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02mydafsoup-01

"Damit wird auch ein Wechsel von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nach Brüssel wahrscheinlicher...."



Zensursula hat hier also Vorreiterfunktionen zu erfüllen, damit der Bedrohungs-Apologetiker in Sachen innerer Sicherheit dann in Brüssel auf das in Deutschland bereits vorbildlich Geleistete zu verweisen vermag, will sagen, Zensursula wird flächendeckend europaweit ausgebaut, und Thomas de Maizière hält hier die Stellung als höriger Erfüllungsgehilfe - auch nicht schlecht, so flutscht der Laden; das BKA mag dann irgendwann sein Hauptquartier direkt nach Brüssel verlagern, um zur obersten europäischen Zensurbehörde zu mutieren und, wie vertraglich verpflichtet, seine Daten an die ihr übergeordneten US-Dienststellen weiterzureichen. Wichtig! Die Italiener machen wirklich Nägel mit Köpfen: sie haben unlängst Bürgermilizen zur Bekämpfung der Straßenkriminalität abgesegnet. Wie sich das dann in ein paar Jahren ausmachen wird, davon können wir uns ja anhand der Einsatzwilligkeit der Basij in Iran ein fundiertes Urteil bilden: die Mullahs sind entgegen landläufiger Meinung den westlichen Nationen - soviel Anerkennung muss man auch einem Gegner zu zollen wissen - um Jahre voraus, und die paar Aufmüpfigen, die im Getriebe des medialen Gleichschaltungsapparates ihre Unabhängigkeit und das dazu nötige Quäntchen Hirnschmalz noch zu bewahren wussten, lassen sich damit, so denke ich, bis auf weiters anstandslos in Schach halten.

Was noch? - Ach ja, das mit Busch zwo war eigentlich nur als ein Anfang gedacht, für gründlichere Arbeiten können die Großen der internationalen Wirtschafts- und Finanzwelt nicht wirklich auf die Amerikaner setzen, da sind die Deutschen einfach zuverlässiger: Ursula von der Leyen hat das nochmals beispielhaft vor den Augen aller Welt klarzumachen verstanden. Das mit den Amerikanern ist so ein Sache, wählen den Obama, und der gibt sein völkerverbindendes Aufklärungsgedöns zum Besten; hinzukommt dieses lästige Insistieren auf investigativem Journalismus im Geiste einer ins krankhafte gesteigerten Verehrung der Gründerväter: irgendwelche alten Geschichten von irgendwelchen vergangenen Präsidentschaften unentwegt ausgraben zu wollen, da wissen wir doch was wir an den Deutschen haben! Cheney & Co dachten sich mitunter, im Leben ist nichts so sicher wie es den Anschein haben mag: wie lange mögen es wohl der Dollar und das britische Pfund noch machen? Lassen wir die Deutschen doch in geübter Manier die unappetitliche Arbeit erledigen, damit werden sie ihrer geschichtlich angestammten Rolle gerecht, und wir rechnen ihnen das seichte Palaver der Entspannungspolitik in den späten 60igern und 70igern als lässliche Sünde nicht allzuhoch an und greifen auf den zuverlässigen, uns und der Welt vertrauteren und eingestandenermaßen weltweit begehrten Typus des guten alten Bismarck-Teutonen zurück: Maul halten und Steuern Zahlen - hat es doch so seine gottgewollte Richtigkeit, dem gemeinen Manne vorzuenthalten, wie Würste und Gesetze gemacht werden. Schön und gut; um so besser, wenn das Ganze dann mit einem europäischen Zerwürfnis enden sollte. Im übrigen, nichts wird so heiß gegessen, wie's gekocht wird, und Europa hat weiß Gott schon ganz andere Dinge mit sich machen lassen.

Was etwaige Mahner und Kritiker anbelangt, geben sich Cheney & Co in der fraglichen Sache überaus gelassen:
wer schenkt schon gerne solch hypersensiblen Beckmessern sein Ohr, die vor Bildung nicht mehr aus und ein wissen, und bei jeglicher Veränderung der in der Nachkriegszeit errungenen europäischen Gleichgewichts- Balance von einer Ohnmacht in die andere zu fallen drohen?

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Permalink


München/ Munich, 2009-07-06
(2009-07-13: kleinere sprachliche & stilistische Nachbesserungen)


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