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Moby erlaubt kommerzielle Nutzung seiner kostenlosen Musik

Der amerikanische Musiker Moby veröffentlicht dieser Tage sein neuestes Album mit dem Titel „Innocents“ als kostenlos erhältliches „Bundle“ beim Datenverteildienst Bit Torrent. Dies allein ist für Branchenkenner nicht überraschend, da Moby seine Musik schon seit Jahren frei abgibt und dies auch propagiert. Doch nun erlaubt er auch explizit deren kommerzielle Nutzung. Darauf weist das US-Magazin Techdirt hin.

Bereits seit etwa fünf Jahren bietet Moby auf mobygratis.com kostenlose Stücke an. Die Webseite richtet sich in erster Linie an unabhängige Film- und Videoproduzenten: diese dürfen und sollen seine kostenlose Musik für ihre Arbeit nutzen – und die fertigen Werke dann (auch) auf seine Plattform hochladen.

Jetzt erlaubt der 48-jährige, der auch als DJ und Produzent aktiv ist, dass man seine Musik frei benutzen, bearbeiten und eigene Remixe dann auch verkaufen kann. Das zeigt eine Offenheit, die über den guten Willen der meisten seiner Musikerkollegen deutlich hinaus geht, die hier und da mal Tracks, mitunter auch Alben kostenlos ins Netz stellen.

In einem Interview mit dem Online-Magazin Mashable begründet er diese Herangehensweise damit, dass man seiner Meinung nach kulturelles Schaffen in der digitalen Welt durch Einschränkungen und Kontrollen nur ausbremse. Die „demokratische Anarchie“ der Online-Welt hingegen fördere das Schöpferische, sie wirke bereichernd. Seiner Ansicht nach haben daher jene, die Musik weiter bearbeiten und etwas Neues schaffen, es sich verdient, sich dafür auch direkt belohnen zu können:

„In the world of culture, it’s more interesting to err on the side of openness as opposed to the side of restriction. Imposing restrictions on content seems like a fool’s errand. It’s incredibly difficult and arbitrary. … My approach is to not try and control it at all. I really like the idea of not just giving people finished content. It’s giving them something that if they choose to they can manipulate and play with however they want. There’s absolutely no restrictions on it and that makes me happy. When people try to control content in the digital world, there’s something about that that seems kind of depressing to me. The most interesting results happen when there is no control. I love the democratic anarchy of the online world.“

Für Moby haben außerdem Streamingplattformen wie Spotify, Pandora oder Soundcloud – obwohl sie den Musikern nur sehr geringe Erlöse einbrächten – durchaus positive Seiten. Sie böten auf der einen Seite dem Publikum einen bequemen Zugang zu Musik, und machen auf der anderen Seite Musiker einem größeren Publikum bekannt. Das Jammern mancher Kollegen, wie etwa Thom Yorkes, der seine Musik kürzlich demonstrativ von Spotify zurückzog, könne er nicht verstehen:

„Every industry has been impacted by [changes in technology] in both negative and positive ways, but I feel like to complain is pointless. I love Thom Yorke, but when I heard him complaining about Spotify, I’m like, ‘You’re just like an old guy yelling at fast trains.’ I love anything that enables people to have more music in their lives.“

Grund genug für ihn, sich beim Branchenverband RIAA und im amerikanischen Kongress dafür einzusetzen, Streamingdienste nicht einzuschränken.

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Schweinderl