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Das Ende des öffentlichen Raums am Beispiel des Augartenspitzs


Trotz 9 Monaten Wien habe ich den Augarten nie betreten. Wahrscheinlich, weil ich ihn bis vor Kurzem noch gar nicht kannte. Der geplante Bau eines Konzerthauses für die Wiener Sängerknaben wirft wieder einmal die Frage auf, wie mit öffentlichem Raum umgegangen werden darf.

Wie einige von euch wahrscheinlich schon mitbekommen haben, erregt diese Errichtung bzw. der geplante Beginn der Arbeiten die Gemüter. Eine Bürgerinitiave wurde gegründet, und in den letzten Tagen zeltete man sogar auf dem sogenannten Augartenspitz, um es den Baufahrzeugen nicht zu ermöglichen, das Gelände zu befahren. Heute wurde dann diese Protestveranstaltung von der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (?), kurz WEGA, einem Polizei-Sonderkommando, aufgelöst. In einem Blog namens “unser augartenspitz” sind die Demonstrationen und die schlussendliche Auflösung dokumentiert.

Zuerst muss ich natürlich sagen, dass die Reaktion der Exekutive meiner Meinung nach zu übertrieben war. Arbeitete hier die Exekutive nicht für die Errichtergesellschaft des Konzerthauses, oder täusche ich mich etwa? Und wer ist überhaupt für all das zuständig? Der Augarten “gehört” der Burghauptmannschaft Österreich, einer Organisation für Wirtschaft und Arbeit. Und somit wieder der öffentlichen Hand.

Ich war wieder einmal total bei den Demonstranten, hätte (wäre ich in Wien) wohl auch mal vorbeigeschaut und hätte ihnen natürlich auch mehr Erfolg gewünscht. Doch irgendwie läuft eben doch alles schief, heutzutage. Die SPÖ Wien inseriert noch im aktuellen FALTER, dass der öffentliche Raum auch wirklich öffentlich sein muss, und dann lässt man den Bau eines Konzerthauses in einem öffentlichen Park einfach so stillschweigend zu.

Der öffentliche Raum muss verdammt noch mal öffentlich bleiben. Oder erst mal wieder öffentlich werden. Da hat die SPÖ Wien schon recht, nur sollte man sich dann auch dafür einsetzen. Wie großartig Dinge wie die “Gehsteig-Guerilla” oder das “Guerilla-Gardening” sind, kann man sich ja bei den Bilder von Agenda X ansehen. Wie wird es also weitergehen? Hat der Bund (der Staat, wir) also das Recht, der Öffentlichkeit ihren Platz wegzunehmen? Und wo hören diese Rechte auf?

Antworten auf diese Fragen wäre natürlich sehr interessant! Wer kann sie mir geben?

Auf ichmachpolitik.at findet man übrigens ganz aktuell einige Interviews zum Augartenspitz-Thema. Unbedingt reinschauen!

photocredit: fortysix_vie | flickr


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Schweinderl