Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
02mydafsoup-01

Nazi 2.0 - dokumentationsarchiv 20100214

(vollständiger Blogbeitrag)

In Osteuropa erobert eine neue Generation von Rechtsradikalen die Parlamente und öffentlichen Räume. Sie schüren ein Klima des Hasses und gefährden damit die Stabilität der Region. Das realsozialistisch anheimelnde Kulturhaus in der kleinen nordungarischen Ortschaft Nagyrede war am vergangenen Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum Großteil kamen Männer jenseits der 40, mit kantigen Gesichtern und klobigen Händen, Kleinbauern, Tagelöhner, Pensionisten. Sie wollten Gabor Vona sehen, den Chef der rechtsextremen Partei Jobbik (Die Besseren) und zugleich Spitzenkandidat für die Parlamentswahl am 11. und 25. April. Der Jobbik werden gute Chancen auf den Einzug in die ungarische Volksvertretung eingeräumt. (…) Weitgehend unbemerkt von westlichen Beobachtern und Medien sind in vielen neuen Mitgliedsstaaten der EU und an ihren Rändern in den vergangenen Jahren neue rechtsextreme Bewegungen entstanden, die sich in Auftreten und Selbstdarstellung deutlich von den etablierten nationalistischen Parteien unterscheiden. Sie wenden sich vor allem an Jugendliche und haben mit ihrer Werbung Erfolg. Viele junge Ungarn, Tschechen, Rumänen oder Bulgaren sind 20 Jahre nach der Wende von Marktwirtschaft und Demokratie enttäuscht. Sie halten – nicht zu Unrecht – Politiker und Parteien für korrupt und prinzipienlos, sie suchen nach ideologischem Halt und neuen Werten, aber auch nach Mitteln der Provokation. Die rechtsextremen Bewegungen bieten ihnen scheinbar einfache und klare Antworten: Heimat und Vaterland als Ideologie, Roma, Juden oder Ausländer als Feindbilder, Nazi-Symbole als Provokation. In Tschechien oder der Slowakei erreichen sie bei Wahlen nur eine kleine Minderheit. In Ungarn aber sprechen sie damit die Mitte der Gesellschaft an.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl