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Dienstag, 15 Mai 2018 : Kommentar Hl. Augustinus

Die Verherrlichung des Sohnes durch den Vater sehen einige darin, dass er ihn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat (Röm 8,32). Allein wenn man sagt, er sei durch das Leiden verherrlicht worden, um wieviel mehr durch die Auferstehung! Denn im Leiden tritt mehr seine Erniedrigung als seine Verherrlichung hervor […] Damit also der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, durch die Auferstehung verklärt oder verherrlicht würde, ist er vorher durch das Leiden erniedrigt worden […] Dass der Sohn vom Vater hinsichtlich der Knechtsgestalt verherrlicht wurde, die der Vater von den Toten auferweckte und zu seiner Rechten setzte, bringt die Natur der Sache mit sich, und darüber ist auch kein Christ im Zweifel. Aber weil der Herr nicht bloß sagte: „Vater, verherrliche Deinen Sohn“, sondern auch beifügte: „Damit Dein Sohn Dich verherrliche“, so fragt man mit Recht, wie der Sohn den Vater verherrlicht hat […] Allein in sich selbst kann die Klarheit des Vaters weder vermindert noch vermehrt werden, bei den Menschen aber war sie ohne Zweifel geringer, als Gott nur in Judäa bekannt war, seine Diener noch nicht vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang den Namen des Herrn priesen (Ps 113(112),1-3). Weil aber durch das Evangelium Christi bewirkt wurde, dass der Vater durch den Sohn den Völkern bekannt wurde, so hat in der Tat auch der Sohn den Vater verherrlicht. Wenn aber der Sohn nur gestorben und nicht auferstanden wäre, so wäre er ohne Zweifel weder vom Vater verherrlicht worden, noch hätte er den Vater verherrlicht; nun aber vom Vater verherrlicht durch die Auferstehung, verherrlicht er durch die Verkündigung seiner Auferstehung den Vater. Dies lässt nämlich die Wortfolge deutlich hervortreten: „Verherrliche“, sagt er, „Deinen Sohn, damit Dein Sohn Dich verherrliche“, als würde er sagen: Erwecke mich, damit Du dem ganzen Erdkreis durch mich bekannt werdest. […] Gott wird hienieden verherrlicht, indem er durch die Verkündigung den Menschen bekannt wird und durch den Glauben der Glaubenden gepriesen wird.

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Schweinderl