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January 28 2014

Kann man mit dem Urheberrecht noch Geld verdienen?

Wie sollen kreative Werke geschützt werden – und wem nützt dieser Schutz? Das Urheberrecht spielt dabei als Regelungsinstrument eine zentrale Rolle. Für die Linzer Designerin Magdalena Reiter hat es allerdings als Einkommensquelle ausgedient.

U-TonEin Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

Die Debatte rund um die Neugestaltung des *Urheberrechts* wird unter interessierten Kreativen heiß diskutiert. Sie kann sich dabei schnell im Kreis drehen, wenn man nicht einen größeren Bogen spannt und die viel weitreichendere, globale Diskussion rund um eine klar zu formulierende, aber schwer zu beantwortende Frage mitbedenkt: Wie wollen wir als Gesellschaft das Internet und die darin geltenden Spielregeln gestalten?

Offenheit und Schutz von Informationen in ein adäquates Maß zu bringen, ist bei der Beantwortung dieser Frage eine wichtige politische, soziale, aber auch ökonomische Aufgabe geworden, der wir die anstehenden Jahre und vielleicht Jahrzehnte widmen müssen. Eine zivilgesellschaftliche Tendenz ist dabei erkennbar: Personenbezogene Daten sind am besten by default gut geschützt, während Daten, die öffentlich getragen oder von der Öffentlichkeit bezahlt werden, dieser auch frei zur Verfügung stehen sollten.

Anders aber verhält es sich mit Daten, die die Privatwirtschaft generiert – die Perspektive ist unklar. Deswegen ist genau hier auch einer der größten Streitpunkte hinsichtlich des Urheberrechts angesiedelt: Die einen möchten eine restriktivere Durchsetzung, um ihre Inhalte besser verwerten zu können. Die anderen plädieren für eine Lockerung, um den heutigen Bedingungen zeitgemäß gerecht zu werden.

Prinzipiell verspricht das Urheberrecht den Rechteinhabern, dass sie für eine Zeit lang die Verwendungs- und Verwertungsrechte exklusiv innehaben. Es macht so temporäre Monopole in wirtschaftlicher Hinsicht möglich. Das wiederum soll gewährleisten, bereits entstandene Arbeit abzugelten, und die Einnahmen in weitere Entwicklungen investieren zu können. Hinsichtlich der wirtschaftlich prekären Situation, in der die Mehrheit der Kreativen steckt, ist eine Sicherstellung von Einnahmequellen ein notwendiges Bestreben. Doch die Rechnung geht nicht so einfach auf: „Urheberrechtsmärkte sind ‘Winner takes all’-Märkte[1],“ so der Kulturökonom Paul Stepan (PDF),„die zu einer sehr ungleichen Einkommensverteilung führen. Wenige Spitzenverdiener und noch weniger Spitzenverdienerinnen stehen einer breiten Masse aus wenig bis nichts Verdienenden gegenüber.“

Kreative haben es doppelt schwer mit dem Recht

Jene Kreative, die aus ihren Ideen verkaufbare Produkte produzieren, Start-ups gründen, oder die Nutzungsrechte ihrer Werke verkaufen können, haben es in doppelter Hinsicht nicht einfach mit dem gängigen Recht. Denn im Fall einer Verletzung des Urheberrechts sind es gerade Einzelpersonen und kleine Unternehmen, die es schwer haben, ihre Rechte – vor allem gegenüber den Großen – durchzusetzen.

Zudem wird momentan auf EU-Ebene diskutiert, die Netzneutralität, wie wir sie kennen, zu beschneiden. Das wiederum hieße, dass es zukünftig erlaubt sein könnte, Exklusivrechte von Internetprovidern käuflich zu erwerben. Solche Szenarien können unterschiedlich ausschauen: Die Internetgeschwindigkeit könnte auf gewissen Seiten erhöht oder gedrosselt werden. Zugangspakete zu großen Diensten wie Facebook oder Netflix könnten angeboten werden, die einen Zugang zu Blogs oder kleinen Websites – ja gar dem Rest des Internets – nicht beinhalten. Auch hier wird eines deutlich: Die bereits Erfolgreichen, die für solche Vorteile bezahlen können, haben eine deutlich höhere Chance, noch erfolgreicher zu werden, während es Nischenmärkte, kleine und neue Unternehmen noch schwieriger haben werden, ihre Inhalte und Produkte weiterzugeben, geschweige denn zu verkaufen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Es sind die großen Player und wenige kreative Sternchen, denen gewisse Rechtslagen inklusive dem Urheberrecht monetär in die Hände spielen. In der Praxis zeigt sich also: Das Urheberrecht ist kein gutes Werkzeug zum auskömmlichen Wirtschaften.

Warum plädieren Kreative für ein restriktiveres Urheberrecht?

Kreative spüren diese Entwicklungen schon heute deutlich, obwohl sie zukünftig noch drastischer ausfallen könnten. Dennoch werden nicht selten diese negativen Konsequenzen auf das Internet geschoben, in dem (Urheber-)Recht und Gesetz nicht gelten soll. Wenn aber nur wenige vom Schutz ihres geistigen Eigentums profitieren können, warum sollte die große Masse an Kreativen für ein noch restriktiveres Urheberrecht plädieren?

Was auf den ersten Blick vielleicht paradox klingt, wird darum für immer mehr Kreative zur alltäglichen Methode: Damit sie unter fairen Bedingungen arbeiten können, geben sie einen Teil ihrer exklusiven Rechte auf, um den Pool an Wissen und Informationen zu vergrößern[2], die im Internet ohne gesetzlichen Grauschleier zirkulieren dürfen. Es sind meist die selben, die es schätzen, wenn ihre Inhalte geteilt und auf vielen unterschiedlichen Blogs und Websites gefunden werden können. Das hilft ihnen, Bekanntheit zu erlangen. Das mag momentan noch einige erfolgreiche KünstlerInnen hervorbringen, doch auch das Ringen um Aufmerksamkeit ist früher oder später ein harter Kampf für Kreative.

Langfristig müssen deswegen Einkommensquellen anders gesichert werden: Kreative Dienstleistungen müssen fair bezahlt werden. Eine solche Wertschätzung muss sich in Kollektivverträgen und Mindestlöhnen widerspiegeln. Zudem ist es notwendig, dass es weiterhin und vermehrt staatliche Förderungen gibt für lokale und zeitgenössische Kunst und Kultur, die nicht den Anspruch hat, verwertbar zu sein. Und schließlich müssen kulturelle Diversität gefördert und Monopolbildung gebremst werden – möglich ist das durch eine Lockerung des Urheberrechts.

[1] Rosen, Sherwin, The Economics of Superstars, in: The American Economic Review 71/5 (1981) 848-858

[2] An dieser Stelle empfehle ich den Vortrag von Leonhard Dobusch zur Kampage Recht auf Remix, den er anlässlich des 30c3 vor wenigen Wochen gehalten hat.

Magdalena Reiter arbeitet als Designerin. Ihr theoretischer Schwerpunkt liegt auf Open Design. Dazu bloggt sie auf MAKE DESIGN OPEN. Mit diesem Hintergrund arbeitet sie zudem für die CREATIVE REGION Linz & Upper Austria, die OPEN COMMONS_LINZ und in der Open Knowledge Foundation Austria.

January 27 2014

Kulturbeitrag und Netzschilling: Zwei neue Modelle zur Privatkopie-Vergütung in Österreich

Verwertungsgesellschaften, Urheber und Verwerter, Internetnutzer, Serviceprovider und Geräteindustrie streiten in Österreich über neue Abgaben-Modelle für Privatkopien. Zuletzt urteilte der Oberste Gerichtshof, dass auch Festplatten allgemein vergütungspflichtig sind. Joachim Losehand stellt das Modell einer haushaltsbezogenen „Kulturabgabe” sowie den „Netzschilling“ vor.

In Österreich gibt es wie in Deutschland die Erlaubnis, urheberrechtlich geschützte Werke im Rahmen der Privatkopie-Regelung zu vervielfältigen, auch in digitaler Form. Anders als in Deutschland gibt es jedoch keine Vergütung dafür in Form einer Abgabe auf Geräte wie Festplatten, Tablets, Smartphones, USB-Sticks und Personalcomputer; für PCs wird zudem keine Reprographie-Vergütung erhoben.

Das hinlänglich bekannte Aussterben der Musik- und Videokassette sowie der spätere massive Einbruch der Verkaufszahlen von Leer-CDs und Leer-DVDs hat dazu geführt, dass die Erträge aus der Leerkassettenvergütung in Österreich eingebrochen sind: vom Höchststand von 17,68 Mio. Euro im Jahr 2005 auf 6,62 Mio. im Jahr 2012. Damit haben sie in etwa das Niveau von 1998 erreicht, wie dem Jahresbericht des SKE-Fonds der Verwertungsgesellschaft Austro Mechana zu entnehmen ist (PDF, S. 22).

Seit 2005 kämpfen die österreichischen Verwertungsgesellschaften gerichtlich gegen die ihrer Ansicht nach zahlungspflichtigen Gerätehersteller, -importeure und -hersteller. Am 1.10.2010 veröffentlichte die Verwertungsgesellschaft Austro Mechana auf Basis des bestehenden Urheberrechtsgesetzes einseitig Tarife (PDF) für PC-Festplatten, Notebooks, Netbooks, Tablets und Smartphones sowie externe Festplatten.

Das Hardwareunternehmen Hewlett Packard klagte dagegen umgehend vor dem Wiener Handesgericht. In mehreren Instanzen lautete die Entscheidung hier, dass Festplatten wegen ihrer „Multifunktionalität“ nicht vergütungspflichtig sind. Parallel zur juristischen Auseinandersetzung gründeten Künstler, Urheber- und Verwerterverbände sowie Verwertungsgesellschaften die Initiative „Kunst hat Recht“, um für die Einführung einer gesetzlichen Festplattenabgabe zu lobbyieren.

Festplatten nach OGH-Urteil nun wieder vergütungspflichtig

2012/13 wurde vom Justizministerium ein Arbeitspapier zu einer Gesetzesnovelle vorgelegt, die auch die Einführung einer Festplattenabgabe umfassen sollte. Das Projekt scheiterte jedoch vollständig am Widerstand aus der Öffentlichkeit, der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer Österreichs; auch einige Kulturinstitutionen sprachen sich dagegen aus. Anfang 2014 hat nun der Oberste Gerichtshof (OGH) die Urteile der Vorinstanzen aufgehoben und festgestellt, dass Festplatten unabhängig von ihrer „Multifunktionalität“ vergütungspflichtig sind. Entsprechend ist die Forderung nach der Einführung einer „Festplattenabgabe“ wieder auf dem Tisch.

Parallel zu dieser Entwicklung wurden in den letzten Jahren in Österreich auch neue Modelle diskutiert, die nicht als Geräte-Abgabe konzipiert sind, sondern als „Internet-Abgabe“ oder „Haushaltsabgabe“. Das Modell einer Haushaltsabgabe ziehen netzpolitische Organisation aus Gründen des Datenschutzes, Internet-Service-Provider aus Gründen der Wirtschaftlichkeit vor. Aktuell gibt es zwei ernstzunehmende und ausgearbeitete Modelle.

1. Der „Kulturbeitrag“

Das Modell „Kulturbeitrag“ wurde von der „Plattform für ein modernes Urheberrecht“ – einer Gegen-Initiative von Geräteherstellern und -händlern zu „Kunst hat Recht“ – als unmittelbare Antwort auf das OGH-Urteil zur Festplattenabgabe veröffentlicht. Der Kulturbeitrag in Höhe von monatlich 50 Cent soll pro österreichischem Haushalt zusätzlich zum Rundfunk- und Fernsehbeitrag erhoben werden.

Diese Haushaltsabgabe soll die bisher bestehende, geräteabhängige Leerkassetten- und Reprographievergütung vollständig ersetzen und den „gerechten Ausgleich“ für die Erlaubnis zur Privatkopie darstellen. Bei jährlich 6 Euro pro Haushalt sollen so rund 22 Millionen Euro Gesamtertrag pro Jahr erzielt werden. Zum Vergleich: 2010 lag der Ertrag aus beiden Vergütungsarten bei rund 17,6 Millionen Euro.

2. Der „Netzschilling“

Das Modell „Netzschilling“ wurde vom Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE) gemeinsam mit Creative Commons Austria entwickelt und im September 2013 öffentlich präsentiert (Disclosure: für beide Organisationen ist der Autor dieses Textes tätig). Auch das Modell des Netzschillings soll die bisher bestehende, geräteabhängige Leerkassetten- und Reprographievergütung vollständig ersetzen, geht jedoch darüber hinaus: Zusätzlich ermöglicht es auch das bekannte „Recht auf Remix“ im nicht-kommerziellen Bereich. Eine kommerzielle Auswertung soll durch individuelle kostenpflichtige Nachlizenzierung ermöglicht werden – durch Kontrahierungszwang und Extended Collective Licensing.

Eine allgemeine Erlaubnis, fremde digitale Inhalte online zur Verfügung zu stellen – also zum Upload – ist dagegen ausdrücklich nicht Teil des Netzschillings. Das Recht auf Remix soll nicht durch eine „Fair-use-Klausel“ erreicht werden, sondern indem das Zitat- und Bearbeitungsrecht angepasst wird, wie in Deutschland bereits vorgedacht. Zugleich soll ein zeitgemäßer Werkbegriff im nationalen österreichischen Urheberrecht verankert werden, um ein Recht auf Remix zu ermöglichen.

Anders als bei der Kulturwertmark des Chaos Computer Clubs und anderen Internet-Abgaben soll die Vergütung beim „Netzschilling“ nicht nutzungsbasiert erhoben und ausgeschüttet werden, sondern ebenfalls pro Haushalt. Wie beim Modell des Kulturbeitrags soll die Vergütung zusammen mit der Rundfunk- und TV-Gebühr erhoben und verteilt werden. Der Anteil der Verwertungsgesellschaftsmitglieder würde wie bisher an die Verwertungsgesellschaften weitergegeben, die Vergütung dann nach eigenen internen Schlüsseln anhand der Verkaufszahlen verteilt.

Ein namhafter Teil der Gesamterlöse soll in einen eigens errichteten Stiftungsfonds fließen, der vor allem Künstler fördern soll, die nicht Mitglied einer Verwertungsgesellschaft sind und damit im bestehenden System nicht von Leerkassetten- und Reprographie-Vergütung profitieren. Die Fördermodelle sollen sich an die Modelle der Wissenschaftsförderung orientieren, aber auch Crowdfunding und den „Freikauf“ von Werken – also das nachträgliche Vergeben freier Lizenzen – unterstützen.

January 21 2014

Open-Access-Publizieren mit dem universitätsweiten Repositorium Phaidra

Die Archivierungsplattform Phaidra wird seit 2008 an der Universität Wien verwendet, um digitale Objekte über Sprach- und Ländergrenzen online zur Verfügung zu stellen. Sandra Blumesberger beschreibt das Projekt.

U-TonEin Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

Phaidra (Permanent Hosting, Archiving and Indexing of Digital Resources and Assets) wurde von der Universitätsbibliothek Wien gemeinsam mit dem Zentralen Informatikdienst der Universität entwickelt und ist derzeit an mehreren in- und ausländischen Institutionen, unter anderem am Fonds zur Förderung wissenschaftlicher Forschung (FWF) in Verwendung.

Das Programm basiert auf der Open-Source-Software Fedora, die für die Archivierung digitaler Objekte entwickelt wurde. Phaidra macht eine langfristige Sicherung wertvoller digitaler Inhalte möglich und ist seit 2008 online. Objekte in allen Formaten können – mit einem dauerhaften Identifier, Lizenzen und Klassifikationen versehen – archiviert werden.

Mit diesem Repository ist es ebenfalls möglich, sehr rasch und sicher zu publizieren. Sämtliche MitarbeiterInnen, Studierende und Personen, die einen Account der Universität Wien besitzen, haben die Möglichkeit, Objekte, versehen mit einem Zeitstempel und erläuternden Metadaten, zu archivieren und, soweit rechtlich möglich, weltweit freizugeben. Wertvolle Sammlungen, Archivmaterialien, Bücher, Bilder, Texte, Videos und Audiodokumente können sehr rasch verfügbar gemacht werden.

Weiterverwendung erlaubt

Die angegeben Lizenzen garantieren jede Weiterverwendung, die der „Owner“ – so wird jene Person genannt, die das Objekt in Phaidra hochlädt – des Objekts wünscht. Aber auch die Verwendung von offenen Standards und Schnittstellen erlaubt es, die Objekte in andere Kontexte zu stellen (mehr unter phaidraservice.univie.ac.at).

So wurden zum Beispiel im Rahmen des EU-Projekts Europeana Libraries zahlreiche Bilder des Instituts für Kunstgeschichte, Nachlassmaterialien, Bücher, Inkunabeln, Videos der Universitätsbibliothek und Materialien des Universitätsarchivs für alle zugänglich ins Internet gestellt.

Das Projekt „E-Books on Demand“ ermöglicht es, rechtefreie Büchern über das für Phaidra entwickelte Betrachtungsprogramm digital bereit zu stellen. Phaidra-User haben zusätzlich die Möglichkeit, mit dem in Phaidra angebotenen Phaidra-Importer selbst Bücher zu erstellen und über den Bookviewer anzubieten.

Phaidra ist eingebunden in die EU-Projekte OpenAIRE und OpenAIREplus. Das bedeudet, dass österreichweit alle Personen, die in einem Forschungsprojekt im Rahmen des FP7-Rahmenprogramms der EU tätig und vertraglich verpflichtet sind, ihre Ergebnisse offen zugänglich zu publizieren, Phaidra nutzen können.

Rechtefragen behindern Verfügbarkeit

Die Möglichkeit, die Objekte mehrsprachig beschreiben zu können, vermindert weitere Barrieren; ein weltweiter Austausch von wissenschaftlichen Informationen ist deshalb garantiert. Dennoch hat diese Freiheit Grenzen, nämlich dann, wenn die Rechte an einem Objekt nicht geklärt sind.

Laut den Nutzungsbedingungen von Phaidra dürfen nur Objekte archiviert werden, an denen der Owner die Rechte besitzt. Bei multimedialen Objekten, bei denen von allen Beteiligten die Rechte eingeholt werden müssten, kann dies ein langer Prozess sein.

Bei Materialien, die in der Lehre eingesetzt werden, besitzen die LehrveranstaltungsleiterInnen nicht immer sämtliche Rechte. Das bedeutet, dass diese Materialien nicht in Phaidra archiviert werden dürfen. Auch Sicherheitskopien von Objekten, deren Rechte nicht gänzlich geklärt sind, dürfen nicht in Phaidra archiviert werden. Eine Lockerung der derzeitigen Gesetze würde die Verbreitung des Open-Access-Gedankens sehr unterstützen.

Während in den Naturwissenschaften bereits einige Modelle des Open-Access-Publizierens in Verwendung sind, sind die Vorbehalte in den Geisteswissenschaften zum Teil noch sehr groß. Hier bedarf es eines Umdenkungsprozesses – die Werkzeuge wären jedenfalls schon vorhanden.

Susanne Blumesberger ist Germanistin und seit 1999 Mitarbeiterin des Projekts „biografiA. Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen“ am Institut für Wissenschaft und Kunst an der Unversität Wien und seit 2007 zuständig für Customer Management für Phaidra, das digitale Langzeitarchivierungssystem der Universität Wien.

January 14 2014

Die Urheberin, das All-Eins und die Schultern von Riesen

Welche Rolle spielt das Urheberrecht in der Wissenschaft? Und wie wichtig ist es, dass die bisher gewonnenen Erkenntnisse, auf denen weitere Forschung aufbauen kann, frei verfügbar sind? Einige Betrachtungen von Nicole Lieger.

U-TonEin Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

Das Aufbauen neuer Forschung auf vorhandenen Erkenntnissen, die Entwicklung neuer Gedanken aus bereits Geschriebenem heraus sind zweifelsohne Kernelemente der wissenschaftlichen Dynamik. Und während dieses Teilen und Weiterverwenden den Lebensnerv der Wissenschaften bildet, halten sich auch andere Kräfte, die diese Dynamik erschweren oder behindern.

Natürlich sind die Zusammenhänge hierbei vielfältig und komplex. Ich möchte nur einen Faktor herausgreifen und ein wenig näher beleuchten. Dieser Faktor ist ein auf der philosophischen Grundebene angesiedelter – nämlich bei dem Verständnis des Selbst und der Natur des Denkens. Widergespiegelt findet es sich gut in der Idee des „Urhebers“. Diesen kann man sich, in Anlehnung an das romantische Bild von Descartes, als einsamen Denker vorstellen, als Individuum, das mit einer Tabula rasa beginnt, das ganz aus sich heraus schöpft und ein „eigenes“ Werk hervorbringt. In der Art, wie Urheberrecht heute diskutiert wird, scheint so ein Bild oftmals mitzuschwingen.

Descartes: The man who tried to be an island? Rene Decartes, Portrait von Frans Hals.

Descartes: The man who tried to be an island?, Rene Decartes, Portrait von Frans Hals via Wikimedia Commons.

Ein anderer Zugang würde mit einer ganz anderen Idee von Individuum und von schöpferischem Wirken beginnen; und daher auch zu ganz anderen – rechtlichen, ökonomischen – Regelungen und Systemen führen.Hier wird der Mensch in seinem geistigen Leben und in seinem „ich“ verstanden als etwas, was erst durch Begegnung mit anderen Menschen und durch Sozialisation entsteht: Allein und unbeeinflusst von anderen wäre der Mensch sprachlos wie Kaspar Hauser.

Das geistige Innere des Menschen entsteht also in Begegnung mit anderen, und die Einflüsse, die „mich“ und „mein Denken“ hervorbringen, sind unglaublich mannigfaltig und verwoben. Und die Grenze ist nicht klar zu ziehen: was sind „die Gedanken anderer in mir“, was sind „meine Gedanken“? Als geistige Wesen gehen wir – bei dieser Betrachtungsweise – alle ineinander über.

Beispiel Sprache: Das Eigene und das Gemeinsame

Ein gutes Beispiel dafür ist Sprache. Wenn ich schreibe, und dabei meine ureigensten Gedanken ausdrücke, verwende ich die deutsche Sprache. Die ureigen meine sind, die aber Millionen Menschen vor mir und um mich geprägt und an mich weitergegeben haben. So wie nun ich sie präge und gleichzeitig weitergebe. Genauso ist es mit dem Inhalt meiner Gedanken: Ich bin ein Kind der Moderne, und der Postmoderne. Ich drücke – ganz individuell – die Gedanken aus, die rund um mich und daher in mir vorhanden sind. Wo fängt „mein Individuelles“ an, wo hört es auf? Lässt sich das feststellen? Wäre das überhaupt wichtig?

Statt zu fragen: „Ist dieser Gedanke von dir oder von mir?“ könnten wir auch vorrangig fragen: „Ist dies ein hilfreicher Gedanke? Wollen wir mit dem weitermachen?“

„Wer hat’s zuerst gesagt?“ ist vielleicht kein hilfreicher Fokus.

Jedes anregende, kreative Gespräch verliert sofort den Esprit, wenn es sich vom Gesprächsgegenstand wegbewegt hin zum Thema: „Das hab jetzt aber ich gesagt!“ – „Ja, aber das ich!“ – „Ja, aber nur, weil vorher ich das gesagt habe!“. Müßig, oder? Tatsächlich, ein Wort gibt das andere. Und selbst wenn mein Beitrag sich nicht an andere anlehnt, sondern diesen sogar direkt widerspricht: Hat sich mein Gedanke vielleicht nur im Formulieren dieses Widerspruchs gebildet und ist daher genauso dem Gemeinsamen, der Begegnung entsprungen?

Viele Einzelimpulse ergeben ein Ganzes

In diesem Bild liegt der Fokus auf dem gemeinsamen geistigen Feld, das heterogen und dynamisch ist und sich durch das Zusammenspiel vieler Einzelimpulse weiterentwickelt. Dieses Bild von menschlichem Denken entwirft etwa auch der Quantenphysiker David Bohm in seinen Texten zu Dialog. Ähnlich sind auch die Grundlagen von systemischen (Familien-)Aufstellungen, oder Grundstränge buddhistischer Philosophie, wie etwa von Thich Nhat Hanh mit dem Begriff Intersein beschrieben.

Von diesem Zugang her kommend könnte man also meinen, dass es kaum möglich ist, „meine Gedanken“ von „deinen Gedanken“ zu trennen, und dass es insgesamt eher eine traurige Zeitverschwendung ist, sich darauf zu konzentrieren.

Damit wir uns möglichst frei dem Wesentlichen zuwenden können, sollten wir daher unsere Systeme so ausrichten, dass sie nicht zu sehr von der Beantwortung der Frage „Wer hat’s zuerst gesagt?“ abhängig sind.

Ruhm, Ehre, Vertragsverlängerung

Dies hat einige sehr interessante Implikationen für die akademische Welt, wo derzeit Ruhm, Ehre und Vertragsverlängerung verdächtig stark davon abhängig sind, wer was zuerst gesagt hat.

Welche Regeln und Systeme – rechtlich, ökonomisch und so weiter – uns einfallen, welche wir aufbauen, hängt unter anderem davon ab, welches Bild von Selbst und Wirklichkeit wir als Ausgangspunkt im Hinterkopf haben. Agiere ich – bewusst oder unbewusst – mit dem Bild des einsamen Denkers und Forschers, der, ganz alleine und aus sich heraus, Gedanken und Erfindungen hervorbringt und daher deren „Urheber“ ist?

Oder sehe ich die gedankliche Welt im wesentlichen als eine verwobene, wo ein Wort das andere und eine Erfindung die nächste gibt, in einer viel subtileren Art als eine Fußnote je ausdrücken könnte? Wo wir alle unsere Gedanken wechselseitig beeinflussen und hervorbringen, wo Zeitgenossinnen und vergangene Generationen in mir und aus mir sprechen, wo mein individueller Ausdruck genau Teil eines kollektiven Diskurses und nur deswegen in dieser Form entstanden ist? In diesem Bild sind Gedanken uns allen gemein – und daher auch frei?

Nicole Lieger arbeitet an der Entwicklung neuer Formen politischen Arbeitens, die Vision, Wertschätzung, Kooperation und Freude ins Zentrum rücken und die sich die Möglichkeiten eines konstruktivistischen Weltverständnisses zunutze machen. Sie hat für Amnesty International in Brüssel gearbeitet, war Leiterin des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Menschenrechte und lehrte jahrelang an der Universität Wien, derzeit an der Universität Innsbruck.

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January 07 2014

Kunst – mehr als Kommerz und Konsum?

Kunst unter den Bedingungen des Kapitalismus zu machen, ist nicht einfach, meint die Komponistin Ingrid Schmoliner. KünstlerInnen müssen sich meist in ein Leben am Existenzminimum einrichten.

U-TonEin Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

Als freischaffende Künstlerin muss ich mich immer wieder mit dem Urheberrecht in der einen oder anderen Form auseinandersetzen. Sei es als Improvisatorin, als Komponistin, als Ideenfinderin oder als Kuratorin.

Die Verwertungsgesellschaften für musikalische UrheberInnen in Österreich sind die AKM (Staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger) und die Austro-Mechana (Gesellschaft zur Wahrnehmung mechanisch-musikalischer Urheberrechte); da es für mich keine anderen, besseren Möglichkeiten gibt, bin ich Mitglied dieser beiden Gesellschaften.

Bei einem Beitritt bekommt man sämtliche rechtlichen Informationen, die sich über unzählige Seiten erstrecken. Es darf bezweifelt werden, ob jedes Mitglied sich wirklich die Zeit nimmt, sich innerhalb dieser Bürokratie zu orientieren oder über die AKM-Website zu niederschwelligeren Informationen zu gelangen, sei es zum Thema Werklisten, Abrechnungsschlüssel und so weiter.

Was ist E, was ist U?

Was aber sicher gleich am Anfang schon Thema ist: die Einteilung in E-Musik und U-Musik. Vor allem die unterschiedliche Verteilung der Tantiemen ist sehr auffallend. So bekommen KomponistInnen, deren Werke in E-Musik eingeteilt und abgegolten werden, wesentlich höhere Beträge.

Wenn man sich den Tantiemenschlüssel der einzelnen Sparten ansieht – also welche Bezugsberechtigten am meisten über die Verwertungsgesellschaften erhalten –, so bekommen UrheberInnen der Musiksparten volkstümlicher Schlager, Schlager und Popmusik, welche eine breite Masse von Zuhörern ansprechen, den größten Anteil.

Meine Arbeit zählt nicht zum Mainstream und ich verdiene damit auch nicht viel. Jedoch werden die für mich relevanten Genres wie Instant Composition, Improvisation und sogenannte rahmend-hinweisende Kompositionen unabhängig von ihrem Charakter immer als U-Musik oder Klangkunst (die noch niedriger vergütet wird) abgerechnet, was meine Arbeit weder ideell noch finanziell angemessen würdigt.

Das wirft die Frage auf, welche Kunst wertvoll beziehungsweise ernsthaft ist und welche nicht. Das entscheidet bei den Verwertungsgesellschaften eine Jury. Aber ist das überhaupt zulässig oder gerecht?

Eine akademische Ausbildung als KomponistIn verhilft einem Mitglied eher dazu, dass die Jury eine hinweisend-rahmende Komposition als E-Musik wertet, allein durch den Abschluss am Papier. Andere UrherberInnen, die ähnliche – um nicht zu sagen fast identische – Arbeiten herstellen, werden aber in U-Musik/Klangkunst eingeteilt. Es kann nicht sein, dass die Qualität einer Komposition sich mit einem akademischen Abschluss automatisch bewerten lässt.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der improvisierte Musik und das sogenannte Instant Composing immer mehr Stellenwert, auch im klassischen Kontext, gewann, müsste es längst neue Bewertungen dieser schöpferischen Methode geben.

KünstlerInnen am Existenzminimum

Es gibt viele Parameter, die eine Arbeit wertvoll machen, und somit sollte diese als ernsthafte Arbeit abgegolten werden. Leider ist das nach wie vor nicht der Fall, was wiederum die Existenzberechtigung der KünstlerInnen in der heutigen „Geiz ist Geil“-Gesellschaft vergegenwärtigt. Ich muss nicht erwähnen, dass ich und viele meiner KollegInnen ständig am Existenzminimum leben.

Könnte das bedeuten, dass ich doch besser Mainstream-Musik schreiben oder spielen soll? Oder dass ich mir im nächsten Leben eine reichere Familie aussuchen sollte, die mir den Luxus einer Arbeit ohne Entgelt und gleichzeitig den Erhalt einer Familie ermöglicht, einen Arbeitsraum finanziert, Instrumente und die Veröffentlichungen bezahlt?

Zeit ist nicht vorhanden, muss aber unbezahlt zur Verfügung gestellt werden, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Trotzdem bleibt die Frage offen, ob das daraus entstandene musikalische Schaffen ernsthaft ist? Armutsgrenze ist nun wahrlich kein Thema, da wir als KünstlerInnen nur von Luft und Luft leben?
Nun kann ich von Glück sagen, dass zwei meiner Produktionen aus dem SKE-Fonds der Austro-Mechana gefördert wurden. Als Kuratorin und Organisatorin des Festivals „New Adits“ wäre ich ohne die Fördergelder des SKE-Fonds und der Gesellschaft zur Förderung Österreichischer Musik (GFÖM) um vieles schlechter gestellt. Das Festival finanziert sich seit vier Jahren ohne private Sponsoren, allerdings wieder einmal nur mit unbezahlter Arbeitszeit der OrganisatorInnen.

Vergütung findet kaum statt

Es wäre deshalb für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht von Vorteil, wie es immer wieder in meinem Umfeld diskutiert wird, aus der AKM/Austro-Mechana auszutreten. Es wäre nur dann sinnvoll, wenn es alternative Förderquellen und Verwertungsgesellschaften gäbe. Doch wenn man sich die wirtschaftliche Lage ansieht, ist das nicht sehr wahrscheinlich. Ebenfalls unverständlich ist es, dass dem Musikland Österreich ein breites Spektrum an Kultur anscheinend nicht einmal soviel wert ist, dass zumindest die Leerkassettenvergütung funktionieren würde.

Zusätzlich findet eine Entwertung des musikalischen Schaffens durch Raubkopien und schnelle Verfügbarkeiten statt. Es braucht Zeit und Geld, um eine qualitativ hochwertige Aufnahme zu schaffen und verfügbar zu machen, aber entgolten wird diese natürlich nur marginal. Als Künstlerin muss ich Tonträger als Visitenkarte produzieren, um überhaupt wahrgenommen zu werden – zum größten Teil selbstfinanziert. Aber Frau kann ja froh sein, wenn sie überhaupt wahrgenommen wird!

Nachdem das digitale Zeitalter unaufhaltsam ist, die freie Marktwirtschaft und der Kapitalismus zusehends auch in der Kunst Einzug gehalten haben, stehen der Wert eines Werkes, die investierte Arbeitszeit, Ressourcen und künstlerische Handlung im Hintergrund. Eine äußerst bedenkliche Tatsache in diesem Rahmen ist, dass sich die Gagen der KünstlerInnen in den letzten zwanzig Jahren nicht der Inflation angepasst haben.

Da größtenteils der Konsum und nicht der mündige Genuss von Kunst Profit bringt, sehe ich meine Situation doch eher realistisch. Was nichts an der Aussage ändert: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ingrid Schmoliner ist Komponistin und Pianistin sowie Lehrerin für Gesang und Klavier. Sie lebt und arbeitet in Wien.

December 31 2013

Verwertungsgesellschaften ­– Vermittler von Rechten

Für die Geschäftsführerin der Verwertungsgesellschaft Literar-Mechana Sandra Csillag sind Verwertungsgesellschaften die Interessenvertreter der Rechteinhaber. In Österreich hat ein Gesetz schon vor sieben Jahren dafür gesorgt, dass die VGs auf die neuen Bedingungen der digitalen Welt vorbereitet sind – EU-Richtlinien sind dafür nicht nötig.

Ein Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

U-TonVerwertungsgesellschaften gibt es seit mehr als hundert Jahren. Sie haben sich als Clearingstelle dort bewährt, wo Rechte massenhaft genutzt werden und haben immer wieder bewiesen, dass ein geordneter Rechtserwerb möglich ist. Sie haben die Funktion eines Vermittlers, der rasch, umfassend und kostengünstig den Zugang zu geschützten Werken – an einer Adresse – ermöglicht.

Grundprinzipien: Aufsicht – Transparenz – Effizienz – Verhältnismäßigkeit

Seit mittlerweile sieben Jahren verfügt Österreich über ein neues, modernes Gesetz, das die Rahmenbedingungen für Verwertungsgesellschaften absteckt. Die Eckpfeiler sind Monopolstatus, staatliche Kontrolle, Transparenz der Finanzen, Mitbestimmung der Urheber an der Willensbildung, Effizienz, aber auch Verhältnismäßigkeit. Es gab für dieses „Verwertungsgesellschaftengesetz“ keine europarechtliche Verpflichtung.

Österreich hat freiwillig eine ganze Branche für die modernen gesellschaftspolitischen und sozio-ökonomischen Anforderungen fit gemacht. Die jüngsten Disziplinierungsmaßnahmen der *EU-Kommissio*n, ausgehend von teilweise berechtigter öffentlicher Kritik wegen Unzulänglichkeiten in Organisations- und Transparenzfragen sowie Misswirtschaft in einzelnen großen europäischen Musikgesellschaften, kommen in Österreich jedenfalls zu spät und sind überflüssig.

Von den Künstlern für die Künstler

Verwertungsgesellschaften sind nicht die Gegenspieler ihrer Bezugsberechtigten. Sie wurden von den Rechteinhabern gegründet und sind für diejenigen Rechteinhaber da, die an der Willensbildung der Gesellschaft teilnehmen. So ist es gesetzlich vorgesehen.

Daher sind öffentlichkeitswirksame, aber unqualifizierte Aussagen wie vor kurzem im EU-Parlament, die in der neu erarbeiteten Verwertungsgesellschaften-Richtlinie endlich ein Reglement entdecken, das die Bezugsberechtigten „gegen ihre Verwertungsgesellschaften stärkt“, nur billige Polemik auf Kosten anderer und letztlich ein Ausdruck tiefer Ignoranz.

Aufklärung ist dringend erforderlich. Das komplexe System muss einfach aufbereitet werden. Dem wollen wir uns gerne stellen.

Literar-Mechana – Partner der Autorinnen, Autoren und Verlage

In der Literar-Mechana ist ein Partnerschaftsmodell verwirklicht – alle Kategorien von Bezugsberechtigten (über 17.000 Autorinnen und Autoren von Sprachwerken jeder Art und Verlage) nehmen gleichberechtigt an der Willensbildung teil, keine Gruppe von Rechteinhabern kann überstimmt werden.

Die wichtigsten Einnahmequellen der Autorinnen und Autoren sowie der Verlage liegen in der so genannten Erstverwertung, also im Buch-, E-Book- oder Zeitschriftenverkauf, oder im Verkauf der Sende- und Aufführungsrechte. Diese werden vom Autor oder vom Verlag selbst abgewickelt, eine literarische Verwertungsgesellschaft hat damit nichts zu tun.

Die Literar-Mechana verteilt die Tantiemen aus der Wahrnehmung der Zweitverwertung, also zum Beispiel in den Bereichen der Privatkopiervergütung, des Kabelfernsehens und der öffentlichen Wiedergabe. Das ist in der Regel nur ein Zusatzverdienst für die Rechteinhaber. Mittelgroße Gesellschaften wie die Literar-Mechana können nicht mit den großen musikalischen Gesellschaften über einen Kamm geschoren werden, über die ein Gutteil der Gesamteinnahmen aus der Lizenzierung von Werknutzungen ausgeschüttet wird.

Verteilung als Spiegel der Erstverwertung

Immer wieder kann man lesen, die Verteilung sei ungerecht, das Geld kommt nicht bei den Künstlern an, nur die wichtigen Künstler oder „großen Verwerter“ erhalten alles oder alles Geld fließt ins Ausland. Aber Verteilungspläne der Verwertungsgesellschaften sind nun einmal komplex. Das liegt an den unterschiedlichen Wahrnehmungsbereichen und daran, dass ein Drehbuch anders genutzt wird als ein wissenschaftlicher Aufsatz. Das macht sie per se nicht ungerecht, sondern zeigt nur das redliche Bemühen, alle Berechtigten angemessen zu berücksichtigen.

Ein Verteilungsplan einer Verwertungsgesellschaft kann immer nur Spiegel der Erstverwertung, also der Realität etwa auf dem Buchmarkt sein: Werke, die stärker nachgefragt werden, erhalten entsprechend ihrer Nutzung mehr, aber sowohl Autoren als auch Verlage werden angemessen beteiligt. Dieses demokratische und partnerschaftliche Modell darf nicht in Frage gestellt werden, soll die kollektive Verwaltung weiterhin funktionieren.

Und natürlich kommt das Geld bei den Autorinnen und Autoren an. Dazu genügt ein Blick in die öffentlich zugänglichen Geschäftsberichte: Rund 9.500 österreichische Autorinnen und Autoren und 300 österreichische Verlage haben in den letzten Jahren zweimal im Jahr eine Abrechnung erhalten. In den letzten zwanzig Geschäftsjahren hat sich der von der Literar-Mechana an Verlage ausbezahlte Anteil an der Verteilungssumme – das waren zuletzt rund 20 Millionen Euro – jeweils zwischen 27 und 33 Prozent bewegt. Rund 65 Prozent der verteilten Beträge verblieben in Österreich.

Transparenz für Bezugsberechtigte und Nutzer

Good Governence, Transparenz, Effizienz bei bestmöglichem Service für die Bezugsberechtigten, aber auch für die zahlungspflichtigen Nutzer – das sind die Wegweiser für die Tätigkeit der Literar-Mechana. Dies ist nicht zuletzt an dem konstant niedrigen Satz für die Verwaltung ableitbar. Die Aufwendungen für den Gesamtbetrieb betrugen im letzten Jahr 5,9 Prozent der Gesamterträge. Das bedeutet, dass von 100 eingenommenen Euro rund 94 Euro in die Tantiemenausschüttung fließen.

Wir haben nichts zu verbergen. Dem tragen die weitreichenden Informationen auf unserer Webseite (www.literar.at) Rechnung. Die Verpflichtungen des österreichischen Gesetzes haben allesamt dazu ausgereicht, dass ein Bezugsberechtigter die Organisation seiner Verwertungsgesellschaft auch beurteilen kann. *

Die EU-Kommission erlegt allen Verwertungsgesellschaften unabhängig von ihrer Größe, also auch solchen wie der Literar-Mechana, in ihrem Richtlinien-Entwurf Informationspflichten gegenüber der Öffentlichkeit und ihren Bezugsberechtigten auf, die den Bogen weit überspannen.* Dies wird auf Kosten der Bezugsberechtigten gehen, weil dies mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist.

Stichwort Creative Commons

Was in netzpolitischen Blogs als Sieg über die starren Systeme der Verwertungsgesellschaften gefeiert wird, ist bei der Literar-Mechana seit langem umgesetzt. Wünscht der Bezugsberechtigte keine Verwaltung über uns, hat er selbst lizenziert oder möchte er das Werk von der Lizenzierung ausschließen, meldet er entweder sein Werk nicht zur Verrechnung an oder er gibt bekannt, dass er bestimmte Rechte selbst verwaltet. Davon wird bereits in den „klassischen“ Wahrnehmungsbereichen immer wieder Gebrauch gemacht. Wir werden dies weiterhin so flexibel handhaben.

Soziale und kulturelle Förderungen

Wir setzen uns für Kunst und Kultur ein. Allein aus den sozialen und kulturellen Einrichtungen der SKE wurden zuletzt zwischen 1 und 1,2 Millionen Euro für soziale Notfälle, Stipendien, Veranstaltungen von besonderem kulturellen Wert ausgegeben.

Die derzeitige sehr kontroversiell geführte Urheberrechtsdebatte zeigt deutlich, dass die Verwertungsgesellschaften im In- und Ausland mehr denn je gefordert sind, das Bewusstsein für die Rechte und Ansprüche ihrer Mitglieder zu stärken und sich für ihre Rechte einzusetzen.

Sandra Csillag ist Geschäftsführerin der Verwertungsgesellschaft Literar-Mechana.

December 17 2013

Google – Parasit oder Symbiont?

Auch österreichische Verleger fordern ein Leistungsschutzrecht. Dabei geht es um die Frage: Soll Google den Zeitungen Geld zahlen? Die österreichische Journalistin Ingrid Brodnig über die Zukunft des Qualitätsjournalismus im Internet und den Wettstreit zwischen Presseverlegern und Google.

Ein Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

U-Ton. Urheberrecht im digitalen ZeitalterDie Vorgeschichte: Die Zeitungsherausgeber stehen vor einer schwierigen Frage: Wie sollen sie heute noch mit Journalismus Geld verdienen? In den letzten Jahren werden weniger Anzeigen geschaltet, die Auflage vieler Zeitungen sinkt – wenn auch hierzulande langsamer als in einigen anderen Staaten. Online-Werbung kann diese Lücke noch nicht füllen: Im Netz ist Werbung spottbillig, das heißt, man verdient wenig damit. Auch fehlt online die Zahlungsmentalität. Im Netz sind die User gewohnt, Artikel gratis zu bekommen. Es fehlt an ambitionierten Geschäftsmodellen und an Kaufoptionen.

Kein Wunder, dass viele Verleger unruhig werden und argwöhnisch auf Google blicken. Dem Internetriesen geht es alles andere als schlecht. Er nahm allein im Jahr 2012 weltweit mehr als 43,6 Milliarden US-Dollar mit Werbung ein, das sind umgerechnet mehr als 32 Milliarden Euro. Auch Werbegelder aus Österreich fließen an den kalifornischen Konzern. Da fragen sich einige Zeitungsmacher: Ist das fair?

Die Idee: Die Verleger wollen ein Stück vom Googlehupf. Sie argumentieren: Googles Geschäftsmodell baut darauf auf, dass es die Inhalte (also das geistige Eigentum) anderer Menschen verlinkt. Bei Google News sieht man zum Beispiel die aktuellsten Nachrichten verschiedenster Webseiten, etwa die Überschrift und die ersten Zeilen. Deshalb kamen spitzfindige Verleger auf die Idee: Google soll dafür zahlen, wenn es auf ihre Artikel verlinken und Teile davon herzeigen möchte. Genau das sieht das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger vor – ein sehr umstrittenes Thema.

Deutschland hat ein solches Leistungsschutzrecht bereits eingeführt: Am 1. August 2013 trat es in Kraft und wird auch als „Lex Google“ bezeichnet. Demnach müssen kommerzielle Suchmaschinenbetreiber Geld zahlen, wenn sie Pressetexte auszugsweise zitieren wollen. Alles außer „einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte“ ist verboten, sofern man nicht eine Lizenz dafür zahlt.

Das Leistungsschutzrecht ist in Deutschland extrem umstritten. Nun wünschen sich auch die österreichischen Verleger eine solche Regelung. „Die neue Regierung muss rasch ein Medienpaket auf Schiene bringen, das vorrangig aus einer reformierten Presseförderung und einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage besteht“, erklärte neulich Thomas Kralinger, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen.

Das Dilemma: Im Kern geht es um die Frage, ob Google ein Parasit oder ein Symbiont des medialen Ökosystems ist. Profitieren die Zeitungen in erster Linie davon, dass Google ihre Angebote verlinkt und somit viele Menschen auf ihre Webseite führt? Oder profitiert in erster Linie Google von diesem Deal? Google nimmt zwar sehr viele Werbegelder ein, teilt aber nichts davon mit den Herstellern des Contents.

Das Netz hat in der Tat zu einer Umverteilung geführt. Ein ordentliches Geschäft machen online nicht unbedingt jene, die die journalistischen oder künstlerischen Inhalte erstellen. Geld fließt vor allem an diejenigen, die die Infrastruktur zur Verfügung stellen: An Telekommunikationsunternehmen, Hardware-Produzenten, oder IT-Firmen wie Google. Das finden viele sogenannte Content-Hersteller – Künstler oder Journalisten – ungerecht.

Aber ist das Leistungsschutzrecht fairer als der Status-quo? Es stellt einen Grundmechanismus des Internets infrage, nämlich die Verlinkung. Wer als professioneller und kommerzieller Anbieter auf fremde Inhalte verlinken und auch ein paar Sätze zitieren will, kommt in die Lizenzierungsfalle. Womöglich muss nicht nur Google für die Verlinkung zahlen, sondern auch andere Firmen, die auf fremde Zeitungstexte verweisen möchten. Das könnte zum Beispiel europäischen Start-ups das Leben schwer machen. Manch ein Kritiker warnt sogar vor einem „Nachteil für die deutsche Volkswirtschaft“. Der deutsche Gesetzestext ist sehr vage und lässt den Juristen viel Interpretationsspielraum offen. Wer legt fest, was genau „kleinste Textausschnitte“ sind? Ab wann kann gegen eine Webseite geklagt werden?

Der deutsche Blogger Richard Gutjahr hat kein Verständnis für die deutschen Verleger. Er meint: „Die Verlage leisten sich online eine Themenverfehlung. Im Netz ist Information im Überfluss vorhanden. Mit noch mehr Information macht man kein Geld, sondern indem man dem Kunden eine Übersicht verschafft.“ Genau das würde Google machen.

Die viel tiefergehende Frage: Eines ist das Leistungsschutzrecht mit Sicherheit nicht: Eine echte Lösung für die Zukunft des Journalismus. Für die einen, etwa für Richard Gutjahr, entspricht das Leistungsschutzrecht lediglich dem Geschäftsmodell „Jammern“. Für die anderen ist es eine Notlösung, um am besagten „Googlehupf“ ein bisschen mitzunaschen. Dieser Streit weist aber auf eine viel tiefergehende, viel schwieriger zu beantwortende Frage hin: Leistet Google einen fairen Beitrag zur Gesellschaft?

Gerade die global agierenden Internetfirmen wie Google zahlen oft verdammt wenig Steuern. Sie nutzen sogenannte „steuerschonende Maßnahmen“ und verbuchen ihre Gewinne häufig in Ländern, die kaum Steuern einheben. Google zahlt in Europa nur drei Prozent Steuern, zumindest war das im Jahr 2011 so. Ist das Internet daran schuld? Der damalige Google-Chef Eric Schmidt erklärte dies einst mit anderen Worten. Er sagte: „Das nennt man Kapitalismus.“

Ingrid Brodnig ist freie Journalistin und Redakteurin bei der Wochenzeitung „Der Falter“.

December 10 2013

Zugang zu Kunst und Kultur muss erhalten bleiben

Das verzweifelte Festhalten am alten Urheberrecht schadet den Künstlern selbst, findet Elisabeth Mayerhofer, Geschäftsführerin der IG Kultur Österreich. Sie schneiden sich von ihren Produktionsmitteln ab.

Ein Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

U-Ton. Urheberrecht im digitalen ZeitalterDas Urheberrecht, wie wir es bisher kennen, regelte geistige Eigentumsrechte in einer analogen Welt. In dieser waren Inhalte noch ungleich fester an ihre Träger gebunden und die Vervielfältigung entweder mit massiven Qualitätsverlusten behaftet oder mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden. Dies hat sich mit der Digitalisierung und der Leistbarkeit technischer Infrastruktur derart massiv verändert, dass die bisherigen Grundfesten der Geschäftsmodelle, die Wertschöpfungskette und letztlich auch die Regulationsmaßnahmen dieser Märkte, wie beispielsweise das Urheberrecht, erheblich ins Wanken gekommen sind.

Die alten Marktordnungen brechen um, neue Player wie Google oder Apple sind neben die alten Majors getreten und laufen ihnen den Rang ab. Die Kontroverse zwischen Google und den Presseverlagen wie sie besonders in Deutschland, angeführt vom Springer-Konzern seit 2012 mit einiger Vehemenz geführt wird, zeigt den Kampf um die Vorherrschaft im digitalen Raum.

Kern dieses Kampfes ist die Frage nach den Zugängen zu Information und vor allem wie diese monetarisiert werden können. Knapp zwei Jahrzehnte nachdem das Internet zum Massenmedium geworden ist, steht schon die Netzneutralität, also die Gleichbehandlung aller Daten auf dem Spiel: Wer mehr zahlt, dessen Daten haben Vorrang. Die ökonomische Spaltungen, die jede Gesellschaft durchziehen, sollen auch im digitalen Raum greifen und jenen Priorität einräumen, die bereit und in der Lage sind, dafür zu bezahlen.

Der Zugang soll reglementiert werden

Ebenso ist es mit dem Zugang zu Information im weitesten Sinne, also auch zu Kunst und Kultur bestellt. Dieser Zugang soll reglementiert und kostenpflichtig werden – ungeachtet dessen, ob dieses Wissen aus rein privaten oder öffentlichen Mitteln erzeugt wurde.

Zwei Ziele werden damit verfolgt: die Kontrolle und die einzelne Bezahlung jeden Rezeptionsaktes. Das Mittel dazu ist zunächst eine entsprechende Reform des Urheberrechts. Dadurch soll eine Situation geschaffen werden, die einige wenige UrheberInnen und DistributorInnen besser stellt, den Rest hingegen – UrheberInnen, andere DistributorInnen, Archive und nicht zuletzt das Publikum – massiv benachteiligt.

Das grundlegende Narrativ der verschiedenen Kampagnen, die in den europäischen Staaten deswegen in den letzten Jahren initiiert wurden, ist dabei gleich: UrheberInnen werden vorgeschickt, um Einkommensverluste durch die Digitalisierung zu beklagen, die durch eine repressive Rechtsdurchsetzung behoben werden könnten. Mit verschiedenen Mitteln des Polit-Lobbyismus wird dann Stimmung gemacht.

Dabei wird die prekäre finanzielle Lage der meisten KünstlerInnen ausgenützt, die sich durch den Rückzug staatlicher Förderungen und Strukturen in ihrer Existenz bedroht sehen. Sie arbeiten in einem Feld mit einem strukturellen Überangebot an professionellen AkteurInnen, die um sinkende Mittel kämpfen. Wenn den außer international erfolgreichen Stars immer weniger Künstler von den gängigen Honoraren leben können, so werden alle Hoffnungen auf das Marktprinzip gesetzt: Der Verkauf der Werke soll die fehlenden Gagen kompensieren.

Urheber schneiden sich von den Produktionsmitteln ab

Vor diesem Hintergrund ist das aggressive Festhalten am alten Urheberrecht zu verstehen, die schrillen Töne der diversen Kampagnen sowie die verzweifelten Aussagen wie: „Das Urheberrecht ist alles, was wir haben.“ Dabei wird übersehen, dass auch den UrheberInnen Kosten durch eine Ausdehnung des Zahlprinzips auf jede Rezeptionshandlung entstehen und dies erst recht, wenn diese Inhalte in ein neues Werk einfließen.

Oder, anders formuliert: Eine ökonomisch bereits geschwächte Gruppe arbeitet daran, sich selbst den Zugang zu ihren eigenen Produktionsressourcen und -mitteln massiv zu erschweren. Und daneben erschweren sie auch anderen eben diesen Zugang zu Informationen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werken erheblich.

Diese politische Kurzsichtigkeit ist das Resultat einer wachsenden Verzweiflung an den Rahmenbedingungen künstlerischer Arbeit. Solange diese nicht verbessert werden und stattdessen eine Rhetorik vermeintlicher Wertschätzung durch realpolitische Verachtung konterkariert wird, ist keine Lösung dieses Dilemmas in Sicht.

Elisabeth Mayerhofer ist strategisch-politische Geschäftsführerin der IG Kultur Österreich. Sie vertritt die IGKÖ im Vorstand des Kulturrat Österreich und in internationalen Organisationen wie Culture Action Europe und Platform for Intercultural Europe.

December 03 2013

Geistiges Eigentum ist eben auch ein Eigentum

Die österreichische Filmemacherin Zuzana Brejcha erklärt, weshalb sie den Slogan „Sharing is caring“ zynisch findet.

Ein Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

„Sharing is caring“ hörte ich bei einem Symposium über Urheberrecht.

Als Urheberin stelle ich also alles zur Verfügung – „sharing“ – und wenn es der Konsumentin gefällt, schickt sie mir dafür etwas – das ist dann „caring“? Wie? Ich bekomme 2 Euro? Vielleicht… oder auch nicht. Mit der Post oder soll ich meine Kontonummer gleich mitveröffentlichen?

Aber im Ernst: Die Urheberrechtsdebatte läuft gegen die Urheber, die noch dazu von „bösen“ Verwertungsgesellschaften vertreten werden. Natürlich passt es mir auch nicht, dass Großverwerter abkassieren, und den eigentlichen Urheber am Ende der Nahrungskette nur wenig bleibt. Aber warum arbeitet man nicht an einer gerechteren Verteilung der Abgeltungen, sondern will sie ganz abschaffen, damit der Urheber das Wenige, was er bisher einnehmen konnte, nicht bekommt?

Ich als Urheberin soll alles teilen. Gratis natürlich, und wer meine Arbeit konsumiert oder für die eigene Arbeit verwendet, wird es mir danken. Eventuell. Leben kann ich dann wohl von einer anderen Arbeit, denn auch ich muss meine Miete zahlen.

Erschreckende Unkenntnis der künstlerischen Realität

Ich versuche, geförderte Filme zu machen. Und die sollen nach einigen Vorschlägen allen gehören. Das schlagen sogar manche Politiker oder Experten vor, die aus öffentlichen Geldern ihr Gehalt beziehen. Gehören mir dann ihr Haus oder ihr Auto? Weil sie aus öffentlichen Geldern, Steuern, bezahlt wurden? Und Firmen, die vom Staat unterstützt werden oder die Steuernachlässe bekommen, erzeugen die Güter zum allgemeinen Gratisgebrauch? Warum sollen gerade Urheber für die Nutzung ihrer Arbeiten nichts bekommen?

Die Vorstellung, dass mit einer Förderung alle Ausgaben abgegolten werden und ein üppiges Honorar dabei abfällt, zeugt von einer erschreckenden Unkenntnis der künstlerischen Realität: Dass für eine Einreichung Vorarbeiten notwendig sind, die niemand bezahlt, dass es bei jeder Filmproduktion einen Eigenmittelanteil von mindestens 20 Prozent gibt – und dass man bei den Low-Budget-Filmen, die Leute wie ich machen, eher auf Honorare verzichtet und eigenes Geld (das man eigentlich nicht hat) in die Produktion steckt, davon spricht niemand. Ich vermute, dass jene, die diese Vorschläge machen, sich vorstellen, dass geförderte Kunst zu machen, ein Leben in Saus und Braus bedeutet. Dass große Teile der Arbeit an einem Film nicht entlohnt werden können, davon spricht niemand.

Verantwortung für die Dargestellten

Es gibt aber noch einen wichtigen Aspekt, abseits vom Monetären, der völlig außer Acht gelassen wird.

Ich mache Dokumentarfilme. Leute, über die ich drehe, verlassen sich darauf, dass sie erstens nur in dem Film vorkommen werden, für den sie schriftlich – per Vertrag – ihr Einverständnis gegeben haben, und dass ich nichts tue, was ihnen irgendwie schaden könnte. Ich habe beispielsweise zwei lange Dokumentarfilme über eine Roma-Großfamilie in einer Elendssiedlung in der Ostslowakei gemacht. Die Familie kannte mich schon lange, sie vertraute mir, und ließ mich alles filmen was ich wollte. Als dann der Film „Romane Apsa – Zigeunertränen“ im Kino lief, erreichte mich ein Mail einer Frau, die – nach eigenen Worten – auch einen Film über Roma machen wollte. Sie wollte eine DVD haben, um mein Material verwenden zu können. Sie schrieb, sie habe keine Lust in die Ostslowakei zu fahren.

Abgesehen davon, dass es nicht reicht, „einfach hinzufahren“ und dann werden die Leute sich schon bereitwilig „drehen lassen“: Zum Zeitpunkt des eigentlichen Drehs hatte ich drei Jahre Recherche und Vertrauensbildung geleistet, alles auf eigene Kosten. Hätte ich mein Material zur Verfügung gestellt, würde ich keine Kontrolle mehr über die Art der Verwendung haben.

Die genannten Darsteller könnten sich vielleicht in einem rassistischen Machwerk wieder finden. Oder im Fall einiger österreichischer Schauspielerinnen, deren Nacktszenen sich im Internet auf Pornoseiten wiederfinden. Aber wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Eine Schauspielerin wird für die Arbeit an einem Film mit einem bestimmten Drehbuch und einem bestimmten Regisseur vertraglich verpflichtet. Und dann taucht sie in einem anderen neuen Filmwerk auf, mit dem sie gar nicht einverstanden ist, in einem Zusammenhang, der ihr nicht passt. Die Argumentation, dass alles was im Internet herum schwirrt, müsse auch frei sein für die Verwendung in Remixes und Mashups, ignoriert, dass jeder – Filmemacher oder Darsteller – das Recht haben muss, über die Verwendung des eigenen Bildes, der eigenen Arbeit zu bestimmen.

Das geistige Eigentum ist auch ein Eigentum, wenn auch immateriell

Es ist schwierig genug, die Finanzierung eines Films auf die Beine zu stellen. Wieso soll jemand, der sich diese Arbeit – und die Kosten – ersparen will, das Recht haben, diese Arbeit für sich zu verwenden, einfach nur deshalb, weil es von jemandem hochgeladen wurde, weil es im Netzt ist, weil es greifbar ist?

Werden jene, die „sharing is caring“ rufen, ihre Wohnung mit mir teilen, wenn ich die Miete nicht mehr zahlen kann? Weil ich für die Verbreitung meiner Arbeit kein Entgelt mehr bekomme? Für mich kommt es einer Enteignung gleich, denn das geistige Eigentum ist auch ein Eigentum, nur eben immateriell.

Und noch etwas: Ich werde mich dafür, dass ich für meine Arbeit bezahlt werden will, und dass ich von jenen, die die Arbeit konsumieren etwas für diesen Genuss haben will, nicht entschuldigen. Ich lasse mir kein schlechtes Gewissen einreden. Ich finde Argumente wie: Dann können Kinder im Kindergarten kein Theaterstück aufführen, oder: Die armen Kinder in Afrika haben auch ein Recht auf Bildung absurd. In Österreich gibt es ein Recht auf Privatkopie. In Wirklichkeit geht es aber um viel Geld – Geld, das sicher nicht bei uns, den Urhebern der Werke, landet, sondern eher bei diversen Kim dot.coms. Ich will, was mir für meine Arbeit zusteht.

Zuzana Brejcha ist als Cutterin bei zahlreichen Filmproduktionen tätig. Sie ist Vorstandsmitglied im Dachverband der österreichischen Filmschaffenden sowie Vertreterin desselben im Filmrat. Des Weiteren sitzt sie im Beirat des „Team 4“-KünstlerInnenservices. Brejcha war Vorstandsmitglied im Kulturrat Österreich und ist seit 2007 Vertreterin desselben im European Council of Artists. Sie lebt und arbeitet in Wien.

November 26 2013

Wer die Freiheit der Kunst verteidigen will, darf die Künstler nicht zum Freiwild machen

Die österreichische Schauspielerin und Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer erklärt die Bedeutung eines starken Urheberrechts im digitalen Zeitalter. Urheber brauchen Schutz, um neue Werke zu schaffen. Dafür müssen innovative Wege beschritten werden.

Ein Debattenbeitrag im Rahmen der Sendereihe „U-Ton. Urheberrecht im Digitalen Zeitalter“.

Das Urheberrecht wird in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im selben Paragraphen garantiert, in dem allen Menschen die offene Teilnahme und Teilhabe an Kunst, Kultur und Wissenschaft zugesagt wird.

Es ist falsch, das eine Interesse gegen das andere auszuspielen. Die Forderung, das Urheberrecht in Zeiten der elektronischen Reproduzierbarkeit zu bekräftigen, richtet sich nicht gegen die vielen, die geistige Werke genießen, sondern zielt gegen diejenigen Kräfte, die ihren Gewinn aus der Kunst auf Kosten der Kunstschaffenden ziehen wollen. Wer die Freiheit der Kunst verteidigen will, darf die Künstler nicht zum Freiwild machen.

Das Urheberrecht ist meine Arbeitsgrundlage

KünstlerInnen müssen selbst bestimmen können, ob ihre Arbeit kostenlos verbreitet werden soll oder nicht. Es ist an mir, zu entscheiden, wer meinen Text in welchem literarischen, politischen oder ökonomischen Kontext veröffentlicht.

Im Unterschied zum amerikanischen Copyright ist es mir beim kontinentalen Urheberrecht nicht möglich, meine Persönlichkeitsrechte zu verkaufen.

Das Urheberrecht ist meine Arbeitsgrundlage. Im Kern geht es in der Urheberrechtsdiskussion um die Frage, wie viel uns Kreativität wert ist, ob sie überhaupt einen materiellen Wert hat. Für die Kreativen, die KünstlerInnen, die wir von der Vergütung der Nutzung unseres kreativen Schaffens, unserer Ideen leben, ist die Antwort klar. Denn das macht den Unterschied zum Hobbygeschichtenschreiber aus. Unsere Arbeit ist keine Freizeitbeschäftigung, wir bestreiten damit unseren Lebensunterhalt.

Keinen Film, kein Drehbuch hätte es gegeben ohne eine Idee. Ohne Menschen, deren Beruf es ist, sich etwas auszudenken, daran zu glauben und andere Menschen davon zu überzeugen, dass daraus ein Film entstehen muss.

Kreative Vorleistung

Die schwierigste Arbeit für AutorInnen ist die Phase des Entwickelns, des Konzipierens. Das Drehbuchschreiben ist vergleichsweise eine Erholung. Aber genau dieser Zeitraum ist der unterbezahlteste. Wir sind kreativ, gehen in Vorleistung, nicht wissend, ob wir für unsere Arbeit je entsprechend entlohnt werden.

Irgendwann einmal ist der Film dann gedreht und wir bekommen dafür regelmäßig Tantiemen. Das Geld dafür kommt auch aus der Leerkassettenabgabe. Die logische Weiterentwicklung ist die Festplattenabgabe. Kunst im Zeitalter elektronischer Reproduzierbarkeit braucht die Festplattenabgabe. Wichtige Händler in Österreich behalten sie ohnehin schon ein, aber aufgrund eines Gerichtsverfahrens leiten sie sie nicht an die UrheberInnen weiter. Die Festplattenabgabe gefährdet nicht die Freiheit im Netz, sichert aber die Interessen von UrheberInnen. Sie ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber unverzichtbar.

Die Festplattenabgabe existiert in Frankreich, Holland, Schweden, Deutschland. Daher bekomme ich mittlerweile aus Deutschland mehr Tantiemen als aus Österreich. Die DVDs sind in Deutschland trotzdem billiger.

Der Schutz der UrheberInnen ist ein Menschenrecht

Wer die Zensur im Netz bekämpfen will, sollte die Menschenrechte nicht preisgeben, sondern stärken; eines der Menschenrechte ist der Schutz der UrheberInnen. Es gibt sehr wohl Lösungen und Geschäftsmodelle jenseits von gewerblicher Piraterie, aber ohne repressive Überwachung. Wenn nicht solche innovativen Wege gesucht werden, dann werden jene Praktiken vorherrschen, in denen die einen um ihre geistigen Werke gebracht und die anderen von Anfang an als Verdächtige gehandelt werden.

Der Bruch des Rechts wird zum Normalfall. Dabei geht es keineswegs bloß um das Kopieren von Dateien unter Freunden oder Gleichgesinnten. Mächtige Konzerne machen Geld mit Kunst, aber auf Kosten von Kunstschaffenden. Dass man im Internet gratis downloaden kann, ist kein Naturgesetz: Es hat sich entwickelt, weil es möglich war. So wie bei vielen anderen Dingen muss man im Nachhinein dafür Regeln erfinden. Als es noch keine Autos gegeben hat, gab es auch noch keine Ampeln und keine Zebrastreifen. Trotzdem würde niemand heute gegen Ampeln reden, obwohl sie unsere Freiheit einschränken.

Gleichzeitig ist es natürlich völlig absurd, dass es oftmals nicht möglich ist, Filme und Serien entgeltlich im Internet ansehen zu können. Die Jungen, die sich jetzt einreden lassen, dass das Urheberrecht sie in ihrer Kreativität behindert, werden in ein paar Jahren merken, dass sie hineingelegt wurden. Dass es kein Spleen ist, von unserer Arbeit leben zu wollen.

Ein Urhebervertragsrecht für Österreich

Im Unterschied zu Deutschland gibt es in Österreich kein Urhebervertragsrecht. Es regelt die Beziehungen zwischen UrheberInnen eines Werkes und deren VertragspartnerInnen, denen Nutzungsrechte und Verwertungsrechte eingeräumt werden. Es stellt fest, dass es einen Anspruch auf angemessene Vergütung gibt und enthält den sogenannten Bestsellerparagraphen. Falls also ein Werk nach der Buy-out-Bezahlung ein ungeahnter Erfolg wird, muss dieser auch den UrheberInnen angemessen vergütet werden.

Allerdings hat ein Urhebervertragsrecht selbstverständlich nur Sinn, wenn es auch ein starkes Urheberrecht gibt.

Eva Spreitzhofer ist Schauspielerin und Drehbuchautorin. Sie ist Gründungsmitglied und im Vorstand der Akademie des Österreichischen Films sowie Obfrau des österreichischen Drehbuchverbands und Mitglied der Projektkommission des Österreichischen Filminstituts.

November 25 2013

U-Ton – Meinungen zum Urheberrecht aus Österreich

Auch in Österreich reden Urheber, Verwerter und Nutzer über das Urheberrecht in der digitalen Welt – ähnlich leidenschaftlich wie in Deutschland. In der Radiosendung „U-Ton – Urheberrecht in der digitalen Welt“ befragt Kulturhistoriker Joachim Losehand die Betroffenen zu ihrer Meinung. iRights.info dokumentiert die Beiträge.

In den nächsten zehn Wochen melden sich Autorinnen und Autoren, Wissenschaflter, Bibliothekare, Verbandsvertreter von Verwertungsgesellschaften, Urheberverbänden und Verwerter aus Österreich zu Wort und erklären in der Radiosendung „U-Ton – Urheberrecht in der Digitalen Welt“, welche Auswirkungen die digitale Technik und die Vernetzung für Urheber, Verwerter und Nutzer hat. Sie geben einen Einblick in die österreichischen Debatten rund um die ökonomischen und juristischen Herausforderungen. Dabei  werfen sie ihren eigenen persönlichen und beruflichen Blick darauf, wie Kunst, Kultur und Wissen im 21. Jahrhundert geschaffen, verbreitet und bewahrt wird.

U-TonJeden Dienstag um 17 Uhr sendet Radio FRO aus Linz einen Debattenbeitrag. iRights.info dokumentiert die Beiträge zeitgleich. Die Sendung wurde gestaltet und produziert von Joachim Losehand, Kulturhistoriker, Textautor und Komponist.

In der ersten Folge – am Dienstag, den 26.11.2013 – erklärt die Schauspielerin und Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer, wieso für sie ein starkes Urheberrecht wichtig ist.

July 11 2013

Ich will alle deine Daten! Crowdfunding für Online-Spiel zum Datenschutz

Vor zwei Jahren haben sich in Wien ein paar Programmierer, Webdesigner und Aktivisten zusammengefunden, um ein Online-Spiel zu entwickeln, dass nicht nur Spaß macht, sondern auch die Themen Privatheit im Netz und Datenschutz aufgreift. Herausgekommen ist: Data Dealer. Die Finanzierung des Spiels steht nun kurz vor dem Abschluss. Heute bis 22 Uhr müssen nun nur noch ein paar tausend Euro via Kickstarter eingesammelt werden, dann hätte sich die ganze Mühe des Teams gelohnt.

Bei Kickstarter müssen 50.000 Dollar zusammenkommen, heute um 7.30 Uhr sind davon bereits 44.758 Dollar zusammengekommen, bis 22 Uhr ist das Fenster noch offen. Sollte das Ziel erreicht werden, dürfte einiges an Jubel und Erleichterung aus Wien zu hören sein. Verdient wäre das, denn das Online-Spiel dreht die üblichen Warnungen vor Datenmissbrauch und Hinweise zu “Meine Daten gehören mir” spielerisch um. Im Spiel geht es laut Pressemitteilung von Data Dealer um folgendes Szenario:

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von skrupellosen Daten-Händlern und betreiben Gewinnspiele, Partnerbörsen oder Online-Plattformen wie “Tracebook” oder “Smoogle” und verkaufen die gesammelten Daten an Versicherungen, Personalabteilungen oder staatliche Behörden – frei nach dem Motto: „Persönliche Daten sammeln und wieder verkaufen – und das möglichst hemmungslos und in ganz großem Stil“.

Das Motto ‘Je besser ich die Datensammler verstehe, desto besser kann ich auf meine Daten achten’ kennt man aus fast jedem Polizei-Krimi. Die Profiler versuchen den Mörder, seine Lebensrealität und die Motive der Handlung zu verstehen, versuchen den Mord durchzuspielen und jedes scheinbar nur beiläufig relevante Detail zu berücksichtigen. Der Mörder wird meistens gefasst. Es ist zwar vorerst nicht zu vermuten, dass die professionellen Datensammler ihre Praxis schnell ändern, die Awareness steigt aber wenn ich mit ihren Augen handele.

Das hier sind übrigens die sympathischen Macher von Data Dealer:
datadealer-team

Hier nochmal ein Interview des Journalisten Richard Gutjahr mit einem der Macher:

Auch international schlägt die Idee Wellen. Es berichten nicht nur weltweit Online-Portale und Nachrichtenangebote wie hier in einem Interview in der FAZ oder hier in der New York Times, sondern Data Dealer hat im vergangenen Monat auch den renommierten G4C-Award (Games for Change – Award) in den USA gewonnen. Viel Lob und Interesse. Es wäre nun schön zu sehen, wie die weitere Entwicklung aussieht. Deswegen hier nun nochmal der Link zur Kickstarter-Kampagne.

Einen Eindruck vom Spiel gewinnt man in der spielbaren Demoversion (Englisch). Und hier direkt der Video-Trailer:

Und zum Schluss: Das gesamte Online-Spiel wird zudem unter einer nutzerfreundlichen Creative-Commons-Lizenz stehen.

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