellschaftsübergreifender Perspektive die Thematik der Privatisierung und Umgestaltung des Stuttgarter Bahnhofs früher oder später an die Grenzen des Protespotentials stößt.

oanth - muc - 20101115
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